home > Forschung > Experimente
Würmer

  >  

 Würmer sind auf Handys gar nicht gut zu sprechen 

Biologische Schäden

 
Würmer sind auf Handys gar nicht gut zu sprechen

Können die elektromagnetischen Strahlen von Mobiltelefonen Gewebe schädigen? Zumindest bei Würmern scheint, so eine jetzt veröffentlichte Studie, die Antwort klar.

New York - Die Würmer waren von Forschern der englischen Universität von Nottingham und der kanadischen Universität von British Columbia einer Mikrowellenstrahlung ausgesetzt worden wie sie auch von Mobiltelefonen ausgeht. Bei den Tieren zeigten sich danach biologische Veränderungen, die die Funktion der Zellen beeinträchtigten. Die Studie war vom Wissenschaftsmagazin "Nature" vorab veröffentlicht worden.

Schlüsse auf mögliche Auswirkungen beim Menschen ließen sich daraus allerdings nicht ziehen, erklärte die Forscher David de Pomerai und Peter Candido. Es stelle sich aber die Frage, ob die bisherigen Anforderungen an Geräte mit Mikrowellenstrahlung nicht überdacht werden sollten.

Eine Kommission im Auftrag der britischen Regierung hatte zuvor in einer Untersuchung geraten, dass Eltern die Handytelefonate ihrer Kinder einschränken sollten. Auch müsse auf jedem Gerät genau angegeben werden, wieviel Strahlung das Handy abgebe.

Die zwölf Wissenschaftlern waren zu dem Schluss gekommen, dass bei einer "vernünftigen Nutzung" von Handys durch Erwachsene keine Gesundheitsgefährdung nachgewiesen werden kann. Dagegen sollten Kinder Handys nicht uneingeschränkt benutzen. Bei Jugendlichen und Kindern könnten sich wegen der Entwicklung des Nervensystems und der dünneren Schädeldecke "subtile biologische Veränderungen" ergeben.

Gesundheitspolitiker von SPD, FDP und Grünen haben mit Besorgnis auf die britische Studie reagiert. "Wir müssen das aufgreifen", sagte der FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss, Detlef Parr, der "Welt am Sonntag". Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Gudrun Schaich-Walch, will sich dafür einsetzen, dass der Bericht der britischen Kommission im Gesundheitsausschuss vorgetragen wird. "Dann müssen wir weiter entscheiden", sagte Schaich-Walch.

 
Quelle:   Spiegel online 13. Mai 2000 
  

^ top  

 

 Handystrahlung macht Fadenwürmer fruchtbarer 
 

Unter dem Einfluss von Handystrahlung wachsen die Larven von Fadenwürmer schneller und werden – einmal ausgewachsen – fortpflanzungsfreudiger. 

Zu diesem Ergebnis kommen britische Wissenschaftler, nachdem sie die Larven der Wurmart "Caenorhabditis elegans" einem schwachen Mikrowellenfeld ausgesetzt haben. Mit diesem Experiment wollten die Forscher zeigen, dass Handystrahlung nicht nur Zellgewebe erwärmen kann, sondern auch ohne Hitzeeinwirkung einen Einfluss auf biologische Abläufe hat. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachblatt "Enzyme and Microbial Technology (Vol. 30, Ausgabe 1, S. 73-79).

"Dieser Prozess lässt sich nur sehr schwer mit einer Hitzeeinwirkung erklären", sagt David de Pomerai, Biologe an der University of Nottingham, gegenüber der Zeitschrift "New Scientist" (Ausgabe vom 09.02.2002). Denn in einem Vergleichsexperiment, bei denen die Wurmlarven einer Temperatur von 28 Grad ausgesetzt wurden, sank die Fortpflanzungsfähigkeit.

Daraus folgert er nun, dass sich Mikrowellenstrahlung zwischen 750 und 1000 Megahertz, die mit einem halben Watt Leistung typisch ist für Handys, auch ohne Erwärmung von Zellgewebe auf biologische Organismen auswirken können.

Wie die Strahlung die Würmer fruchtbarer werden lässt, können die Wissenschaftler bislang noch nicht erklären. Doch der Effekt sei so eindeutig, dass dringend weitere Studien zu den Auswirkungen von Mikrowellen auf lebendes Gewebe nötig unternommen werden müssten. Die Strahlungs-Grenzwerte für Mobiltelefone orientieren sich heute ausschließlich auf den Aufheizungseffekt, den die Strahlung auf Zellen ausübt.

Jan Oliver Löfken

Quelle:  Bild der Wissenschaft  8. Februar 2002

[ home ]  [ Fenster verkleinern ]   [ Diese Seite drucken ]   [ Fenster schliessen ]