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Neue Studie: Hirnschäden und Krebs durch Handys möglich |
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Wissenschaftler aus Finnland haben bei menschlichen Zellen einen Effekt von Handy-Strahlung gefunden, der die Blut-Hirn-Schranke beeinträchtigen könnte. Die Strahlung, die von Mobiltelefonen ausgesendet wird, könnte Hirnschäden auslösen. Finnische Wissenschaftler haben menschliche Zellen im Laborexperiment auf mögliche Effekte untersucht. Sie fanden heraus, dass schon niedrig dosierte Handy-Strahlung ohne jede Erhitzung des Gewebes jene Zellen, die Blutgefäße auskleiden, schrumpfen lässt. Dadurch könnte die sogenannte Blut-Hirn-Schranke für gefährliche Substanzen oder Keime durchlässig werden. Die Blut-Hirn-Schranke schützt normalerweise das Gehirn vor zahlreichen Inhaltsstoffen des Blutstroms. Nur Sauerstoff und Nährstoffe werden durchgelassen. Diese Barriere ist essenziell für den Organismus, da das Gehirn selber keine Immunabwehr hat. Erreger, die trotzdem die Schranke überwinden, lösen oft entsprechend schwere Krankheiten aus. Außerdem könnte die Strahlung den programmierten Zelltod von geschädigten Zellen verhindern. Durch diesen Apoptose genannten Prozess schützt der Körper sich unter anderem vor der Entstehung von Tumoren. Handy-Strahlung könnte also möglicherweise auch die natürliche Krebs-Abwehr schwächen.
Effekte beim Menschen unklar Darius Leszcynski, Leiter des Forschungsteams bei der finnischen Behörde für Strahlen- und Kernkraft-Sicherheit, relativierte jedoch in einem Gespräch mit der BBC die unmittelbare Bedeutung seiner Ergebnisse. Die Tests an Zellkulturen erlaubten noch keine Rückschlüsse darauf, was tatsächlich im lebenden Menschen passiere, wenn er oder sie Handy-Strahlung ausgesetzt sei. Das Team wird seine Ergebnisse in der kommenden Woche auf einer Konferenz in Quebec vorstellen. Dort werden auch französische Forscher über eine Studie berichten, die ähnliche Effekte an der Blut-Hirn-Schranke bei lebenden Ratten nachgewiesen hat. «Es ist nicht klar, ob das auch bei Menschen passiert», so Leszcynski, aber es zeigten sich zumindest «einige biologische Effekte.» Studien an Menschen seien notwendig. Mit welchen Methoden das am besten zu bewerkstelligen ist, darüber wird derzeit nachgedacht. Es gebe jedoch nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft noch keinen Grund, vor Handys zu warnen oder die Standards zu verändern, so Leszcynski. (nz) Quelle: http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=984&item=194789
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Das vorgestellte Experiment halte ich auch für sehr
bedeutend, weil es wieder eindeutig die immer wieder geleugneten 'athermischen
Effekte' der Mobilfunkstrahlung auf biologische Systeme belegt.
Allerdings sollte man die Ergebnisse richtig bewerten und nicht der Versuchung erliegen, sie mit einer bildzeitungsartigen Überschrift zu versehen. Nur mit seriösen Argumenten macht man sich nicht angreifbar und kann eventuell einige weitere Menschen davon überzeugen, dass die eingesetzte Mobilfunktechnik fuer den Menschen (und andere Lebewesen) gefaehrlich ist. Daher vorweg einige Anmerkungen:
1. Zu den Endothelzellen Endothelzellen kleiden z.B. die Innenwände
von Blutgefässen, der Herzkammern und der Lymphgefässe aus. 2. Zu den Zellkulturen Diese Untersuchung wurde an Zellkulturen
gemacht, die von solchen Endothelzellen stammen, nicht am lebenden
Organismus. An Zellkulturen wird Grundlagenforschung betrieben. Wie weit
die Ergebnisse auf Zellen im natürlichen Gewebeverband übertragbar sind,
muss generell geprüft werden. 3. Zur 'Apoptose' Ein Ergebnis des Versuches ist, dass die
'Apoptose' (= die Selbstzerstörung der Zellen) verhindert wird. Der 'zelluläre Selbstmord' ist für den
Gesamtorganismus überlebenswichtig, es müssen Zellen eliminiert werden,
die ihre Funktion erfüllt haben oder eine potentielle Gefährdung für
den Gesamtorganismus darstellen. Bei Krebssellen ist diese natürliche
Selbstzerstörung unterbrochen, sie wachsen ständig weiter, teilen sich
und bilden dann die Tumore. Durch die Einwirkung der
Mobilfunkstrahlung wird die Selbstzerstörung der untersuchten
Endothelzellen verhindert. Die Autoren schliessen nun daraus, dass
andererseits eine Krebsentstehung gefördert werden könnte. Ich kenne jetzt nur die englische
Zusammenfassung der Versuchsergebnisse und habe einen Teil davon übersetzt.
