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Salford-Studie

 

 Salford-Studie: Hirnschäden bei Ratten durch Handystrahlung  
 

 

Die 'Sueddeutsche Zeitung' berichtete am 2. 3. 2003:

Dunkle Zeiten für Nervenzellen

Handys schädigen Rattenhirne, Folgen für Menschen unklar

Manch einer der mehr als 600 Millionen Handybesitzer in Europa wird sich am Telefon in Zukunft vielleicht kürzer fassen. Denn eine nun veröffentlichte Studie von schwedischen Wissenschaftlern der Universität Lund scheint die Befürchtungen mancher Mobilfunkkunden um ihre Gesundheit zum Teil zu bestätigen:

Die Forscher wiesen erstmals Schäden an Nervenzellen im Gehirn von Ratten nach, die sie mit Mikrowellenpulsen eines Handys bestrahlt hatten.

24 Versuchstiere wurden zwei Stunden lang verschiedenen Strahlungsstärken ausgesetzt: 10, 100 und 1000 Milliwatt. Typisch für ein Telefonat mit einem handelsüblichen Handy sind circa 600 Milliwatt. 50 Tage nach der Bestrahlung untersuchten die Forscher die Gehirne der Nager.

Ihre Untersuchungsergebnisse bestätigten zunächst frühere Resultate. Demnach machen Handys die Blut-Hirn-Schranke zwischen Kreislauf und Nervensystem durchlässiger für größere Moleküle – zum Beispiel für Eiweiße, die sich im Nervengewebe ablagern.

Zudem beobachteten die Forscher ein bis dahin unbekanntes Phänomen: Im Gehirn einiger Ratten fanden sie zahlreiche „dunkle Nervenzellen“, geschrumpfte, funktionsuntüchtige Neuronen. Sie traten bei den Tieren auf, deren Gehirne mit 100Milliwatt und mehr bestrahlt wurden. Die Zahl der abgestorbenen Zellen stieg mit der Bestrahlungsleistung.

Inwieweit die Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind, ist indes unklar. „Dunkle Neuronen“ findet man auch bei Menschen. Vor allem im Alter und bei Alzheimerkranken, aber auch bei gesunden, jüngeren Menschen kommen sie vor. Die schwedischen Forscher haben das Alter der Ratten jedoch so gewählt, dass es dem menschlicher Teenager entsprechen soll. Deshalb raten sie Kindern und Jugendlichen vorsichtshalber von exzessiven mobilen Gesprächen ab.

Dieser Aussage schließt sich auch Helmut Franke, Projektleiter einer Arbeitsgruppe „Elektrosmog“ der Universität Münster an – wenngleich mit einer anderen Begründung:

„Solange man nicht sicher sein kann, ob Handys Gesundheitsschäden verursachen, sollten vor allem Kinder nicht zu viel damit telefonieren.“

Die Stichhaltigkeit der schwedischen Studie zieht er allerdings in Zweifel. Die Zahl der untersuchten Ratten sei seiner Meinung nach zu klein. Außerdem sei die Entstehung dunkler Nervenzellen zu wenig erforscht, als dass man sie bei so einer kleinen Gruppe allein auf den Einfluss der Handys zurückführen könne. Auch berge die lange Wartezeit zwischen Bestrahlung und Untersuchung des Gehirns bei den eingesperrten und daher gestressten Ratten zu viele Unwägbarkeiten für definitive Aussagen.

Franke selbst forscht an Zellkulturmodellen. Er ist der Meinung, dass dabei viele Faktoren wegfallen, die bei lebenden Tieren schwer einzuschätzen sind.

Zumindest mit diesem Modell konnten die Münsteraner bisher keine Hinweise auf Schäden durch Handystrahlung bestätigen. Franke selbst hat dennoch kein Handy. „Aber nicht aus Angst um die Gesundheit, sondern weil ich es nicht brauche“, versichert er.

 

Kurze Zusammenfassung in deutscher Sprache:

Leif G. Salford und sein Team haben schon früher bewiesen, daß schwache, gepulste Mikrowellenstrahlung signifikante Öffnungen der Blut-Hirn-Schranke (BHS) verursacht.

