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Mobilfunktagebuch

 

 Mobilfunktagebuch von Dr. Irmtraut Eder-Stein 
 

Mobilfunktagebuch: Ein Jahr in der Strahlungskeule

              (Stand: November 2003)

von Dr. Irmtraut Eder-Stein 

Inhalt

 

Einleitung

Als eine Mobilfunksendeanlage nur 70 Meter neben ihrem Wohnhaus in Betrieb geht, findet sich die Autorin mit ihrer Familie von einer Minute zur anderen im Fokus der Strahlungskeule wieder. 

Dies ist der Bericht von Dr. Irmtraut Eder-Stein über ein Jahr Bestrahlung durch eine Mobilfunksendeanlage in unmittelbarer Nähe zu ihrer Wohnung. 

Tag für Tag beschreibt sie detailliert die Reaktionen und Symptome aller Familienmitglieder in diesem Zeitraum. Sie zeichnet ein genaues Bild der Auswirkungen auf die Lebenssituation der ganzen Familie.

Die Messwerte der Strahlung in ihrem Haus sind natürlich weit unter den gesetzlichen Grenzwerten, gehören aber zu den höchsten Werten, die bisher in deutschen Wohnungen gemessen wurden. Mehrere Familienmitglieder brechen gesundheitlich zusammen, eine regelrechte Flucht aus diesem Haus wird notwendig. 

Um den Lebensraum zu retten, leitet die Familie umfangreiche Abschirm- maßnahmen ein. Eine zeitweilige Entlastung tritt zwar zunächst ein, doch längerfristig  bleibt das Haus gesundheitlich unerträglich.

Ein Urlaub in feldarmer Umgebung bringt etwas Erholung, doch nach der Rückkehr verläßt die Familie schließlich nach einem erneuten gesundheitlichen Zusammenbruch ihr Eigenheim. 

Der Verlust ihres Hauses trifft die Autorin besonders hart, da es ganz auf ihre Bedürfnisse als MCS-Patientin (MCS = Multiple Chemikalien-Sensibilität) eingerichtet worden war und für sie einen lebensnotwendigen Schonraum darstellte. 

Die Familie mietet schliesslich eine kleine Wohnung, die überdurchschnittlich feldarm ist. Wenn der Mobilfunk sie dort nicht auch wieder einholt, wird sie darin wohnen bleiben können ...


Vorgeschichte zum Mobilfunktagebuch (verfaßt im Juni 2003)

Ich weiß seit Ende des Jahres 1987, daß mit mir körperlich etwas ganz und gar nicht stimmte.

Nach der Rückkehr aus dem Erziehungsurlaub brach ich innerhalb weniger Wochen nach erneutem Dienstantritt völlig zusammen. Zunächst wurde als Diagnose eine Autoimmunerkrankung festgestellt, mit sehr schlechter Überlebensprognose. 

Es folgte eine mehrmonatiger Krankenhausaufenthalt mit immunsuppressiver Therapie, eine Kur und eine Zahnbehandlung auf Rat der behandelnden Ärzte. Ich sollte mir die Amalgamplomben und Goldkronen entfernen lassen, dann ginge es mir vielleicht bald besser. Mehrere verschiedene Metalle im Mund seien ungesund und schlecht fürs Immunsystem.

Das Krankenhaus empfahl mir sogar einen Zahnarzt, der auch Rat wußte. Er habe ein hervorragendes Material, besser als Gold, so was ähnliches wie Platin, also was ganz Edles.

Ich ließ die Behandlung durchführen und hoffte, daß es mir bald besser gehen würde.

Außerdem hatte ich in dieser halbjährigen Auszeit beschlossen, wenn ich schon keine große Lebenserwartung mehr hätte, wolle ich das tun, was ich eigentlich am liebsten tat: in meinem Beruf arbeiten. 

Mein Mann und ich besprachen auch ganz offen, daß es für unsere damals noch ganz kleinen drei Kinder besser sei, wenn wir uns wie vor der Erkrankung weiter die Kinderbetreuung teilten. Wenn ich irgendwann sterben würde, wäre der Bruch dann nicht ganz so stark, meinten wir.

So kehrte ich an den Arbeitsplatz zurück und es ergab sich Erstaunliches: Innerhalb weniger Tage entwickelte ich so massive, teils richtig bedrohliche Symptome am Arbeitsplatz, daß ich das Dienstgebäude nach ärztlicher Anweisung nicht mehr betreten konnte und durfte.

Damit sah ich positiv gesehen wieder eine Perspektive für mich.

Wenn meine Krankheit eine äußere Ursache hatte, bestand ja eine deutlich größere Chance, noch ein paar Jahre länger zu leben.

Gleichzeitig war aber guter Rat teuer: Wo lag denn diese Ursache, welche Krankheit hatte ich? Es dauerte fast 2 Jahre, bis ich verstand, daß ich an MCS (Anm.:
MCS = Multiple Chemikalien-Sensibilität) litt, ein Wort, das damals noch völlig unbekannt war.

In einem Arztbericht stand „zentrale Irritationsstörung“, in einem anderen „polyvalente Allergie“, in einem dritten „pseudoallergisches Syndrom“.

Lange vor dem Etikett kamen aber die Symptome, die auch nach den Ausscheiden aus dem Beruf ständig stärker wurden. Sie wurden stärker, es kamen neue dazu. Ich stellte Einzelursachen ab und sah mich mit dem nächsten Problem konfrontiert.

Da ich ja nach der grundlegenden Zahnbehandlung davon ausgehen konnte, daß ich körperlich alles getan hatte, was möglich war bei ohnehin biologisch einwandfreier Ernährung und dem Rundumversuch, gesund zu leben, bauten wir bis Ende 1990 unser Haus für meine Bedürfnisse um. 

Wir trennten uns von allen Einrichtungsgegenständen, die aus der Sicht der Umweltberater oder meiner persönlichen Empfindungen evtl. schaden könnten.

Wir sorgten bei dem Umbau auch für eine Sanierung im Elektrosmogbereich, z. B. durch Einbau von Netzfreischaltern. Dies nicht, weil ich elektrosensibel gewesen wäre, sondern auf Rat der Fachleute, und weil ich bei meinem Jüngsten, knapp drei Jahre alt, feststellen mußte, daß er offenbar Strom spürte und als sehr unangenehm empfand. Er weigerte sich, in der Spielecke unter der Treppe zu spielen, da bekäme er schlimmes „Kopfaua“. Diese Spielecke lag nahe beim Sicherungskasten. . .

Jedenfalls waren wir 1991 mit dem Umbau soweit fertig, daß ich und die zwei meiner drei Kinder, die die MCS-Veranlagung geerbt haben, zu Hause unbelastet leben konnten.

Es gelang mir, die beiden optisch gesund und mit nur geringen MCS-Ausfallerscheinungen bis ins Jahr 2000 zu bringen.

Mir selber ging es hingegen trotz aller Bemühungen immer schlechter. Ende 1994 fürchtete ich, dem Rollstuhl nahe zu sein, ich lag fast nur noch im Bett und tagsüber auf dem Sofa, war völlig kraftlos und baute immer mehr ab. 

Die Wende kam durch die Vorbereitungen zu dem MCS-Ratgeberbuch*, das ich seit 1995 mit Beate Schiele zusammen vorbereitete. 

(*Anm.: Informationen zu dem Buch 'Leben mit MCS' )

Es ergab sich, daß sehr viele Betroffene Hilfe brauchten und keine Ahnung hatten, wo sie sie finden konnten. Lange bevor wir ans Niederschreiben gingen, fanden wir uns als Telefonseelsorgerinnen in Sachen MCS wieder.

Aber diese Gespräche waren nicht einseitig, wir erhielten auch unsererseits so manchen Hinweis, der nützlich wurde. Für mich der wesentliche Faktor wurde, daß ich im Laufe dieser Gespräche endlich verstand, was für ein tolles Zahnmaterial ich hatte: Palladium in einer besonders üblen Legierung.

Ich fand einen Zahnarzt, der eine Entgiftungstherapie entwickelt hatte, die mich so sehr stärkte, daß ich wußte, endlich auf dem richtigen Weg zu sein. Es fand sich auch ein verträgliches Keramikmaterial. Ich gewann wieder Kraft und Lebensfreude zurück und war sogar kräftemäßig in der Lage, mit der Familie einige Jahre im Ausland zu leben.

1997 verließen wir im Sommer unser baubiologisch einwandfreies Haus. Wir vermieteten es nicht, damit keine MCS-schädlichen Substanzen eingebracht werden konnten, sondern benutzten es nur hin und wieder als Ferienwohnung.

Diese ganzen Jahre war dieses Haus für mich ein Ort, an dem ich regenerieren konnte.

Insofern hatte ich keine Bedenken, daß es mir irgendwie schlecht gehen könnte, wenn wir nach Deutschland zurückkämen, ich freute mich sogar darauf unter MCS-Gesichtspunkten.

Im August 2000 kehrten wir in unser Haus zurück.

In den ersten Wochen passierte nichts Auffälliges, dann hatten wir erhebliche Probleme mit unserem jüngsten Sohn, der große Schwierigkeiten in der Schule bekam, an Schlaflosigkeit litt, krank wirkte und sich auch psychisch veränderte im Sinne einer depressiven Verstimmung. Es wurde besser in den Ferien, so daß wir einen Zusammenhang mit seiner neuen Schule annehmen mußten. 

Wir suchten fast ein Dreivierteljahr, welcher Schadstoff das Kind behelligte. Dann endlich fand sich bei einer Umfrage im Internet der richtige Hinweis: Ob auf der Schule evtl. ein Mobilfunkmast stünde, fragte mich jemand.

Das war des Rätsels Lösung. Die Schule und ihre nähere Umgebung war damals noch mobilfunkfrei, aber um unser Haus, meinem einzigen Überlebensschonraum, waren inzwischen drei Mobilfunkbasisstationen in Betrieb gegangen. 

Am schlimmsten war damals T-Mobile, in 200 m Entfernung auf der ev. Kirche und direkt ins Kinderzimmer strahlend, E-Plus war 700 m entfernt, strahlte aber ebenfalls direkt ins Kinderzimmer und von der Rückseite schließlich strahlte noch VIAG-Interkom (O2) aus ca. 300 m Entfernung.

Warum es in den Ferien besser war? Ganz einfach, der Junge hatte einen gesunden Instinkt, daß sein Zimmer nicht gut für ihn war und verbrachte die Ferien mit Besuchen bei Freunden und Verwandten.

Wir suchten uns einen Rechtsanwalt, der versuchte, uns die lästigen Strahlungsquellen vom Leibe zu schaffen, anfangs mit einigem Erfolg. Wir versuchten auch ein bißchen abzuschirmen, mit Kaninchendraht, Produkten wie dem Raymaster usw., alles noch nicht richtig konsequent und durchdacht, es fehlten uns einfach die Kenntnisse. Andererseits hatten wir MCS-Kenntnisse und zögerten so mit jedem Versuch, etwas am Haus zu ändern, weil uns die Folgen unklar waren.

Die Katastrophe kam erst: In 70 m von unserem Haus entfernt, wieder mit direktem Sichtkontakt zum Kinderzimmer, erbaute im Frühjahr 2001 Vodafone eine Großanlage auf einem Altenpflegeheim der Blindenhilfe Rheinland-Pfalz.

Unserem Anwalt gelang es, eine Inbetriebnahme zu verhindern, die für Ende Juli 2001 vorgesehen war. Er hoffte auch sehr darauf, daß diese überdimensionierte Anlage nicht genehmigungsfähig sein würde, weil in einem reinen Wohngebiet solche Anlagen nicht genehmigbar wären. 

So glaubten wir, daß diese Sache sich in unserem Sinne regeln würden, vergaßen die Sache und beschäftigten uns zunächst einmal mit dem Abitur eines MCS-betroffenen Mädchens, dessen Schule gerade in der Vorbereitungszeit und während der Prüfungsphase umgebaut wurde. Die sich dabei ergebenden Komplikationen reichten aus, selbst Spezialisten für solche Problemlagen, wie wir es sind, das ganze Jahr gut beschäftigt zu halten.

Wir brachten unsere Tochter Anfang Oktober 2002 an ihren Studienort und halfen ihr bei dem Einzug in ihr Studentenzimmer. Unter MCS-Gesichtspunkten war einiges zu tun, aber auch machbar, Mobilfunkprobleme gab es wegen der Souterrainlage in einem Hochhaus nicht.

Rückblickend waren das die letzten guten Tage, die wir erlebt haben. . . . .

Am 8. Oktober 2002 fand vor dem Verwaltungsgericht eine Verhandlung wegen Erteilung einer Baugenehmigung statt, Kläger war E-Plus wegen dem Mobilfunkmast 700 m von unserem Haus auf einem Altenheim, für den unser Anwalt eine Nutzungsuntersagung wegen fehlender Baugenehmigung erreicht hatte. Der zuständige Stadtratsausschuß hatte der Verwaltung untersagt, eine Baugenehmigung, die E-Plus daraufhin beantragt hatte, zu erteilen. 

Das Verwaltungsgericht sagte zwar, daß E-Plus eine Baugenehmigung brauche, daß die aber ohne weiteres zu erteilen wäre. Die städtischen Vertreter verzichteten auf irgendwelche sachlichen Gegenargumente, sondern deuteten an, sie hätten ja gerne eine Baugenehmigung erteilen wollen, aber die politische Ebene habe eben nicht mitgemacht.

Dieses Urteil wurde – offenbar von E-Plus lanciert – als großer Durchbruch im Regionalfernsehen und in der örtlichen Tageszeitung gefeiert. Einige, die üblichen Stänkerer, schrieben daraufhin Leserbriefe. 

Die Schreiberin dieser Zeilen und eines Leserbriefs wurde gar von Seiten des Pressesprechers der Stadtverwaltung in einem weiteren Leserbrief als schlechte Demokratin bezeichnet, weil sie gegen die Berichterstattung darüber protestiert hatte, sie habe sich der Mehrheitsmeinung zu beugen.

Als diese Verhandlung vorbei war, stieg in der ganzen Stadt schlagartig die Mobilfunkbelastung überall massiv an. Und wir lagen ab 24. Oktober gegen 22 Uhr plötzlich in der Strahlungskeule von Vodafone, die die Großanlage auf dem Blindenaltenheim anfuhren. Im Haus wurden am 27. 10 dann Werte zwischen knapp 20000 Mikrowatt im Dachgeschoß und immer noch 100 Mikrowatt im Keller gemessen.

Zu diesem Zeitpunkt setzt das Tagebuch ein.

Es sollte ein authentisches Dokument bleiben und ist so nicht redigiert worden.




Mobilfunktagebuch ab 18. 10. 2002 

Personen:

„ich" = Dr. Irmtraut Eder-Stein
Wolfgang = Ehemann 
Martin = Sohn, 15 Jahre alt 
Thekla = Tochter, 20 Jahre, studiert auswärts
Tilmann = Sohn, 22 Jahre, studiert auswärts
Zoe und Rübi  = Katzen 
Häubchen  = Kater

 

Am 18. 10. 2002 wurde Eplus das Urteil des VG Koblenz zugestellt.

Seit 18. 10. 2002  konnte Martin vier aufeinander folgende Nächte in seinem Zimmer nicht schlafen, schon seit der Rückkehr von einer Reise nach Paris am 10. 10. klagt er über gestörten Schlaf.


Seit 22. 10.  2002  schläft er provisorisch im Arbeitszimmer im EG. Dort kann er zwar nur schwer einschlafen, aber halbwegs schlafen.


Am 24. 10. 2002  wollte er gegen Abend etwas aus seinem Zimmer im Dachgeschoß holen. Er kam zurück und sagte, irgendein Mast müsse extrem an sein, es sei im DG nicht auszuhalten.

Ich hatte das DG aus verschiedenen Gründen sicher zuletzt am 16. 10. betreten. Es war damals und bis dahin elektrosmogmäßig für mich unauffällig, im Gegenteil, gelegentlich war ich ins Gästezimmer ausgewichen, wenn ich es im Elternschlafzimmer nicht aushielt.

Ganz anderes heute. Schon auf der halben Treppe bekam ich einen extremen Schlag im Kopf. Es war absolut unmöglich, sich im Dachgeschoß irgendwo aufzuhalten. Ich bekam umgehend extremes Kopfweh. 

Martin und ich haben geschwollene Augen, besonders die rechte Seite und rechts vorne Kopfschmerzen der extremeren Art. Mein rechtes Auge sieht aus, als ob ich einen Schlag erhalten hätte (leichtes „Veilchen“). Dieser Kopfdruck besserte sich ein wenig, sobald ich wieder unterhalb der Spannbetondecke war.

Als ich mich im Schlafzimmer (1. Etage) gegen 22,15 am rechten Fenster vorbeugte wiederholte sich der Schlag, die Strahlungsintensität war auch vor der Kommode zwischen den Fenstern zu spüren. Ich beschloß, die Nacht ebenfalls provisorisch im EG zu kampieren.

Wir vermuten, daß Vodafone angeschaltet hat und daß evtl. der Richtfunkstrahl von Eplus zusätzlich im DG die Situation absolut untragbar macht. Vor der Haustür und auf der Terrasse kann ich mich wegen der extremen Strahlungsbelastung nicht aufhalten. Ein kurzer Aufenthalt von wenigen Sekunden genügte, um einen schweren Schweißausbruch auszulösen und weitere körperliche Streßsymptome wie Herzrasen.

Wir machten einen kurzen Kontrollgang, der ergab, daß offensichtlich Vodafone angeschaltet hat.

Auch im EG und in der 1. Etage ist Richtung Nordseite ca. 1 m in den Räumen für mich unerträglich belastet, d. h. ich könnte z. B. nicht kochen.

Wenn die Situation so bleibt, müssen Martin und ich unverzüglich fliehen.


25. 10. 2002

Nachts um ½ 1 bekam ich im Arbeitszimmer EG, wo ich mich provisorisch schlafen gelegt hatte eine Durchfallattacke, eindeutig eine Panikreaktion des Körpers, kein Infekt oder ähnliches. Ich band mir das Metallkopftuch um. Schlaf war unmöglich, ich bekam ein unkontrollierbares Zittern am ganzen Körper mit extremem Kältegefühl, der Blutdruck stieg im Liegen auf 180/110, während er abends um 18 Uhr noch ziemlich normal war:145/90.

Gegen 3 Uhr morgens war der Blutdruck auf 225/133 gestiegen bei Puls 109, ich hatte eine weitere Durchfallattacke und brennenden, mit Wasser nicht löschbaren Durst.

Daraufhin legte ich mich in der Sauna im Keller hin, dort ging der Blutdruck innerhalb weniger Minuten zurück auf 167/103 und dann 5 Minuten später auf 159/98, bei Puls 74. Schlaf war allerdings unmöglich. Das Zahnfleisch blutete, die Haut öffnete sich an verschiedenen Stellen (Bauch, Oberschenkel, Genitalbereich), schmerzhaft mit Austritt von blutiger Lymphe. 

Da ich allerdings auch dort weiter das Gefühl hatte, in der rechten Hirnhälfte zu verbrennen (was auch Martin klagte) und es zu kalt und feucht war, um dort länger zu bleiben, kehrte ich gegen 4.00 Uhr ins Schlafzimmer zurück, nach dem Motto, wenn ich schon nicht schlafen kann, will ich wenigstens warm und bequem liegen. 

Ich legte mich mit dem Kopf ans Fußende des Bettes, worauf die Beschwerden in der rechten Körperhälfte deutlich nachließen, dafür aber ähnliche in der linken Körperhälfte (Richtung Vodafone-Mast) anfingen. Auch brannte das linke Auge erstmals überhaupt. Metallkopftuch über Kopf, Stirn und Augen milderte ein bißchen. Blutdruck vor dem Aufstehen war 188/117 bei Puls 73. Ich habe die letzten zwei Stunden etwas geschlafen, allerdings nicht sehr tief.

Tagsüber mit dem Metallkopftuch im Haus unterwegs, DG für mich unbetretbar. Eine Besucherin (20jährige junge Frau) spürt nichts. Ich habe Ohrgeräusche, Bauchschmerzen, leichtes Nasenbluten rechts und fühle mich benebelt.

Frau L. (55jährige Frau) kam gegen 13.30 Uhr, ich führte sie versuchsweise ins DG. Sie hielt sich binnen Sekunden die Schläfen und berichtete von plötzlichem Druckschmerz und unmittelbar einsetzendem Herzrasen. Wir gingen deshalb sofort ins EG zurück, wo sie etwa eine halbe Stunde war. Dann erklärte sie, ihre Beine zitterten und ihr sei ganz schlecht, sie müsse unser Haus umgehend verlassen. Gegen ½ 12 im Zustand des Sekundenschlafes ins Bett, trotzdem schwer eingeschlafen.


26. 10. 2002

Ca. ½ 3 Uhr aufgewacht im Schlafzimmer mit dem Gefühl, im ganzen Körper schmerzhaft zu verbrennen. Kopf und Augen wegen Metallkopftuch etwas besser, ansonsten unerträglich schmerzhaft. Blutdruck 183/107, Puls 84. 

Auch nach dem Aufwachen immer noch Verbrennungsgefühl besonders im Vorderteil des Rumpfes, ich spüre alle inneren Organe (Leber, Magen, Nieren, Darm), Schüttelfrost, brennender Durst, Leberschmerzen, Schmerzen in Herzgegend. 

Versuchsweise ins Wohnzimmer umgezogen, gegen 3 Uhr abgebrochen, wegen unerträglichem Verbrennungsgefühl auch hier im ganzen Körper, dann in die Sauna umgezogen. Versuch, dort Metallkopftuch abzulegen, scheitert auch da, trotz der ungünstigen äußeren Bedingungen habe ich mich dort besser als sonstwo im Haus gefühlt. 

Gegen ½ 4 Uhr kommt Wolfgang und macht mir ein provisorisches Bett im Fernsehkeller. Auch die Katzen halten sich nur im EG und Keller auf, sonst meist in den beiden oberen Etagen. Nach einer Stunde im Keller Blutdruck 160/95, bis ½ 9 relativ tief geschlafen. 

Aufgewacht wegen und mit unerträglichen brennenden Schmerzen in beiden Augen. Danach zum augenärztlichen Notdienst Dr. Spindler (Ev. Stift), der eine beidseitige Bindehautentzündung feststellt und fragt ob ich mit Stäuben, Rauch oder ätzenden Substanzen Kontakt hatte, was ich verneine. 

Ich gehe in der Stadt spazieren, worauf ich mich insgesamt deutlich besser fühle und auch das Augenbrennen sehr nachläßt. Rückkehr nach Hause gegen 12,30 Uhr. Innerhalb von Minuten sind alle Symptome wieder da, daher (nach heftiger Durchfallattacke und erneutem Nasenbluten links) ca. 13,00 Uhr nochmals in die Stadt gefahren. Der Aufenthalt dort, besonders auch in Geschäften, ist sonst eine gerne gemiedene Strapaze, heute war es eine Entlastungssituation.

Rückkehr kurz nach 15,00 Uhr. Martins Freund Florian war inzwischen eingetroffen. Er hatte im Dachgeschoß binnen weniger Sekunden stechenden Kopfdruck und ein „Knacksen“ im Kopf gespürt, fühlte sich dort sehr unwohl. Auf Nachfrage erklärt er, in den anderen Etagen nicht darauf geachtet zu haben (warum auch?, er war schon oft da), aber da oben war es „unüberhörbar“. 

D. h. von 6 Personen, die seit Donnerstagabend im Haus waren, haben 4 etwas äußerst Unangenehmes gespürt, nur 2 davon haben vorher jemals elektrosensibel reagiert. Martin hatte inzwischen mit seinem Vater Betten in den Keller getragen und eine Notabschirmung an der Ostwand im Schlafzimmer angebracht (Kaninchendraht), reicht für mich aber nicht.

