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Israel/Porat: Behörden ordnen Demontage des Hillel-Senders an
Quellen: Eitan Rabin, Maariv Newspaper (Israel) 27. 3. 2003 Deutsche Übersetzung: Evi Gaigg, 29. 3. 2003 Am Dorfeingang von Porat in Sharon (eine Gegend in der Mitte Israels) laufen Hühner umher, die nach Weizenkörnern suchen. Ein schläfriger Hund stört sie eine Weile und kehrt dann in seine Ecke zurück, um weiter zu schlafen. Aus den Häusern in den grünen Feldern steigt feiner Essensduft auf. Nichts in dieser Idylle weist darauf hin, was drinnen in den Häusern vor sich geht. „Es ist so, als hätte der Todesengel hier Haus um Haus besucht und Tod und Verderben angerichtet“, sagt der Rechtsanwalt David Mena, der 40 der Dorfbewohner vertritt, die auf mysteriöse Weise von Krebs befallen worden sind, und alle davon in den letzten 15 Jahren. Die meisten von ihnen leiden an Hirntumoren und Leukämie. 25 Einwohner, ältere und jüngere sind bisher an diesen Leiden gestorben. Während der Untersuchungen, sind 20 Einwohner zur Liste von Krebspatienten hinzu gekommen, die bei der ersten Zählung der Patienten noch nicht dabei waren. In Porat gibt es 91 Bauernhöfe. Die Hälfte davon sind von diesen Leiden betroffen. Die Einwohner von Porat geben die Schuld dem Sender „Hillel“ genannt, der Senderbetreiber-Behörde und Bezeq, der Telefongesellschaft Israels, die nur 1,5 km vom Dorf entfernt ist. Sie geben an, dass während den Sechziger, Siebziger und Achtzigerjahren, als man in Israel und in der Welt noch keine Kenntnis über die Wirkung nichtionisierender Strahlung hatte, das Dorf und die Bauern sehr hohen Strahlungslevels ausgesetzt waren, die ihre Krankheiten verursacht haben. Der Leiter der Strahlungs- und Lärmabteilung im Umweltschutzdepartement, Dr. Stillan Galberg: „Es ist wahr, dass es bis 1992 keine Oberaufsicht über den Hillel-Sender gab. Messungen wurden nur gemacht, um zu verifizieren, dass die Bezeq-Arbeiter nicht über dem Standard der Strahlung ausgesetzt waren, aber es wurden keine Messungen in den Dörfern gemacht. (wir sprechen von 4 Dörfern in der Nähe dieser Antennen, auch Zoran, einem anderen Dorf, das eine hohe Krebsrate aufweist), bis das Umweltdepartment geschaffen wurde“. Bezeq und die Broadcasting-Behörde weisen die Verantwortung für die Strahlung und die Schäden zurück und schieben sich die Schuld gegenseitig zu. Die Einwohner von Porat werden in dieser Schlacht allein kämpfen müssen. Das Dorf Porat wurde in den 50iger Jahren durch Immigranten aus Tripolis gegründet und hat heute 450 Einwohner. 1962 wurde der Sender errichtet, um Radionachrichten aus den arabischen Staaten und dem Osten zu empfangen. Der Sender steht auf einer Fläche von 1000 Dunam (israelisches Flächenmass). 4 Dörfer befinden sich in der Nähe des Senders: Porat-Ost, Ein Vered und Ein Sarid-Süd, Zoran-Nord. Alle 12 Antennen sind nach Porat gerichtet. Die Beobachtung begann erst in den 90er Jahren. 2 Sender sind Kurzwellensender 2 sind Mittelwellensender.