Dadurch können Albumin und andere, kleinere Moleküle (einschließlich giftige) ins Gehirn eindringen. Die Blut-Hirn-Schranke ist eine das Hirn schützende Zellschicht. Albumin ist ein körpereigenes Eiweiß, das normalerweise nicht ins Hirn gelangt.

In dieser Studie wurde untersucht, ob die krankhafte Undichtigkeit der Blut-Hirn-Schranke mit einer Schädigung der Hirnzellen, den sogenannten Neuronen, verbunden ist.

Drei Gruppen von je 8 Ratten wurden mittels einem Handy (GSM-Standard) mit jeweils unterschiedlicher Leistung 2 Stunden konstant bestrahlt.

Eine Kontrollgruppe von 8 Ratten durchlief die gleiche Prozedur, jedoch bei ausgeschaltetem Handy. Die Tiere wurden danach noch ca. 50 Tage am Leben gelassen und ihr Verhalten beobachtet. Dann wurden die Tiere betäubt, getötet und die Gehirne für die Untersuchungen präpariert.

 

Die wichtigsten Ergebnisse der Salford-Studie vom 29. 01. 2003:

  • Die Handy-Strahlung ist die Ursache der gefundenen Neuronenschäden (Hirnzellenschäden).

  • Die Beweissicherheit liegt über 99,8%. Ein systematischer Fehler kann ausgeschlossen werden.

  • Die Öffnung der BHS ist schon bei zweistündiger Bestrahlung mit SAR = 2 mW/kg signifikant.

  • Die Öffnung der BHS ist noch 50 Tage nach nur einer zweistündigen Bestrahlung nachweisbar.

  • Geschädigte, krankhafte Hirnzellen sind signifikant nachweisbar - sowohl in den von Albumin durchdrungenen Hirnbereichen, als auch in den von Albumin freien Hirnbereichen.

  • Die Studie zeigt einen eindeutig steigenden Dosis-Wirkungs-Zusammenhang (Bild 3).

  • Trotz der gefundenen Hirnschäden waren keine Verhaltensstörungen bei den Ratten auffällig.*

 

* persönliche Mitteilung Prof. Salford

Übersetzung von Dr. Volker Schorpp


 

 


Bild 1
zeigt zwei zentrale Querschnitte der Gehirne nach dem Auftragen von Albumin-Antikörpern. 

Bild 1a: Der Hirnquerschnitt einer unbestrahlten Kontrollratte, mit bräunlich erscheinender Albumin-Verfärbung im Hypothalamus (unterer, mittiger Teil), ein normales Merkmal, was auch zur Methodenkontrolle dient. In der linken unteren Ecke ist ein brauner Fleck zu sehen (Pfeil), eine hin und wieder auftretende Albumin-Undichtigkeit der Blut-Hirn-Schranke eines unbestrahlten Gehirns. 

Bild 1b: Der Hirnquerschnitt einer bestrahlten Ratte Die Blut-Hirn-Schranke (BHS) ist an vielen Stellen für Albumin geöffnet. Die Stellen erscheinen als kleine, kreisförmige, bräunliche Bereiche. Hier dringt 50 Tage nach einmaliger, zweistündiger Bestrahlung Albumin ins Gehirn. 

 

Hier können Sie die ganze deutsche Zusammenfassung mit den entsprechenden Bildern laden:

www.risiko-elektrosmog.de/Forschung/Studien/salford2003_d.pdf

Hier ist das Original der Studie in englischer Sprache:

http://www.elektrosmognews.de/salfordjan2003.pdf

 

Zitate von Prof. Salford:

"Diese Befunde sind gut auf den Menschen übertragbar. Sie haben die gleiche Blut-Hirn-Schranke und die gleichen Neuronen. (Salford gegenüber BBC News Online).

"Es gibt gute Gründe dafür, anzunehmen, dass das, was im Rattenhirn passiert, auch im menschlichen Gehirn passiert."

So bestehe auch die Möglichkeit, dass die Strahlung der Mobiltelefone bei einigen Menschen die Alzheimersche Krankheit auslösen könne. «Was wir sagen, ist, dass Neuronen, die anfällig für die Krankheit sind, schon früher stimuliert werden», erklärt Salford.

"Wir können nicht ausschließen, dass sich einige Jahrzehnte täglichen Handy-Gebrauchs auf eine ganze Generation von Nutzern schon im mittleren Alter negativ auswirken."