Sie sehen im Originaltext, dass sehr viele Konjunktive (könnte, müsste,
söllte ...) von den Wissenschaftlern benutzt werden. Wissenschaftler
formulieren halt sehr vorsichtig. Dennoch liegt die Vermutung nahe, dass
die Wissenschaftler mit Ihrer Hypothese Recht haben könnten. 4. Zur Blut-Hirn-Schranke: Im Text wird von der 'Proteinphosphorylierung'
gesprochen. Vereinfacht gesagt bedeutet das
folgendes: In den Membranen der Zellen befinden
sich Proteine (Eiweisskörperchen), die dort Poren bilden. Wenn diese
Poren nun phosphoryliert (= aktiviert) werden, heisst das einfach, dass
die Zelle durchlässiger für Stoffe wird, die hinduch transportiert
werden können. Die Poren werden geöffnet. Geschieht das z.B. an den vielen (Endothel)-Zellen
der so genannten 'Blut-Hirn-Schranke', dann können Giftstoffe aus dem
Blutkreislauf leichter in das Gehirn eindringen und dort die Nervenzellen
zerstören. Es werden also genau die Poren in der Membran der Zellen geöffnet,
die das Gehirn vor diesen Giftstoffen schützen soll (eben die
Blut-Hirn-Schranke). 5. Zu den Hitze-Schock-Proteinen
(hsp27) Ein weiteres Ergebnis des Versuchs war,
dass die Bildung von hsp27-Proteinen angeregt wird. Die Bildung dieser Hitze-Schock-Proteine
wird immer durch zellulären Stress ausgelöst, in diesem Fall - wie
eindeutig nachgewiesen - durch die Mobilfunkstrahlung. Sie ermöglichen
den Zellen sich von den Stressreaktionen zu erholen und diese zu überstehen.
Wie das genau passiert ist noch nicht bekannt. Man findet hsp27-Proteine aber häufig
auch in Krebszellen, so dass sie heute als 'Tumormarker' z.B. für
Brustkrebs und andere Tumoren benutzt werden können. 6. Meine Meinung Sicher sind auch noch andere
Regulationsvorgänge in der Zelle gestört, auf die die Wissenschaftler
(in ihrer Vorsicht) gar nicht eingehen. Die hier auch betroffenen so genannten 'MAP-Kinase
(MAPK)-Kaskaden' spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation der
Zellentstehung, der Differenzierung, dem Zelltod und auch bei der
Immunregulation. Sie werden durch extrazellulären Stress, wie in diesem
Fall z.B. durch die Mobilfunkstrahlung, angeregt und ausgelöst. Die Funktion dieser Kaskaden wurde in
den letzten Jahren intensiv untersucht, insbesondere unter Verwendung des
auch hier eingesetzten spezifischen Hemmstoffs SB203580. Nach meiner Meinung sind hier noch viel
weiterreichende Fehlfunktionen der Zellen zu erwarten, die durch
extrazellulären Stress, wie die Mobilfunkstrahlung, ausgelöst werden könnten. Reinhard Rückemann Übersetzung: Nicht-thermische Aktivierung des
hsp27/p38MAPK Stress-Stoffwechselwegs durch Mobilfunkstrahlung in
menschlichen endothelialen Zellen: Molekularer Mechanismus von Wirkungen,
die sich auf Krebs und die Blut-Hirn-Schranke beziehen. Wir haben untersucht, ob eine
Stressreaktion ausgelöst werden kann, wenn man [in einer Zellkultur]
menschliche Endothelzellen der Zelllinie EA.hy926 nicht-thermischer
Mikrowellenstrahlung von GSM-Mobiltelefonen mit der Frequenz 900 MHz
aussetzt. [...] Änderungen im Gesamtmuster der
Proteinphosphorylierung deuten darauf hin, dass die Strahlung von
Mobiltelefonen unterschiedliche zelluläre Signalübertragungswege
aktiviert, darunter der hsp27/p38MAPK Stoffwechselweg der Stressreaktion. Basierend auf den bekannten Funktionen