Die Tomaten sangen. Die Bauern von Porat arbeiteten jahrelang auf ihren Höfen und ahnten nichts. Kurze Zeit später, nachdem die Sender da waren, begannen sich merkwürdige Dinge zu ereignen, sagte Heim Hadad vom Dorfkomitee und Sekretär des nationalen Blumenzüchter-Verbandes. „Heute leben wir hauptsächlich von der Pflanzung und Vermarktung von Blumen in andere Länder, aber in den 60er, 70er und 80er haben wir nur Tomaten, Orangen und Gemüse gepflanzt, da hatten wir Seile um Wasser zu pumpen und mitten unter der Arbeit hörten wir plötzlich die Tomaten singen. Wir wurden verrückt. ´Woher kommt denn das?´ und also wir uns vornüber beugten, sahen wir, dass das Seil, das aus Metall war, Musik machte. Tatsächlich waren es all die Stützen für die Pflanzen, eingeschlossen die Bewässerungsrohre., die als Überträger wirkten und es war arabische Musik, die sie spielten. am Anfang war das schaurig, dann gewöhnten wir uns daran.“ Auch bei den Nachbarn passierte dasselbe. Hein Hasan: „Wir pflanzten Gemüse auf dem nahen Feld und die Seile tanzten mit östlicher Musik.“ Baruch Aloni, der frühere Dorfsprecher: „Wir gingen nahe an den Zaun heran und hörten die Musik, die aus dem Eisen kam. Wenn wir in der Synagoge beteten, hörten wir diese „Säulen- Lieder“ in arabischer Sprache, wirklich jede Säule, in der gespielt wurde.“ Daniel Hasan: „Mein Gewächshaus sang, als ob es speziell für mich sänge. Und gerade so, wie ich jetzt hier zu Ihnen spreche. Arabische Lieder. Und alle Gewächshaus-Pfeiler tönten wir ein Orchester. Wenn ich nah genug heranging, hörte ich es in voller Lautstärke und brauchte kein Radio.“
Was verursachte die Strahlung auf den Feldern? Rahamin Hajaj: „ Wir hatten Zitrusbäume auf den Anbauflächen nahe den Antennen und die Orangen waren missgebildet. Gross, jede in der Grösse einer Grapefruit. Und rund um die Bäume sangen die Pfeiler. Es gab Zeiten, da konnte ich mein Ohr dran legen und das arabische Radio hören. Und das existiert so noch immer. Vor drei Jahren habe ich hier gearbeitet. Und bis heute höre ich das Klingen im Ohr, wenn ich hier arbeite. Hadad: Alles, was im Winter wachsen sollte, wuchs im Sommer und umgekehrt. Die Früchte in der Nähe der Antennen reiften, wurden zuerst reif. Und es gibt Pflanzen, die signifikant rascher aufwuchsen. Z.B. die Wachsblume. Das ist ein australischer Strauch, den wir hier eingeführt hatten in Konkurrenz zum holländischen. So kann ihn jedermann im Februar/März haben, aber die Antennen bringen ihn schon im Januar zum Blühen. Die Wachstumszeit ist kritisch für den Markt. „Die Strahlung hat unser Leben durcheinander gebracht“, fügt Sami Harosh hinzu. „Wir wohnen hinter den Antennen. Unser Hof liegt am nächsten. So wurde unser elektrisches System die ganze Zeit durcheinander gebracht. Die Klimaanlagen schalteten sich selbsttätig ein und aus und die Telefonate wurden verzerrt. Die Linie war weg.“ Daniel Hasan: „Eines Tages war das ganze elektrische System in meinem Haus völlig durcheinander. Der Elektriker sagte: „Ihre Erdung funktioniert nicht. Sie haben 4 Watt ohne Strom, statt null, wie es sein sollte.“ Rahamin Hajaj: „Wenn wir das Telefon abnahmen, gab es die ganze Zeit nur Lärm und arabische Sendungen“. Hadad: „Bis heute haben wir Empfangsprobleme, auch keinen Empfang auf Mobiltelefonen. Bevor es das Kabel gab, in der Antennenperiode, spielten Radio und Fernsehen verrückt. Wir empfingen nur arabische Sendungen. Wir dachten, sie haben dies extra gemacht.“ Diese „Geister“ attackierten auch die Gäste. Baruch Aloni erzählt: „Da war ein Bursche, der auf dem Milchtransporter arbeitete, jedes Mal, wenn er in Antennennähe kam, begannen die Scheibenwischer automatisch zu arbeiten. Eines Tages wurde er dessen überdrüssig und stellte den Akkumulator ab, aber die Scheibenwischer arbeiteten weiter. Der Computer spielt verrückt. Die Beschwerdeführer der Einwohner von Porat erhielten jahrelang keine Unterstützung und keine Aufmerksamkeit von den Behörden. Aber in ihren schlimmsten Träumen konnten sie sich nicht vorstellen, dass die Ursache daran die Antennenstrahlung trug und selbstverständlich