Er meinte, ich sei „fit wie ein Turnschuh“ ins Haus gekommen und 10 Minuten „voller Power“ gewesen, dann hätte ich aber ganz stark abgebaut, ganz plötzlich. Das entspricht, ohne daß wir darüber gesprochen haben, meinem körperlichen Empfinden. Mein Gedächtnis ist sehr schlecht, wir alle sind gereizt, ohne es zu wollen, auch Wolfgang hat deutliche Erinnerungsprobleme. 

Ich habe Kontakt mit der  Klinik in Gelchsheim  aufgenommen um jederzeit eine plötzliche Flucht durchführen zu können. Wolfgang meint aber, ich solle möglichst bleiben, bis der Baubiologe da war, weil ich am besten weiß, was Sache ist und was ich brauche. Ich will die beiden, insbesondere Martin, der ja ganz genauso leidet, nur eben fast ständig außer Haus ist, aber nicht in dieser Situation allein lassen.

Der Baubiologe rief gegen Abend an und kündigte Besuch eines Mitarbeiters für Sonntag am Vormittag an. Er erzählte, interessanterweise habe er am Freitag einen weiteren Anruf aus Koblenz erhalten. Er nannte auf Nachfrage als Adresse den Birkenweg, fünf Fußminuten von hier. Ich sagte ihm darauf, es handele sich offenbar um den gleichen Mast. 

Wolfgang und ich machten gegen 21,30 Uhr daraufhin einen Spaziergang Richtung Birkenweg, um zu schauen, wie die Strahlungslage da für mich sei. Ich hatte trotz Metallkopftuch unerträglichen Kopfdruck fast die ganze Straßenlänge und –breite. 

Da ich die frühere Situation in dieser Straße nicht kenne, sind wir von dort weiter Richtung Rüsternallee (Parallelstraße zum Birkenweg) gegangen, wo ich bis Juni einschließlich praktisch wöchentlich mit einer kranken Katze zum Tierarzt unterwegs war und wo mir nie irgendwelche Strahlung aufgefallen war (und die fällt mir auf, da meine Reaktionen sehr stark, plötzlich und umwerfend sind). Auch dort war jetzt sehr starke Strahlung, sogar Wolfgang spürte Brennen und Druck im linken Auge, was noch nie der Fall gewesen war. 

Zurück gingen wir durch die Unterführung Richtung Gymnasium, vor und nach der Unterführung und speziell auch vor dem Gymnasium war die Strahlungsintensität so schlimm, daß ich dort freiwillig nicht mehr entlang gehen werde. Die Kinder im Gymnasium tun mir leid, so etwas Intensives wird sich umgehend auswirken, wie wir hier an der Reizbarkeit und der mangelnden Erinnerungsfähigkeit nicht sensibler Personen merken. 

Gegen 22 Uhr ins Bett gegangen, der Kaninchendraht an der Wand nützt durchaus, allerdings habe ich Verbrennungsgefühle in beiden Füßen und im linken Unterschenkel. Ich rolle mich daher in der oberen Betthälfte zusammen, so geht es einigermaßen, d. h. im Vergleich so, wie es vor der Nutzungsuntersagung und Betrieb von drei Masten, aber nicht Vodafone war, was ich damals als unerträglich empfand und auch jetzt keinesfalls längerfristig tolerieren kann. 


27. 10. 2002 (Hochzeitstag, Zeitumstellung) 

Ich wache gegen 3,30 Uhr (MEZ) auf mit Blutdruck 169/90 Puls 80. Bis dahin habe ich wie tot geschlafen, aber jetzt wegen Augenbrennen, Herzrasen, brennendem Durst, Bauchschmerzen und starken Verbrennungsgefühl in den Füßen wach geworden. Dazu habe ich Ohrengeräusche und starkes Kopfweh im Hinterkopf. 

Interessanterweise stelle ich fest, daß Katze Rübi, die sonst auf der Fensterbank Richtung Nordseite schläft, sich ins Bett eingeschlichen hat und zwar hat sie sich schräg ausgestreckt auf der Fortsetzung der Verbindungslinie Ende der Drahtabschirmung und Mast, sie hat also einen strahlungsärmeren Bereich gesucht.

Wolfgang wandert zu diesem Zeitpunkt in den Keller aus, ich folge ihm kurz danach. Die Katze erscheint – offenbar nach negativer Überprüfung weiterer „legaler“ Schlafplätze - ebenfalls im Keller, in Anbetracht der quälenden Situation verjage ich sie nicht. 

Wolfgang schläft im Keller sehr fest, schnarcht aber laut, was sehr selten bei ihm ist, ich schlafe lange gar nicht, es fehlt mir dort die Freischaltungsmöglichkeit für den Hausstrom, die wir in dem Wohnbereich haben, denke ich. Blutdruck beim Aufwachen gegen 8,00 Uhr 160/100, sehr zerschlagen gefühlt.

Sobald ich wieder nach oben gehe (Bad), setzt massives Augenbrennen ein und das, obwohl ich das Metallkopftuch trage (auch im Bett im Keller). 

Kurz nach 10 kam ein Mitarbeiter des baubiologischen Instituts und führte mehr als 3 Stunden Messungen durch. Er stellte fest, daß in den Kinderzimmern im DG die Salzburger Grenzwerte um mehr als das Fünffache überschritten werden. Nur ca. 2 % der deutschen Wohnungen seien ähnlich stark belastet. Außerdem stellte er fest, daß von Blindenaltenheim nicht nur D2 sondern auch E-Frequenzen gesendet werden. 

Nachmittags trotz Sturmwarnung zwecks Mobilfunkerholung auf den Remstecken, dort ist das Feld aber inzwischen so stark (wohl vom Kühkopf), daß ich da nie mehr hingehen werde. Weiterer Versuch in den Rheinanlagen ebenfalls ziemlich unangenehm. 

Zurück zu Hause ruhig auf dem Sofa gesessen bei ständig steigendem Blutdruck ohne besonderen (anderen ) Anlaß, kurz nach 19 Uhr dann 225/115 gemessen. Martin hatte 139/65, Wolfgang 135/75, es ist also mein Problem. Die beiden sind allerdings sehr reizbar und depressiv verstimmt, ohne Grund, Wolfgang speziell hat sehr deutliche Gedächtnisstörungen, hört schlecht und ist sehr niedergeschlagen und hoffnungslos. 

Martin hat offensichtlich versucht, etwas zu lernen, meint aber, es bleibe einfach nichts hängen. Wenn ich seinen Vater sehe, glaube ich ihm völlig. Dieses Problem habe ich derzeit m. E. noch nicht.

Ich werde versuchen, durch ein basisches Bad den Blutdruck etwas zu senken und dann ins Bett gehen, total fertig, wohl auch, weil ich mich während der Messungen stärker exponieren mußte. 

Um 22,00 Uhr im Bett und versucht zu schlafen.


28. 10. 2002

Um 2,45 Uhr wach geworden schweißgebadet, Nasenbluten, Blutdruck 160/89 Puls 84. Im Kinderzimmer DG nachgeprüft, wie da um diese Tageszeit die Lage ist: Ich empfinde zwar deutlich weniger Kopfdruck als tagsüber, aber trotzdem immer noch unerträglich.

Ich versuche – ziemlich vergeblich – im Keller weiter zu schlafen. Ich finde dort die „Erhabene“ (unsere Oberkatze) mit ihren Vasallen bereits vor, der Raum wird sonst von den Katzen kaum betreten, er ist auch nicht sonderlich gemütlich und feucht-kalt. 

Um 7,00 Uhr aufgestanden: Martin berichtet, einigermaßen geschlafen zu haben, in Theklas Zimmer im OG, was mobilfunkmäßig eines der besten ist (aber keineswegs in diesem Zustand geeignet als Schlafraum nach dem Baubiologen). Er klagt aber über brennende und stechende Schmerzen im rechten Auge, meint jedoch, er wolle keine Augentropfen, unterwegs würde es sicher gleich besser (mir ging es auch so). 

Wolfgang wirkte zerschlagen und meinte, er hätte besser auch im Keller geschlafen, seit 3 Uhr sei er wach gewesen. Ich tröste ihn damit, daß ich auch nicht schlafen konnte. Mir ist schlecht, meine Augen brennen, ich habe Kopfweh und fühle mich insgesamt total unwohl. 

Martin kommt vorzeitig aus der Schule nach Hause, hat dort sein Fahrrad stehen lassen, er ist käseweiß und seine Augen sind dick geschwollen. Man merkt ihm an, daß er sich elend fühlt. Er klagt, daß er derzeit zwar ganz gut einschläft aber sich trotzdem im Schlaf nicht erholt. Ich weiß nicht, was ich mit ihm anfangen soll, denn er fühlt sich zu schwach, um außer Haus zu gehen und im Haus wird alles ja nur noch schlimmer. 

Er wird heute nacht bei einem Freund schlafen, allerdings hat die Familie ein DECT-Telefon und so weiß ich nicht, ob er da wenigstens mal ruhig schlafen kann. Er reagiert ungeheuer aggressiv und störrisch auf meine Frage, ob die Familie nicht einmal nachts den Stecker ziehen könne, ich biete sogar an, selber mit der Mutter zu sprechen. Die Reaktion ist aggressiv-resigniert und strikt ablehnend. Er empfindet offenbar seine Situation als schimpflich für sich.

Telefongespräch mit der Regulierungsbehörde ergibt, daß man da nichts von einem 2. Betreiber auf dem Blindenaltenheim weiß, der mit E-Frequenzen arbeitet. Der Baubiologe meint am Telefon, man müsse aus den Messergebnissen normalerweise den Betreiber ermitteln können, er will Bescheid sagen, wer da sendet.

Gegen Abend, nach Aufkauf sämtlicher in Koblenz verfügbaren Mengen an metallischem Fliegendraht, fängt Wolfgang an, das Elternschlafzimmer nach den Ratschlägen des Baubiologen provisorisch abzuschirmen. 

Ich will nur noch schlafen, sämtliche Schleimhäute sind gereizt, bluten z. T. (ich habe z. B. sonst nie Nasenbluten, seit vier Tagen mehrmals täglich). 

Ich habe bisher vergessen zu erwähnen, daß ich seit gestern beim Einschlafen immer wieder sehr trockene Hustenattacken habe, die mit Erstickungsgefühl einhergehen und Absonderung von sehr zähem Schleim (farblos). Diese Art Husten beobachte ich auch bei Mann und Sohn immer wieder, wenn auch nicht so stark wie bei mir. Dazu kommt ein ständiger metallischer Geschmack im Mund und eine stark geschwollene Zunge, Symptome, die ich seit der Gebißsanierung mit metallfreier Keramik vor mehr als 6 Jahren nie mehr hatte. 

Außerdem ist mir im Magen einfach nur schlecht und das ständig 24 Stunden lang, außer wenn ich längere Zeit außer Haus bin. Der Blutdruck schwankt, ist aber deutlich höher als vorher und es kommt ohne besondere Anlässe immer wieder zu Hochdruckkrisen mit Herzrasen. 

Der einzige Platz, wohin ich mich dann zurückziehen kann, ist nach meinen Erfahrungen die Sauna, was den Meßergebnissen des Baubiologen entspricht, der dort deutlich niedrigere Werte als im Keller sonst maß. Nur ist die Sauna als Schlafraum leider völlig ungeeignet. Ich habe seit heute Mittag stechende Schmerzen im linken Unterschenkel, hoffentlich bahnt sich da keine Thrombose an.

Nachdem Wolfgang eine provisorische Abschirmung an der Schlafzimmerdecke mit Aluminium-Fliegendraht angebracht hat, gegen 23,00 Uhr ins Bett bei Blutdruck 167/103 Puls 83. 

Zuvor hatte ich festgestellt, daß ich den Alu-Fliegendraht sogar als zusätzlich belastend empfinde, wenn noch ein Stromverbraucher an ist und damit die Netzfreischaltung noch nicht aktiviert ist. Beim Anbringen bei Tageslicht hatten jedoch sowohl Martin als auch ich direkt eine Entlastung gespürt, er eine „erhebliche“ - ich eine „gewisse“. 

Wir sorgten daher dafür, daß die Netzfreischaltung funktionierte und besprachen, daß der Fliegendraht geerdet werden muß. 

29. 10. 2002

Wolfgang und ich schliefen beide sehr tief und erholsam und wachten erst gegen 4,30 Uhr auf, wenn man die Zeitumstellung berücksichtigt, fast zur Normalzeit. Mein Blutdruck war 160/94 Puls 74. 

Wir fanden zu diesem Zeitpunkt auf der „Besucherritze“ eine Katzenschnur vor: Kopf an Schwanz aufgereiht, so daß die Menschen nachts nichts merkten konnten, aber auch noch der Kater seinen Schwanz im strahlungsärmeren Bereich halten konnte. Wahrscheinlich haben die Katzen auch zu viel ferngesehen und suchen deshalb strahlungsärmere Zonen, wenn man der Logik des Eplus-Mannes folgt, der das ja Martin unterstellt hatte.

Allerdings hatte ich doch erhebliche Probleme beim Aufwachen: Kopfdruck, vor allem in der rechten Schläfe, Augenbrennen, Kopfschmerzen, Übelkeit. Ich schlief auch nicht mehr ein, Wolfgang aber schon. 

Es ist offenbar nur der Entlastungseffekt, daß wir nach derartig langer und gravierender Schlaflosigkeit jetzt einmal richtig schliefen, ich bin sicher, daß die abgeschirmte Situation schlimmer ist als letzten Herbst bei unabgeschirmtem Betrieb der drei weiter entfernteren Masten, wo wir ja auch nicht oder zumindest nicht erholsam schlafen konnten. Auch der Blutdruck zeigt ja: etwas besser, aber keineswegs im grünen Bereich. 

Sobald ich das Bett verlassen hatte und im unabgeschirmten Bereich umherging oder saß, wurden die Schmerzen und sonstigen Reaktionen wieder extrem und unerträglich, so wie in den letzten Tagen den ganzen Tag.

Vormittags bei Herrn F. zur Physiotherapie, er stellte sehr starken Lymphstau im Hinterkopf-Nackenbereich fest, sonst ging es mir da besser. Besserung reichte nach der Rückkehr aus, um Essen zu kochen, danach wieder völlig geschafft.

Martins Freunde Stefan (14 Jahre) und Jojo (16 Jahre) kamen erstmals seit Anschaltung der Masten in Martins Zimmer und empfanden sofort die gleichen Symptome wie wir: drückendes Gefühl, durchaus schmerzhaft im Kopf, Jojo Brennen in der linken Kopfhälfte und im linken Auge. 

Stefan meinte, er hätte sehr deutlich beim Heruntergehen gemerkt, daß der Druckkopfschmerz nachgelassen habe. Beide fanden es sehr unangenehm, sich in Martins Zimmer aufzuhalten, weshalb sie beschlossen, ihr Treffen anderswohin zu verlegen.

D. h. daß von fünf familienfremden Besuchern seit 24. 10. bis auf eine Frau alle sehr deutlich und sofort körperlich reagiert haben, eine Frau dabei so heftig, daß sie umgehend aus dem Haus floh. 

 

30. 10. 2002

Ich schlief bis 5,00 Uhr, also insgesamt 6 Stunden, tief durch, wachte dann mit Ohrgeräuschen auf (wie ich seit der Messung weiß, sind das Mobilfunktöne, ein Pfeifen und daneben immer wieder ein Knattern, allerdings leiser als wenn das Messgerät akustische Signale sendet), und naß geschwitzt vor allem im Hals-Nackenbereich, brennenden Augen und Kopfschmerzen, vor allem brennendem Kopfschmerz rechts. 

Ich fühlte mich in dem abgeschirmten Schlafzimmer aber deutlich erholter als irgendwann seit 24. 10. 

Martin hingegen, der wegen eines Übernachtungsbesuches nicht im Elternschlafzimmer, dem einzigen etwas abgeschirmten Raum, schlafen wollte, hatte am Morgen dick geschwollene Augen, war sehr blaß, müde und gleichzeitig aggressiv. 

Wolfgang hat auch besser, allerdings nicht gut geschlafen, die Abschirmung reicht nicht aus, wie ich es auch spüre, und nach der ersten Nacht , wo wir wegen absoluter Erschöpfung wohl richtig in den Tiefschlaf kamen, stellt sich jetzt schon wieder die normale Reaktion auf Mobilfunkstrahlung in der immer noch sehr hohen Intensität auch im abgeschirmten Bereich ein. 

Ich denke die Werte sind im Schlafzimmer immer noch mindestens 10x höher, als sie bei Betrieb der drei anderen Masten ohne Abschirmung waren – und da konnten wir auch nicht schlafen. 

Morgens ins DG gegangen, um ein offenstehendes Fenster zu schließen. Sofort setzte Herzrasen ein, massive Übelkeit und sehr starkes Augenbrennen. Auch meine Augen waren nach der halben Minute im DG plötzlich dick geschwollen.

Den ganzen Tag mit provisorischen Abschirmmaßnahmen und Planung der richtigen Abschirmmaßnahmen beschäftigt. Mehrfach kürzere Zeit außer Haus, weiß aber nicht, ob das nützlich ist, weil die Rückkehr immer einen entsetzlichen Schlag in den Kopf bedeutet. 

Abends kurz nach 22,00 Uhr Thekla von Zug abgeholt. Sie war trotz der anstrengenden Fahrt sehr munter, bis wir hinter unserem Garten langgingen. Dann sagte sie plötzlich „Da ist doch etwas ganz anders, mir wird schlecht!“. Im DG fühlte sie sich ebenso elend und ging gleich wieder weg. Wir stellten ihr die diversen Ausweichschlafmöglichkeiten vor und stellten anheim, sich den besten auszusuchen – bis hin zur Besucherritze bei den Eltern, weil deren Schlafzimmer als einziger Raum etwas abgeschirmt ist. Ein etwas ungewöhnliches Arrangement für eine 20jährige. . .

Im Eßzimmer, wo wir einen provisorischen Maschendraht angebracht haben, weil Martin und ich dort kaum mehr essen konnten, weil uns regelmäßig schlecht wurde, meinte sie, man müsse die Decke noch zusätzlich isolieren. Dabei liegt die Eßecke direkt unter dem abgeschirmten Schlafzimmer. 

Ich hatte das Gefühl, daß heute die Strahlungsintensität erneut zugenommen hat, nach einer etwas geringeren Bestrahlung am Vormittag wurde es nochmals verstärkt. 

Übrigens: Thekla hat zwar MCS aber bisher nie elektrosensibel reagiert. Sie hat während des Betriebs der anderen drei entfernteren Masten nichts gespürt und sich auch nicht krank gefühlt im Gegensatz zu mir und Martin. 

Ich war abends nur noch fertig, merkte, daß mir die Schutzwirkung im Schlafzimmer nicht genügt und daß die Lage absolut hoffnungslos ist.


31. 10. 2002

Die Nacht wurde der absolute Horror. Eigentlich hätte ich einen Notarzt gebraucht. 

Der Reihe nach: Gegen 24,00 Uhr ins Bett gegangen. Unerträgliche körperliche Gefühle, das was ich auf Mobilfunk zurückführe und zusätzlich das Gefühl, elektrisch aufgeladen zu sein, mit stark zunehmender Tendenz. 

Daher nach knapp einer halben Stunde in den Keller umgezogen. Dort verschärfte sich die Blutdruckkrise, ich nahm daher von 1- ½ 2 Uhr ein Salzbad, danach war der Blutdruck etwas besser, ich konnte aber weiter nicht schlafen, hatte sehr starke Schmerzen und sonstige Symptome. 

Gegen 4 Uhr war der Blutdruck im Liegen ca. 240/140, alle halbe Stunde starke Diurese, mehrfach Durchfallattacken. Daher aufgestanden und dem irrwitzigen Bedürfnis nachgekommen, barfuß im Garten im nassen Gras bei leichtem Regen umherzugehen. Ich fühlte mich danach etwas besser und schlief von ½ 5 Uhr bis 6 tatsächlich ein bißchen im Keller. 

Aufgewacht vom Anspringen der Heizung, d. h. genauer gesagt wohl von einem elektrischen Impuls, der dazu führte. Ich schloß daraus, daß sich irgendwelche Wechselfelder durch die provisorische Abschirmung im Schlafzimmer gebildet hatten. 

Da Baubiologen und Elektriker keinen praktikablen Rat wußten, gingen Wolfgang und ich, nachdem ich zwei Stunden „zur Erholung“ in die Stadt gefahren war, mit geisteswissenschaftlichen Methoden an die Sache heran. Wir rekonstruierten, wann zuletzt ich die Situation im Schlafzimmer als okay eingestuft hatte und gingen dann die Arbeitsschritte rückwärts durch. 

Als erstes hob Wolfgang die provisorische Erdung über die Heizung auf und erdete die Alumatten nach Anleitung eines Elektrikers über den Nullleiter. Das spürte ich als leichte, aber keineswegs ausreichende Besserung. 

Nach einigen weiteren Versuchen ließ sich das Problem schließlich im wesentlichen dadurch lösen, daß Wolfgang die Erdungsverbindungen zwischen der Aluuntertapete hinter den Betten und den Matten durchtrennte. Danach war der Raum fast wieder in dem Zustand vom 30. 10. morgens.

Bei dem Stadtbesuch sagte mir Thekla, sie habe ja mit einigem Schlimmen gerechnet, nach dem, was sie am Telefon gehört hatte, aber daß es so schlimm sei, das habe sie sich nicht vorstellen können. 

Martin und ihre Eltern seien wesensmäßig nicht mehr wiederzuerkennen gewesen, alle sind reizbar, es wird rumgebrüllt, jeder fühlt sich genervt, alle wirken vollkommen überlastet und sind daher nicht mehr belastbar. 

Wir wirkten desinteressiert, zu müde, um sich für irgendetwas zu interessieren, wir sehen alt aus, Martin wirkt schizophren. Alle drei wissen aber darüber Bescheid, nur deswegen gibt es hier keinen Mord und Totschlag, meinte sie. 

In Familien, wo man das Problem nicht durchschaut, würde so etwas zu Gewaltaten oder Scheidung führen. Zitat: „Ihr wirkt wie eine alleinerziehende Mutter von Vierlingen, die alle gleichzeitig bläken!“, was für Thekla offenbar ein Synonym für unüberbietbaren Streß darstellt.

Von 14,00 bis 16,00 Uhr schlafen Wolfgang und ich total erschöpft im Schlafzimmer, geweckt durch Telefon und Besuch von Frau G. mit Tante. 

Schon bei der Rückkehr aus der Stadt und nach der Lösung der Erdungsverbindungen wirken alle beim Mittagessen deutlich gelöster, was ich auf die Abstellung der Wechselströme schiebe. Rückblickend meine ich aber, daß der Mast ca. 13,00 Uhr bei der Rückkehr aus der Stadt etwa um die Hälfte schwächer sendet als beim Wegfahren. 

Bei der Hinfahrt waren die Reaktionen extrem an der Bushaltestelle Richtung Innenstadt, deutlich geringer dagegen bei der Rückkehr auf der anderen Straßenseite; am Vortag war es gleich in beiden Fällen. Auch der plötzliche Schlag in Kopf und Bauch an der Bushaltestelle Bundesarchiv in den letzten Tagen war heute deutlich geringer ausgefallen. 

Frau G. hat den ganzen Fußweg entlang Magdeburger Str. 25-35 einen Kopfdruck und Druck auf den Ohren gespürt. Im Haus spürt sie zunächst nichts, auch nicht im DG, aber mir geht es so, daß ich ebenfalls wesentlich weniger spüre. 

Wir sitzen noch ca. eine Stunde im Wohnzimmer, d. h. konkret in der mit Kaninchendraht etwas abgeschirmten Eßecke, dann sagt sie, sie habe weiter Kopfdruck und ihre Augen begännen zu brennen. Man sah auch, daß sich ihre Augen röteten und sie blinkerte. 