von hsp27 stellen wir die Hypothese auf, dass die durch Mobilfunkstrahlung
ausgelöste Aktivierung von hsp27 1. eine Entwicklung von Gehirntumoren
ermöglichen könnte, indem es den cytochrome c/caspase-3 Apoptoseweg
hemmt. (Apoptose = Selbstzerstörung der Zelle, programmierter Zelltod) 2. eine Erhöhung der Durchlässigkeit
der Blut-Hirn-Schranke durch die Stabilisierung der
Stress-Stoffwechselwege der endothelialen Zellen auslösen könnte. Wir sind der Ansicht, dass diese
Ereignisse, wenn sie wiederholt über einen großen Zeitraum erfolgen,
wegen der möglichen Häufung der Schäden an der Hirnhaut zu einer
Gesundheitsgefahr werden könnten. Weiter besagt unsere Hypothese, dass
weitere hirnschädigende Faktoren an den Effekten, die durch
Mobilfunkstrahlung verursacht werden, beteiligt sein könnten. Quelle: D. Lesczynski ( ) · S. Jönväärä*
· J. Reivinen · R. Kuokka Non-thermal
activation of the hsp27/p38MAPK stress pathway by mobile phone radiation
in human endothelial cells: Molecular mechanism for cancer- and
blood-brain barrier-related effects Differentiation,
Volume 70, Issü 2-3, Page 120, May 2002
Originaltext: We have examined whether non-thermal exposures of cultures of the human endothelial cell line EA.hy926 to 900 MHz GSM mobile phone microwave radiation could activate stress response. [...] Changes in the overall pattern of protein phosphorylation suggest that mobile phone radiation activates a variety of cellular signal transduction pathways, among them the hsp27/p38MAPK stress response pathway. Based on the known functions of hsp27, we put forward the hypothesis that mobile phone radiation-induced activation of hsp27 may (i) facilitate the development of brain cancer by inhibiting the cytochrome c/caspase-3 apoptotic pathway and (ii) cause an increase in blood-brain barrier permeability through stabilization of endothelial cell stress fibers. We postulate that these events, when occurring repeatedly over a long period of time, might become a health hazard because of the possible accumulation of brain tissue damage. Furthermore, our hypothesis suggests that other brain damaging factors may co-participate in mobile phone radiation-induced effects.
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Einfluss von Handystrahlung auf das Gehirn |
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Dezember 2002 Forscher der Universitaet Zuerich untersuchten den Einfluss von Handystrahlung auf das Gehirn. Unter dem Titel: 'Elektromagnetische Felder, wie die von Mobiltelefonen, verändern regional den Blutdurchfluss im Gehirn und das EEG im Wach- und Schlafzustand.' veroeffentlichten Sie Ihre Ergebnisse in der Dezember 2002-Ausgabe der Fachzeitschrift 'Sleep Research'. Im Experiment wurde der Kopf einseitig fuer 30 Minuten mit einem pulsmodulierten elektromagnetischen Feld von 900 Hz, wie es auch von Handys ausgesendet wird, bestrahlt. Die Versuchergebnisse zeigen zum ersten Mal, dass pulsmodulierte elektromagnetische Felder bei wachen Menschen den Blutdurchfluss in bestimmten Regionen des Gehirns veraendern. Das Elektroenzephalogramm (EEG), mit dem die Hirnstroenme gemessen werden, wurde sowohl bei wachen als auch bei schlafenden Menschen veraendert, waehrend ungepulste Strahlung diese Wirkung nicht zeigte.