konnten sie sich nicht vorstellen, dass 30 Prozent Krebs bekommen würden. Das erste Mal, als die Behörden wahrnahmen, dass hier eine Strahlung vom Sender ausging, war vor 8 Jahren. Der Bauer Daniel Hasan führte einen Schadensersatzprozess wegen der Schädigung seines Wassersystems durch die Strahlung und gewann. Nach dem Fall folgte zum ersten Mal die Erkenntnis und das Verständnis in dieser Sache unter den Einwohnern in Porat. In einem Kompromissabkommen mit dem Staat, in dem Hasan entschädigt wurde, wurde er verpflichtet, sich still zu verhalten und sich nicht über die Strahlungswirkung zu äussern. Aber nachdem sein Vater an Krebs gestorben war, wurde ihm klar, dass die Strahlung nicht nur elektronische Anlagen beschädigen kann und so entschloss er sich, sein Schweigen zu beenden. Jetzt wartet er auf die Einladung des Anwalts, um als Zeuge im ersten Einwohnerprozess aufzutreten, der in den nächsten Wochen vor dem Gericht stattfinden wird. „Ich habe einen automatischen Bewässerungscomputer von der Fa. Motorola! Drei Tage, nachdem ich gekommen war, sah ich, dass alle chemischen Dünger, die für zwei Monate hätten ausreichen sollen, weg waren. Ich sagte zu mir selbst: ´Das ist nicht möglich. Entweder hat mir jemand mein Lager gestohlen oder irgendwas ist kaputt oder es kommt von dem Bewässerungssystem´. Ich füllte wieder mit dem Dünger auf und als ich zwei Tage später aufs Feld kam, sah ich, dass alles viel zu nass war. Was also musste hier geändert werden? Statt zwei Kubikmeter Wasser am Tag gab der Computer 20 Kubikmeter. „Der Computer hat meinen Nutzen für einen ganzen Monat zunichte gemacht.“ Ich habe den Servicemann der Firma geholt, er prüfte alles und sage: ´Ich weiss nicht, was hier vor sich geht“ und ging weg. Zwei Tage später holte ich ihn wieder. Er brach den PC ab und nahm ihn mit in Labor und brachte ihn mir zurück mit der Bemerkung: ´Ihr Computer ist `zu 100 % o.k.‘ Aber die Probleme hörten nicht auf. So schickten sie mir einen Spezialisten der Motorola. Er untersuchte alles und sagte mir dann: „Hören Sie, so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Ich nahm Ihren PC vom Strom weg und er gibt ganz von alleine elektrische Impulse.´ sagte er.“ Er baute Teile in den PC, die die Strahlung neutralisieren sollten. Aber es war alles andere als o.k. Dann drohte ich, ein Verfahren gegen Motorola anzustrengen. Aber sie sahen es nicht ein, dass der PC verrückt spielte. Ich erhielt 12`000 $. Motorola verklagte Bezeq wegen der Strahlung und sie erledigten es mit Geld. Aber Hasans Geschichte endete nicht mit dem verrückten Computer. Vier Jahre zuvor war sein Vater gestorben. Heim Hasan hatte an einem bösartigen Hirntumor gelitten. „Mein Vater hatte 25 Jahre in der Antennengegend gearbeitet und wir haben bis heute Felder in 200 Meter Nähe. Hier gibt es Treibhäuser. Mein Vater war ein sehr starker und gesunder Mann. Als er starb, zogen wir keine Schlüsse auf einen Zusammenhang zwischen seiner Krankheit und der Tatsache, dass er fast immer innerhalb des Antennenareals gearbeitet hatte. Aber nach der Folge der Häuser in unserer Nähe, wo die Menschen krank geworden sind, glauben wir heute sehr fest daran, dass dies die Ursache war.
Die „Mörder-Line“ Daniel Hasans Familie lebt in einer Gegend, die den Namen „die Mörder-Line“ bekommen hat. Das sind zwei Reihen von Bauernhöfen parallel zu den Antennen. Schaurigerweise war hier jedes Haus von Krebsfällen betroffen. Die Einwohner sind hier die ersten, die klagen: „Wir leben auf Hof 53“, sagt Hasan. „Mein Nachbar rechts starb an Hirntumor und nun ist sein Enkel auch krebskrank. Mein Nachbar links auf Farm 51 starb auch an Krebs. Auf Farm 54 starben zwei Brüder. Eine Farm 55 gibt es nichts, aber auf Farm 66 starb eine weitere Frau, die an dieser Krankheit litt. Alle diese sind in der ersten Reihe in dieser „Line“. Hinter ihnen wurde der Todesengel wahrscheinlich verrückt von der Strahlung und begann sich unter die Häuser zu verdrücken. Auf der Farm 52, bei Heim Zigdon ereigneten sich zwei Tragödien: Zuerst starb seine Mutter, Samina Zigdon an Krebs und