Stefan berichtet, daß er zwar ganz gut geschlafen habe, aber sich seit Beginn seines Besuchs bei uns müde und schlapp fühle. Das kennt er nicht, weil er ein äußerst gesunder junger Mann ist, wie wir alle wissen. Martin und er sind außerordentlich gute Freunde, die sich nie streiten. In diesen Tagen zoffen sie sich ständig. 

Ich frage Freund Jojo beim Heimfahren im Vertrauen, wie er Martin empfindet, er sagt, der Junge sei absolut verrückt geworden und durchgeknallt. Ich muß ihm zustimmen. Aber auch Stefan, der sonst so Ruhige, wird von Tag zu Tag aggressiver.

Thekla hat die erste Nacht zwar nach ihren Angaben ganz gut in ihrem alten Zimmer geschlafen, aber sie ist zu müde, um abends auszugehen. Wir gehen recht früh zu Bett. 


1. 11. 2002

Ich schlafe fast 11 Stunden mit den inzwischen üblichen Unterbrechungen (Blutdruck, Kopfschmerzen, Verbrennungsgefühle, Durchfall, extremer Durst, Schwitzen). Ich fühle mich trotzdem unerholt, der Blutdruck ist morgens 156/95. 

Thekla erzählt beim Frühstück, daß sie an sich inzwischen auch Gedächtnisstörungen wahrnimmt. So muß sie sich z. B. aufschreiben, welche Salate es zum Mittagessen geben soll, weil sie es gleich wieder vergessen hatte. 

Sie beschließt mit Martin heute nachmittag, wenn er nach einer Partynacht auswärts wieder auftaucht, mit dem Twingo ins Grüne zu fahren, damit es Sinn hat, mit ihm Chemie zu lernen. Ein interessantes Experiment, ob das genügt, m. W. wird im Tiefschlaf das Gelernte erst richtig gespeichert. Das Ausweichen in den Wald vermeidet so also nur die augenblicklichen Aufnahmestörungen wegen Überlastung der Sinne. 

Das ist nämlich das, was ich empfinde. Ich habe deutlich das Gefühl schlechter zu hören und zu sehen, das elektrische Licht erscheint mir zu dunkel, Frau G. empfand die Lage so, als ob „Rauch“ im Haus sei (war nicht der Fall), Thekla spricht von „Dunkelheit“ im Haus. Ich denke alle drei Aussagen bedeuten das Gleiche. 

Stefan hat sich heute nicht blicken lassen, er hat bei Jojo geschlafen und dort auch gegessen und die Freizeit geplant, er weiß eben, was ihm besser tut. . . .

Mittags erreichte uns folgende Email von Frau G. :

Liebe Familie Stein, 

ich will noch mal kurz beschreiben, wie es uns nach dem Besuch bei Ihnen ergangen ist. 

Wir sind noch kurz in der Rüsternallee spazieren gegangen aber der trübe dunkle Abend ließ uns schnell heim fahren. Als wir in der Moselweißer Straße ankamen holte meine Tante tief Luft und sagte: So, jetzt bin ich wieder ich selbst! 

Mir ging es ähnlich, so als wären wir einem Alptraum entronnen, ohne dass ich im geringsten beschreiben könnte worin der Alptraum bestanden hatte.

Mit Ihrem Haus ist tatsächlich etwas nicht in Ordnung. Aber das fiel mir schon bei meinem ersten Besuch am 15. Oktober auf. Nur dass es diesmal noch viel deutlicher auffiel und ich diesmal eben das deutliche Empfinden hatte, etwa eine halbe Stunde nach dem Besuch bei Ihnen wieder in den Normalzustand zurück zu finden. 

Ich kann einfach nicht glauben, dass in ihrer Nachbarschaft alles in Ordnung ist. In ihrem Haus kann auch ein Mensch ohne jegliche gesundheitliche Vorbelastung nicht glücklich leben! 


Frau G. hat sicher Recht, daß es schon am 15. 10. im Haus nicht mehr okay war. Martin sagt, er habe seit 10. 10. , dem Tag als er aus den Herbstferien zurückkam, nicht mehr schlafen können. 

Angeregt durch die Mail machten wir eine Rundfahrt durch andere Koblenzer Stadtteile, besonders Südliche Vorstadt, Oberwerth, Innenstadt, Metternich, Güls, Bisholder und schließlich noch Wolken, weil wir feststellen wollten, ob es irgendwo besser sei. Es war nicht, insbesondere kommen Häuser von Bekannten, bei denen wir Martin vorübergehend zumindest zu Schlafen untergebracht hätten, leider nicht in Frage. Lützel haben wir schon früher einmal abgefahren, ebenso Teile der rechten Rheinseite.

Wenn Martin seit 10. 10. nicht schlafen konnte und am 15. 10. sich eine völlig unvoreingenommene Besucherin nicht wohl fühlte, muß man wohl davon ausgehen, daß direkt nach der Verhandlung am 8. 10. die Masten hochgefahren wurden. Da die Stadt ja sich rechtlich doch nicht durchsetzen kann oder will, meint man offenbar, sich das auch ohne Rechtsgrundlage erlauben zu können. Es ist ja auch so.

Zurück im Haus gegen 18 Uhr bekomme ich einen heftigen Schlag in den Kopf und gehe erst einmal spazieren. Der Versuch anschließend etwas zu essen scheitert. 

Ich habe, wie immer wieder in den letzten Tagen, Hunger, wenn ich außer Haus bin, wenn ich dann aber nicht innerhalb der ersten 10 Minuten nach Heimkehr etwas esse, geht es anschließend nicht mehr. Thekla fiel bereits bei ihrer Ankunft auf, daß meine Kleidung an mir schlottert, mir selber fällt das erst in den letzten 2 Tagen auf, wo die Hosen anfangen zu rutschen. Diese Diät, die auch alle anderen Menschen machen (und etwas auch die Katzen) ist sicher sehr ungesund. 

Abends über Abdämmmaßnahmen oder Wegzug gesprochen, aber keine Entscheidung treffen können. Wie sollten wir auch, ein MCS-Umzug ist eine High-Risk-Sache und dies als Notumzug unter den gegenwärtigen Bedingungen durchzuführen, ist unvorstellbar schwierig, vor allem wenn es für uns praktisch unmöglich ist, sofort ein Ausweichquartier zu finden. Selbst ohne die Katzen ist es praktisch unmöglich, noch heute etwas zu finden. 

Abendliche Bettenverteilung: Wolfgang bereitet für sich und Martin einen Schlafplatz im Keller vor, Martin und Stefan übernachten aber lieber außer Haus. Thekla kommt daher zu mir in das abgeschirmte Schlafzimmer. 


2. 11. 2002

Ich kann nicht schlafen und habe wieder Herzrasen mit extremem Kältegefühl, was ich durch sehr warmes Erwärmungsbad zwischen ½ 2 und 2 Uhr halbwegs wieder in den Griff kriege: der Blutdruck bleibt zwar hoch, aber die Schüttelfrostkrise läßt nach. 

Thekla schläft zwar unruhig, aber sie schläft. Es ist ja auch erst ihre dritte und gleichzeitig die vorletzte Nacht hier. 

Wolfgang hat im Keller, wie er mir morgens berichtet, ebenfalls eine Schüttelfrostkrise und schildert mir alle Symptome, die ich auch schon seit Tagen habe. Er kommt auf die verzweifelte Idee, heute nacht mit Schlafsack in seinem Dienstzimmer zu schlafen. Anzeichen eines Infektes sehe ich eigentlich nicht an ihm. 

Das Katzenfutter von gestern ist fast unberührt, das Öffnen der neuen Dosen interessiert die Katzen nicht, nicht einmal unter dem Gesichtspunkt der Rangfolge (Oberkatze hat Vorfressrecht, das sie täglich aus Statusgründen wahrnimmt, heute nicht). 

Woher nimmt Vodafone sich das Recht, uns mitten im Winter obdachlos zu machen? Fast den ganzen Tag haben wir im Westerwald Häuser unter Mobilfunkaspekten geprüft. Ein Haus kommt unter diesem Aspekt, aber unter sonst keinem in Frage. 

Wolfgang ist so schlecht dran, daß er nicht fahrtüchtig ist. Thekla übernimmt daher das Chauffieren. In Montabaur essen wir zu Mittag. Martin schlägt richtig zu, auch ich habe Appetit. 

Zu Hause schmeckt unsere gute biologische Kost nicht, ich kann nur etwas essen in den ersten 10 Minuten nach Rückkehr ins Haus, danach ist mir einfach ständig zu übel dafür. Nur Wolfgang erholt sich nicht genug, um essen zu können, er schläft aber eine halbe Stunde im Auto offenbar sehr tief.

Abends früh ins Bett, Martin im Keller, Wolfgang in seinem Arbeitszimmer, Thekla, ich und die Katzen im Schlafzimmer. 

3. 11. 2002

Wir schlafen zwar alle recht tief, teilweise auch lang, aber richtig erholt ist niemand. Martin und Wolfgang wirken krank, Thekla ist voller Erwartungsfreude, daß sie die nächste Nacht wieder in ihrem mobilfunkfreien Bett in F. verbringen kann. 

Ich bin nur noch müde. Thekla berichtet vor der Abfahrt, daß sie das Gefühl hat, in unserem Haus Halluzinationen zu bekommen. Sie sieht Bewegungen im Augenwinkel, wo gar nichts und niemand ist. Das hatte sie vorher nie und hat sie auch nicht mehr, wenn sie etwa eine Stunde aus dem Feld herauskam. 

Ich weiß, was sie meint, ich habe auch das Gefühl, irgendetwas Graues, Schatten?, im Augenwinkel zu sehen, auch ich kenne das nicht. Ich halte es nicht für eine Halluzination sondern für eine Überforderungsreaktion der Sinneswahrnehmung: Das Gehirn versucht Mobilfunk zu visualisieren. 

Thekla berichtet, wie die beiden Männer, über lebhafte Träume, was ich für nicht sehr positiv halte. Sie hat geträumt, jemand versuche gewaltsam in ihre Wohnung in F. einzudringen und hätte schon die Scheibe zerschlagen. Ich finde das sehr eindeutig in des Symbolik, das Unterbewußtsein warnt vor dem Eindringen körperschädlicher Signale, denke ich. 

Wolfgang hingegen erlebt einen schrecklichen Autocrash, kann sich insbesondere nicht aus der Situation lösen und braucht etwas Zeit um zu verstehen, daß es kein realer Unfall war. Träume, in denen die Unfähigkeit der Unterscheidung von Realität und Traum ein beängstigendes Phänomen darstellt, kannte ich bisher nicht, habe sie aber in den letzten Tagen auch mehrfach gehabt. Stefan fährt auch, er war seit Mittwoch praktisch nur mehr ein „Dusch- und Wäschewechsel- Gast“. Er wünscht sich Wiedersehen unter besseren Auspizien. Ich mir auch.

Nachmittags Häuser in Vallendar und Bendorf auf Eignung unter Mobilfunkaspekten geprüft, nichts dabei. 

Bisheriges Fazit: Wenn Vodafone nicht wäre, hätten wir in unserem Haus die ziemlich normalen Werte, die wir praktisch überall vorfinden. Dafür wäre eine Abschirmung sicher ausreichend. Mit Vodafone sind wir enteignet und nur mehr auf der Flucht. 

Martin ist sehr übel drauf, schon eine Nacht im Haus hat ihn wieder derartig runtergebracht, gestern hatten wir einen ganz lieben, humorvollen und klugen Jungen bei uns, heute ein übel gelauntes, aggressives Monster, das noch dazu offensichtlich krank ist. Ich bitte ihn dringend, heute Nacht wieder bei Jojo zu schlafen, was dann auch passiert. 

Ich gehe vor 21,00 Uhr zu Bett, Wolfgang gegen 10,00 Uhr, wir sind total kaputt.

4. 11. 2002

Erstmals um 0,35 Uhr wach geworden, davor einigermaßen erholsam geschlafen, Blutdruck 143/92, ich konnte dann nicht mehr schlafen und dämmerte nur mehr, 

Wolfgang schlief m. E. ziemlich fest, subjektiv fühlte er das anders beim Erwachen. Beim Aufstehen hatte sich der Blutdruck auf 167/104 erhöht (6,30 Uhr).

Wir besichtigten vormittags evtl. Ausweichquartiere, die nicht in Frage kamen, und mieteten uns dann im Hotel Bastian ein, mit Recht zum Katzenmitbringen. Danach ging Wolfgang zum Arzt und ich nach Hause. 

Hier fand ich u. a. Katze Zoe in total apathischem Zustand vor. Ich wickelte sie in mein Metallkopftuch ein, worauf sie ein ganz leises Schnurren von sich gab. Da ich es selber im Haus nicht aushielt, steckte ich sie in den Katzenkorb und ging an eine Stelle auf der Karthause, wo Wolfgang und ich uns in den letzten Tagen immer hinsetzen, wenn wir dem Feld entkommen wollen und als Vorbereitung für eine Mahlzeit, weil wir nur etwas essen können, wenn wir eine gute halbe Stunde außer Haus waren und dann nach Rückkehr auch nur in den ersten 10 Minuten. 

Für die Katze war das natürlich Streß, aber sie erholte sich innerhalb einer halben Stunde sichtbar. Ich setzte sie an den Hausmeisterhäusern aus dem Korb, schon 5 Minuten später war sie zu Hause und haute sich den Bauch voll. Eine Besucherin meinte, Zoe sei plötzlich wieder von den Toten auferstanden, allerdings war das nur kurzfristig der Fall, kaum länger als bei den Menschen. Ist die Katze hysterisch oder ist sie vernünftiger als die sog. menschlichen Experten? 

Herr G. rief an und sagte, er könne seit einer guten Woche auch nicht mehr gut schlafen, er wache immer um 2 Uhr auf. Er habe der Rhein-Zeitung einen Leserbrief geschickt, den diese aber nicht gebracht habe. Er will uns heute Nachmittag 2 leere Wohnungen zeigen, die evtl. als Ausweichquartiere in Frage kommen könnten. 

Eine kam in Frage, aber wird erst zum 1. Januar frei, als Dauerwohnung sind 3 Zimmerchen ohnehin viel zu klein, aber wir werden uns überlegen, ob wir sie als „Nebenwohnung“ zum schlafen anmieten, wenn die Abschirmung im Haus nicht hinreichen sollte. Ein teurer Vergnügen: 540 Euro kalt.

Wir wollten schon um 18,00 Uhr ins Hotel, aber Martin fiel um 17,30 im Keller in Tiefschlaf, weshalb wir bis kurz nach 21,00 Uhr warten mußten, um ins Bastian zu fahren. Dort alle sofort ins Bett und – teilweise nach längerem Wachliegen – auch eingeschlafen.


5. 11. 2002 

Martin stand gegen 7,00 Uhr auf, hatte „saugeil“ geschlafen, Wolfgang eher „sau“ als „geil“, kommt von seinen akuten Magenproblemen. Der Hausarzt hat wohl Verdacht auf akutes Magengeschwür, eine bisher absolut unbekannte Sache bei ihm. 

Ich litt unter HF, wenn es auch insgesamt deutlich besser war und ich mich ziemlich gut erholte.

Zu Hause Verhandlungen mit Handwerkern und Lieferanten für Abschirmmaterialien. Durch die Sturmschäden kann der Dachdecker seine Terminzusage nicht einhalten, was unseren Hotelaufenthalt um weitere 2 Wochen verlängern dürfte.

Ich sandte Tilmann folgende Email:

Lieber Tilmann, 

nach dem heutigen Stand der Dinge sind Papa und ich eher der Meinung, daß es besser wäre, wenn du nicht kämst und zwar aus deinem wie auch unserem Interesse: 

1. Martin und wir schlafen seit gestern im Hotel und werden das wohl knapp einen Monat tun müssen. Du müßtest hingegen drei Nächte im Haus schlafen, selbst wenn du z. B. in meinem halbwegs abgeschirmten Bett oder im Keller schläfst, wirst du wahrscheinlich nach drei Tagen nicht gut dran sein. 

So ist es auch Thekla am letzten Wochenende gegangen, die heilfroh war, wieder nach F. verschwinden zu können. Oder aber du müßtest Martins Hotelbett übernehmen und er drei Nächte bei Jojo pennen. 

Da fängt es schon an, schwierig zu werden: Jojos Familie hat ein DECT-Telefon und so kann er dort nicht richtig gut schlafen, bevor wir in der Strahlungskeule landeten, hat er es immer vermieden dort zu schlafen. Es ist nur das (z. Z. wesentlich) kleinere Übel für ihn, dort zu schlafen.

Du hast mir ja auch von deiner vielen Arbeit erzählt, ich möchte dich nicht gesundheitlich schädigen, wenn es vermeidbar ist. Und nach drei Tagen in diesem Haus ist man krank, egal, ob man vorher empfindlich war oder nicht.

2. Ich würde mich über deinen Besuch sehr freuen, aber ich sehe es als außerordentlich problematisch an, wenn dein Vater zweimal zum Hahn fahren muß. 

Papa hat es derzeit sehr schwer erwischt. Er hat derart abgebaut, daß ich ihn nur für sehr eingeschränkt fahrtüchtig halte. Die Vorstellung, daß er am Montag statt etwas Ruhe im Hotelbett zu finden, dich auf den Hunsrück bringen muß, macht mir äußerste Sorge. 

Wenn Du also selbständig herkommen könntest, ohne den Transport, wäre das vielleicht etwas anderes. Außerdem hat er so heftige Magenschmerzen, daß das ein akutes Magengeschwür sein könnte, und dann muß er wohl ohnehin in eine stationäre Therapie.

Martin hat die erste Nacht im Hotel "saugeil" geschlafen, wir beide immerhin etwas besser, allerdings nicht wirklich gut. Das gibt immerhin Hoffnung. Dein Vater und ich haben immerhin hier erst einmal in Ruhe gefrühstückt, nach Übernachtung im Haus war das nicht möglich, es ist einem so schlecht, daß man nichts essen kann. 

Aber auch nach dieser Auszeit fängt kurz danach alles wieder von vorne an. Besonders schlimm ist, daß man einfach nicht mehr die Kraft und Konzentration hat, um die notwendigen Entschlüsse zu treffen. Und dabei müssen wir das jetzt ganz schnell und ganz ohne jeden Fehler tun.

Auch die Katzen merken das. Zoe habe ich gestern mehrfach im Körbchen spazieren getragen und mich mit ihr eine halbe Stunde im Freien auf eine relativ feldarme Bank gesetzt, danach erwachten ihre Lebensgeister wieder etwas und sie fraß. Hier hängt sie nur apathisch herum und scheint schwere Kopfschmerzen zu haben. 

Auf die Idee, sie aus dem stärksten Feld zu tragen, kam ich, da sie leise anfing zu schnurren, als ich sie in meine Metallkopftuch einwickelte, offenbar fühlte sie sich da momentan besser.

Sie herzlich umarmt von Deiner Mama



Den Tag mit Abschirmungsorganisation verbracht und am Abend ab Freitag für 14 Tage eine Übergangsschlafwohnung „gemietet“.


6. 11. 2002


Liebe Frau G., 

es würde uns freuen, wenn Frau Dr. E. uns besucht. Tagsüber, ca. 9,00 Uhr bis 21,00 Uhr sind wir ja im Haus auch erreichbar. Es wäre gut, wenn sie dem OB schildert, wie man sich in unserem Haus fühlt.

Wir haben sehr viel an Entscheidungen und Organisation der Abschirmungen getan und hoffen, daß Anfang nächster Woche die Handwerker anrücken werden.


Hotel Bastian ist am Abhang der Karthause Richtung Moselweiß, also im Windschatten der fraglichen Masten. M. E. kriegt das Haus eine ganze Menge von Metternich Eulenhorst und auch der berufsbildenden Schule in Moselweiß ab, aber Martin hat "saugeil" geschlafen in der ersten Nacht da und auch mein Mann und ich, bei etwas anderer Wortwahl, können ihm da nur zustimmen. 

Mein Mann speziell erholte sich relativ rasch nach 2 Nächten und so hoffe ich sehr, daß er keinen Schlauch schlucken muß, will sagen, der Hausarzt befürchtete wohl ein akutes Magengeschwür (er hatte noch nie was mit dem Magen, aber uns allen ist ja seit Mastenstart ständig schlecht und es widersteht uns jedes Essen).

Tagsüber haben wir es heute auch schon deutlich besser im Haus ausgehalten als gestern, die Karenzzeit von 12 Stunden bringt also offenbar rasch etwas.

Ab Freitag übernehmen wir zum Schlafen die Wohnung einer Frau, die gerade ausgezogen ist, bei der die Handwerker aber erst am 24. anrücken. Das lief über Bekannte von Bekannten und ist eine echte Hilfe, weil meine drei Kleinen da auch mit können, ohne daß ein Protest nach Katzenart gleich eine schlimme Sache wäre. 

Die Wohnung ist gut zu Fuß zu erreichen, aber feldarm, nahe der Bank, auf der ich mit Zoe immer sitze, um uns zu erholen und - erstaunlicherweise und sicher zufällig - nahe dem Haus eines bekannten Politikers.

Drücken Sie uns die Daumen, daß wir bezüglich der Abschirmungstechnik die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Wir müssen uns da durch einen gegenwärtig laufenden heftigen Glaubenskrieg in der Baubiologenzunft hindurch finden, Metall gegen Kohle, Kupfer gegen Eisen, Eisen gegen Aluminium usw. 

Und das alles mit zugedröhntem Kopp und unter heftigstem Zeitdruck. Und kosten wird das Ganze doch um die 50. 000 Euro, alles eingerechnet. 

Herr T. , den Sie uns empfohlen haben, war ein großer Trost und eine Hilfe, aber auch er steht einer Fraktion nahe und so war auch er nicht bereit oder in der Lage, ganz unvoreingenommen die Alternativen zu diskutieren, er hat sich aber sehr bemüht, wie ich zugeben muß. 

Das kann man nicht über alle Gesprächspartner sagen. Einer weigerte sich gar, ein Geschäft über 230 Euro mit uns zu machen, weil er sich nicht am Abschirmen eines Hauses beteiligen will, wo verschiedene Leute dran rumdoktern (Zitat). 

Jeder der Herren hatte mindestens einen Lieblingsfeind, dessen Produkt er schlecht machte, und umgekehrt natürlich auch. Eine erhebende Sachlage für Ratsuchende, ist das objektive Produktinformation oder schon wieder gezielte Desinformation um sich selber ins rechte Licht zu setzen?

Wenn es nicht alles so schlimm wäre, würde ich darüber lachen. Ich hoffe, ich kann das bald wieder tun, wenn die Krise sich dem Ende nähert, bricht immer sehr schnell mein ausgeprägtes Gefühl für das Lächerliche durch.


Dies war die Antwort auf: 

Liebe Frau Dr. Eder-Stein, 

es tut uns leid, dass nun auch schon die Katzen dran sind. Sie haben sicher auch eine Psyche, aber von Mobilfunk haben sie noch nie etwas gehört aber ganz sicher sind sie noch sensibler als wir Menschen gegenüber HF-Strahlung.

Wenn sie nicht anhänglich wären, dann hätten sie längst das Weite gesucht. Wo  ist das Hotel Bastian ? 

Ich habe mir erlaubt Frau Dr. E. Ihre Telefonnummer zu geben. Ich meine sie sollte vor ihrem Besuch beim OB auch praktisch erfahren, was es heißt im Kreuzfeuer mehrerer HF-Strahlenverläufe zu überleben. Hoffentlich ertragen Sie noch Besuch.