Zusammenfassung: Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf Schlaf, Schlaf-EEG und Blutfluss im Gehirn Bisher lagen keine eindeutigen Befunde vor, dass der Gebrauch von Mobiltelefonen das Gehirn beeinflusst. Um diese Frage abzuklären wurden in der Abteilung Psychopharmakologie und Schlafforschung des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit IT'IS experimentelle Schlafuntersuchungen, sowie am PET- Zentrum des UniversitätsSpitals eine PET-Studie durchgeführt. 1. Studie: Intermittierende Exposition während des Schlafs In einer ersten Studie wurden 24 Versuchspersonen nachts, d.h. während des Schlafs, intermittierend (15 Min. ein / 15 Min. aus) elektromagnetischen Feldern bei Mobilfunkfrequenzen ausgesetzt. Es wurden Feldstärken verwendet, welche in ihrer Wirkung dem halben Grenzwert für lokale Exposition entsprachen. Im Vergleich zu einer Kontrollnacht ohne Exposition wurden die folgenden Effekte beobachtet: 1. Die Hirnstromwellen (Schlaf-EEG) waren in einem bestimmten Frequenzbereich (7 - 14 Hz) verändert. Diese EEG-Veränderungen traten rasch in Erscheinung und bildeten sich im Laufe der Nacht vollständig zurück. 2. Die Dauer der kurzen nächtlichen Wachepisoden nach dem Einschlafen war reduziert.
2. Studie: Einseitige Exposition vor dem Schlaf Die beschriebenen Befunde veranlassten uns, eine weitere Studie durchzuführen. Dabei wurden 16 Versuchspersonen vor dem Schlafengehen während 30 Minuten elektromagnetischen Feldern bei Mobilfunkfrequenzen ausgesetzt. Das Schlaf-EEG war wiederum im gleichen Frequenzbereich (9 - 14 Hz) verändert und die Veränderung bildete sich im Verlauf des Schlafes zurück. Die Schlafdauer war nicht verändert.
3. Studie: Einseitige Exposition mit pulsmodulierten und kontinuierlichen Feldern Wir untersuchten, ob die Pulsmodulation wichtig ist, um das EEG zu beeinflussen. Pulsmodulierte elektromagnetische Felder veränderten das Wach-EEG vor dem Einschlafen und Schlaf-EEG in bestimmten Frequenzbereichen. Das Wach-EEG war im Alpha- Bereich und das Schlaf-EEG im Bereich der Schlafspindeln (12 - 14 Hz) verändert. Der Effekt war in der zweiten Nachthälfte am deutlichsten. Schlafdauer und Schlafstadien waren nicht verändert. Kontinuierliche Hochfrequenzfelder hatten keinen Effekt. Die Resultate zeigen erstmalig, dass die Pulsmodulation der elektromagnetischen Felder notwendig ist, um das Wach- und Schlaf EEG zu verändern.
4. Studie: Exposition im Wachzustand: Positron-Emissions-Tomographie (PET) Studie Wir stellten uns auch die Frage, ob elektromagnetische Felder den regionalen zerebralen Blutfluss verändern. PET Untersuchungen zeigten nach 30-minütiger Exposition mit pulsmodulierten Feldern eine Zunahme des regionalen zerebralen Blutflusses im dorsolateralen präfrontalen Kortex der exponierten Hemisphäre.