dann wurde das Baby krank, es hatten sich Missbildungen entwickelt. In einem Gespräch mit den Leuten sagten diese, es sei hart, mit dieser Situation fertig zu werden. „Meine Eltern leben in der Nähe der Antennen“, sagte er. „Wir leben 300 Meter davon entfernt. Seit den Sechziger Jahren arbeiteten meine Eltern innerhalb eines Radius‘ von 30 Metern von den Antennen. Im April 99 bekam meine Mutter plötzlich Krebs und starb innerhalb eines halben Jahres. Wir haben das damals nicht in Zusammenhang mit den Antennen gebracht, aber wenn ich jetzt sehe, dass nun viele Fälle ans Tageslicht kommen, ist es unmöglich zu schweigen. Man denkt ja nicht dran, bis es einen selbst erwischt.“ Shoshi Zigdon: „Heim und ich lebten 9 Jahre lang in Tel Mond und alle meine 4 Kinder wurden dort geboren. Wir kamen 1996 nach Porat und im Januar 99 wurde das Baby geboren. Am Anfang ging alles gut. Aber im Alter von 1 Jahr und 3 Monaten bekam es einen monströsen Backenzahn und wir konnten uns nicht denken, woher das kam. Seine linke Gesichtshälfte war völlig verdreht und alle inneren Strukturen es Auges drehten sich und er schielte schrecklich. Er wollte sich selbst beim Duschen nicht ansehen und drehte den Kopf weg und fing an zu weinen. Er hatte blutige Tränen und ich selbst war erschrocken. Als ich ihn zum Arzt brachte, sagten sie mir, was ich ich mir denn vorstellte. Ich brachte ihn zum Zahnarzt, um den Backenzahn entfernen zu lassen . Wir wurden ins Spital geschickt und der Augenarzt schickte ihn zum CT (Computertumogramm). Das ganze CT-Bild war schwarz wie Kohle. Ich ging ins „Shneider“-Hospital und dort sagte man uns, er habe einen bösartigen Tumor im Auge. Dies kann nicht operiert werden, so gingen wir für 2 Jahre zur Chemotherapie. Die Wand, an der er schlief, seit er geboren wurde, ist direkt in Richtung Antenne, das konnte die Ursache gewesen sein. Es ist ein Verbrechen, was hier vor sich geht. Diese Antennen sollten komplett weg sein. Und wie geht es dem Baby jetzt? Zigdon bricht in Tränen aus: „5000 Shekels (1000$) zahlen wir jeden Monat für Medikamente gegen seine Krankheit, und jetzt haben sie uns mitgeteilt, dass sie etwas Neues in seinem Magen gefunden haben und ich fürchte, das ist ich am Ende meines Lebens bin. Letzten Sonntag bin ich zusammen gebrochen. Ich habe drei Stunden lang geweint. Was, nochmals dieses Leiden? Nochmals hindurch zu gehen? Zigdons Nachbar von der Farm 51 verlor seine Mutter Jamila Hajaja im Oktober 95. Sie war 68. Seine Enkelin Honi, 35 Jahre alt: Wir haben noch gar nicht realisiert, dass sie krank war und dann war sie plötzlich tot. Innerhalb von einem Monat tötete sie der Krebs. All die Jahre hatten wir vor den Antennen Blumenmärkte. Baruch Aloni verlor zwei Brüder, die in der Strahlungslinie lebten. „79 starb mein Bruder an Magenkrebs. Drei Jahre bekam er Chemotherapie und Bestrahlungen. Wir sagten : Es ist von Gott. Wir haben keine Verbindung zwischen den Antennen gesehen, bis mein Bruder Krebs bekam. Letztes Jahr starb er mit 53 Jahren. Wir haben 80 Dunam in der Nähe der Antennen, aber sie werden nicht mehr bewirtschaftet. Wir haben Angst davor, in die Nähe der Antennen zu gehen.“ Rahamim Hajaja von der Farm 46 verlor zwei Brüder und den Vater. Nun hat man heraus gefunden, dass auch seine Mutter krank ist. „Wir haben in der zweiten Reihe der „Mörder-Line“ gewohnt. Mein älterer Bruder Yossi war 11, als er Leukämie bekam. Er starb ein paar Jahre später. Auch mein Bruder Eliahu starb an Leukämie, als er 10 Jahre alt war. Mein Vater hatte Darmkrebs. Nun hat meine Mutter 73, Hautkrebs. Wie können Sie sich das erklären? Ich denke, wir waren naiv und wurden genarrt. Ich erinnere mich an meine Jugend, dass wir (mit den Brüdern) in der Nähe des Zauns spielten und Musik von den Pfosten hörten. Ich habe heute noch das störende Geräusch in meinem Ohr. Wir sind einfache Leute, so haben sie uns genarrt. Nur wenn die blasierten Leute von Zoran kamen und Lärm machten, dann setzten sie das Strahlungslevel herab. Aber was ist mit all den ganzen Absorptionen über all die Jahre? Warum hat man uns das nicht erklärt? Trotz der Angst setzt er seine Arbeit in der Nähe der Antennen fort. „Ich habe keine Wahl, ich muss meinen Lebensunterhalt verdienen und der Rat hat gesagt, das Strahlungslevel würde herab gesetzt. So ziehe ich Socken und Handschuhe an und setze einen Hut auf und arbeite, so schnell ich kann, damit ich wieder nach Hause komme.