Wir denken an Sie, herzlichst



7. 11. 2002

Weiter am Abschirmungswesen rumtelefoniert. Heute ist telefonieren im 1. OG kaum möglich, sehr viel deutlicher ist HF spürbar als gestern, wo wir uns besser fühlten. Liegt das am Wetter (Regen)? 

Die Katzen wissen das auch, denn sie liegen nicht in meinem Bett wie immer in den letzten Tagen, wenn wir über Nacht außer Haus waren, sondern in den unteren Stockwerken und in Theklas Zimmer, das heute etwas besser ist als die anderen Räume. 

Insgesamt fühle ich mich aber ziemlich schlecht und krank, außerdem überreizt. Zoe vegetiert nur noch und wird trotz Regen eine halbe Stunde spazieren getragen, was ihre Lebensgeister wieder spürbar belebt. 

Nachmittags erhalten wir Wohnungsschlüssel für die Reservewohnung und können so morgen einziehen, wenn man das so nennen will. Alle außer Martin, der seit Beginn des Hotelaufenthaltes ausgesprochen aufblüht, sind sehr gereizt. 

Der Kater wurde heute gar nicht gesichtet, ich hoffe, er hat ein strahlungsarmes Plätzchen zum Unterstellen gefunden, die Damen kloppen sich und beginnen einen Pinkelkrieg, absolut furchtbar. 

Recht früh ins Hotel und gleich sehr erschöpft tief geschlafen.

8. 11. 2002

Liebe Frau G., 

danke für Ihre Zeilen.

Heute kam das Gutachten des Baubiologen. Darin steht, daß man nur eine Chance hat auf gesundheitlich verträgliche Werte im Haus zu kommen, wenn außen nur ein Wert von 100 (Rest spare ich mir) gemessen wird. Wir haben aber im Haus, auch in den unteren Etagen, schon deutlich höhere Werte.

Wir hatten den Baubiologen mehrfach gefragt, als er da war, ob sich das Haus auch für empfindliche Personen herrichten ließe, was er mehrfach bestätigte.

Ich erreichte ihn heute endlich telefonisch, was mein Mann die ganze Woche vergeblich versucht hatte, um die Grundfrage, Abschirmungsversuch oder rasche Flucht, zu klären. Heute wusch er seine Hände in Unschuld. 

- Er rechnet im Kinderzimmer mit Werten bei guter Abschirmung zwischen 30 und 40! Das ist absolut untragbar für ein Kind und besonders für ein MCS-krankes Kind. In meinem Schlafzimmer hat er einen optimalen Wert von 3 für möglich. Er wußte von mir aber, daß ich schon bei einem Wert von 1 heftig reagiert hatte (in unserer Sauna). 

Er empfahl mir, drei Meter unter die Erde zu ziehen, worauf ich sagte, wohl am besten in einem Sarg. Nein, so habe er das nicht gemeint, es gebe Leute die in Erdhöhlen lebten, weil sie so empfindlich seien. Diese Reaktion halte ich für absolut unqualifiziert und zynisch, ich konnte doch bislang gut hier leben, in einem normalen Haus. 

An diesem Punkt des Schreibens wurde ich unterbrochen von einem Baubiologen, der Abschirmmaterial liefert und anrief.

Er beruhigte uns etwas, hat allerdings noch nie von Fällen gehört, wo jeder, auch ganz unempfindliche Normalos, etwas spürt. 

Er hat eine Theorie entwickelt, die mir plausibel erscheint: Radiowellen sind hier sehr hoch (5500) gegenüber einem Normalwert, der deutlich unter 500 liegt. Da könne es mit dem Mobilfunk zusammen einen "Hot Spot" gegeben haben. Den würden wir aber ziemlich sicher mit der jetzt erarbeiteten Abschirmung wegkriegen, jedenfalls würde die offenbar synergistische Wirkung abgeschwächt. 

Da wir ohnehin nur mit heftigsten finanziellen Verlusten aus den bestehenden Verträgen raus kommen, werden wir es also doch versuchen.

Mein Mann hat allerdings einen totalen Nervenzusammenbruch. Er meint, wir seien der Abschirmmafia in die Hände gefallen und seien jetzt total ruiniert.

Finanziell sehe ich das ähnlich, ansonsten werde ich natürlich weiter kämpfen, ich kriege Nervenzusammenbrüche nur kurz und heftig 10 Minuten lang und fühle mich dann wieder kampfbereit.

Ihre Mietrechnung kann ich fortsetzen: Wenn wir monatlich ca. 600 Euro für eine Schlafwohnung ausgeben, ergibt das 7200 Euro pro Jahr. Vielleicht ist das eine notwendige Ausgabe, die man mit chronischer Weiterverschuldung gerade so tragen kann, solange wir wegen Martin in Koblenz bleiben müssen (4-5 Jahre).

Ob ich ein Haus vermieten will, das ich nicht mehr haben möchte, bezweifle ich sehr. Es könnte höchstens sein, daß wir ein Stockwerk für unsere Möbel etc. behalten als Lagerraum in bester Wohnlage, dann wäre das sinnvoll. Ich sagte Ihnen ja schon einmal, daß ich nichts einlagern kann, wegen der MCS-Problematik.

Jetzt werden wir darangehen, die Nebenwohnung zu möblieren.

Gegen 17,00 Uhr, nachdem wir nachmittags trotz akutem Nervenzusammenbruch der beiden Erwachsenen die Schlafwohnung möbliert haben, zum Hahn gefahren und Tilmann abgeholt, der unbedingt doch kommen wollte. 

Gegen 20,00 Uhr zurück, schnell Tilmann etwas zu essen gemacht und dann in das Ausweichquartier gegangen. Zoe kam mit. 

Nach gut einer Stunde waren wir soweit fertig, daß die notwendigen Schlafplätze bereit standen. Im Wohnzimmer der Wohnungseigentümerin (das sie zum Sperrmüll tun will) noch bis Mitternacht gesessen und geredet. Ich war von einem Glas dunklem Bier m. E. völlig betrunken und ging dann schlafen. 

Zoe hatte große Angst und war sehr verwirrt, körperlich erschien sie mir aber lebendiger und aktiver als zu Hause. Tilmann hat sie dann aber nach knapp 4 Stunden „Mobilfunkerholung“ mit in die Magdeburger Str. genommen, wo er schlafen wollte, in meinem abgeschirmten Bett.

9. 11. 2002

Alle drei haben nachts gut geschlafen, deutlich besser als im Hotel. Nur Martin hatte morgens Kopfweh. Wenn das nicht vom Ausgehen kam, sollte man vielleicht einmal das Wohnzimmer als Schlafplatz ausprobieren. 

Wir sind sehr froh über diese Ausweichmöglichkeit. 

Zum Frühstück gegen 10,00 Uhr in das Haus. Ich fühlte mich gleich wieder unter Strom und sehr gereizt. Die Männer sind es auch, aber geben es natürlich nicht zu. 

Wolfgang fällt erstmals auf, daß die Katzen praktisch nichts mehr fressen. Mein dicker Rübi wird zusehends ein dünner Rübi. Der Kater ist seit vorgestern nicht mehr aufgetaucht. Erkundige mich, ob irgendwo eine Katzenleiche auf einer Straße lag. Hoffentlich hat er einen guten warmen Platz gefunden, wo er mobilfunkfrei schlafen kann und ist nicht im Katzenhimmel! 

Halte es heute, wo etwas weniger Streß ist und man sich etwas entspannen könnte, nicht im Haus aus. Die letzten Tage war so viel zu tun, daß ich nicht in mich hineinhorchen konnte, heute will ich nur noch weg. Nur noch Herd, Kühlschrank, Waschmaschine und Badezimmer halten mich hier, sonst käme ich gar nicht mehr her.

Beim Frühstück besprechen wir, ob und wie wir Martin kurzfristig ins Ausland schaffen können. Nächsten Sommer wollte er ja ohnehin gehen, aber das ist unter den gegebenen Umständen sehr sehr lang. Außerhalb des Hauses ist er ganz lieb, im Haus gleich wieder reizbar. 

Tilmann ist äußerst schlecht drauf, weigert sich aber, in dem Ausweichquartier zu schlafen. Er ist erwachsen oder so etwas ähnliches und muß wissen, was er tut. Ich werde am Montag versuchen, bei Tilmanns alter Auslandsjahrorganisation zu fragen, ob sie Martin noch im Januar 2003 nach Neuseeland schaffen können. Kostet wieder mehr als 10. 000 Euro, aber der Junge muß hier raus. 

Alternativ wird sich Tilmann nach einem englischen Internat erkundigen, wo ein Kumpel von ihm war, das nur 3000 Pfund kosten soll. Da könnte er dann erst den CGSE und dann nach weiteren 2 Jahren das A-Level-Examen machen. 

Wenn das klappt, schaffen wir unsere Sachen evtl. für ein Jahr ins DG und vermieten den Rest und mieten die Schlafwohnung. Für 2 Leute mit gelegentlichem Wochenendbesuch wird sie knapp reichen, die Katzen müssen sich leider dann daran gewöhnen, keinen Freigang mehr zu haben.

Nachmittags hält sich Tilmann einige Zeit in seinem Zimmer auf und stellt fest, daß er sich da nicht wohl fühlt und sehr schlapp wird. Das sei bisher nie der Fall gewesen, in seinem Zimmer fühlte er sich immer gut, meinte er. Er war dann einige Zeit bei Martin, wo es nur wenig besser gewesen sei. Das entspricht den Ergebnissen des Baubiologen. 

Die Jungen gehen abends gegen 19,00 Uhr beide aus, wir ziemlich früh ins Ausweichquartier. Nach einer halben Stunde dort fast idealer Blutdruck: 145/81, außerdem habe ich hier nie Ohrgeräusche, im Haus dagegen fast ständig. Ich sage zu Wolfgang, wenn ich hier sei, wüßte ich gar nicht, warum ich da sein müßte und nicht in meinem bequemen Haus, aber sobald ich wieder in der Magdeburger Straße bin, überkommt mich der Schmerz sofort.

10. 11. 2002

Tilmann hat die Nacht erneut im Haus verbracht, hielt es aber in meinem Bett nicht mehr aus und schlief auf dem Sofa im Wohnzimmer, Martin und wir hingegen haben in der Wohnung gut und erholsam geschlafen. 

Nachbarn haben etwas zu schauen, weil Wolfgang gestern den Garten und besonders die Hauswände für den Gerüstbauer vorbereitet hat. Ein benachbartes Ehepaar sieht mich morgens aus dem Hochhaus kommen und schien intensiv darüber nachzugrübeln, wo ich wohl herkomme. Angesprochen auf die Gründe für dieses Verhalten hat uns aber niemand. 

Mit Martin seine Auslandsjahrbewerbung für Youth for Understanding durchgesprochen und fertiggestellt. Tilmann berichtet, er könne in seinem Zimmer nicht vernünftig lesen, jedenfalls sich nichts merken und sich nicht konzentrieren, also genau das, was alle anderen Leute, die das seit 24. 10. im Haus versucht haben, ebenfalls nicht geschafft haben. Ich konnte ja noch nicht einmal einen leichten Roman lesen und verstehen, absolut horrormäßig. 

Darum nachmittags in der Wohnung, wo Martin Physik lernte und Wolfgang und ich Siesta machten und etwas lasen. Katzendamen waren mit, Rübi in Totalpanik, trotzdem hinterher zu Hause nach drei Stunden Karenz deutlich wacher und lebendiger und hungrig! 

Beschlossen, abends ein Abschiedsglas mit Tilmann lieber in der Wohnung zu trinken. Wir halten uns im Haus so kurz wie möglich auf. Gegen ½ 10 ins Bett und gleich geschlafen, auch weil Wolfgang wegen der Fahrt zum Flughafen schon um 4 Uhr aufstehen muß,

11. 11. 2002

Sogar Wolfgang, der schon sehr früh raus mußte, fühlte sich nach Schlaf in der Wohnung erholt. 

Ich hingegen war schon nach 2 Stunden im Haus so transusig und rammdösig, daß ich in die Wohnung zurück gegangen wäre, wenn ich nicht auf Handwerker hätte warten müssen. Wolfgang hingegen am Arbeitsplatz erklärte, er würde sich wieder richtig fit fühlen. 

Kater ist immer noch nicht wieder da, die anderen Katzen wirken ziemlich apathisch, haben sich aber, offenbar nach Lektüre des baubiologischen Gutachtens, einen relativ strahlungsarmen Platz gesucht. 

Konnte erst nach 17,00 Uhr in die Wohnung und mußte anschließend zum Essen nochmals zurück ins Haus. Das Ergebnis war, daß ich mich nicht mehr erholte. Meine Kapazität der Strahlungsexposition war gegen 14,00 Uhr völlig erschöpft, das längere Bleiben im Haus war furchtbar. 

Relativ früh schlafen gegangen und auch geschlafen.

12. 11. 2002

Kurz nach 8,00 Uhr in der Wohnung, wieder wegen Handwerkerwarten, die dann doch erst morgen kommen werden. 

Vormittags 2 Stunden in der Stadt, u. a. bei Herrn F., der eine starke Spannung in meinem gesamten Nervensystem feststellte. Das entspricht dem, was ich fühle: ich werde im Haus aufgeladen und brauche lange Zeit, mindestens 12 Stunden, um mich wieder zu entladen. War der Aufenthalt im Feld zu lang, wie gestern, reicht diese Zeit noch nicht einmal aus. 

Wollte mittags in die Wohnung gehen, als eine grüne Ratsfrau anrief und fragte, ob sie sich dem Phänomen Elektrosmog in unserem Haus einmal aussetzen dürfe. Sie blieb bis ca. 16,00 Uhr. Sie war sich nicht ganz sicher, ob und was sie gespürt hat. 

M:E. spürte sie etwas, denn die geschilderten Phänomene (Schläfenkopfschmerz) waren recht typisch. Außerdem hatte sie ein Pfeifen im Ohr gehört, auch ganz typisch. 

Wir haben ihr das Gutachten gegeben mit der Erlaubnis, beliebigen Gebrauch davon zu machen. Martin unterhielt sich mit ihr über den Einstieg in die Politik und über Auslandsschuljahre, speziell in Skandinavien. 

Das ist mir erheblich lieber als sein gestriges Gesprächsthema mit mir, wobei er ankündigte, sich bei UMTS-Einführung in ein paar Jahren das Leben zu nehmen, weil er die dann drohenden Dauerkopfschmerzen überall nicht ertragen könne. 

Schon jetzt seien die ständigen Kopfschmerzen im Haus und wenn er sonst in Felder gerät unerträglich, als Dauerschmerz wäre das für ihn ein Grund für Selbstmord. Ich war völlig schockiert über Bilanzselbstmordpläne eines 15jährigen, der eigentlich Pläne und Erwartungen an das Leben hat und haben sollte.

Mittags kam Häubchen zurück. Er ist völlig schwarz und ölverschmiert, als ob er in einem Heizölkeller war. Er fraß nichts und war sehr scheu, fand sich aber später in Theklas Zimmer auf Zoes Lieblingssessel. Da alle Häuser hier mit Gas beheizt werden und auf Grund seiner persönlichen Gewohnheiten vermuten wir, daß er im Heizungskeller des Blindenaltenheimes (Standort der Vodafonemasten) einsaß. 

Wahrscheinlich fühlt er sich durch den Mobilfunk verjagt (vielleicht hören die Katzen das auch wie ich?) und hat sich so die strahlungsärmere Zone direkt unterhalb des Mastes gesucht.

13. 11. 2002

Mußte seit 8,00 Uhr im Haus auf verschiedene Handwerker warten, war recht anstrengend. 

Nachmittags gegen 15,00 Uhr kam Herr K. , der auch mal spüren wollte, wie es in unserem Kinderzimmer ist. Er stuft sich selber als völlig unsensibel ein. Er blieb etwa eine Viertelstunde da sitzen und sagte dann, er habe nach etwa 10 Minuten einen Stirn-Schläfenkopfschmerz gespürt und sei sehr müde geworden. 

Er erzählte noch, daß er über einen indirekten Kontakt zur Stadtverwaltung erfahren habe, daß Vodafone der Stadt gegenüber behauptet habe, die Masten seien ständig an gewesen, unsere jetzigen massiven Beschwerden sind also keinesfalls durch die Masten verursacht sondern pure Hysterie. 

Herr K. hat mir in diesem Gespräch ein Leumundszeugnis ausgestellt, wie er sagte: Er wisse, wie sensibel ich reagiere und daß ich ganz zweifellos immer genau wisse, was strahlungsmäßig Sache ist. 

Welche schmutzigen Tricks wenden diese Weiße-Kragen-Täter an, um Menschen zu vernichten! Wie kann es in einem Rechtsstaat möglich sein, jemanden nicht nur zu enteignen ohne jede Entschädigung, ihn mitten im Winter obdachlos zu machen, seine Gesundheit massiv zu gefährden bis hin zur Lebensgefahr und dann noch derartige Lügen zu verbreiten. 

Wo bleiben unsere Grundrechte gegenüber dem Grundrecht auf Telekommunikation, das das VG so hoch hängt. Verflucht sollen alle sein, die sich an diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit direkt oder indirekt beteiligen!!!!!

Noch ein abendlicher Briefwechsel:

Liebe Frau Dr. Eder-Stein, 

ich bin heute am frühen Nachmittag zu Ihnen hinüber spaziert. Ein wunderschöner Regenbogen stand zwischen Karthause und Güls. 

Als ich die Hohl  hochging fing es an zu regnen. Es war nicht angenehm in dem ständigen Verkehr an diesem Hang die Abgase einzuatmen. 

Ich habe dann die Überführung über den Berliner Ring genommen, um in die Magdeburger Straße zu gelangen. Es war so zwischen 15:00 und 15:30, als ich bei Ihnen geklingelt habe, aber es war keiner da.

Also habe ich die Gelegenheit genutzt bei Regen um die Häuser zu streichen, bis hin zur Realschule. Eine seltsame bisher nicht gekannte Mißempfindung schlich sich in meine Zähne, erst nur im Oberkiefer, später dann auch im gesamten Unterkiefer. 

Und wieder so ein beklemmendes Gefühl zwischen dem Magen und der Lunge verbunden mit einem Gefühl des Luftmangels. Als ich wieder an Ihrem Haus vorbeikam lag dort ein kleiner gelber Zettel auf dem Weg: Bitte nicht klingeln.

 Vielleicht, dachte ich, war er von Ihrer Haustür auf den Weg geweht worden. Also habe ich nicht noch einmal geklingelt und habe mich schleunigst auf den Heimweg gemacht. Erst auf der Gülser Eisenbahnbrücke ging es mir besser.

Dort schien auch wieder die Sonne und ich konnte tief Luft holen und mich erholen.

Hier angekommen fiel mir das Sonnengeflecht ein. Ich habe mir noch nie Gedanken gemacht, dass auch ich einen Plexus coeliacus habe und habe im mediz.Lexikon nachgelesen, dass dieses größte autonome Bauchgeflecht von Venen, Lymphgefäßen und Nerven am Zwerchfell liegt. 

Fast meine ich nun, dass mein Sonnengeflecht dem Mobilfunk bei Ihnen nicht stand hält. . . . . Aber wenn ich nun zum Arzt gehe und sage, dass ich das Gefühl habe keine Luft zu bekommen, dass ich Kopfschmerzen habe und Ohrensausen. . . was soll der denn damit anfangen??!

Eben habe ich mich nach einem Jahr wieder einmal bei Prof. Semm gemeldet, das ist der Mann, der im Zusammenhang mit der HF-Strahlung Untersuchungen an Vögeln gemacht hat im Auftrag von T-Mobil. 

Er wird mir nun seine Veröffentlichungen zuschicken, die sind am 2. Dez. fertig. Er sagte mir mal, dass 60 % der Hirnleistung durch Einwirkung von HF-Strahlung gestört wird, nachweislich anhand von einem EEG. 

Wahrscheinlich könnte man jetzt das Experiment an Menschen in der Realschule dort oben bei Ihnen verfolgen, aber niemand wird das machen wollen. Außerdem hätten Untersuchungen schon vor Inbetriebnahme der dortigen Antennen gemacht werden müssen.

Am Freitag, oder Dienstag kommender Woche werde ich mich auf jeden Fall vorher telefonisch bei Ihnen anmelden. 

Bis dahin Gruß an die Familie 



Liebe Frau G. , 

wir waren den ganzen Nachmittag zu Hause, es kann sein, daß ich gerade um 15,00 Uhr wegen der Anlieferung von Material an unserer Garage war, aber prinzipiell war ständig jemand im Haus. 

Schade, daß es nicht geklappt hat. Zettel mit "Bitte nicht klingeln!" hänge ich nie raus, schon gar nicht wenn ich auf Lieferanten warte, ich würde einfach die Klingel abdrehen.

Wir hatten eben ein Gespräch mit unserem Anwalt, der kurzfristig offenbar keine Hilfe für uns sieht. er will sich bis Morgen überlegen, was sich noch machen läßt und uns dann Bescheid geben. Er wirkte sehr resigniert. 

Die Justiz sagt, solange die Politik die Grenzwerte nicht senkt, steigt sie nicht in die Prüfung von Gesundheitsschäden unterhalb der Grenzwerte ein. Und damit ist der Betroffene dann am Ende seiner Möglichkeiten. 

Eine Petition müßte also verlangen, daß die Politik endlich Vorsorgegrenzwerte festlegt, denn in allen anderen Bereichen wartet man ja auch nicht, bis Millionen von Menschen Krankheiten entwickelt haben. Vodafone behauptet offenbar, der Mast sei immer angewesen und daher bin ich eine blöde Hysterikerin. Das glauben die engagierten Herren der Stadtverwaltung natürlich auch.

Ich wünsche allen, die uns dieses antun oder dulden, daß es uns angetan wird, daß sie auch sehr rasch in solchen Strahlungskeulen leben müssen und daß sie ebenfalls so krank werden wie wir.

Herzliche Grüße I. Eder-Stein 

PS: Ich besuche morgen eine Akupunkturärztin, die bisher dreimal erhebliche positive Verbesserungen bei mir festgestellt hat. Bin gespannt, was sie morgen feststellt.


14. 11. 2002


Liebe Frau G., 

danke für Ihre interessanten Beobachtungen.

Dazu eine kleine Ergänzung: Ich war heute bei einer Akupunkturärztin, zu der ich seit September alle paar Wochen fahre und die sehr viel an meinem Zustand verbessert fand, von Mal zu Mal. Subjektiv empfand ich das auch so.

Heute war alles beim alten geblieben, was nur bei extremem Streß vorkommt, sagte sie.

Sie gab mir eine Dauernadel in "die Mitte". Ich fühlte mich danach viel besser und konnte ohne Metallkopftuch die Autobahnfahrt nach Hause überstehen.

Sie fragte mich, ob sie mir irgendwie helfen könne, worauf ich sie bat, ein paar Minuten meinen Mann dazwischen zu schieben (sie hat mehrmonatige Wartefristen eigentlich). Auch bei ihm ergaben sich extremer Streß und Spannung, er bekam ebenfalls eine Dauernadel in "die Mitte". Er fand seinen Magen danach deutlich gebessert.

Also wird es wohl so sein, daß unsere Eßstörungen und Magenschmerzen ein Signal für einen viel tieferen Eingriff in die Physis (und Psyche) des Menschen bedeuten.

Herzliche Grüße 

Irmtraut Eder-Stein 
(bitte evtl. kräftig läuten oder klopfen, Zoe holt dann einen Türöffner auf 2 Beinen!!!)

Über die Mobilfunklage heute kann ich nichts sage, da ich praktisch nicht im Haus war. Interessant war nur, daß Nachbar G. Wolfgang sagte, er habe seit irgendwann Mitte/Ende Oktober Herzrhythmusstörungen, die sich sofort besserten, als er dann im Urlaub war. 

