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  Mit Sand vor Strahlen schützen 
 

Müttersorgen wegen Elektrosmog brachten zwei Schwalmtaler auf ihr Thema für "Schüler experimentieren". Sie durften jetzt das IMST in Kamp-Lintfort besuchen.

KAMP-LINTFORT. Entgegen der bei jungen Menschen verbreiteten Meinung haben besorgte Mütter durchaus positive Effekte. Sie können zum Beispiel ein Projektthema für die Aktion "Schüler experimentieren" liefern. 

Für die nicht ganz Eingeweihten: "Schüex" ist die "Jugend forscht"-Kategorie, in der junge Leute bis 15 Jahre starten. Dominik Kursawa (12) und Christian Wefers (13) widmeten sich erfolgreich dem Thema: 

"Mit welchen Materialien lässt sich Handystrahlung abschirmen?"

So erfolgreich, dass die zwei Schwalmtaler immerhin den Regionalwettbewerb gewonnen haben und sich damit für den Landeswettbewerb qualifizierten. Das war harte Arbeit, - "da geht schon ein Monat für drauf" - aber die Gymnasiasten sind alte Hasen: "Seit der 5. Klasse waren wir immer dabei."

"Die Jurymitglieder sind harmlose Zuschauer"

Dabei ist auch der Biologie- und Geographie-Lehrer Lambert Jansen, der die beiden hauptsächlich betreut hat. Er findet: "Es ist natürlich schön, wenn Schüler Preise mit nach Hause bringen. Wichtiger ist allerdings, dass sie mal vor Publikum etwas darstellen müssen. Und da ist die Jury der harmlosere Teil - die Besucher haben wirklich überraschende Fragen auf Lager." Nicht ohne Stolz berichtet der Lehrer: "Bei uns am St. Wolfhelm-Gymnasium ist das ganze Jugend-forscht-Projekt eigentlich schon ein Selbstläufer geworden."

Dr. Dirk Heberling von der IMST GmbH (Information Mobile and Satellite Communication Technics), der die Jungs nach Kamp-Lintfort eingeladen hatte, wird sogar ein bisschen neidisch: "Das war immer mein Jugendtraum."

Was haben Dominik und Christian eigentlich herausgefunden? "Wir haben Blei, Kupfer, Edelstahl und andere Metalle getestet. Die Abschirmung war nicht so besonders, vor allem im elektrischen Bereich. 

Irgendwie kam uns die Idee mit Glas. Glas schirmt nach unseren Messergebnissen deutlich besser ab", erklären die Jungforscher. Und: "Glas besteht aus Quarzsand. Den gibt´s im Baumarkt. Leider gab´s da nur 20 kg Säcke. Wir haben also Vogelsand genommen und gesiebt. Der Sand wird auf einen Klebestreifen geklebt und in Plastikfolie verpackt. Diese Abschirmung brachte ähnlich gute Ergebnisse wie Glas."

Und wie misst man elektromagnetische Strahlung, ohne sich in Unkosten zu stürzen? Betreuungslehrer Lambert Jansen reaktivierte seine Kontakte zu einem ehemaligen "JuFo". Der war sofort bereit zu helfen und lieh den eifrigen Schülern ein Messgerät. Gemessen im Freien, denn in Gebäuden gibt es zu viele Störungsquellen, zum Beispiel Fernseher.

Das überraschendste Ergebnis: "Bei dem Handy, das wir gemessen haben, war mehr Strahlung im Bereich des Mikrophons als an der Antenne." Dr. Dirk Heberling bestätigt: "Das ist etwas, was die wenigsten Leute wissen. Aber es ist richtig."

"Die Strahlen lösen sich trotz Abschirmung nicht in Luft auf", wissen Dominik und Christian, "Aber immerhin: Es strahlt weniger zum Körper."

Ab jetzt heißt es Daumen drücken für den Landeswettbewerb NRW. Vielleicht lassen sich die Ergebnisse der Jungforscher ja auch bald in der Praxis umsetzen.

 

 

Quelle:  NRZ online vom 26. 3. 2002
  

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 Strom bekämpft Saft-Schimmel 

Die "Allgemeine Zeitung" aus Mainz vom 23. 2. 2002 berichtet heute:

Jungforscher kommen zu erstaunlichen Erkenntnissen / Regionalentscheid

Den Dingen auf den Grund gingen auch in diesem Jahr zahlreiche Nachwuchstalente bei „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“. Beim Regionalwettbewerb Rheinhessen in Mainz bewiesen 86 Jungforscher Kreativität und Initiative.

Die Schimmelallergie ihrer kleinen Schwester machte sie zur Forscherin im Fachgebiet Physik. Die Inga-Marina Walper (12) hat zusammen mit Freundin Alina Dolezilek (11) Schimmelbefall von Fruchtsäften untersucht. Warum schimmeln Säfte in unterschiedlichen Umgebungen mal mehr und mal weniger, fragten sich die Schülerinnen des Rabanus-Maurus-Gymnasiums.

Nichts lag ihnen näher als in der heutigen Zeit die Ursachen beim Elektrosmog zu suchen. Mit Hilfe eines Wechselstromtransformators erzeugten die zwei Sechstklässlerinnen in einer Spule ein Magnet- beziehungsweise Stromfeld, in das sie Reagenzgläser mit Säften stellten. Ob Orangen-, Tomaten- oder Apfelsaft, jeweils 14 Tage lang beobachteten die Mädchen das Schimmelverhalten der Flüssigkeiten und verglichen es mit Säften außerhalb des Stromfeldes.

Das Ergebnis, dass sie beim Regionalwettbewerb Rheinhessen von „Schüler experimentieren“ den Juroren in der Johannes Gutenberg-Universität präsentierten, dürfte nicht nur jede Hausfrau überraschen. Säfte in einem Stromfeld schimmeln langsamer als außerhalb eines solchen.

[...]

Den Einfallsreichtum aller Beteiligten an den insgesamt 47 Arbeiten lobte bei der Siegerehrung Dr. Udo Ungeheuer, Vorstandsmitglied der Firma Schott Glas, die als Patenunternehmen die Regionalwettbewerbe in Mainz ausrichtet. Die Erstplatzierten aller Fachgebiete haben sich für den Landeswettbewerb qualifiziert.

 

Quelle: "Allgemeine Zeitung" aus Mainz vom 23. 2. 2002


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