“ Auch Samina Hasan von der Fram 66 in der Nähe der Familie Hajaj starb. Ihr Sohn Heim Hasan: „Unser Feld war in der Nähe der Antennen, und meine Mutter zog dort Gemüse, bis sie vor 10 Jahren starb. Sie war eine gesunde Frau, Mutter von 9 Kindern, davon 5 im eigenen Dorf. Innerhalb eines halben Jahres, nachdem der Hirntumor entdeckt worden war, starb sie, 58 Jahre alt. Wie wir alle, haben wir keinen Zusammenhang mit der Strahlung gesehen, aber nach so vielen Fällen in der „Mörder-Line“ und im Dorf haben wir es nun verstanden. Wie ist das Gefühl, heute an einem Platz wie diesem zu leben? Die Farmen sind heute verlassen wegen der Angst vor den Antennen in der Nähe. Wir, die Familien, wollen nicht in die Nähe kommen, wegen der Angst. Ich selber arbeite in einem anderen Dorf, 7-8 km entfernt von hier, gerade weit genug weg, um nicht nahe der Antennen zu sein.
„Ich lebe hier seit 1967, bin verheiratet und Vater von 7 Kindern. Sie kamen und stellten die Antennen vor uns auf. Wir waren naiv. Niemand dachte daran, sich zu wehren. Was wussten wir schon davon? Wir waren neue Immigranten und akzeptierten alles, was man uns sagte. Wer dachte an Gefahren? Eines Tages fühlte ich Stiche im Nacken. Sie machten eine Biopsie und fanden einen Tumor, ein Lymphom. Sie verordneten mir Bestrahlungen, die meine Gesundheit schädigten. Der Arzt, der mich behandelte, sagte mir, dass es mit den Antennen zu tun haben könnte, und dann sah ich, dass auch meine Freunde erkrankt waren. Ich fühle mich lebendig-tot. Ich sehe aus wie 70, niemand gibt mir mein tatsächliches Alter. Jedes halbe Jahr muss ich ins Spital und jedes Mal fürchte ich mich wieder davor. Was werden sie sagen, wie lange wird mein Leben noch dauern?“ Was sagen die Experten? Die Liste der Kranken und Toten in Porat wird länger und länger. Wir haben für die Gerichtsklage 40 Interviews mit Patienten oder den Verwandten von Toten gemacht. Während dieser Artikel entstand, sind noch 20 hinzu gekommen. Die meisten Fälle sind solche von Leukämie und Hirntumoren. Andere Einwohner stellten eine hohe Rate von Hirnblutungen, auch ständigen Schmerzen in den Ohren, stärker oder schwächer und abhängig von den Sendungen über die Radiostation. Der Beweis, ob ein Zusammenhang mit dem Sender besteht oder nicht wird durch das Gericht geklärt. Dr. Eliahu Richter, der Chef für Umweltmedizin an der hebräischen Universität in Jerusalem: „Die Beweislast liegt bei jenen Leuten, die zu beweisen haben, dass die Strahlungsexposition nicht gefährlich war und nicht bei den Bewohnern. Dies unter dem Gesichtspunkt, dass die Strahlung in der Nähe eines Radiosendeturms imstande ist, hohe Raten von Hirntumoren und Leukämie zu generieren. Dr. Richter wurde von den Einwohnern eingeladen, um Porat zu untersuchen. „Wir müssen daran erinnern, dass es in kleinen Dörfern mit einer homogenen Bevölkerung schwer ist, eine annähernde Statistik zu führen, denn es gibt da immer wieder Ausserordentliches, sowohl auf als auch ab. Aber es ist nicht gesagt, dass es in einem solchen Dorf kein Problem gebe. Soweit ich unterrichtet bin, waren die Expositionslevels hier sehr hoch, und das ist ein definitiver Grund zur Sorge.“ Was also muss geschehen, um die Risiken zu reduzieren, bis das Gericht entscheidet? Es gibt keine Notwendigkeit auf Analysen von Resultaten zu warten, um das Expositionslevel zu reduzieren. Es gibt Fachliteratur, welche indiziert, dass die elektromagnetische Strahlung von Radiosendern höhere Raten von Tumoren in solchen Gegenden hervorruft. Hauptsächlich im Kopf und im Blut. Dies genau ist die Situation von Porat und dies kann die gefährliche Situation hier belegen. „Glauben Sie, dass es eine Basis für einen Gerichtsfall hier gibt?