Er will jetzt beobachten, wie sich seine Gesundheit entwickelt und den Freiburger Appell haben, wohl vor allem, um die Symptomenliste zu prüfen. 

Martin hat verschiedene Noten bekommen, die sich klar aufteilen lassen in Fünfer und schlechter in der Zeit nach dem 24. 10. , die wir noch im Haus schliefen, und Einser und Zweier seit wir hier nicht mehr nächtigen. Es hat eindeutig nichts mit den Fächern sondern mit Martins Schlafplätzen zu tun, was da lehrerseits konstatiert wurde. 

Er hat nachmittags 2-3 Stunden im Haus gelernt und meinte, die Strahlenbelastung sei da deutlich geringer gewesen als die Tage zuvor. Da er das erst spät in der Ersatzwohnung sagte, konnte ich es nicht mehr nachprüfen, am nächsten Morgen war für mich schon auf dem Weg zum Haus alles wie zuvor.


15. 11. 2002

Meine Haushaltshilfe J. sagte mir morgens: 

"Ich spüre jetzt doch etwas und zwar fühle ich mich immer, wenn ich aus der Haustüre herauskomme nach ca. 4 Stunden im Haus, als ob ich neben mir stehen würde. 

Schon nach einer Stunde im Haus legt sich ein Schleier über mich, ich muß mich daran erinnern, die Augen auf zu halten und mich konzentrieren etwas zu erkennen, z. . B. etwas Geschriebenes. Ich brauche ca. 1 ½ Stunden bis ich mich wieder normal fühle. 

Als ich grade zu Hause war vor ein paar Tagen, habe ich mit meinem Freund telefoniert und nicht verstanden, was er gesagt hat. Akustisch habe ich ihn schon verstanden, aber es kam nicht in meinem Gehirn an. Ich mußte hinterher darüber nachdenken, was er gesagt hat, bevor ich es verstand."


Es ist bei dieser Aussage zu bedenken, daß J. wöchentlich nur ein paar Stunden in unserem Haus anwesend ist. Ich muß dankbar dafür sein, daß J. am Anfang nicht viel gespürt hat, sonst hätte sie mich wohl verlassen (müssen).

Gegen Abend besuchte uns Frau G. und machte mit mir einen Spaziergang zu den verschiedenen Bildungsstätten, wo wir jeweils den Grad der Elektrosmogbelastung prüften. Sie war ziemlich erschrocken, daß sie offenbar ganz schnell auch lernt, dieses Phänomen zu erkennen, also auch potentiell elektrosensibel ist. 

Ich sagte ihr, im Prinzip handele es sich dabei um ein Talent, das eben nur mit sich bringt, daß man weniger „blendendes Licht“ verträgt als quasi Sehender unter Blinden. 

Wir stellten fest, daß alle vier Schulen und der ev. Kindergarten in verheerender Weise bestrahlt werden. Sie findet, daß man dagegen etwas tun muß und wird die Schulen kontaktieren und zu einer Aktion gegen diese unzumutbare Strahlungsintensität aufrufen. Ich drücke fest die Daumen, das würde auch uns nutzen. 

Wir suchten auch die von mir ermittelten besseren Plätze auf (Zoes Ruhebank, unsere derzeitige Schlafwohnung), wo sie jeweils auch meine Beurteilung „Hier ist es gut oder zumindest besser“ bestätigte. Es war für mich schön, einen weiteren Menschen zu finden, der mir nicht nur glaubt, wie Wolfgang, sondern das gleiche wirklich auch wahrnimmt. 

Dieser Spaziergang war gesundheitlich natürlich arg belastend, was unmittelbar geschwollene Augen und massiven Lymphstau in Rumpf und Beinen auslöste, der auch am nächsten Tag noch anhielt, aber es war in diesem Fall die Sache wert.


16. 11. 2002

Morgens mit der richtigen Wohnungsmieterin telefoniert, ob sie uns noch eine weitere Nacht Ende der kommenden Woche schlafen läßt. Es ergab sich dabei, daß sie uns die Wohnung noch eine Woche länger überlassen kann, wir müssen nur ihren Sperrmüll rausbringen, was Wolfgang und Martin nichts ausmacht. 

Das ist eine große Hilfe, denn die am Montag beginnenden Bauarbeiten dauern mit Sicherheit mindestens 14 Tage, so daß wir sonst Ende der Woche wieder hätten ins Hotel gehen müssen. 

Der Tag im Haus war besonders unangenehm, wohl weil es regnete. Nachmittags daher mit Katzen im Ausweichquartier. Rübi ist krank, sie hat schweren Durchfall und hat sich mehrfach übergeben. Das sind die Symptome, mit denen es bei nicht elektrosensiblen Menschen auch losging. In der Wohnung war alles in Ordnung mit ihr, zurück im Haus begann sie wieder mit dem Übergeben. Ich bin ziemlich besorgt um sie.

In der Zeitung stand, daß Frau B. in der Stadtratssitzung eine Rede gehalten hat, wonach die Stadt für die OVG-Runde gegen Eplus einen Fachanwalt engagieren soll und daß der Rat dem Antrag zugestimmt hat. 

Die Stadt hat laut Zeitung wieder einmal nur gesagt, es ginge allein um Baurecht, also nicht um die krank gestrahlten Anlieger. Hoffentlich bringt diese 2. Runde die Wende!!! 

 

17. 11. 2002 

"Eine nasse Wand in einem Bau ist nicht deshalb einstweilen nicht nass, weil man noch nicht weiß, woher das Wasser kommt. . . ! "

Dieser Satz aus einem Newsletter, den ich heute erhielt, ist so logisch, daß man wirklich nicht begreift, wieso die Mobilfunkbetreiber ihre gesundheitszerstörenden Aktivitäten fortsetzen dürfen, weil angeblich nichts bewiesen sei.

Ein weiterer Spruch von Peter Ustinov: 

"Die letzte Stimme, die man hören wird, bevor die Welt untergeht, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt, so etwas sei gar nicht möglich."

Wolfgang hat tagsüber Baumaßnahmen vorbereitet und insbesondere die Rolläden von außen mit selbstklebender Alutapete abgeklebt, damit zumindest bei geschlossenen Rolläden die Fenster undurchdringlich geworden sind. 

Bei Tilmann hat das nichts verbessert, bei Martin ein wenig, im Schlafzimmer so viel, daß Zoe sich schnurrend auf der Fensterbank niederließ. Ich kann Zoes Entscheidung gut nachvollziehen, aber es würde für mich immer noch nicht ausreichen, um da zu schlafen (im Zimmer, nicht auf der Fensterbank, dafür habe ich nicht die richtige Größe). 

Hoffen wir auf baldige bessere Zeiten. 

Bei seinen Arbeiten wurde Wolfgang von Ehepaar B. (pensionierter OVG-Richter) angesprochen, die äußerst ungläubig wirkten und erklärten, noch gut schlafen zu können. Wen wundert's, wir fangen ja alles ab für sie, nach meinen Berechnungen können sie direkt nur etwa 2µW/m² im Haus abbekommen, wenn jedes davor gebaute Haus 90% abfängt, was ich für realistisch halte. Vielleicht merken sie ja doch noch etwas, einmal auf die Sachlage aufmerksam gemacht.


18. 11. 2002

Heute begannen die Bauarbeiten mit dem Abriß der Eternitplatten. Einige (meist in anderer Angelegenheit geführte) Telefongespräche mit weiblichen Bekannten im Stadtbereich ergaben, daß alle seit Mitte/Ende Oktober schlecht schlafen können, d. h. sie wachen ca. um 2,00 Uhr auf. Eine Frau berichtet auch über entgleisten Blutdruck und Herzrasen, was sie vorher nie hatte. 

Es liegt nahe, daß wohl nicht nur der Vodafonemast auf dem Blindenaltenheim, der uns obdachlos und krank gemacht hat, in der Folge des VG-Urteils angeschaltet wurden. Die meisten Leute wunderten sich zwar etwas, aber waren noch nicht auf Ursachensuche gegangen bzw. meinten sie zu kennen (ja, ja, die Wechseljahre). 

Mein eigener Blutdruck war heute morgen fast normal (140/77), gestern Abend, direkt nach dem Verlassen des bestrahlten Hauses hingegen war er 170/110.

Das ist tendenziell seit Beginn des Auswärts-Schlafens die Blutdruckentwicklung: Nach Exposition steigt der Blutdruck stark bis extrem an (ziemlich rasch, spätestens nach einer oder zwei Stunden), nach Entfernen aus dem Feld und ca. 10 Stunden feldarmer Umgebung geht er fast auf Normalwerte zurück. 

Ich gehe davon aus, daß ich bei völliger Vermeidung von bestrahlten Bereichen in ein paar Wochen wieder ganz normalen Blutdruck hätte, ohne jede andere Therapie.


19. 11. 2002

Die Dachdeckerarbeiten beginnen, der Giebel wurde verkleidet. Ich merke zwar nicht in Tilmanns Zimmer aber merkwürdigerweise im Wohnzimmer eine leichte Besserung, was die Katzen durch Platzwahl bestätigen.

Einen Hilferuf in ähnlicher Sache im Internet beantworte ich mit folgendem Schreiben:

Liebe Leidensgefährten, 

wir leben in 70 m Entfernung von einer Vodafonegroßanlage auf einem Altenheim, neben einem Schulzentrum und Kindergarten.

Wir haben nach baubiologischer Messung ca. 20000 µW/m² in der Wohnung.

Wir sind innerhalb weniger Tage nach Anschalten alle krank geworden, zuerst und sofort 2 elektrosensible Familienmitglieder, nach drei weiteren Tagen aber auch die Unsensiblen und unsere Katzen.

Wir sind nach einer Woche ins Hotel gezogen, wobei die Alternative bei dem nicht elektrofühligen Familienvater ein Krankenhausaufenthalt gewesen wäre, er hat innerhalb von knapp einer Woche ein akutes Magengeschwür entwickelt, ohne jede Vorgeschichte dazu.

Derzeit versuchen wir eine Abschirmung, ohne zu wissen, ob die erfolgreich sein wird. Wir sind finanziell anschließend ruiniert, weil wir jetzt ein Darlehen über 60000 Euro brauchen für die Verzweiflungsmaßnahmen. 

Außerdem sind wir entschädigungslos enteignet worden, weil unser Haus im gegenwärtigen Zustand = Strahlungskeule von Vodafone, weder verkäuflich noch vermietbar ist. Jeder der das Haus betritt, spürt etwas, etwa 50% aller Besucher so viel, daß sie umgehend fliehen.

Unser Anwalt ist sicher gut, aber auch sehr resigniert nach allem, was von Seiten der Politik einseitig getan und nicht getan wird, um betroffene Anlieger im Regen stehen zu lassen. Die Stadtverwaltung hat uns mitgeteilt, daß sie keine Nutzungsuntersagung mit Sofortvollzug machen wird, weil Vodafone den zuständigen Beamten offenbar klar gemacht hat, daß die Firma Regreß fordern wird. Da bekamen die Leute kalte Füße. 

Vodafone hat unserem Anwalt ein unverschämtes Schreiben zukommen lassen, wonach das baubiologische Gutachten eines bekannten Instituts nur einen Wert habe, nämlich die Aussage, daß die Belastung unterhalb der Grenzwerte lägen, es sei nur ein 276tel des Grenzwertes erreicht. Derartige Werte seien in 70 m zu den Masten normal und wegen der nicht erreichten Grenzwerte seien keinesfalls Gesundheitsschäden auf sie zurückzuführen usw. , usw. .

Ich werde das meiner Katze erzählen, wenn ich sie heute Abend mit Sondergenehmigung mit ins Hotel nehme, weil das arme Tier völlig fertig ist: apathisch, appetitlos, mit gelegentlichen Ausbrüchen von Aggressivität. Sicher ist das Tier hysterisch, weil es ihren Menschen nicht anders geht.


Ansonsten frage ich mich, wie lange sich die Bürger das noch bieten lassen. Die Politik und die Betreiber haben sich offensichtlich gegen uns verschworen. Nach Ansicht des Baubiologen sind sie und die Handybenutzer bereit, dafür Tote in Kauf zu nehmen. 

Ich werde nicht zulassen, daß mein 15jähriger Sohn eines der ersten Opfer wird. Wenn dies mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht gelingt, werden wir uns anders wehren müssen. Es liegt hier offensichtlich ein Notwehranspruch gegen staatliches Willkürhandeln vor! 

Einen Rat habe ich keinen, haben Sie einen für uns? 

Mit freundlichen Grüßen und der Hoffnung, daß sich bald etwas in dieser skandalösen Angelegenheit bewegt



20. 11. 2002

Dachdeckerarbeiten gehen weiter mit einigen Aufregungen wegen Materialbeibringung und Schäden an geliefertem Material. Ich spüre aber mit jedem Quadratmeter verlegter Folie eine Entlastung, stellte sogar fest, daß ich nach dem Einkaufen mein Metallkopftuch vergessen hatte, wieder anzulegen. Das wäre mir in den letzten Tagen sicher nicht passiert. 

Aber gegen Martins Idee, am Wochenende das Schlafen im Haus zu erproben spricht doch noch sehr viel!!! 

Frau B. , das Stadtratsmitglied, rief mich an und erklärte, daß sie in ihrer Ratsrede wirklich nicht von Angst vor Mobilfunk gesprochen hat sondern von Leuten mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie ich das schon vermutet hatte.

Abends kamen Herr und Frau G., Bekannte aus einem Nachbarort, vorbei, um unser Kinderzimmer zu besichtigen. Obwohl schon einiges in dem Bereich abgeschirmt ist, reagierte Frau G. extrem mit sofortigen Kopfschmerzen, Ohrgeräuschen und Kreislaufproblemen, auch im EG, und erklärte, den dringenden Wunsch zu haben, unser Haus umgehend fluchtartig zu verlassen. Es wirke auf sie „unwirtlich“. 

Der Ehemann hatte erwartungsgemäß nichts gemerkt, tauschte sich dann aber mit Wolfgang darüber aus, daß es ein Glück für einen nicht elektrofühligen Menschen sei, wenn er ein persönliches biologisches Meßinstrument zur Verfügung habe, denn krank werde auch der, der die HF nicht körperlich spürt, aber er wisse ja nicht, woher sein Gesundheitsproblem käme. 

Wir sprachen noch kurz darüber, daß das wohl die gegenwärtige Lage unserer Nachbarn ist, die nach dem Baubiologen ähnlich dramatische HF-Werte im Haus haben. Irgendwann werden sie es merken und sich und evtl. auch uns ein paar Fragen stellen, denke ich. Man sollte ihnen Zeit lassen.


21. 11. 2002

Bauarbeiten gehen weiter. Ich kam erst gegen 10,00 Uhr aus der Wohnung, habe mich also fast 15 Stunden am Stück dort aufgehalten, weil es mir in den letzten Tagen einfach zu viel HF-Exposiition im Haus war.

Noch eine interessante Beobachtung: 

Mehrfach, ca. 6-7x, ist mir in den letzten Tagen etwas aus der Hand gefallen, wenn ich am Blindenaltenheim im Strahlungskegel vorbei ging. Ich kann allmählich nicht mehr an einen Zufall glauben. Es ist so, als ob die Nerven, die auf „Festhalten mit Hand“ eingestellt sind, plötzlich das Signal „Hand öffnen und los lassen“ bekämen, aber nicht von mir sondern von außerhalb. 

Meistens ist nichts weiter passiert, aber heute sind mir 2 Milchflaschen gecrasht bei dieser Gelegenheit. Soll ich sie auf die Vodafone-Rechnung setzen, die ich dieser irgendwann präsentieren werde mit allen Unkosten und einer Schmerzensgeldforderung? 

Die Verkleidungsarbeiten des Verputzers an der Giebelwand führten zu erheblichen körperlichen Schwierigkeiten bei mir, deren Ursache heute Abend nicht abgeklärt werden konnte. Damit sieht die Lage wieder recht düster aus, ob ich je wieder in diesem Haus werde wohnen können, solange wir bestrahlt werden.

Abends rief der Rechtsanwalt an: Vodafone ist nicht bereit, irgendwie auf unsere Probleme einzugehen, sie hielten sich ja an die Grenzwerte. Die Stadt will ebenfalls nichts tun, worauf der Anwalt mit erneuter Klage bei VG/OVG drohte und der Stadt erst einmal eine Forderung über mehr als 1600 Euro bisher angefallene Kosten für provisorische Abschirmungsmaßnahmen und Übernachtung außerhalb des Hauses zusendet. 

Er weist weiter auf Hotelkosten von täglich 60 Euro ab 1. 12. bis Ende Januar hin und die Tatsache, daß wir ab 1. 2. 2003 eine feldarme Bundeswohnung mieten werden müssen, wenn bis dahin der Mast nicht abgeschaltet ist. Da kommt doch ein recht erkleckliches Sümmchen zusammen. Von den Kosten für die Abschirmungen ganz zu schweigen. . . . .


22. 11. 2002

Leider setzten sich die negativen Erfahrungen mit der Abschirmung fort. Der Dachdecker hatte heute regenbedingt nicht gearbeitet, aber der Verputzer hat die Kupferfolie fertig verlegt. 

Die Erdung durch den Elektriker brachte keine Entlastung, im Gegenteil, Martin bekam einen Schlag am Treppengitter und litt überhaupt sehr, so sehr, dass er sich im Wohnzimmer nicht aufhalten konnte. 

Auch ich floh möglichst früh in die Ersatzwohnung. Woher die massive NF-Problematik kommt, ließ sich nicht klären. Wegen meiner Beobachtung, dass es der 1. Nagel ins Kupfergewebe am Vortag war, der alles in Gang setzte, vermutet der Elektriker, dass die Bimshauswand leitet. Nun ist guter Rat teuer, speziell für Wolfgang und mich, die für die try-and-error-Phase natürlich kräftig löhnen dürfen. 

Bis Sonntag müssen wir uns entschieden haben, was wir machen werden: gleich die radikale Lösung (alles ab und bereits bewährten Wandaufbau durch Dachdecker analog zu den Dachsockeln machen lassen und verschiefern) oder aber erst einmal Entfernen der Nägel und ersetzen durch Plastikdübel ohne Schrauben und schauen, was die Elektrosensiblen dann spüren. Oder aber Entfernen des Kupfers, Dübeln der Korkplatten auf die Außenwand, darauf dann Kupfer und Armierungsgewebe übereinander, darauf Putz.

Der angesprochene Baubiologe wiegelte ab, erst mal fertig machen, dann sieht man weiter, war seine Devise. Man glaubt mir einfach nicht, dass ich nicht abwarten muß, weil meine Reaktionen unmittelbar eintreten. Es ist sehr ärgerlich, dass man sich von Seiten dieser Techniker nicht wenigstens bemüht, Elektrosensible zu verstehen, sie könnten sicher einiges von denen lernen.


23. 11. 2002

Wolfgang und ich beraten weiter, was wir tun können. Wir verstehen einfach zu wenig davon und haben festgestellt, dass es eben noch keinen Stand der Technik gibt, die ganze HF-Abschirmtechnik ist noch in der Bastelphase (mal sehen, wie es wirkt). 

Also sind wir nicht die einzigen, die nichts verstehen. Die Fachleute tappen auch im Dunkeln. Es ist schwer zu verstehen, warum sie sich dann nicht ihrerseits Spezialisten zur Hilfe nehmen, nämlich die Leute, die das Ganze im Körper spüren.

Rübi leidet nach wie vor an mehrfach täglichem Erbrechen und Durchfall, sie hat aber kein Fieber.

Gegen Abend werden die NF-Problem besser, liegt das am einsetzenden Regen? 

 

24. 11. 2002

Trüber Tag, den wir ab ca. 10,00 Uhr im Haus verbringen. Davor in Schlafwohnung sehr gut geschlafen und dann auch im Haus mit Appetit gefrühstückt. Schon während des Frühstücks merkte ich aber, dass ich mein Metallkopftuch aufsetzen muß, weil zuviel HF-Einfluß auf mich einwirkt. 

Morgens in der Wohnung fühlte ich mich voller Tatendrang und voller Pläne, 2 Stunden im Haus lassen alles als Seifenblase in sich zusammenfallen. Ich verfalle wieder in Apathie, Martin in aggressives Verhalten. 

Ich bin sehr betrübt, denn ich glaube nicht, dass die weiteren Maßnahmen im EG, wo ich mich heute meistens aufhalte, noch eine wesentliche Besserung bringen können. Und da ist inzwischen eine Stunde Aufenthalt ab und zu problemlos möglich, aber kein Daueraufenthalt und erst recht keine Übernachtung. In 5 Tagen müssen wir aus der Schlafwohnung heraus, wie soll es dann nur weitergehen? 

Besser als vorher fühle ich mich nur in meinem Arbeitszimmer, aber das war ja seit Vodafone auch so stark belastet, dass ich es kaum noch betreten konnte. Längere Zeit kann ich es darin auch jetzt noch nicht aushalten. 

Was sollen wir nur tun? Immerhin konnte mit dem Verputzer geklärt werden, dass er sicherheitshalber die Metallnägel entfernt an der Hauswand und durch Plastikdübel ohne Schrauben ersetzt. Morgen um die Mittagszeit könne ich dann seiner Meinung nach feststellen, ob das NF-mäßig etwas gebracht hat.

Ich spreche mit Wolfgang über weitere Abschirmschichten z. B. eine Verdoppelung des Kupfervlieses oder die zusätzliche Anbringung von Kaninchendraht außen an der Wand als „Rankgitter“ an der Giebelwand. 

Denn eines ist klar: Die jetzt erreichte Abschirmung reicht noch nicht einmal für Wolfgang aus, der auch ziemlich gereizt und resigniert ist. Das liegt eindeutig an der HF-Belastung in diesem Haus. Also hätten wir dann bis zu 4 Abschirmfolien, die jede mindestens 90% bringen sollen, also 20000 – 2000 – 200 – 20. Würden die Kupferschichten 99 bringen, sogar 0,2, das Aaronia-Gewebe soll 95 bringen, also 0,1. Aber offenbar ist das immer noch 10x mehr als ich tolerieren kann. 

Ich denke heute Abend nur deshalb nicht konkret über Selbstmord nach, weil ich dafür zu apathisch bin. Ich habe aber keinerlei Hoffnung mehr auf eine Lösung.

Abends noch den Karthäuserundweg gemacht. Dabei stellte ich viel neue und starke Strahlung fest, auch auf Zoes Bank. Evtl. kommt das vom Kühkopf oder aber nach der Richtung ist auch eine Verstärkung der Anlage auf dem Blindenaltenheim denkbar. 

Wenn das aber so ist, dass man während laufender Abschirmmaßnahmen von einer neuen Sendeleistung überrollt wird, ist ohnehin alles vergebens, was wir hier probieren. Dann müssen wir doch wohl den Vorschlag unseres afrikanischen Pflegesohnes annehmen, in sein Heimatland Malawi im südlichen Afrika umzusiedeln.


25. 11. 2002

Dachdecker verlegen eine Bahn (10 Ziegel) auf der Südseite, deren Wirkung ich nicht sonderlich merke. Die Nagelentfernung durch Verputzer bringt hingegen wesentliche bis gänzliche Entlastung auf dem NF-Sektor. Ich bin unendlich müde und gehe nachmittags drei Stunden in die Wohnung, um zu schlafen oder zu lesen, eigentlich um aus dem HF-Feld heraus zu kommen.

Abends auf Mobilfunkveranstaltung in Vallendar. Ich ärgere mich nicht wie erwartet über den Betreibervertreter sondern vielmehr über die gänzlich unbedarften Zuhörer, die noch nicht einmal begriffen haben, dass die Schweizer Grenzwerte sinnlos und Volksverdummung sind. 