Quelle:

http://www.elektrosmognews.de/news/moresalford03.htm

 

Kommentar des Physikers Bill Curry, Ph. D.:

"Diese Studie wurde von gleichrangigen Forschern überprüft und ich denke, dass sie als ein bedeutender Beitrag anerkannt werden wird."

Mehr von Bill Curry:

"This research was done by the renowned Lund University group that has studied opening of the Blood Brain Barrier by exposure to RF radiation for 10+ years.

The online publication is by and precedes full print publication in Environmental Health Perspectives, published by the National Institute of Environmental Health. The article was peer-reviewed, and I think it will be regarded as a significant contribution.

Note that the study involves GSM phones, and the waveform of these transmissions is essentially the same as that of the TDMA phones used in the U.S. TDMA and CDMA are the two types of pulsed digital phones most commonly used in the U.S. They operate at about 2-2.5 times the frequency of GSM phones but the similarities are so great that I would expect these results to carry over to US TDMA phones, as well. As far as I know there have been no tests of this type on CDMA phones, but there should be. "

 

 

Persönliche Bemerkungen des Übersetzers Dr. Volker Schorpp:

Die Studie weist die Öffnung der Blut-Hirn-Schranke und Neuronenschäden schon bei einem SAR-Wert von 2 mW/kg signifikant nach und dies 50 Tage nach einmaliger, zweistündiger Bestrahlung.

Der zulässige SAR-Wert für Anwohner von Sendemasten des Mobilfunks liegt bei 80 mW/kg, also 40 mal höher. Eine entsprechend stärkere Bestrahlung müssen Menschen in Sendernähe Tag und Nacht unentwegt akzeptieren.

Für die Benutzung eines Handys beträgt der zulässige SAR-Wert 2000 mW/kg!

Immer mehr "schnurlose" Geräte senden Mikrowellenpulse aus, wie z.B. Handys, DECT-Haustelefone und deren Basisstationen, kabellose Computer, Babyphone usw. Jeder Mensch kann heute selbst entscheiden, ob er ein solches Gerät benutzen will. Aber wichtig ist die umfassende, unverblümte Aufklärung, welcher Preis für diesen unbestrittenen Komfort zu zahlen ist.

Man kann nur mutmaßen, wie viele (junge) Menschen heute mit Neuronenschäden und undichter Blut-Hirn-Schranke leben. Eine Belastung mit Giften, aufgrund belasteter Nahrung, Einnahme von Medikamenten, Einatmung oder Hautkontakt kann dann, wenn die Gifte ins Gehirn gelangen, langfristig fatale Folgen haben.

Menschen und Ratten haben eine vergleichbare Blut-Hirn-Schranke und vergleichbare Hirnzellen.

 

 

Mein Kommentar:

Ich halte diese Studie fuer den bisher bedeutendsten Beweis fuer die Schaedlichkeit gepulster Strahlung der GSM-Mobiltelefone.

 

 

Zusammenfassung der Originalarbeit:

 

   Nerve Cell Damage in Mammalian Brain after Exposure to Microwaves from GSM Mobile Phones 

The National Institute of Environmental Health Sciences
National Institutes of Health
Department of Health and Human Services


Leif G. Salford, Arne E. Brun, Jacob L. Eberhardt,
Lars Malmgren, Bertil R.R. Persson


Online 29 January 2003

Abstract

The possible risks of radio-frequent electromagnetic fields for the human body, is a growing concern for the society. 

We have earlier shown that weak pulsed microwaves give
rise to a significant leakage of albumin through the blood-brain barrier (BBB). Now we have investigated whether a pathological leakage over the BBB might be combined with damage to
the neurons. 

Three groups of each 8 rats were exposed for 2 hours to GSM mobile phone
electromagnetic fields of different strengths. 

We found, and present here for the first time, highly significant (p<0.002) evidence for neuronal damage in both the cortex, the hippocampus and the basal ganglia in the brains of exposed rats.

Corresponding author:


Leif G. Salford
Dept. of Neurosurgery
Lund University Hospital
S-221 85 Lund, Sweden

Phone: +46 46 171270
Fax: +46 46 189287
Email: Leif.Salford@neurokir.lu.se

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