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Dr. Hans-Christoph Scheiner |
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Ein Allgemeinarzt macht gegen Mobilfunk mobil Dr. Hans-Christoph Scheiner hat seine Praxis zur Handy-freien Zone erklärt von Heike Duczek MÜNCHEN – Allgemeinmediziner mit gut gehender Praxis, gern gesehener Experte in Funk und Fernsehen, viel gelobter Buchautor und Parteien-Gründer: Dr. Hans-Christoph Scheiner scheint auf den ersten Blick "Hans Dampf in allen Gassen" zu sein. Doch das wichtigste Werkzeug Erfolgreicher, das Handy, klingelt bei Scheiner nie. Wenn es gilt, auf Vortragsreisen Termine zu managen, geht's wie zu alten Festnetz-Zeiten in die Telefonzelle. Und Scheiners Praxis in Münchens Stadtteil Pasing ist eine der wenigen Elektrosmog-freien Zonen in der Großstadt. Der 54-jährige Allgemeinmediziner Hans-Christoph Scheiner ist einer der streitbarsten Gegner des Mobilfunkes. Er hat sich an die Spitze einer neuen Bewegung von Ärzten und gesundheitsbewussten Bürgern gesetzt, die vor den Gefahren des Elektrosmogs warnen. Inzwischen lehrt er Mobilfunk-Betreiber derart das Fürchten, dass diese sich bei Veranstaltungen oft nicht mit ihm gemeinsam auf das Podium trauen. Scheiners Anliegen gilt zunächst einer ganzheitlichen Sicht auf die Medizin. Seit Jahren gehört er zu den Verfechtern "freundschaftlicher Ergänzung von Schul- und Komplementärmedizin", wie er es nennt. 1998 gründete er zusammen mit Gleichgesinnten die Partei "Unser Aufbruch", in der Ärzte wie auch Vertreter von Umwelt- und Bürgerrechts-Bewegungen für eine "menschliche und ganzheitliche Reform des Gesundheitswesens" werben. Eine der Forderungen der etwa 100 Aufbruchs-Aktivisten um Scheiner: "Schluss mit dem Vorrang von Profit vor Gesundheit!" BSE ist hier nur eines der Stichworte. Auch im Mobilfunk wittert der Allgemeinmediziner Irrsinniges – und prophezeit der Handy-Lobby "einen ähnlichen Krach wie bei der BSE-Geschichte". Verstrahlung der Umwelt durch niederfrequent gepulste Hochfrequenzen von Handys, schnurlosen Heimtelefonen und deren Basisstationen: Die Opfer des Mobilfunk-Booms sieht Scheiner täglich in seiner Praxis sitzen. Neben Allergikern, Asthmatikern, Patienten mit Herzrhythmus-Störungen, Depressionen, Migräne und Tinnitus kommen immer häufiger Menschen zu ihm, die unter Erschöpfungszuständen leiden. Da gibt es den Abiturienten, begeisterter Taekwondo-Sportler, der bei Turnieren zur Höchstform aufläuft, sich aber zu Hause am Schreibtisch vor Müdigkeit nicht aufs Büffeln für die Prüfungen konzentrieren kann. "Er saß direkt neben der Basisstation eines schnurlosen Telefons und war in seinem Zimmer 24 Stunden am Tag gepulsten Strahlen ausgesetzt", berichtet Scheiner. Außerdem habe der Mann auf einem Metallbett geschlafen, das die Schwingungen wie eine Antenne aufnahm. Und da ist der erfolgreiche Architekt, der mit 40 – auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn – plötzlich unter Schlafstörungen leidet und tagsüber vor Müdigkeit kaum die Augen offen halten kann. Scheiner nennt den Grund dafür: "Die Basisstation für sein schnurloses Telefon stand neben seinem Bett." In beiden Fällen entstörten die unter dem Erschöpfungssyndrom Leidenden ihre Telefonanlagen oder entstaubten den guten alten Apparat mit der lästigen Schnur – und ließen sich von Scheiner behandeln, "um die Energiedefizite wieder abzubauen". Denn dass vom Mobilfunk gesundheitliche Gefahren ausgehen, davon ist Scheiner, Aussagen offizieller Stellen widersprechend, überzeugt: "Der Fundus wissenschaftlicher Literatur in Sachen Elektrosmog quillt fast über. Bereits 1990 wurden mehr als 10 000 Veröffentlichungen registriert." Doch spätestens seit dem Verkauf der UMTS-Lizenzen durch die Bundesregierung ständen wirtschaftliche Interessen einer intensiven Aufklärung über das Gefahrenpotenzial entgegen, meint der Scheiner. Der Siegeszug der neuen Technik überrolle sämtliche warnenden Stimmen aus der Wissenschaft. Dabei hätten Forschungen bewiesen, dass die Strahlung eines mobilen Telefons die Blut-/ Hirn-Schranke vorübergehend öffne. "Mit der Folge, dass aus dem Blutkreislauf wasserlösliche Giftstoffe, Abfall- und Stoffwechselprodukte sowie Proteine ins Gehirn eindringen und dort zu vielfältigen Aufquellungen und degenerativen Prozessen mit Untergang von Nervengewebe führen", erklärt der Mobilfunk-Gegner. Gestört werde durch Mobilfunkstrahlen die Melatonin-Produktion im Gehirn. Erste Symptome seien Zerschlagenheit am Morgen ähnlich dem Jetlag, Erschöpfung und Reizbarkeit. Tierversuche hätten zudem eine Verbindung zwischen Gehirntumoren und Mobilfunk-Bestrahlung nachgewiesen. Beispiele wie die niedersächsische Gemeinde Vollerode, wo sich Gehirntumor-Erkrankungen in einem Radius von 2,5 Kilometern rund um Mobilfunk-Sendeanlagen gehäuft hätten, würden dies bestätigen. Die Argumente des Bundesamtes für Strahlenschutz, das auf die von allen Sendeanlagen eingehaltenen international geltenden Grenzwerte hinweist, lässt Scheiner nicht gelten: "Die staatlichen Grenzwerte orientieren sich ausschließlich an dem vergleichsweise groben Kriterium des thermischen Effektes, also der Erwärmung des Körpers durch elektromagnetische Strahlen. Völlig unberücksichtigt bleibt dabei die Vielfalt nichtthermischer Effekte." Auf die Bevölkerung rollt nach Scheiners Überzeugung eine neue Welle von Erkrankungen zu. Warnend reist der Allgemeinmediziner deshalb durch die Lande und hält in meist übervollen Gemeindesälen und Stadthallen Vorträge über mögliche Gefahren. "Langsam wacht die Bevölkerung auf", stellt er fest. Die Mobilfunk-Sendeanlagen, die derzeit wie Pilze aus dem Boden sprießen, beunruhigen die Menschen. Das Errichten von mehr als 100 neuer Masten hat die "Bürgerwelle", Dachverband der Bürger und Initiativen zum Schutz vor Elektrosmog, bereits verhindern können. Dies lässt Scheiner ein wenig hoffen – er sieht statt Funkmasten einen "Silberstreif am Horizont". Quelle: Aerztliche Praxix, Jahrgang: 2001 Ausgabe: 14 http://www.aerztlichepraxis.de Den Bericht: Mobilfunk – Fluch oder Segen? Fakten, die heute jeder kennen sollte! Von Dr. med. Hans-Christoph Scheiner München, 7. Auflage @ August 2000 finden sie unter: http://www.drscheiner-muenchen.de Adresse: Dr. med. Hans-C. Scheiner Institut für Holistische Medizin Franz-Wüllnerstrasse 39 D-81247 München |
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