Frau G. stellt eine Frage, in der sie ihre persönlichen Mobilfunkprobleme in den letzten Wochen darlegt. Die Antwort des Baubiologen lautet, sie habe eine Elektrosensibilität entwickelt. Auf die Nachfrage, was sie tun solle, erhält sie keine Antwort, sondern es wird an den nächsten Fragesteller weiter gegeben. Die Antwort hätte ja auch lauten müssen: Da kann man gar nichts machen, das ist dann Ihr ganz persönliches Lebensschicksal, auf das die Gesellschaft nicht Rücksicht nehmen muß und wird. 

Wie die Leute drauf sind, zeigt, dass mehrfaches Handyklingeln mit Gelächter kommentiert wurde statt mit dem scharfen Verweis, der angebracht gewesen wäre. Ein Blödmann hielt es für sachdienlich per Zwischenruf darauf hinzuweisen, dass Greenpeace-Aktivisten auch Handys haben und nutzen. 

Offenbar hat mich die menschliche Gesellschaft ausgegrenzt und abgeschrieben. Im Mittelalter gab es wenigstens noch Krüppelasyle, heute gibt es keine Menschenschutzzonen sondern sozialverträgliche Frühentsorgung von genetischen Versagern durch Mastenbestrahlung im Wohnumfeld. Bald, in spätestens 2 Generationen, werden nur mehr die strahlungsunempfindlichen Angehörigen der Gattung homo sapiens die schöne neue Welt genießen.


26. 11. 2002

Martin und ich konnten nachts nicht schlafen und hatten Tinnitus-Pfeifen in der Wohnung. 

Morgens traf ich Herrn G. , einen entfernten Nachbarn, der ebenfalls völlig unerholt wirkte. Was ist nur los? Sollte am Kühkopf irgend etwas Neues zu senden angefangen haben? 

Morgens kam Frau Dr. E. zu Besuch in unser Kinderzimmer. Sie „roch“ die Strahlung und empfand seltsame, unangenehme Gefühle in der Nase, die sie gar nicht mehr los wurde. Damit haben wir bald alle Sinne durch, evtl. sogar alle, denn das Verbrennungsgefühl und der Druck im Kopf entsprechen doch im weiteren Sinn dem Tastsinn.

Nachdem durch die Andübelung der Korkplatten die Kupferschicht dicht an die Wand gepresst worden war, fand ich es deutlich angenehmer im Haus. Zoe sah es genauso und lag schnurrend auf dem Sofa, offenbar war ihre tägliche „Erholungsausführung“ nicht mehr nötig. 

Aber es reicht alles noch nicht für mich, die ich in drei Tagen wieder hier schlafen werden muß. Ich hatte den ganzen Tag über mehrfach Kreislaufkrisen, wo mir schwarz vor Augen wurde und ich kurz vor dem Umkippen stand.

Abends auf Mobilfunk-Vortrag von Herrn Lohner in Lahnstein. Dort waren Insider unter sich, ich kannte etwa die Hälfte der anwesenden Personen zumindest dem Hören nach. Die Diskussion war dadurch natürlich auch ganz anders strukturiert als in Vallendar am Vortag. 

Mit neuen und alten Freunden verabredet, daß wir zum OVG-Termin Stadt. /. Eplus eine Demo veranstalten auf dem Deinhard-Platz. Da sind Presse und Fernsehen ja ohnehin da!!! 

Ein alter Militärradaringenieur berichtete von der technischen Möglichkeit, den Sendebetrieb zu stören. Warum hat sich das in den Mobilfunkgegnerkreisen noch nicht herum gesprochen? Leider bin ich technisch ja eine absolute Null. 

Was traurig war: Herr Lohner hält in unserem Haus höchstens eine Abschirmung auf 50µW/m³ für möglich. D. h., daß alle Bemühungen um Abschirmung völlig umsonst sind. 

 

27. 11. 2002

Martin wollte unbedingt das Schlafen im Haus ausprobieren, was aber total schief ging. In meinem Bett konnte er nicht schlafen, badete dann nachts um 4,00 Uhr und döste anschließend auf dem Sofa im Wohnzimmer, wo er dann gegen 10 Uhr in Monsterverfassung geweckt wurde. 

In der Wohnung hatte ich auch wieder Mobilfunkreaktionen, die ich aus Richtung Kühkopf kommend lokalisierte. Ich schlief schlecht, schwitzte stark und hatte massives Hinterkopf-Nacken-Kopfweh.

Morgens lag der ganze Stadtteil im Nebel. Ich fand heute die Mobilfunkstrahlung, auch im Haus, extrem unangenehm und denke trotz Metallkopftuch über Ausweichen und Fluchtmöglichkeiten nach. Nachdem wir aber schon 2 Tage nichts Warmes mehr zum Essen hatten, weil ich einfach nicht in der Lage war zu kochen, muß ich heute doch einmal daran gehen.

Bauarbeiten gingen weiter, die dreifache Abschirmung an der Giebelseite bringt etwas, sicher, aber immer noch nicht genug.


28. 11. 2002

Weitere Bauarbeiten an Dach und Seitenwänden. Man hat sicher weniger HF-Einfluß im Haus, aber ich bin unendlich müde und völlig erschöpft.


29. 11. 2002

Heute wird die Abschirmung an Dach und Seitenwänden abgeschlossen, keinen Tag zu früh, denn morgen müssen wir aus der Schlafwohnung raus. 

Ich bin furchtbar müde. Obwohl ich fast 12 Stunden geschlafen habe, fühle ich mich absolut unerholt. Ich habe Angst vor der ersten Nacht im Haus. Meine „Mitte“ wird trotz der Abschirmung hier angegriffen, ich bin dagegen völlig schutzlos.


30. 11. 2002

Bis ca. 11,00 Uhr blieb ich in der Schlafwohnung, dann räumten wir sie. Ich versuchte gegen 15,00 Uhr probeweise einen Mittagsschlaf in meinem Bett zu machen. 

Es war unerträglich. Ich hatte die gleichen Symptome innerlicher Verbrennung usw. wie vor der Abschirmung. Ich ging daher ca. 3 Stunden in eine Niedertemperatursauna von knapp 60 Grad C. Ich versuchte gar nicht erst, in meinem Bett einzuschlafen, sondern legte mich auf das Sofa im Wohnzimmer vor dem Südfenster.


1. 12. 2002

Schlafen konnte ich nicht, aber mit Metallkopftuch und Aludeckel auf dem Sonnengeflecht immerhin dösen ohne besondere Schmerzen. Allerdings stieg der Blutdruck um ca. 4 Uhr auf 178/99 Puls 88. Ich war naß geschwitzt, auch das Bettzeug war teilweise eher naß als feucht. 

Gestern morgen in der Wohnung war der Blutdruck 140/85, also völlig normal bzw. sogar gut für meine persönlichen Verhältnisse. Ich ging bis ca. ½ 6 Uhr in die Sauna, bis ich vor Kälte schlotterte. 

Ich bat Wolfgang dann, die Hauptsicherungen für das Haus herauszudrehen, in der Hoffnung, daß die HF über das Stromnetz ins Haus kommt und damit ebenfalls abgestellt werden könnte. Das brachte keine Besserung. So bat ich ihn um ca. ½ 7 die provisorische Erdung zu kappen, weil die Situation für mich unter schwersten körperlichen Schmerzen absolut unerträglich war. 

Wir stellten bei diesem Versuch fest, daß die provisorische Erdung abgerissen war. Ich vermute, daß ziemlich genau gegen Schichtende der Dachdecker am Freitag gegen 17,00 Uhr oder etwas später dieses Mißgeschick passiert sein muß, denn seitdem hatte ich Probleme im Haus. 

Denkbar ist, daß Martin versehentlich den Kartoffelsack darauf geschmissen hat, den er etwa um diese Zeit in den Keller bringen sollte. Wolfgang befestigte das Erdungskabel wieder, worauf ich zwar in meinem Bett nicht schlafen konnte, aber immerhin halbwegs erholsam döste. Der Blutdruck ging auf 159/95 zurück, war also immer noch höher als gestern, ich hatte weiter Verbrennungsgefühle im Kopf und den Augen, aber immerhin entwickelte ich unmittelbar nach der erneuten Erdung ein Wärmegefühl, während ich vorher vor Kälte schlotterte und das Gefühl hatte, alle Energie würde mir durch die Mitte abgezogen. 

Im Bauch weiterhin schwere Verbrennungsgefühle und Magenschmerzen von der Art, wie Wolfgang sie in der Woche vor dem Nachtauszug hatte. Mehrere schwere Durchfallattacken, leichte Vaginalblutung nach erheblichen Unterleibskrämpfen unabhängig vom Zyklus, extremer Durst und Kopfschmerzen im Hinterkopf-Nackenbereich. 

Wolfgang hat halbwegs geschlafen (wie sich später herausstellte, stimmte das nicht, er hätte auch ohne meine Aktivitäten nicht schlafen können), Martin und sein Freund Fabian haben angeblich sogar gut geschlafen, allerdings haben sie am Abend zuvor offenbar dem Alkohol zugesprochen. 

Die Katzen wirken recht zufrieden, aber vielleicht finden sie es ja nur gut, daß sie nicht mehr nachts allein bleiben müssen. Ich habe das Gefühl, daß ich die Strahlung regelrecht anziehe, ich glaube nicht, wenn der Elektriker morgen nicht ganz entscheidende Verbesserungen bewirkt, daß ich in diesem Haus weiter leben kann, auch nicht mehr für eine Übergangszeit bis wir eine geeignete Wohnung finden können. Ach, ich bin des Treibens müde. . . . . .

Ich konnte wegen akuter Magenschmerzen auch nicht essen. Eine Nacht im Feld genügt, um mich 10-20 Jahre älter aussehen zu lassen, ich fühle mich auch so. 

Der Versuch einen Mittagsschlaf zu machen in meinem Bett scheitert, weil ich mich ständig durch die Mobilfunkstrahlung verbrannt fühle, das ist so schmerzhaft, daß ich schon allein deswegen nicht zur Ruhe kommen kann.

Nachmittags nach S. gefahren, wo wir übernachten müssen, weil Wolfgang morgen sehr früh da einen Termin wahrnehmen muß.


2. 12. 2002

Abends gegen 20,00 Uhr kamen wir zurück und fanden einen unlesbaren Zettel von Martin vor, wonach er es im Haus nicht ausgehalten habe und weg gegangen sei. Wohin blieb unklar. 

Wolfgang begann beim Betreten des Hauses unkontrollierbar zu zittern und war völlig fertig. Ich empfand starke Strahlung, schlimmer als je zuvor, und die beiden Katzen lagen völlig fertig in einer Ecke und fragten uns, was los sei. Zoe hatte offenbar Fieber. 

Wir nahmen mit dem Elektriker Kontakt auf, der tagsüber hier geerdet hatte, was offenbar in gravierender Weise schief gegangen war, und bestellten ihn samt Baubiologen am Samstag zu einem Ortstermin, wo der Versuch gemacht werden soll, die Sache, offenbar ans Hausnetz angekoppelte HF, in den Griff zu bekommen. 

Dann gingen wir ins Hotel Bastian, wo gegen Mitternacht nach langem vergeblichen Suchen nach ihm auch Martin auftauchte. Ich war so geschwächt durch 2 schlaflose Nächte und die HF einige Stunden im Haus, daß ich auf das ausgekühlte Hotelzimmer mit einem extremen Schüttelfrostanfall reagierte, trotz 5 Decken und 2 Männern zum Wärmen. 

Ein Hotelmitarbeiter erfreute mich noch mit der Mitteilung, er habe beim Personal des ev. Kindergarten nachgefragt wegen Wesensveränderung usw. der Kinder, worauf man ihm gesagt habe, es sei alles ganz normal, überhaupt kein Problem. Offenbar, so sein Schluß, ist die Sache ganz harmlos. Was er über uns denkt, behielt er für sich, immerhin scheinen wir uns ja zu Dauerkunden zu entwickeln.


3. 12. 2002

Erst um ½ 12 Uhr ins Haus zurück gekehrt, geschlafen und etwas das Schlafdefizit ausgeglichen, aber noch keineswegs erholt. Ich kann es im Haus derzeit auch tagsüber eigentlich nicht aushalten.

Martin blieb im Hotel bis in den späten Nachmittag und hat wohl größtenteils durchgeschlafen. Es stellte sich heraus, daß die Hauserdung offenbar nicht professionell gemacht worden war und wir so doch noch eine kleine Hoffnung haben, daß das in Ordnung gebracht werden kann. 

Auch für die Horrornacht zum Sonntag gibt es den Ansatz einer Erklärung: entgegen dem mir gesagten, hat der Dachdecker noch für einen Tag Arbeit mit der Dachabschirmung, es fehlen also noch 2 Bahnen, darunter der First, der ja besonders exponiert ist. Das soll morgen gemacht werden. 

Wenn ich das gewußt hätte, hätte ich gar nicht versucht, hier zu schlafen, sondern wäre gleich ins Hotel gegangen. Ich muß die Fahne der Hoffnung hochhalten gegen die beiden Männer, die beide aufgeben wollen und beide mir gegenüber Selbstmordgedanken äußern. Wer kann es ihnen verdenken.


4. 12. 2002

Heute wurde die Dachabschirmung fertiggestellt, ich könnte mich nach wie vor nicht da oben aufhalten. 

Als Eintrittspunkte konkret empfinde ich die Dachfenster, aber der ganze Raum ist belastet. Morgen werden die Fenster abgeschirmt, am Freitag wird ein professioneller Erder gesetzt, so daß ich hoffe, daß am Samstag etwas erreicht werden kann, am liebsten wäre mir ein Wunder. 

Den ganzen Tag riefen Leute an, das strengte mich sehr an, weil ich dann immer längere Zeit an einer Stelle sitzen mußte, das führt zu großer Schlappheit und geistiger Schwäche. Martin blieb bis gegen ½ 4 Uhr nachmittags im Hotel, hat aber wohl zeitweise dort ferngesehen. Ich wäre da auch lieber gewesen. Er verschwand nach Nahrungsaufnahme auch sehr kurzfristig wieder aus dem Haus. 

Ich mußte bleiben und weiter telefonieren. Der Zustand des Hauses ist so, daß ich eigentlich mich da nicht 12 Stunden aufhalten kann, ich kann mich davon über Nacht gar nicht mehr erholen. Aber wie immer, seit wir Handwerker haben, muß ich halt kommen und da sein wegen der Handwerker. 

Ich werde diese Zeit ab 24. 10. sicher irgendwann als nicht gelebte Zeit empfinden. Ich reagiere nur auf Anforderungen, ich habe keinerlei Initiative, ich tue nichts von dem, was eigentlich zu tun wäre. 

Thekla hat dieses Tagebuch angelesen und meint, man würde merken, wie schlecht es mir ginge, sie kennt meinen normalen Stil nicht mehr wieder, es seien Aufzeichnungen einer zu Tode erschöpften Frau, die sich aus irgendeinem Grund noch dazu zwingt, zumindest dieses Tagebuch als Dokumentation zu führen, aber es seien nicht Aufzeichnungen ihrer Mutter, einer starken Kämpfernatur.


5. 12. 2002

Die Nacht im Bastian verlief nicht gut, weil auch dort der Mobilfunkpegel deutlich höher ist als beim ersten Besuch da. 

Die Fensterfolien wurden vormittags angebracht. Ich empfand das als Verbesserung, obwohl die Rahmen noch fehlen. 

Allerdings sagten die beiden Fensterleute, daß sie massive Kopfschmerzen im Haus bekommen hätten bei der Arbeit. Auch die Haushaltshilfe hatte heute heftiges Kopfweh und ging früher nach Hause. 

Ich fragte dann den Verputzer nach Reaktionen, der sagte, draußen habe er zwar nichts gespürt, aber als ein Beratungsgespräch im Haus war und er etwa eine Stunde da ruhig saß, hatte er ein Ziehen zwischen den Kiefern und fühlte sich unruhig. Ich sagte ihm, das käme m. E. von dem Unterschied zwischen Bewegung bei der Arbeit und Ruheposition. In Bewegung ist die Strahlung weniger durchdringend auch im Haus, Problem ist jede Ruheposition.

Frau O. , eine Bekannte von der Karthause, rief an und schilderte Symptome, die sie auf Zahnprobleme zurückführte. Ich deutete eine andere Erklärungsmöglichkeit an, worauf ihr gleich mehrere Personen aus ihrer Nachbarschaft einfielen, die ähnliche Symptome haben: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Herzrasen, Magen-Darmprobleme. Angeblich soll das ein Virusinfekt sein, der seit Ende Oktober auf der Karthause tobt. Naja. 

Eine Frau, die direkt gegenüber dem Blindenaltenheim auf der anderen Seite des Berliner Rings wohnt, mußte sogar zur Magenspiegelung vor ein paar Tagen, wobei man eine Entzündung diagnostizierte. Frau O. rief die Frau an um ihr die neuesten Erkenntnisse mitzuteilen, worauf diese sagte, bei ihr sei das nicht die Ursache, sie habe eben eine Entzündung. 

Nach der Pisa-Studie wird logisches Denken in deutschen Schulen ja bekanntlich nicht gelehrt, außerdem ist die Dame natürlich seit 24. 10. dauerbestrahlt, das kratzt erheblich an den intellektuellen Fähigkeiten. Frau O. kam vorbei, las das Tagebuch am PC und klagte anschließend über Kopfschmerzen in der linken Schläfe, erst seit sie in unserem Haus war.

Nach der Lektüre waren ihr einige weitere Symptome bei ihr besser verstehbar, nämlich das ganze Durchfall-Herzrase-Schüttelfrost-Programm, das ich in einer der ersten Nächte geschildert habe. Das hatte sie heute morgen erlebt, aber wohl auch schon einmal früher in ähnlicher Form.


6. 12. 2002

Wolfgang schlief im Bastian recht gut, ich schlecht, das Haus ist deutlich stärker belastet als Anfang November. 

Martin blieb im Haus probeweise, weil er am Wochenende wegfährt. Er schlief in meinem Bett und fand das halbwegs erträglich. Das freut mich natürlich sehr, ich selber empfinde aber noch keine Entwarnung. 

Die Verputzer wirkten ums Haus und nachmittags wurde der Erder gesetzt. Wolfgang ist wegen seiner Dauermigräne in den letzten Tagen heute krankgeschrieben. Ein Journalist war von ½ 4 bis ½ 6 Uhr nachmittags da. Er will einen Artikel über unsere existenzbedrohende Situation bringen. Er hält sich selber für einen Normalmenschen. 

Wir saßen am Eßtisch im EG, also in einem der 3x abgeschirmten Bereiche, wo schon zu Beginn verglichen mit den Obergeschossen geringere Feldstärken gemessen wurden. Wörtlich sagte er kurz vor dem Weggehen: 

„Ich ertappe mich dabei, an meiner Uhr unnötig herum zu spielen, obwohl sie einwandfrei läuft und mein Jackett zurecht zu rücken, obgleich es doch eigentlich korrekt sitzt. Weshalb? Ich habe ein inneres leichtes Brennen in der Magengegend und im Brustbereich, so als würde der innere Säurespiegel wie kurz vor einem Sodbrennen ansteigen – aber es kam zu keinem Sodbrennen an diesem Tag. Insgesamt in der Magengegend/Sonnengeflecht Gefühle des inneren Temperaturanstieges.“ 

Er wirkte sichtlich erleichtert, als er uns verließ, obwohl ich ihm die leckeren Weihnachtsplätzchen meiner Mutter serviert hatte. Ich sagte ihm im Laufe des Gespräches, ich hätte bislang gar nicht gewußt, was für eine Gnade es ist, schlafen zu können. Er antwortete, interessanterweise hätte genau diesen Satz schon einmal ein Interviewpartner zu ihm gesagt, das sei ein Obdachloser gewesen, der vier Wochen später tot auf der Straße aufgefunden wurde.

Körperlich habe ich keine Besserung durch den Tiefenerder gespürt, aber vielleicht kann ja morgen noch etwas gebessert werden. Rein technisch haben die Messungen der Spezialisten ergeben, daß der erste Erder tatsächlich nicht wirksam war (140 Ohm, mehr als 100 sind unnütz, der neue hat unter 70 Ohm, was das heißt weiß ich nicht). 

Mein Bauch revoltiert derartig mit inneren Verbrennungen, daß der Spaziergang wegen krampfartiger Durchfallattacken verschoben werden mußte. 

 

7. 12. 2002

Nach einer nicht gerade guten Nacht im Hotel ca. 9,00 Uhr in der Wohnung. Gegen 10,00 Uhr kam der Baubiologe mit einem ganzen Auto voller Meßgeräte und machte sich ans Werk, unterstützt vom Elektriker und Wolfgang und mir. Ich hatte im wesentlichen die dienende Funktion eines biologischen Meßinstruments.


Liebe Frau G., 

nach einem sehr anstrengenden Maßtag mit Baubiologen und Elektriker will ich jetzt nur noch möglichst rasch schlafen gehen. Nach sechs Wochen erstmals wieder mit dem Versuch, dies in meinem eigenen Bett zu tun.

Näheres und hoffentlich Gutes wenn ich wieder ausgeschlafen bin.


8. 12. 2002

Martin und ich haben sehr tief geschlafen, ich insgesamt mehr als 12 Stunden mit nur einer Unterbrechung gegen ½ 5 als Katze Rübi die Heimkehr ihres Frauchens dadurch feiern wollte, daß sie einen knapp 6 kg schweren Pelz über mein Gesicht legte. Sie war ziemlich erschüttert, als sie daraufhin eine unerwartete Flugreise unternahm. 

Nachdem die Situation geklärt und bereinigt war, schlief ich dann meine 2. Schicht, bis die Männer mich zum Frühstück holten gegen ½ 11 Uhr. 

Wolfgang hat weniger gut geschlafen, seiner Ansicht nach praktisch überhaupt nicht. Da sieht man den Unterschied zwischen Elektrosensiblen und Normalmenschen: Martin und ich hauen uns jederzeit in einem feldärmeren Bereich hin und holen unsere Schlafdefizite auf. Normalmenschen hingegen machen sich Sorgen, ob sie denn jetzt da schlafen können, weil sie es ja nicht im Körper sofort spüren, schon beim Zubettgehen, ob es geht oder nicht.

Doch zurück zum gestrigen Tag: Der Baubiologe fing mit HF-Messungen im Kinderzimmer von Tilmann im DG an, wo die knapp 20000 µW/m² gemessen worden waren. Er kam auf Werte zwischen 64 bei geöffneten Rolläden bei Tilmann und im benachbarten Zimmer von Martin und knapp 4, wenn beide Rolläden, die Wolfgang von außen mit Alufolie beklebt hat, geschlossen waren. 

Fürs erste ist das natürlich ein hervorragendes Ergebnis der Abschirmungsmaßnahmen. Auf den 2. Blick ist es aber immer noch als Dauerbelastung deutlich zu viel. Er schlug ergänzend noch Swiss-Shield-Vorhänge in den beiden Zimmern vor, die man mit Klettband an den Seiten befestigen solle. 

Bei den NF-Messungen bestätigte er, was der Elektriker schon vor 2 Jahren konstatiert hatte: Wir haben geradezu ideale Werte, solche, die viele Leute nicht am Schlafplatz erreichen, im ganzen Haus. 

Als man mich dann als biologisches Meßinstrument benutzte, stellte sich heraus, daß es noch eine Belastung gibt, möglicherweise das Tarifierungssignal des Elektrizitätsversorgers, auf das ich sogar noch reagierte, als sämtliche Hauptsicherungen unseres Hauses herausgedreht waren. Der Elektriker will klären, wo das Signal herkommt und dann evtl. einen entsprechenden Filter in unserer Hausnetz einbauen. 

Ich habe noch nie von so einem Signal gehört, aber mein Körper weiß, daß es da ist und stört. 

