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Elektrosensibel - wie ist das eigentlich? |
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Eine Geschichte von Reinhard Rückemann, dem Autor dieser Website.
Ich werde manchmal gefragt: "Was hast Du eigentlich genau?" Ich erzähle mal mehr, mal weniger. Meist nur so lange, bis ich merke, jetzt glaubt man mir doch nicht mehr. Irgendwann ist der Punkt immer erreicht, was ich auch gut verstehen kann. Zugegeben: vieles von dem, was ich erzähle, würde auch für mich sehr unglaubwürdig klingen. Wenn ich nicht wüsste, dass es stimmt. Ich denke, viele von Ihnen können sich auch nicht richtig vorstellen, was es genau im Alltag bedeutet "elektrosensibel" zu sein. Deshalb möchte ich über einige meiner Erlebnisse, Beschwerden und Einschränkungen im Alltag berichten. Ich bin gespannt, bis zu welchem Punkt Sie mir glauben.
Mobilfunksender Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit dem Auto und reagieren mit Schmerzen auf jeden Mobilfunksender in der Umgebung, bevor Sie ihn sehen können. Stellen Sie sich vor, Sie treten vor die Haustür und ein Zahn, der völlig gesund ist, beginnt zu Schmerzen. Stellen Sie sich vor, Sie gehen spazieren und der Gesichtsnerv der linken Gesichthälfte wird taub.
Handys Stellen Sie sich vor, Sie bekommen Kopfschmerzen, Herzbeklemmungen und Atemnot von jedem Handy, das in Ihrer Nähe nur eingeschaltet ist. Stellen Sie sich vor, Sie müssen deshalb jeden Besucher oder Kunden in Ihrem Haus bitten, sein Handy auszuschalten
Normales Telefon Stellen Sie sich vor, Sie werden bei manchen Telefongesprächen so energielos und kraftlos, dass Sie danach eine Stunde Pause machen müssen. Stellen Sie sich vor, Sie können kein einziges Telefongespräch mehr führen. Stellen Sie sich vor, Sie müssen dann alle Mitbewohner oder Mieter in Ihrem Haus bitten, kein DECT-Schnurlostelefon zu benutzen.
Elektrogeräte im Alltag Stellen Sie sich vor, Sie können nicht mehr die Küche betreten, wenn auf dem Herd gekocht wird. Stellen sie sich vor, Sie schalten mit einem Schalter in der Diele erst den Kühlschrank aus, bevor Sie die Küche betreten können. Stellen Sie sich vor, Sie können sich selbst keinen Kaffee mehr kochen, keinen Wasserkocher oder Eierkocher benutzen, von der Mikrowelle ganz zu schweigen. Stellen Sie sich vor, Sie können nicht einmal die Spülmaschine einschalten, weil schon der Einschaltimpuls zu massiven Beschwerden führt. Stellen Sie sich vor, Sie bekommen Schwindelgefühle beim elektrischen Rasieren oder beim Fönen. Stellen Sie sich vor, Sie müssen immer Ihre Frau bitten, Ihnen den Fernseher einzuschalten, während Sie nicht im Zimmer sind.
Hausinstallation Stellen Sie sich vor, Sie können nicht mehr Ihren Keller betreten, in dem der Hausanschlusskasten des Stroms ist. Stellen Sie sich vor, Sie können in Ihrer Diele nicht mehr an der Wand vorbeigehen, hinter der sich die Stromzähler befinden. Stellen Sie sich vor, Sie müssen die ganze Hausinstallation umstellen (Netzfreischalter, abgeschirmte Kabel, abgeschirmte Steckdosen und Steckdosenleisten usw.), um im eigenen Haus beschwerdefrei wohnen zu können.
Geschäfte, Restaurants Stellen Sie sich vor, Sie können kein Geschäft mehr zum Einkaufen betreten. Stellen Sie sich vor, Sie können in kein Restaurant mehr zum Essen gehen. Stellen Sie sich vor, Sie können spontan überhaupt keinen Raum mehr betreten.
Draussen Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit dem Auto unter einer Hochspannungsleitung hindurch und Ihr Kopf beginnt zu brummen. Stellen Sie sich vor, dass Sie beim Spaziergang schon einen elektrischen Weidezaun als störend empfinden. Stellen Sie sich vor, Sie gehen im Slalom durch die Fussgängerzone, weil Sie jedem ausweichen müssen, der mit einem Handy telefoniert.
Perspektive Stellen Sie sich vor, Sie erfahren, dass man bis zum Jahr 2005 nun erforschen will, ob es Ihre Krankheit überhaupt gibt.
So ist das, wenn man elektrosensibel ist. Zumindest bei mir. Reinhard Rückemann
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