“ „Ich werde es überprüfen und das braucht Zeit, aber es gibt sicher eine Basis für Klagen auf Grund des Vorsorgeprinzips. Es gibt keine Notwendigkeit, zu warten, bis die Toten gezählt werden, um zu sehen, ob es ein Problem ist oder nicht.“ Dr. Benny Melnik, der Vorsteher der Israelischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Lektor für Angelegenheiten für die Sicherheit der arbeitenden Bevölkerung und der Umweltgesundheit an der Universität von Tel Aviv, überprüfte für die Anwälte die Wirkungen der Strahlung des Sender auf die Bevölkerung von Porat: „Nach meiner beruflichen Meinung sollte der Zusammenhang zwischen dem hohen Expositionslevel von elektromagnetischer Strahlung und der Krebshäufigkeit nach verschiedenen Altersgruppen, verschiedenen Körperteilen, hauptsächlich dem Kopf, unter diesen Babys und junge Männer, die Leukämie bekommen haben, untersucht werden.“ Melnik schloss in seinen Bericht verschiedene Forschungen ein , die einen Zusammenhang zwischen hohen Strahlungslevels und Krebsentwicklung, neurologische Probleme und andere Probleme durch die Strahlung vermuten lassen. Er sagt, das kann die grosse Häufigkeit von Gehirnblutungen im Dorf erklären. Das Dorf führt zwei Gerichtsklagen, die Gesundheitsverschlechterung und die Reduktion der Liegenschaftswerte wegen der Angst vor Strahlung. Das war der eigentliche Grund, warum sie den Anwalt David Mena anriefen. David: „Ich fühle mich wie in dem Movie von Julia Roberts „Erin Brokoviz“. Ein Dorfvertreter kam zu mir mit der Behauptung, dass das Dorf ein Geschäftszentrum auf den 800 Dunam grossen Areal des Senders bauen wolle. Aber kein Vertragspartner will in das Projekt wegen der Antennen investieren. Ein halber Dunam auf diesem Areal des Senders in Zoran kostet 100 000 $ und hier will niemand auch nur 10 000 $ bezahlen. Die 800 Dunam, die 35 Millionen wert sind, können nicht realisiert werden, weil niemand dieses Land haben will.
Mena stieg in sein Auto und kam ins Dorf. „Ich habe mich mit den Einwohnern im Ratssaal getroffen und wir haben zu diskutieren begonnen. Und dann höre ich, dass einer Krebs bekommen hat, sein Nachbar auch und der Nachbar des Nachbarn und dessen Nachbar und so fort und mir wurde schwarz vor den Augen. Sie hören über einen Fall oder über zwei pro Jahr, aber nicht in dieser erschreckenden Häufung. Ich begann zu überprüfen und ich sah die gleichen Leiden und die Tumore fast alle am gleichen Ort. Und da gibt es 12 Antennen im Hintergrund. Zweieinhalb Jahre hat mein Büro wie Detektive gearbeitet. Wir checkten auch die anderen Dörfer ab, aber hier ist es wirklich abnormal. Mein Herz tat weh, wenn ich sah, dass sie ihre Situation nicht kannten. Gute einfache Leute. Die Behörden haben sie all die Jahre zum Narren gehalten. Sie haben hoch unkontrollierte Strahlung seit den Sechziger Jahren aufgenommen und erst in den 90ern, weil Zoran Lärm machte, haben sie gemessen und das Strahlungslevel gesenkt. Mena hat entschieden, Bezeq und die Behörde der Radiogesellschaft zu verklagen, nachdem es nicht gelungen war, mit ihnen zu einer Vereinbarung zu kommen wegen der wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schäden. Der CEO der Radiostationsbehörde, derzeit Rann Galinka antwortete ihm, „die Senderbehörde ist nicht der richtige Partner, an die eine Behauptung gerichtet werden kann. Sie besitzt nicht die Sender und sie ist nicht daran beteiligt, jedoch Bezeq. Das Strahlungslevel wird von Bezeq unter der Leitung der Aufsicht des Umweltdepartements kontrolliert. Bezeq wies alle Behauptungen der Dorfbewohner durch den Anwalt der Hillel Ish Shalom zurück und behauptete ihrerseits, das Dorf versuche auf unangemessene Art Geld zu erhalten, das es durch das Aufbringen falscher Anschuldigungen nicht verdiene. Die Gesellschaft sagt, sie betreibe den Sender auf Grund der Senderbestimmungen und des Gesetzes und die anderen Behörden seien für die Aktivitäten des Senders verantwortlich. Das Gericht muss entscheiden, „aber bis dahin“, sagt Anwalt Mena , „hoffen wir, dass es keine weiteren Krebsfälle mehr gibt, oder sonst müssen wir „leb wohl für immer“ zu noch mehr Patienten sagen.