Die Rundfunkwerte waren auch deutlich geringer als bei der ersten Messung, möglicherweise hat der 1. Baubiologe da einen Kommafehler gemacht bei der Berechnung, denn seine Rohwerte waren fast identisch.

Dann gingen die Herren an das Problem des Potentialausgleichs zwischen Außenerdung der Abschirmung und der Hauserdung. Ich hatte in der Zwischenzeit begonnen, Linsensuppe für jedermann zu kochen. 

Ich merkte zunächst keine Verbesserung/Veränderung, aber offensichtlich war es diesmal mit vereinten Kräften gelungen, das Problem in den Griff zu kriegen, denn man, frau und katz fühlten sich im Laufe der nächsten Zeit spürbar wohler im Haus. 

Zoe erinnerte sich sogar wieder, daß sie nicht ein armes kleines gequältes Kätzchen ist sondern die Erhabene Tochter der Katzengöttin Bastet (korrekte und erwartete Anrede „Erhabene“). Sie schritt anmutig und hoheitsvoll durch das Haus und schüttelte den Alptraum der letzten Wochen sichtbar ab.

Weitere Messungen im Obergeschoß, vor allem im Elternschlafzimmer, bestätigten die hervorragende Abschirmung und auch, daß der biologisch sicher unschädliche Wert nicht erreichbar ist. 

Bei Magnetfeldmessungen im Schlafzimmer direkt nach dem Mittagessen kam der Baubiologe allerdings noch auf einen Knüller: Ich hatte die Spülmaschine eingeschaltet, die 10x höhere Magnetfelder produzierte, als man direkt unter einer Hochspannungsleitung finden kann. 

Offenbare Ursache ist eine Stegleitung, möglicherweise Marke Eigenbau des Vorbesitzers (Oberstudienrat für Englisch). Der Elektriker hatte vor zwei Jahren im Küchen-Esszimmerbereich auch schon Anomalien festgestellt, war aber nicht auf die Ursache gestoßen. Ich denke, ohne den zufälligen Spülmaschinenbetrieb wäre das auch jetzt schwierig geworden. Diese Problem kann man leicht und wirksam lösen und es wird sicher eine erhebliche Verbesserung der Wohnqualität mit sich bringen. 

Ein weiteres Machwerk des Herrn Oberstudienrates wurde ebenfalls enttarnt. Ich sagte dem Baubiologen, daß ich es trotz der jetzt funktionierenden Erdung immer noch nicht im Keller aushielte, mir stünden die Haare zu Berge. Er setzte mich daraufhin auf das provisorische Bett, das mich seinerzeit zu einem nächtlichen Barfußtanz auf Gras im Regen veranlaßt hatte. 

Er stellte ganz extreme Voltwerte fest, die von einer Steckdose herrühren, die der Oberstudienrat unsachgemäß installiert hatte. Auch das läßt sich leicht regeln, wenn man erst einmal weiß, woher das Problem kommt. Zu betonen ist: alle diese internen Probleme waren nicht spürbar, auch nicht für empfindliche Personen, solange wir nicht zusätzlich die mörderische Hochfrequenzbelastung hatten.

Der Baubiologe sagte zum Abschied, daß wir wirklich ein optimales Abschirmergebnis erreicht hätten. Jede weitere Verbesserung müsse nun aber von außen kommen. 

Er meinte, Vodafone müsse die beiden mörderischen Vektorantennen nur um 30 Grad drehen, dann hätten wir nur mehr 10% der Werte von außen und damit im Inneren biologisch verkraftbare Werte. Da dies allein evtl. zu ähnlichen Problemen bei anderen Häusern führen würde, wäre zusätzlich eine Erhöhung der Antenne um 15-25 Meter eine ganz erhebliche Hilfe für alle gequälten und krank gestrahlten Anlieger. 

Da das Argument, niedrigere Masten seien baugenehmigungsfrei, jetzt ja nicht mehr zieht seit dem Eplus-Urteil, wäre das doch ein Ansatzpunkt für die Stadt, die die Baugenehmigung, falls sie sie erteilen muß, wenigstens mit derartigen Auflagen versehen kann und muß. Es ist auch sicherlich zumindest ein Hilfsantrag bei unserer eigenen Klage gegen die Baugenehmigung. Aber besser und die richtige Lösung ist und bleibt der Abbau dieser Anlage.

Zum heutigen Tag. Wolfgang setzt seine Aluverblendungsarbeiten an den Fensterrahmen und Rolläden fort, die der Baubiologe ja als sehr wirksame Ergänzungsmaßnahme ermittelt hatte. 

Er setzt sich durch das Öffnen der Fenster bzw. Arbeiten auf dem Gerüst so hohen Werten aus, daß er Gedächtnisstörungen an sich wahrnimmt, z. B. will er Material holen, um das Tilmann-Fenster fertig zu machen. Stattdessen geht er ins Schlafzimmer und will dort anfangen. Erst beim Materialholen dafür merkt er, daß er an dem anderen Fenster noch gar nicht fertig war.

Martin macht im DG Hausarbeiten, wobei er sich ohne Beratung durch uns dazu entschließt, beide Rolläden zu schließen und lieber bei elektrischem Licht zu lernen, weil er sonst in seinem Zimmer und auch im Gästezimmer Kopfweh bekommt. Wir hatten ihm nur gestern kurz gesagt, daß er nachts auch den Rolladen im Nachbarzimmer seines Bruders schließen müsse. 

Als sein Vater für die Rahmenarbeiten eines der Fenster öffnet, was er gar nicht bemerkt hatte, bekam er sofort wieder massive Kopfschmerzen. Das heißt konkret, daß das DG zumindest im Sommer unbewohnbar ist, denn das heizt sich erfahrungsgemäß so auf, daß man da nicht mit völlig verrammelten Fenstern schlafen kann.

Ich selber hatte heute Nacht und auch am Morgen sehr starke Hinterkopf- und Nackenkopfschmerzen und Lymphstau in der rechten Kopfhälfte Richtung Mast. Hoffen wir, daß es nur eine Reaktion auf die hohe Belastung gestern ist und nicht das erste Signal, daß die Werte in unserem Schlafzimmer für mich doch noch unerträglich sind. 

Augenmäßig blickte mir heute morgen aus dem Spiegel eine Schnaitseer Kuh mit dick geschwollenen Augenrändern entgegen, auch kein gutes Zeichen. Es ist alles besser, aber eben noch nicht gut.


9. 12. 2002

Diese Nacht hat auch Wolfgang gut geschlafen. Ich bin immer noch unendlich müde, es fragt sich, ob das die abklingende Erschöpfung ist oder aber die Reaktion auf die immer noch bestehende Dauerbelastung durch den Mobilfunkmast.

Drei Emails von Frau G. wegen einer Nachbarin in einem der nach Ansicht des Baubiologen genauso stark wie unserem bestrahlten Häuser. Ich will sie nicht kommentieren.

1. Ich habe soeben mit Frau X. telefoniert und gesagt, dass ich sie gerne in ihrem Haus besuchen würde wegen der von mir dort oben gespürten Mobilfunkbelastung. Sie sagt sie spüre keinerlei Beeinträchtigung, die ganze Familie sei gesundheitlich in Ordnung. Sie will mit ihrem Mann besprechen, ob ein Besuch von mir auch seinerseits erwünscht sei. 

Ich habe ihr gesagt ich könnte auch das beste Meßgerät mitnehmen, das ich kenne: Die Nachbarin Frau Stein. 

Ja, sagte sie, Ihre Abschirmmaßnahmen seien ihr aufgefallen, sie selber hätten keine Beschwerden. Ich habe ihr gesagt, dass auch ich es dort oben nicht aushalten könnte und ich einfach nur testen möchte, ob bei ihnen eine Belastung zu spüren sei oder nicht. . . . . . .

2. Ich rief Frau X. nochmal an, um ihr zu sagen, dass mein Besuch keinen öffentlichen Charakter hat und dass beiderseits aus Datenschutzgründen Diskretion angesagt ist. Da sagte sie mir aber bereits, dass ihr Mann mit einem Besuch nicht einverstanden ist!! Ich möchte ihn doch selber in der Dienststelle anrufen. 

Das tue ich aber nicht, denn ich habe keinen Grund Überzeugungsarbeit zu leisten, schließlich mache ich das mehr aus einer privaten Motivation heraus. 

Wenn bei dieser Familie keine primäre Sorge um die Gesundheit vorhanden ist, dann brauche ich mich auch nicht weiter zu bemühen. Sie sind ja offensichtlich auch noch ganz munter. . . . . . Sollten sich bei X. s noch Beschwerden einstellen gehe ich davon aus, dass sie von alleine das Gespräch mit Ihnen suchen werden. 

Ich hatte bei ihr schon das Gefühl, dass mein Anruf sie nachdenklich gestimmt hat. . . . .

3. P. S. : Ich vergaß eine wesentliche Anmerkung zu meinem Telefongespräch mit Frau X. heute morgen, Montag, 09. 12. 02. 

Ich sagte Frau X. ganz offen, dass meine Sorge vor allem darin begründet sei, dass die erfolgte Abschirmung Ihres Hauses unweigerlich eine Reflexion auf das Haus der Familie X. bedeuten würde. Das war der Moment in dem sie stutzte und nachdenklich wurde aber trotzdem auf mein Angebot nicht eingehen wollte nämlich auf eine quasi kostenlosen Test des Hauses auf eine mögliche Belastung hin - zusammen mit Ihnen, weil Sie ja tatsächlich jedes Meßgerät ersetzen.

Mir ist diese Anmerkung deshalb wichtig, weil ich meine Gesprächbereitschaft mit Frau X. insofern auch für Sie dokumentieren möchte als Versuch einer selbstverständlichen Kommunikation mit den Nachbarn in Bezug auf eine recht wesentliche wenn auch nicht sichtbare und nicht für jedermann fühlbaren HF-Belastung. 

Wenn von Seiten des Herrn X. diese Kommunikation abgelehnt wurde, dann - meine ich jedenfalls - ist von Ihrer/unserer Seite der Anfang gemacht. Weitere Schritte können nur noch von Seiten der Familie X. erfolgen.

 

10. 12. 2002

Wir haben alle gut geschlafen, ich habe allerdings einen Brummschädel, gerötete Augen, Oberbauchschmerzen und heute Nacht mehrfach Galle gebrochen. Ich will erst einmal annehmen, daß es diesmal wirklich ein Infekt ist. Gewisse Zweifel habe ich aber, denn der Schläfendruckschmerz rechts setzt leicht wieder ein, was doch sehr für eine Mobilfunkfolge spricht. 

Am Freitag soll der Stadtrat über das Mobilfunkkonzept beraten, danach soll auf das Bundesarchiv und die Fachhochschule auch noch jeweils eine Anlage. Dann ist die Karthause so flächendeckend bestrahlt, daß auch die, die bisher meinten, sie seien nicht betroffen, dem Allgemeinwohl durch Schlafentzug, Gesundheitsstörungen und Wertverlust ihrer Immobilien werden dienen dürfen. 

Erfreulich ist, daß es Martin wohl tatsächlich körperlich wesentlich besser geht, auch stimmungsmäßig und was seine schulischen Ergebnisse angeht. Für ihn ist unser Haus wohl wegen seiner NF-Empfindlichkeit als Schlafplatz einfach besser als jede Alternative (obwohl wir in der Ausweichwohnung nachts die Sicherung herausnahmen) und daher kann er nun nach Abschirmung der HF wieder halbwegs zur Ruhe kommen. 

Ich muß ihn allerdings wieder ein bißchen aufpäppeln, er hat schwer abgenommen in den letzten Wochen, ebenso wie sein Vater, der nach eigenen Angaben 5 kg wegen der Magengeschichte verloren hat, m. E. sogar noch mehr.

Heute Abend sagte Martin mir allerdings, er hätte nur mehr gut, aber nicht so paradiesisch geschlafen wie die ersten beiden Nächte. Das muß noch nicht bedeuten, daß ihn die HF wieder stark stört, vielleicht hat er nur sein Schlafdefizit etwas abgebaut und jeden Tag Torte kann man ja auch nicht mehr so richtig genießen wie einmal Torte nach langem Hunger. 

Wolfgang ist absolut geschockt und verzweifelt wegen der finanziellen Schieflage, in die uns die Abschirmungskosten gebracht haben. Sachlich hat er natürlich recht, aber ich habe dazu mehr die Haltung, haben wir erst einmal das wirklich wichtige Problem Obdachlosigkeit und Gesundheit im Griff, ist alles andere nachrangig. 

Wichtiger ist, daß unsere Familie sich als äußerst solidarisch und tragfähig auch in dieser Extremkrise erwiesen hat.


11. 12. 2002

Erneut ruhige Nacht für alle, ich bin kein einziges Mal aufgewacht.

Vormittags kam Frau G. vorbei, die es im Wohnzimmer jetzt gut aushalten kann, aber entsetzt über das DG und speziell Martins Zimmer war. Sie redete mir eindringlich zu, den Jungen da umgehend auszusiedeln. Ich sagte ihr, wir würden jetzt erst einmal bis nach Weihnachten eine Auszeit nehmen wegen einer evtl. Zimmerneuverteilung. 

Gegen Abend kam Herr G. (entfernter Nachbar), dem unser Wohnzimmer auch zusagte und der sich über die Abschirmmaßnahmen und Materialien informierte. Er meinte, er sehe für sich bei einer Fortsetzung der derzeitigen Entwicklung nur mehr die Chance, sich einen Strick zu nehmen oder aber „den bewaffneten Kampf aufzunehmen“ wie er wörtlich sagte. Wir erfuhren vom Mobilfunkausbauplan der Stadt. 

Die Stadtverwaltung schlägt als Alternativstandorte das Bundesarchiv und den Neubau der FH vor, beides völlig unsinnig, weil beide Gebäudeeigentümer sicher keine Großanlage auf ihrem Dach dulden werden. Das bringt finanziell nichts oder wenig und sicher eine Menge Ärger mit Mitarbeitern/Studenten und den Nachbarn. 

Schlimmer als diese hilflosen und irrelevanten Vorschläge ist aber, was die Betreiber vorhaben: Ausbau allerorten, z. B. auf dem Blindenaltenheim, die ev. Kirche will die Schöpfung durch eine Zweitvermietung an Eplus noch besser bewahren als mit T-Mobile allein und auch der Gebäudekomplex, wo wir hin geflüchtet waren und wo wir im Notfall eine Wohnung gemietet hätten, soll mit einer Mastenanlage bestückt werden. Für uns heißt das, daß wir keine Ausweichmöglichkeit mehr im Stadtteil haben werden und daß unsere ohnehin technisch ins Äußerste ausgereizte Abschirmung, die schon jetzt nicht ausreicht, binnen kurzem völlig ungenügend sein wird. 

Einen Strick werde ich mir nicht nehmen, aber eine Überlebenschance sehe ich unter diesen Umständen auch nicht mehr. 

Frau G. zog aus diesem Szenario das Fazit, wir sollten umgehend verkaufen, solange es noch möglich wäre. Ich halte das für abwegig, da wir ja irgendwo wohnen müssen und wo sollte das sein? 

 

12. 12. 2002

Martin übergab sich in der Nacht heftig und auch ich habe wohl einen Magen-Darm-Infekt, allerdings brachte es mir Erleichterung, heute Nacht wieder einmal, erstmals seit der Rückkehr, das Metallkopftuch anzuziehen. Es ist also zu befürchten, daß es nicht nur ein Virus ist sondern auch eine Mobilfunkfolge. 

Jojo bekam heute in Martins Zimmer Kopfweh, es wird also schon etwas nicht ganz koscher sein. 

 

13. 12. 2002

Habe mich immer noch krank gefühlt und unendlich müde. Frau L. , die Besucherin am ersten Tag nach Sendebetrieb, war kurz da und hat im Wohnzimmer große „Ruhe“ empfunden, es sei besser als ganz früher (vor Vodafone und der Abschirmung). Für eine weitere Hausbesichtigung fehlte die Zeit.

Tilmann hat sehr gut in seinem Zimmer geschlafen, sagt er, viel besser als im Studentenheim in England. Er berichtet auch, daß dort allgemein alle Leute seit Beginn dieses Studienjahres schlecht schlafen und er das Gefühl hat, schlechter lernen zu können. Ob es da einen Mast gibt, weiß er nicht. 

Auffällig war auch, daß er hier anfing richtig zu essen, jedenfalls nach der Nachtruhe. Er hat mir immer wieder am Telefon gesagt, daß ihm vom dortigen Essen schlecht würde und er hat auch ziemlich abgenommen. 

Er hat in England chronische Magenbeschwerden entwickelt. Man könnte ja über diesen Bericht ins Grübeln kommen. Vodafone hat in England allen Kunden 600 Freiminuten monatlich geschenkt, so daß fast alle seine Kumpels jetzt mit Handy telefonieren und nicht mehr mit dem überteuerten Festnetzanschluß des Wohnheimes. 

Sein Freund Brad sagt, er merke, daß ihm das Handy das Gehirn ausbrenne, aber er habe ja nur ein Leben und so sei ihm das egal. Wenn es nur sein eigenes Gehirn wäre, das da ausgebrannt wird, könnte man das ja kommentarlos hinnehmen. Es handelt sich bei Brad um einen sehr begabten und außerordentlich fähigen Studenten nach allem was man so über ihn hört. 

Wenn Tilmann die immer noch zu hohen Werte in seinem Zimmer, wo ich mich keine 5 Minuten ohne Schwierigkeiten aufhalten kann, als derartige Entlastung erlebt, müssen die Verhältnisse in dem Wohnheim ja schauderhaft sein. 

Die Presse brachte heute Warnungen über DECT-Telefone, teilweise mit dem Zusatz, es sei noch nicht bewiesen, daß diese thermische (!!!) Schäden auslösten. Ob da wohl jemand den Teil über Mobilfunk gekürzt hat? Aber immerhin, es handelt sich um eine echte Warnung. Nur geht es sicher vielen Leuten wie meiner Mutter, die ja so ein Sinus-Ding aufgeschwätzt bekam ohne daß man ihr selbst auf ihre Frage hin erklärte, daß es ein DECT-Telefon ist. 

Ich konnte es bei ihr nicht mehr aushalten und habe ihr daher ein CT1+-Gerät geschenkt. Sie empfindet eine gewisse Entlastung dadurch (besserer Schlaf), allerdings vermisst sie den Komfort des DECT. Und allein war sie wegen der gezielten Desinformationspolitik der Verkäufer (T-Punkt) schlicht nicht in der Lage, ein CT1+ zu finden und zu kaufen. Telekom verkauft keine CT1+ und dreht daher den Kunden DECT als unbedenklich und strahlungsarm an.


14. 12. 2002

Tilmann konnte gestern nicht mehr so gut einschlafen wie in der ersten Nacht.

Das Mainzer Umweltministerium, so steht in der Zeitung, hat eine Broschüre über Elektrosmoggefahren herausgebracht. Darin steht, daß die Grenzwerte ganz in Ordnung sind und überall eingehalten werden und daß alle Personen, die sich selber für elektrosensibel halten, dies gar nicht sind. Wer hat die Broschüre wohl gesponsert? 

Ich als eingebildete Elektrosensible natürlich dank Steuerzahlung auch. Aber die Betreiber werden sicher auch einen kleinen Beitrag geleistet haben, zumindest an gezielter „Sachkunde“. Wolfgang brachte die Sache auf den Punkt: Nicht die Fragen sind dumm (wie es das Ministerium schreibt), sondern die Antworten.

Es ist skandalös, wie sich die Regierung hier vor den Karren der Betreiber spannen läßt, aber natürlich nichts Neues. Wie ich höre soll auch die Haltung der SPD-Stadtratsfraktion dadurch leicht beeinflußt sein, daß die Bundesregierung den Mobilfunk massiv und einseitig zu fördern beliebt. Wie sich ein einsamer Rufer in der Wüste fühlt, wußte ich dank meiner MCS ja schon länger und wundere und errege mich darüber nicht mehr. 

Andere Elektrosensible, denen es ganz neu ist, daß andere Leute sie für geistig angeschlagen halten, wenn sie sagen, sie spürten die Strahlung, wundern sich offenbar immer noch gelegentlich. Aber das wird sich nach einigem Frust sicher rasch ändern.


15. 12. 2002 

Ich verbrachte Horrornacht durch NF-Probleme, die sich aus unbekannter Ursache wieder im Haus aufbauten. Schließlich gegen ½ 4 Uhr nachts schalteten wir die Sicherung für das EG aus, worauf ich endlich einschlief und nicht mehr zitterte, Verbrennungsgefühle hatte und unter Strom stand. Hoffentlich kriegt der Elektriker am Mittwoch diese Sache in den Griff, es war wieder einmal absolut furchtbar.

Im DG schliefen 4 Jünglinge (2 Söhne, 2 Freunde Martins) hingegen offenbar sehr gut.

Um die Mittagszeit bei Familie in Güls auf deren Bitte hin das Haus besichtigt. Es gab sehr vieles, was an der Installation im Haus nicht stimmt und ohne besondere Kosten geändert werden kann. Wenn alle Trafo-Lampen rausfliegen und die Energiesparbirnen ersetzt werden und noch ein paar Lampen mit abgeschirmten Kabeln versehen werden, dürfte da manches schon gut sein. 

Die HF auf der Südseite war schon spürbar, aber nicht sonderlich intensiv. Ich würde einmal annehmen, daß man höchstens auf ca. 50 µW/m² kommen könnte bei einer Messung. Die Familie wird daher zunächst unseren Elektriker bestellen, sanieren lassen und dann erst den HF-Baubiologen einfliegen lassen. 

Sehr problematisch ist allerdings die Dachständerstromführung und der ganz nahe Trafo, da kenne ich mich aber nicht genug aus, um eine Prognose zu wagen.


16. 12. 2002

Die beiden Jungen konnten im DG heute Nacht schlecht schlafen. Ich hatte zwar das Gefühl tief geschlafen zu haben, ohne die NF-Probleme der letzten Nacht, war aber gänzlich unerholt und fühlte mich den ganzen Tag unendlich müde und traurig. 

Ich lag den ganzen Vormittag auf dem Sofa und weinte leise vor mich hin, das kenne ich nicht an mir. 

Tilmann und Martin hatten beide geschwollene Augen und schliefen nachmittags mehrere Stunden. Ich bin wieder gänzlich apathisch und tue nichts von dem, was ich tun sollte, ich kann mich einfach zu nichts aufraffen. Auch Wolfgang ist nicht gut dran, ebenfalls unerholt nach dem Schlaf.

Die Fortsetzung der Bauarbeiten nach der Frostwoche brachte wiederum die schon fast gewohnten Ankoppelungsprobleme, es war wiederum kaum im Haus auszuhalten. Es macht uns alle sehr resigniert, weil man einfach nicht mehr glauben kann, daß die Lage noch einmal so wird, daß wir wieder leben können wie eine normale Familie.


17. 12. 2002

Aus einer Mail: 

Hier geht es nicht so gut. Vorgestern ist offenbar wieder bei der Fortsetzung der Arbeiten ums Haus ein "falscher Nagel" eingeschlagen worden. 

Jedenfalls leide ich extrem, besonders nachts. Meine drei Männer spüren nichts, merken allerdings, wie schlecht ich dran bin. Morgen kommt der Elektriker zu uns. Wenn er die Sache nicht in den Griff kriegt gehe ich noch morgen hier weg.

Ich weiß nicht, ob Ärzte Angst haben, Mobilfunkreaktionen als Krankheitsursache anzuerkennen, sie haben wohl mangels Wissen einfach kein Verständnis. Die von dem betreuenden Arzt bei Martin zugezogene Internistin hat mir heute die Rechnung geschickt, als Diagnose steht da: 'Ausschluß einer systemischen Erkrankung, Verdacht auf psychosomatisches Syndrom'. 