Fazit Die Resultate zeigen, dass Hirnfunktionen, die sich in den Hirnströmen und im regionalen zerebralen Blutfluss wiederspiegeln, durch elektromagnetische Hochfrequenzfelder beeinflusst werden können. Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf die Hirnströme wurden in allen drei Studien die ähnliche, jedoch unterschiedliche Feldbedingungen untersuchten, beobachtet: Exposition vor dem Schlafen vs. Exposition während des Schlafs; einseitige Exposition vs. Exposition des ganzen Kopfes; Exposition mit verschiedenen Modulationsarten. Die hier erhobenen Befunde erlauben keinerlei Aussagen über ein mögliches Gesundheitsrisiko von Mobilfunktelefonen. Zukünftige Studien, in denen die Modulationscharakteristiken der Felder verändert werden, sollen helfen, die den Veränderungen zugrunde liegenden Modulationsfrequenzen zu identifizieren. Weitere Studien sollten auch eine Dosis-Wirkungsbeziehung etablieren, indem die spezifische Absorptionsrate systematisch verändert wird. In all unseren Studien war sie konstant bei 1 W/kg. http://www.unizh.ch/phar/sleep/handy/zusammenfassung.htm
Weitere ausfuehrliche Quellen: http://www.unizh.ch/phar/sleep/handy/index.htm http://www.unipublic.unizh.ch/magazin/gesundheit/2002/0700/ http://www.lifescience-zurich.ch/current/news_detail.asp?id=73&lc=de http://www.unipublic.unizh.ch/magazin/gesundheit/2002/0700/handy-schlaf.pdf
Fragen und Antworten In welchem Ausmass wurden der Schlaf und die Hirnströme beeinflusst? In den drei Studien war die Intensität der Hirnstromwellen (Schlaf-EEG) in einem bestimmten Frequenzbereich (7 - 14 Hz oder 12 - 13.5 Hz) erhöht. Die maximale Erhöhung betrug 15 - 20 %. Bei Exposition während dem Schlaf wurde die Dauer der kurzen nächtlichen Wachepisoden nach dem Einschlafen von 18 auf 12 Minuten reduziert. Dieser Effekt wurde nach Exposition vor dem Schlafengehen nicht beobachtet. Andere Schlafgrössen wie z.B. Einschlafzeit und Schlafeffizienz waren in den Studien unverändert.
War die Exposition mit einem Gesundheitsrisiko verbunden? Nein. Die Expositonsstärke lag unter 1 W/kg (Internationaler Grenzwert 2 W/kg für die Normalbevölkerung). Dies ist nach heutigen Erkenntnissen nicht mit Gesundheitsrisiken verbunden. Die Studien wurden vom zuständigen Ethischen Komitee geprüft und gutgeheissen.
Wie vergleicht sich die Exposition mit jener eines Handys? Die Hochfrequenzenergie entspricht der maximalen Exposition durch ein Handy. Studie 1: Exposition während dem Schlaf: Beim Handy ist die Exposition lokalisierter. Die verwendete Expositionseinrichtung war so gewählt, dass die elektromagnetischen Felder von oben auf den Kopf einwirken und nicht lokal seitlich wie beim Handy. Dadurch wurden die Versuchspersonen in ihrer Schlafposition nicht gestört und eine gleichmässige Exposition war gewährleistet. Die Exposition erfolgte während der ganzen Nacht intermittierend. Ein Effekt auf Hirnstromwellen war bereits nach 15 Minuten erkennbar. Die Pulsmodulation des Feldes entsprach derjenigen von Basisstationen. Studie 2: Exposition vor dem Schlafen: Die Situation entspricht in etwa dem Telefonieren mit einem Handy. Die Pulsmodulation des Feldes entsprach derjenigen von Basisstationen. Studie 3: Exposition vor dem Schlafen: Die Situation entspricht ungefähr dem Telefonieren mit einem Handy und die Pulsmodulation des Feldes demjenigen eines Handys.
Wie vergleicht sich die Exposition mit elektromagnetischen Feldern, denen die Bevölkerung in der Nähe von Basisstationen ausgesetzt ist? Die Bevölkerung ist wesentlich kleineren Feldstärken ausgesetzt (kleiner als 4 V/m gegenüber 100 V/m im Experiment).
Wie wurden die Versuchspersonen ausgewählt? Junge gute Schläfer wurden über Aushang an der Uni und ETH rekrutiert. Mit Fragebogen wurden ihre Schlafgewohnheiten abgeklärt. Personen, die in Frage kamen, wurden in einer Abklärungsnacht getestet, um Schlafstörungen auszuschliessen.
Genügen 24 resp. 16 Personen, um relevante Aussagen in einem solchen Experiment zu machen? Ja.
Sind die Ergebnisse auf andere Personen (oder Gruppen) übertragbar? Im Prinzip ja.