In einem Kasten zusätzlich zum Artikel aufgeführt: Die Elferliste: 1. Yossef Hasan, 58 Jahre alt, Leukämie, ausgebrochen 1999, gestorben 1999 2. Samina Zigdon, 75 Jahre alt, HIrntumor, ausgebrochen 4/99, gestorben 12/99 (an der Mörder-Line) 3. Moshe Zigdon, 4 Jahre alt, Leberkrebs ausgebrochen 1/99, gestorben 1/2000 4. Sarah Hajaj, 43 Jahre alt, Leberkrebs ausgebrochen 7/99, gestorben 1/2000 5. Heim Hajaj, 56 Jahre alt, Lungen- und Leber ausgebrochen 11/99., gestorben 2001 6. Behor Hajaj. 56 Jahre alt, Hirntumor , ausgebrochen 11/99, gestorben 2001 7. Halifa Gueta, 57 Jahre alt, Leukämie, ausgebrochen 8/99, gestorben 7/2000 (Mörder-Line) 8. Refael Hajaj, 29 Jahre alt, Hirntumor, ausgebrochen 2/99, gestorben 6/2000 9. Hana Hasan, 68 Jahre alt, Hirntumor, ausgebrochen 11/99, gestorben 4/2000 10. H.R. 28 Jahre alt, Hirntumor, ausgebrochen 2002 11. Zohara Hajaj, 73 Jahre alt, Hautkrebs, ausgebrochen 2002 (Line)
Der Manager der nationalen Krebsregistration im Gesundheitsdepartement, Dr. Michael Bar Hana, sagt, dass gemäss der Statistiken in Israel 3 Krebsfälle auf 1000 Menschen auftreten. In Porat ist das das Doppelte des israelischen Durchschnitts, 11 Menschen in einem Jahr. Ausserdem, 8 von den 11 im gleichen Jahr, haben genau denselben Krebs bekommen, der im Zusammenhang mit der EMF-Strahlung steht, 7 davon in der „Mörder-Line“. Diese extreme Line enthält 8 Höfe. Fast in jedem von ihnen ist eines der Familienmitglieder zwischen 1999-2002 erkrankt. Dr. Yehudit Shaham, der Chef im Nationalen Institut für Arbeits- und Umweltsmedizin, Sektion Krebs: „Es wird vom Welt-Institut (Anm. wahrscheinlich WHO) akzeptiert, dass EMF als karzinogen angesehen wird. Denn wir reden nicht von schlüssigen Beweisen, denn diese sind kontrovers, in Israel wird EMF als anzunehmend und nicht als sicher gehalten und auch nur für Leukämie bei Kindern, nicht aber durch als Hirntumor. Forschungsdaten zeigen eine hohe Häufigkeit für Hirntumore. Den Daten gemäss, die mir bekannt sind, gibt es bis heute noch keinen Beweis für einen signifikanten kausalen Zusammenhang zwischen Hirntumor und EMF-Exposition. So oder so, ist die Notwendigkeit für epidemiologische Forschungen gegeben bei den spezifischen Bevölkerungsgruppen, ob nun ein Zusammenhang besteht oder nicht.“ „Ist die Häufigkeit von 7 von 11 Patienten in vier Jahren, in denen alle direkt vor den Antennen gelebt haben - und die meisten davon an Hirntumoren erkrankt sind – als möglich erscheinend?“ „Ich kann diese Möglichkeit nicht ausschliessen." Bezeq: wir erfüllen nur die Richtlinien. Der Sprecher von Bezeq, Yotam Yakir: „Bezeq arbeitet nur nach den Richtlinien der relevanten Regierungsbehörde und entscheidet nicht über die erlaubten Strahlungslevels. Im März letzten Jahres wurde der Sender auf Anordnung des Bezeq CEO Ilan Biran für einige Wochen still gelegt und nach der Intervention des Premierministers und nach neuen Anweisungen durch das Umweltdepartement teilweise wieder aktiviert. Später, als der Antrag in der Knesset vorgelegt wurde, gab es Messungen und die Strahlungslevels waren signifikant tiefer als der Standard. Seit der Sender in den 60er Jahren in Betrieb genommen wurde, wurden alle Bezeq-Aktionen nach den Regeln ausgeführt, die sie von den Behörden erhalten hatte. Die Fakten stammen also alle aus den ersten Jahren des Senders und eigentlich seit dann und hat die Antenne ganz einfach immer gesendet nach den technischen Limiten, die nicht einmal nahe den erlaubten Levels des internationalen Standards lagen. Der Chef des Umweltdepartements, Stillan Galberg: Der Hillel-Sender war bis vor 3 Jahren der