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"Ich arbeite seit zwei
Jahren in einer Autobahn-Raststätte täglich fast 8 Stunden an
der Speisenausgabe. Von den beiden Mikrowellenherden, in denen
die Speisen erwärmt werden, stehe ich meistens nicht weiter als
1 Meter entfernt. Die Mikrowellenherde sind mit kurzen
Unterbrechungen täglich insgesamt bestimmt 3 bis 4 Stunden
eingeschaltet. Seit einem Jahr leide ich immer häufiger unter
Kopfschmerzen, sodaß ich ständig Tabletten nehmen muß. Am
liebsten würde ich die Arbeit aufgeben, da ich jetzt nach einer
Fehlgeburt im letzten Jahr wieder schwanger bin und Angst davor
habe, daß meinem Kind die Mikrowellen schaden.
Aber wir brauchen das Geld, das
ich hier verdiene. Kann es sein, daß die Mikrowellen Mißbildungen
verursachen oder Schuld an der Fehlgeburt damals sind? Gibt es
evtl. auch Mikrowellenherde, die weniger strahlen? Mein Chef
sagt, die Türen an den Mikrowellenherde sind so dicht, daß da
gar keine Strahlung raus kann, außerdem könnten die
Mikrowellenherde gar nicht verkauft werden, wenn sie gefährlich
wären. Die Lieferfirma hat meinem Chef schriftlich bestätigt,
daß die Mikrowellenherde die DIN-Norm erfüllen. Können Sie
mir einen Rat geben?"
Jeder Mikrowellenherd strahlt
trotz gut abgedichteter Türen ein elektromagnetisches Feld im
Hochfrequenzbereich ab, das millionenfach stärker ist als die
Belastung, an die wir von Natur aus gewohnt sind. Wenn
Mikrowellenherde gewerblich genutzt werden und die Türen
deshalb im Verhältnis zum Einsatz im privaten Haushalt viel öfter
geöffnet und geschlossen werden, können die Mikrowellen, die
durch die Tür entweichen, so intensiv sein, daß sich in den
bestrahlten Körperpartien die Temperatur erhöht (thermische
Effekte).
Selbst wenn diese Erwärmung so
gering ist, daß man sie überhaupt nicht spürt, kann sie
empfindlichen Organen schaden und störungsanfällige Prozesse
im Körper wie etwa die Produktion von Hormonen beeinflussen.
Die Augen und das Innenohr sind z. B. besonders empfindlich. Vor
allem kleine Kinder und schwangere Frauen sind gefährdet, wenn
sie sich einige Zeit direkt vor dem eingeschalteten
Mikrowellenherd aufhalten.
Auch sehr schwache
elektromagnetische Felder können Körperzellen und Biomoleküle
zum Schwingen bringen. Mikrowellen können auch bei nicht meßbaren
Temperaturerhöhungen Gehirnströme verändern, das körpereigene
Abwehrsystem und die Blutbildung beeinflussen, das Erbgut
beeinträchtigen und möglicherweise auch die Entstehung von
Tumoren fördern, wie Versuche mit Zellkulturen und Tieren
andeuten.
Schwangere Frauen sollten sich
deshalb grundsätzlich nicht im Nahbereich eines eingeschalteten
Mikrowellenherdes aufhalten; das sollte natürlich auch im
gewerblichen Bereich sehr streng befolgt werden.
Die Mikrowellenstrahlung der
meisten Mikrowellenherde ist in einem Abstand von zwei bis drei
Metern nur noch so gering, daß nach dem derzeitigen
Wissensstand kein Risiko mehr besteht - allerdings ist das
derzeitige Wissen hierzu sehr unbefriedigend, da nur spärliche
Untersuchungen am Menschen vorliegen.
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