Kann aus den Befunden auf ein Gesundheitsrisiko geschlossen werden? Die Befunde erlauben keine diesbezüglichen Aussagen.
Haben die Versuchspersonen etwas von der Bestrahlung gemerkt? Nein. Elektromagnetische Felder mit einer Frequenz von 900 MHz sind für den Menschen nicht wahrnehmbar. Weder Versuchspersonen noch Versuchsleitung wussten wann die Felder eingeschaltet waren (Doppelblindversuch). Die Probanden hatten aber nach dem Aufwachen subjektiv wahrgenommen, dass sie in der Expositionsnacht weniger lang wach waren als in der Kontrollnacht (Studie 1).
Gibt es Vermutungen über den Wirkungsmechanismus? Der Wirkungsmechanismus ist nicht bekannt. Ein thermischer Effekt (Erwärmung in Folge der Strahlung) kann ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse von Studie 3 deuten darauf hin, dass die Pulsmodulation des Feldes für den Effekt verantwortlich ist. Da nach einseitiger Exposition vor dem Schlafengehen kein asymmetrischer Effekt auftrat, wird vermutet, dass subkortikale Strukturen mitbeteiligt sind.
Sind die festgestellten Veränderungen der Wachzeit nach Schlafbeginn (Studie 1) von praktischer Bedeutung? Im jetzigen Zeitpunkt nicht. Die Reduktion der Wachzeit ist relativ klein, wurde aber subjektiv von den Probanden wahrgenommen. Weitere Untersuchungen werden zeigen müssen, ob bei anderen Personengruppen (z.B. Schlafgestörten) stärkere Effekte auftreten. Exposition vor dem Schlafen hat die Wachzeit nach Schlafbeginn nicht verändert.
Wie vergleichen sich die vorliegenden Resultate mit früheren Schlafstudien? Die Schlafexperimente der Universität Mainz zeigten widersprüchliche Resultate. In der 1. Studie schliefen die Pobanden unter Feldbedingungen schneller ein und die Menge REM Schlaf war reduziert [22]. Zudem war das REM Schlaf EEG verändert. Die Ergebnisse konnten in einer 2. Studie unter leicht andern Feldbedingungen nicht repliziert werden [34]. In den vorliegenden Studien war weder die Schlaflatenz noch der REM Schlaf verändert. Eine Auswirkung der Strahlung auf das Schlaf EEG konnte zweimal repliziert werden.
Wie wurde der Blutfluss im Gehirn beeinflusst? Der regionale zerebrale Blutfluss war in der exponierten Hirnhälfte erhöht. Die Erhöhung dauerte während mehr als einer halben Stunde an.
Was bedeuten diese Blutflussveränderungen? Die Veränderungen traten im dorsolateralen präfrontalen Kortex auf und könnten auf eine Beeinflussung des Arbeitsgedächtnisses hinweisen. Frühere Studien zeigten, dass kognitive Funktionen durch elektromagnetische Felder beinflusst werden können [16,17,19,27].
Was muss jetzt aufgrund dieser Resultate unternommen werden? Weitere Forschungsarbeiten sind erforderlich, um die physiologischen Mechanismen und kritischen physikalischen Parameter (z.B. Modulation, Frequenz) noch genauer zu untersuchen. Quelle: http://www.unizh.ch/phar/sleep/handy/faq.htm ------------------- Originaltext des Abstracts: Electromagnetic fields, such as those from mobile phones, alter regional cerebral blood flow and sleep and waking EEG. Huber R, Treyer V, Borbely AA, Schuderer J, Gottselig JM, Landolt HP, Werth E, Berthold T, Kuster N, Buck A, Achermann P. Institute of Pharmacology and Toxicology, University of Zurich, Zurich, Switzerland, PET Center, Division of Nuclear Medicine, University Hospital, Zurich, Switzerland and Foundation for Research on Information Technologies in Society (IT'IS), Zurich, Switzerland.