stärkste Sender im ganzen Land von den 8 bis 9 Antennenplätzen von Bezeq und der Nachrichten-Behörde. Dieser Sender war so stark , dass er vermutlich bis in den Iran reichte. Seit 1999 wurde die Strahlung von 60 V auf 8,7 V/m reduziert. Und all das wurde von den Bewohnern in Antennennähe absorbiert? Dieser Sender sendet nicht seit einem Jahr. Vom Standardinstitut: „Vor 8 Monaten wurde der Sender wegen des Zorans-Lärms untersucht und da hatte der den amerikanischen Standard überschritten. Darauf kam es zu einer Diskussion in der Knesset (israelisches Parlament) und dann folgte ein Test in Zusammenarbeit mit dem Sorek Strahlungsforschungszentrum und dem Umweltdepartement. Bei diesem Test kamen keine Überschreitungen zum Vorschein, aber Bezeq wusste im Voraus, dass wir kommen und prüfen würden.“
Kontroversion: Verursacht Strahlung Krebs? Internationale Experten sind sich untereinander uneinig in der Frage. Ist hohe elektromagnetische Strahlung gefährlich und verursacht sie Krebs? Die WHO hält fest, dass es noch keinen schlüssigen Beweis gibt, dass die Strahlungsexposition von einer Million Hertz, die von den Antennen ausgeht, wie jener in Porat, gefährlich ist. Diese Haltung wird vom israelischen Umweltdepartement akzeptiert, welches Warnungen vor Mobiltelefonen abstreitet. Aber mehr und mehr Forscher behaupten, dass der internationale Standard nicht haltbar ist und stellen fest, dass es eine Gefahr von Krebs für Menschen gibt, die dieser Strahlung ausgesetzt sind. Die Forschung sagt, dass sogar Strahlungen 500 mal tiefer als der Standard das 2 - 4.5fache Krebsauftreten verursacht. Das amerikanische Institut für Umweltgesundheitsforschung behauptet, dass die Exposition durch EMF die Krebshäufigkeit erhöht, speziell jene von Leukämie und Hirn. Einer der berühmtesten Forscher auf diesem Gebiet ist Sir Richard Doll, der Krebsraten bei Mäusen fand, die hoher EMR ausgesetzt waren. Er hat empfohlen, dass dies in alle Tiefe untersucht werden muss. Die Nachrichtensender-Behörde: Wir werden gemäss den Ergebnissen handeln. Der Sprecher des Nachrichtensenders, Shlomit Golan: „Wenn es da Gerichtsfälle gegen die Nachrichtensender-Behörde geben wird, dann ist das eine indirekte Angelegenheit der Klage, die im Gerichtssaal besprochen wird. So oder so ist die direkte Klage nicht eine gegen die Nachrichtensender-Behörde sondern gegen Bezeq, die den Platz besitzt und die Programme macht. Die Nachrichtensender-Behörde handelt gemäss den Regierungsanweisungen will nicht die Lebensqualität der Menschen verletzen. Die Behörde wird handeln gemäss den Ergebnissen, genauso wie die Strahlungslevels nach der Schlacht um Zoran reduziert wurden. Golan sagte, „durch das Schliessen des Zoran-Senders wurde ein Empfangsloch in den arabischen Staaten verursacht, und das ist der Grund, warum die Broadcast-Behörde einen Alternativplatz suche, der ohne Beeinträchtigung von Anwohnern arbeitet.“
---------- Übersetzung von Evi Gaigg: "Da wir in der Schweiz unsere Erfahrungen mit dem Kurzwellensender Schwarzenburg und mit dem Mittelwellensender Beromünster haben, der nur noch nostalgischen Charakter, jedoch gravierende Schäden für die Bevölkerung in Beromünster hat, hat mich der Artikel über den israelischen Sender Porat sehr interessiert und ich habe mir die Mühe genommen, den Originalartikel, bzw. die englische Übersetzung davon ins Deutsche zu übertragen. Mit freundlichen Grüssen Evi Gaigg Sekretariat Schweiz. Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener -------------- Nachricht erhalten von Herrn Rudolph, BI Omega
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