Usage of mobile phones is rapidly increasing, but there is limited data on the possible effects of electromagnetic field (EMF) exposure on brain physiology. We investigated the effect of EMF vs. sham control exposure on waking regional cerebral blood flow (rCBF) and on waking and sleep electroencephalogram (EEG) in humans. In Experiment 1, positron emission tomography (PET) scans were taken after unilateral head exposure to 30-min pulse-modulated 900 MHz electromagnetic field (pm-EMF). In Experiment 2, night-time sleep was polysomnographically recorded after EMF exposure. Pulse-modulated EMF exposure increased relative rCBF in the dorsolateral prefrontal cortex ipsilateral to exposure. Also, pm-EMF exposure enhanced EEG power in the alpha frequency range prior to sleep onset and in the spindle frequency range during stage 2 sleep. Exposure to EMF without pulse modulation did not enhance power in the waking or sleep EEG. We previously observed EMF effects on the sleep EEG (A. A. Borbely, R. Huber, T. Graf, B. Fuchs, E. Gallmann and P. Achermann. Neurosci. Lett., 1999, 275: 207-210; R. Huber, T. Graf, K. A. Cote, L. Wittmann, E. Gallmann, D. Matter, J. Schuderer, N. Kuster, A. A. Borbely, and P. Achermann. Neuroreport, 2000, 11: 3321-3325), but the basis for these effects was unknown. The present results show for the first time that (1) pm-EMF alters waking rCBF and (2) pulse modulation of EMF is necessary to induce waking and sleep EEG changes. Pulse-modulated EMF exposure may provide a new, non-invasive method for modifying brain function for experimental, diagnostic and therapeutic purposes. Quelle: J Sleep Res 2002 Dec; 11(4): 289-295 --------------------------------------------
Weitere Arbeiten der Autoren: Reto Huber, Thomas Graf, Kimberly A. Cote, Lutz Wittmann, Eva Gallmann, Daniel Matter, Jürgen Schuderer, Niels Kuster, Alexander A. Borbély and Peter Achermann, Exposure to pulsed high-frequency electromagnetic field during waking affects human sleep EEG, NeuroReport 11, 15, pp. 3321-3325, 2000. Jürgen Schuderer and Niels Kuster, The Effect of the Meniscus at the Solid-Liquid Interface on the SAR Distribution in Petri Dishes and Flasks, Millenium Workshop on Biological Effects of Electromagnetic Fields, Heraklion, Kreta, Greece, pp. 203-207, 2000. Jürgen Schuderer, Rainer Mertens, Walter Oesch, Urs Frauenknecht and Niels Kuster, Flexible and Efficient In Vitro Exposure Setup for Risk Assessment Studies at 1800 MHz enabling any Modulation Scheme from Sub-Hz up to 15MHz and Double Blind Protocols, 23rd Annual Meeting of Bioelectromagnetics Society, St. Paul, Minnesota, USA, p. 26, 2001. Jürgen Schuderer and Niels Kuster, The Effect of the Meniscus at the Solid/Liquid Interface on the SAR Distribution in Petri Dishes and Flasks, Biolelectromagnetics, in publication. Reto Huber, Jürgen Schuderer, Thomas Graf, Kathrin Jütz, Alexander A. Borbély, Niels Kuster and Peter Achermann, Effects of two different SAR Distributions (GSM-like Signal) on Sleep, Sleep Electroencephalogram and Heart Rate, Bioelectromagnetics, submitted. Jaroslaw Czyz, Kaomei Guan, Qinghua Zeng, Armin Meister, Frank Schönborn, Jürgen Schuderer, Niels Kuster and Anna M. Wobus, High Frequency (1.71 GHz) Electromagnetic Fields affect hsp70 Transcript Levels in p53-deficient Embryonic Stem Cells, Cancer Research, resubmitted. Jürgen Schuderer, Walter Oesch and Niels Kuster, In Vitro Exposure Setup for ELF Magnetic Fields enabling Flexible Signal Schemes and Double Blind Protocols, 24th Annual Meeting of the Bioelectromagnetics Society, June, Quebec, Canada, pp. 105-106, 2002. Jürgen Schuderer, Reto Huber, Alexander A. Borbély, Thomas Graf, Niels Kuster and Peter Achermann, Effects of Electromagnetic Fields with Two Different SAR Distributions on the Human Sleep EEG and Heart Rate, The Bioelectromagnetics Society, June, Quebec, Canada, pp. 261-262, 2002.
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