Ich bin darüber entsetzt und verärgert zugleich, denn die gute Frau wußte vom Hausarzt, daß der Junge offenbar MCS hat und im Zusammenhang mit Mobilfunkexposition schwere Schlafstörungen und Folgeerkrankungen entwickelt hat, die den Arzt sehr stark beunruhigt haben und denen labormäßig auf den Grund gegangen werden sollte.

Ich habe da angerufen und der Sprechstundenhilfe mitgeteilt, daß ich diese Rechnung nicht bezahlen werde, wenn die 2. Diagnose nicht in einer neuen Rechnung weggelassen wird. Die Dame teilte mir dann mit, Psychosomatik hätte nichts mit psychischer Störung zu tun. 

Das weiß ich wohl, empfinde es aber als Herabsetzung und Schuldzuweisung an den Betroffenen, wenn offenbare Zusammenhänge mit äußeren Faktoren negiert werden und das Ganze dem Kind (oder seiner symptomfixierten Mutter) letztlich als ganz persönliches Problem in die Schuhe geschoben wird, die die Urheber und die Politik nichts, aber auch gar nichts, angehen. 

Beendet habe ich das Gespräch ziemlich plötzlich, weil ich anfing zu heulen, in diesem Fall aus hilflosem Zorn.


Die Nacht hatte ich im Gästezimmer verbracht und ziemlich gut geschlafen, jedenfalls im Vergleich zu den Alternativen im Haus.


18. 12. 2002

Aus einer Mail: 

Liebe Frau G. , der Hausarzt hat Martin zu dieser Internistin geschickt, weil der Junge so runter war, daß er eine schwerwiegende Erkrankung ausschließen wollte. Damals sagte er mir das so, gestern wurde er konkreter und sagte, er habe Leukämie befürchtet.

Ich hatte gestern noch ein Telefongespräch mit Martins Hausarzt, der zunächst gar nicht verstand, warum ich so extrem sauer war über die psychosomatische Kiste. Im Laufe des Gespräches hat er aber sehr wohl verstanden und gesagt, er müsse auf dem Gebiet sensibler werden. Er würde das täglich in Arztberichten lesen und meist, z. B. bei Martin, das so verstehen, daß nichts akut schulmedizinisch Behandlungsbedürftiges vorliegt, was ihn dann erleichtere. 

Er war sich mit mir einig, daß das nur ein Etikett ist, das im Prinzip heißt: Ich weiß nicht, was der hat. Er hatte sich nicht klar gemacht, daß ich das so verstehen muß, als ob dem Opfer eines ganz konkreten Einflusses von außen die Verantwortung zugeschoben wird. Wie es Ihr Sohn so unnachahmlich formuliert hat: Das findet im Kopf statt. Was ja gleichzeitig beweist, daß alles, was außerhalb des Kopfes ist, damit exkulpiert ist.

Der Hausarzt hat schon einen festen Fluchtplan: Wenn ihn die Keule trifft, will er seine Familie in ein Wohnmobil umsiedeln und darin immer wieder an verträgliche Plätze ziehen. Er wäre nicht ins Hotel gegangen sagte er. Ich habe darauf verzichtet ihm zu sagen, daß er auch vorübergehend ins Hotel hätte gehen müssen, weil man nicht mehr in der Lage ist, ein Wohnmobil zu kaufen und einen guten Standplatz zu suchen, wenn man ein paar Tage in der Strahlungskeule war. 

Da ich ihn gut leiden mag, wünsche ich ihm auch diese Erfahrung nicht. Allerdings ist es bei der Internistin etwas anderes. . . .

Drücken Sie die Daumen, dass der Elektriker heute eine Sternstunde hat, er kommt in ein paar Minuten.


Der Elektriker hatte eine Sternstunde. Nachdem die endgültige Erdung ca. 2 Stunden aktiv war, konnten Martin und ich es ungestört im Haus aushalten. Es bleibt damit aber weiter das Problem, daß wir alle ständig müde und erschöpft sind, weil wir ständig immer noch eine kräftige Dosis HF abbekommen im Haus und sofort die volle Dröhnung, wenn wir das Haus verlassen.


19. 12. 2002

Heute waren die Verputzer tätig. Im Haus war es HF und NF-mäßig „den Umständen entsprechend“ ruhig. 

Statt dessen hörte ich über einen neuen Mast in Bubenheim. Ich berichtete dann von Hund Robbie meiner Bekannten Frau L. , der hier im Auto zitterte, als ob er den Veitstanz hätte (in der Keule auf dem Garagenhof), in Amsterdam und auf der Fahrt dahin ruhig schlief und ganz lebhaft spielte und kaum heimgekehrt gestern Abend und heute Morgen in der Wohnung von Frau L. schon wieder zitterte. Frau L. konnte auch in ihrer Wohnung nicht schlafen. Bei der Oma legte sich der Hund sofort hin und pennte fest. 

Die Bürgerinitiative in Bubenheim ist sich aber nicht sicher ob der neue Mast schon an ist, Frau G. machte einen Kontrollbesuch und stellte stellenweise sehr starke Strahlung fest, sie weiß aber nicht wo die herkam und hat mich dringend gebeten als Ersatz eines Baubiologen schon morgen einen Kontrollgang dort zu machen und die Richtung zu orten. Das kann sie ihrer Meinung nach noch nicht so richtig, sie spürt bisher nur Felder, kann aber noch nicht sicher die Herkunft einer Strahlung orten.

Frau G. berichtete mir noch von der neuen Mobilfunkbroschüre des Mainzer Umweltministeriums, die „zum Glück nach dem Frühstück“ gekommen sei, auf deutsch, sie sei "zum K. . . " , Vodafone hätte sie nicht besser machen können.

Ihren Sohn (Medizinstudent), der seiner Mutter während unseres Besuchs mitgeteilt hat, daß Elektrosensibilität im Kopf stattfindet, hat sie aufgefordert, sein Hausstaubmilben-Allergieproblem ebenfalls mental zu bearbeiten, sie wolle sich ab sofort die besondere Mühe des Waschens seiner Allergiker-Bettwäsche sparen. 

Sie hat ihm meinen Rat mit der Entmilbung durch Unterdruckbehandlung des Bettzeuges mit Hilfe des Staubsaugers gleichzeitig mitgeteilt, der gar nicht mental, aber sehr praktisch nutzbar sei.

Unser Rechtsanwalt schickte den Beschluß des Stadtrechtsausschusses in Sachen Vodafone. Wenn die in den nächsten Wochen nicht Klage einreichen, wäre die Nutzungsuntersagung damit rechtskräftig. Leider kann man auf Wunder kaum hoffen. Das heißt aber auch, daß die Angelegenheit nunmehr in die heiße Phase der juristischen Auseinandersetzung geht.

Wolfgang ist sehr erschöpft und ständig müde, er sagt, daß ihn jede noch so geringe Sache furchtbar anstrenge und er sich von allem überfordert fühle. Leider kann er über Weihnachten keinen Urlaub nehmen, nötig hätte er ihn sicher.


20. 12. 2002

Morgens bei der Hausärztin, weil mein Blutdruck wieder entgleist ist. Ihr fällt auf, daß ich ganz massiv Haare im Vorderkopfbereich verloren habe, daß die Haare stumpf wirken, sie hält das für ein Signal für Extremstreß, betont aber ausdrücklich, sie meine körperlichen Streß. 

Kleinere Erledigungen in der Stadt waren mit sehr unangenehmen Mobilfunkreaktionen an bis vor kurzem noch unbelasteten Stellen verbunden.

Anruf eines Herrn von der Gewerbeaufsicht. Die Mainzer Umweltministerin hat ihm mein Tagebuch zugeschickt. Er sollte uns eine Messung anbieten. Ich reagierte erst etwas unwillig, ich hätte meine ganz persönlichen Dinge nicht zur Versendung im ganzen Land freigegeben. 

Ziel sei nicht Verlagerung nach Koblenz sondern nach Berlin gewesen mit dem Ziel, daß die Grenzwerte gesenkt werden müssen. Und daß die Grenzwerte nur zu einem 274. erreicht sind, hat Vodafone uns ja schon wissen lassen. Aber der Mann wirkte wirklich erschüttert, er habe noch nie so konkret gehört, was in der Strahlungskeule so vorgeht. Beschwerden blieben meist im Allgemeinen und oft im Emotionalen, konkrete Beobachtungen und Aufzeichnungen dieser Art habe er noch nie gesehen.

Ich gab ihm die Nummer von Frau G. , die dann auch eine halbe Stunde mit ihm redete und vom Einzelfall zu einem Fall unter anderen führte.

Wolfgang hatte einen ähnlichen Telefonkontakt mit einem Richter, dem er vor ca. 4 Wochen den ersten Teil des Tagebuches geschickt hatte. Auch der war schockiert und betroffen, eine derartige Lage der Betroffenen konnte er sich nicht vorstellen. Er drückte die Hoffnung aus, daß es uns jetzt besser geht, was Wolfgang verneinen mußte, wir leben hier nur auf Abruf. Dauerhaft kann ich nur hier bleiben, wenn Vodafone abgeschaltet wird. 

Thekla kam abends nach Hause für die Weihnachtsferien. Auf sie wirkten wir deutlich besser, psychisch und physisch, als beim letzten Besuch. Aber alles ist relativ, sie hat uns ja am Tag vor dem Verlassen des Hauses für die Nacht zuletzt gesehen.


21. 12. 2002

Thekla fand unser Wohnzimmer jetzt angenehm als Aufenthaltsort und hat die erste Nacht auch gut in ihrem Zimmer geschlafen. 

Wolfgang befestigte heute mit den Dachdeckern das Fliegengitter im DG vor den Fenstern. Als er damit anfing und ein Fenster öffnete, lag ich noch im Bett. Ich fuhr schlagartig aus dem Bett, derartig massiv hatte mich die HF durch die Decke hindurch aus dem kleinen Fensterloch im DG noch eine Etage und eine Spannbetondecke tiefer getroffen. Es war ein kurzfristiger Ausflug in die Hölle, der wir doch gerade erst, zumindest im Schlafzimmer, entronnen sind. Ich bekam davon sofort anhaltende schwere Kopfschmerzen. 

Allerdings, und das muß man ja positiv sehen, ist das ja ein Zeichen dafür, daß die heute vorgenommene Abschirmung der beiden DG-Fenster auch in unserem Schlafzimmer die Lage deutlich verbessern dürfte.

Nachmittags in Bubenheim zwecks Mastenkontrolle. Ich stellte fest, daß der fragliche Scheunenmast wohl an ist, aber wohl nicht verantwortlich für die Probleme von Robbie und seinem Frauchen. Vielmehr wird diese Wohnung offenbar aus Richtung kath. Kirche bestrahlt. Ein Sender da war der BI dort bislang unbekannt.

Außerdem spürte ich bei den 50er-Hausnummern zwei weitere Masten, die heute wegen Nebels aber nicht zu sehen waren.


22. 12. 2002

Mobilfunkmäßig unauffälliger Tag mit Ausnahme der Tatsache, dass ich bei dem Spaziergang abends heftige Beschwerden bekam, besonders aus Richtung VIAG-Interkom auf der Dresdener Straße. 

Thekla fühlte sich in unserem Schlafzimmer unwohl, speziell an der Hausecke Nord-Ost in Richtung Vodafonemast. 

Auch ich spüre, dass da etwas nicht in Ordnung ist, weiß aber noch nicht, ob die Sendeleistung stärker ist (Sonntag vor Weihnachten wird viel telefoniert?) oder ob die gestrigen Dachdeckerarbeiten am Abflussrohr vom Dach wieder einmal die HF ins Haus bringen.


23. 12. 2002

Nachts sehr schlecht geschlafen und irgendwann Metallkopftuch angezogen, weil rechtes Auge und rechter Stirnkopfbereich innerlich wieder einmal brannten, auch Sonnengeflecht fühlt sich massiv gestört und attackiert an (Schüttelfrostattacken, extremer krampfartiger Durchfall). Blutdruck massiv entgleist: morgens 170/94, also wie in alten Bestrahlungszeiten. 

Dachdecker daher gebeten, die Metallbefestigungen an den Abflussrohren zu entfernen, hoffentlich hilft es, sonst wird Weihnachten ein echtes Problem. Bei dem angesagten Schmuddelwetter ist ja wahrscheinlich noch nicht einmal ein ausgedehnter Spaziergang möglich – und der reichte ja gar nicht aus, weil ich nachts hier nicht bleiben kann, wenn die Lage so bleibt.

Wolfgang wollte das Gutachten des Baubiologen absprachegemäß bei der Gewerbeaufsicht abgegeben, woraus sich ein fast einstündiges Gespräch ergab, in dem Begriffe wie „Placeboeffekt“ und „so was gibt es gar nicht“ vorkamen. Man wird sehen, wie es weiter geht an dieser Front.

Der Dachdecker war insofern erfolgreich, daß der von ihm verursachte Anteil des Problems beseitigt wurde. Seine Nägel waren aber offenbar nicht die einzige Ursache, sondern eine massive zusätzliche Mobilfunkbelastung aus Richtung Kühkopf, aber nicht nur von da. 

Einkaufen im Einkaufszentrum wurde zur Strahlenhölle auf der Straße und auch der Spaziergang abends brachte völlig neue Strahlenerlebnisse. Fazit: Zoes Bank und unsere Ausweichwohnung sind jetzt auch gut abgedeckt, offenbar von der gegenüberliegenden Moselseite und vom Kühkopf aus. 

Wie soll ich unter diesen Umständen überhaupt noch das Haus verlassen, wo ich ja auch ständig in nervenzermürbender Weise bestrahlt werde, wenn ich nirgends mehr hingehen kann? 

Beim Vorbereiten von Weihnachtsbaum und Geschenktischen hatte ich nur einen Wunsch: Ruhe an der Strahlungsfront und die Chance, wieder in Frieden leben und schlafen zu können. Da dieser Wunsch sicher nicht erfüllt wird, denke ich, daß das vielleicht mein letzten Weihnachten war, sicher aber das letzte Weihnachten in diesem Haus und in Deutschland.

Thekla meinte, wir seien alle gereizt, also sei eben nicht alles im Haus in Ordnung, und Zoe wirke beunruhigt und nervös. Ich werde mit Metallkopftuch schlafen gehen, ich habe jetzt hier am PC schon wieder die Verbrennungsgefühle im rechten Auge und in der rechten Kopfhälfte, ohne geht es also nicht. 

Und dann wünschen einem die Leute „Fröhliche Weihnachten“. Sie wissen ja nicht Bescheid, also ist es nicht zynisch gemeint.

24. 12. 2002

Eine Mail: 

Liebe Frau G., liebe Frau B., 

zunächst einmal alle guten Weihnachtswünsche, verbunden mit herzlichem Dank, auch meiner Familie, für die tatkräftige und moralische Unterstützung in den letzten Wochen.

Ich habe gerade, nachdem ich seit zwei Tagen bei einem Abendspaziergang schon jeweils sehr gelitten habe, heute bei Tageslicht einen Spaziergang auf dem Karthause-Rundweg gemacht. Dabei ergab sich eindeutig, daß das Funkloch, in dem wir die Zeit überlebt haben, in der unser Haus abgeschirmt worden ist, rechtzeitig zu Weihnachten geschlossen worden ist.

Und zwar kommt massivste Strahlung sowohl von dem Mast oberhalb Lay (Carolahöhe?) als auch von dem Hügel oberhalb von Bisholder (Burgberg?) auf der Karthause an. Die Situation ist so extrem, daß ich mir einen anderen Spazierweg suchen muß, nur bin ich äußerst ratlos, wo der sein könnte. Wahrscheinlich bleibt nur der Ausweg, sich in Strahlenschutzbekleidung zu hüllen, sobald man das Haus verläßt.

Ich wollte Ihnen dies nur mitteilen, weil ich davon ausgehe, daß Sie auch von diesen beiden Strahlungsquellen "profitieren", evtl. auch jeweils von allen beiden.

Der bekannte Politiker, dem ich Einflußnahme unterstellt hatte, ist damit völlig unschuldig, jetzt hat er die beiden Hämmer in seiner Villa. Man ist also nicht einmal mehr bei "Einflußreichen" sicher.

Trotzdem wünsche ich allen ein paar ruhige und erholsame Tage.


Thekla berichtete mir heute, daß sie, seit sie hier ist, ständig leichte bis mittlere Kopfschmerzen hat. Es seien keine Migräneschmerzen, bei denen man sich nicht mehr ablenken könne, sondern Kopfschmerzen, die mit Ablenkung gerade noch so ertragbar seien. Allerdings wache sie mit denen auf und gehe mit denen ins Bett, 24 Stunden lang und das jeden Tag. 

Sie hält das für eine Folge der Mobilfunkstrahlung, denn vor ihrem Wegzug Anfang Oktober 2002 habe sie das nicht gehabt. Ich ging wieder mit Metallkopftuch schlafen.


25. 12. 2002

Aus einer Mail:

Liebe Steins,

also dies war nun unser erstes Weihnachen unter dem mobilen Stern, das heißt, das Thema hat große Teile unserer Gespräche mit meiner Schwägerin (Psychologin) und ihrer Tochter (angehende Psychologin) eingenommen.

Schwager und Sohn haben nur etwas erstaunt und skeptisch zugehört. Aber die Psycho-Ecke war erstaunlich aufnahmefähig und hat auch sofort begriffen, dass da ein neues Syndrom auf sie zukommt, das von seiner Ursache her nicht in die Psychologie einzuordnen ist, aber auch deutlich abgegrenzt gehört und zunächst die Neurologen angeht. Die Schwägerin wird also Verbindung zu ihrem Verband aufnehmen. .

Und nun ist Ruhe im Haus. . .


Tatsächlich ist mir die Nacht vom 23. auf den 24. 12. 02 als ziemlich belastet aufgefallen. Wir sind alle mit roten Augen aufgewacht und Dr. G. hat erstmals mit Kopfdruck und Konzentrationsschwierigkeiten zu tun.

Insgesamt war der 24. 12. mobilfunkmäßig sehr belastet und ich habe gedacht: Wahrscheinlich sollen alle Handys, die an Weihnachten verkauft werden auch alle prima funktionieren.

Die Nacht vom 24. auf den 25. war aber recht gut und das hat vielleicht auch mit der Feuchtigkeit zu tun: Um so nebliger - um so schlimmer der Mobilfunk.

Möglicherweise aber sind an Weihnachten auch noch ein paar weitere Antennen in Betrieb gegangen.

Wir bedanken uns für die Weihnachtsgrüße und denken schon mal ans neue Jahr.

Wird Vodafone tatsächlich einen solchen Termin verschlafen?? Deutlich ist doch zu erkennen, dass sämtliche nur mögliche Standorte belegt werden, so viel wie möglich, falls einige nachträglich flach fallen. Trotzdem drücken wir die Daumen und hoffen mit Ihnen.

Die Sache mit der Gewaltfreiheit kann ich für mich nicht mehr garantieren nachdem ich so eindeutige Erfahrung mit stark belasteten Ecken wie der Karthause gemacht habe. 

Gewaltfreiheit ist etwas, was im Kopf passiert, das hat mit Vernunft und mit Nachdenken zu tun. So gab es in Gorleben z. B. Training für Gewaltfreiheit, um die Teilnehmer an Demonstrationen darauf vorzubereiten, dass sie von Seiten der Staatsgewalt bewußt provoziert werden. Sie sollten trotzdem ruhig bleiben. Ich bin mir ganz sicher, dass so etwas funktioniert, dass die Gewaltfreiheit in dem Falle ganz bewußt mit unserem Willen zu beeinflussen ist.

Aber bei Mobilfunk ??? Theoretisch war mir schon klar, dass es schlimm ist wenn 60 % der Hirnleistung gestört werden. Aber was bedeutet das z. B. in der Praxis, nach meinem eigenen Erleben in einem starken Feld bei Regenwetter: Es kommt zu einer nicht mehr mit dem Verstand zu steuernden Aggression und zu einer Wesensveränderung innerhalb ganz kurzer Zeit, innerhalb von einer halben Stunde und die ist nur nach mehreren Stunden außerhalb des starken hochfrequenten Feldes wieder abbaubar. 

Ist eine solche Situation tatsächlich noch vom Willen gut zu beeinflussen ??? Ich würde da für mich nicht die Hand ins Feuer legen.

Soweit für heute. Es tut mir sehr leid, dass Sie Ihr Mobilfunkloch, ihre schöne ruhige Bank verloren haben. Es ist aber auch völlig klar: bei einer flächendeckenden Versorgung sprich Verseuchung der Bundesrepublik mit Mobilfunk können die Einflussreichen nicht mehr ausgespart werden. 

Was aber bedeutet es wenn Leute an Schaltknöpfen, also wenn diejenigen die die Macht haben, ihre Entscheidungen unter Einfluss von gepulster Hochfrequenz treffen ??!! 

Ich wünsche Ihnen für`s neue Jahr die Entdeckung einer unbelasteten Ecke in der Sie spazieren gehen können, denn das ist ja ganz wichtig. Überhaupt ist die Hochfrequenz, wenn sie im Freien nicht reflektiert wird, im Wald z. B., viel erträglicher. Irgendwo muss ja noch eine Stelle zu finden sein. . .

Vielleicht sollten wir uns mal gemeinsam auf die Suche begeben. 

Bis dahin ganz herzliche Grüße


Bei uns verlief der Tag ruhig, außer auf dem Spazierweg um die Karthause, der den blanken Horror darstellt, waren wir weniger belastet als an Tagen, wo man aus dem Haus muß oder am PC arbeiten. Die Katzen hielten sich ebenfalls im Haus auf.

Thekla hält eine weitere Tatsache für mobilfunkbedingt, nämlich daß es morgens unheimlich schwer ist, aus dem Bett zu kommen. In F. springt sie morgens meist fröhlich aus den Federn, hier, in den Ferien, hat sie nicht das Gefühl munter zu sein und kommt so kaum aus dem Bett, trotz ausreichender Schlafzeit. M. E. spricht dies für gestörten Schlaf, wahrscheinlich kommt sie nicht richtig in den Tiefschlaf. 

Tilmann wirkt sehr reizbar und provoziert seinen Bruder. Morgen fahren beide Jungen weg, ins mobilfunkärmere Ausland (Florenz und Paris). Ich wünsche ihnen erholsame Tage und besonders Nächte.


26. 12. 2002

Mobilfunkmäßig unauffälliger Tag, bis auf zwei Tatsachen: Thekla möchte ihr Fenster auf der Südseite verkleidet haben (Rolladen ist schon alukaschiert), weil sie sich tagsüber nicht gerne in ihrem Zimmer aufhält, sie könne da nicht lernen, außer der Rolladen ist herunter und das schlägt ihr verständlicherweise aufs Gemüt. Sie hielt sich statt dessen lieber in unserem Schlafzimmer auf. 

Das spricht für neue Belastung aus Richtung Süden, also Kühkopf oder Dresdner Straße und entspricht meinen Beobachtungen auf dem Spazierweg. Das Gerüst ist noch nicht abgebaut und gleich sind wir schon wieder in der Lage, weiter abschirmen zu müssen. Ein Horror.

Ich selber beobachte an mir als neues Symptom eine innere Unruhe, einen Drang, daß die Zeit, hier: die Weihnachtstage, möglichst rasch vorbei gehen, als ob ich meine, das Fest sei der Streß. Es war aber intern keinerlei Streß. Irgendwie meint mein Körper, ich müsse aus einer Streßsituation heraus, ohne daß er weiß, was dieser Streß ist. 

Eigentlich ist es der Drang, daß meine restliche Lebenszeit möglichst rasch vorbei geht, weil ich den derzeitigen Zustand einfach unerträglich finde, innerhalb und außerhalb des Hauses.


27. -29. 12. 2002

Mobilfunkmäßig recht ruhige Tage, ich war zeitweise nicht sicher, ob wir nicht kurzfristig aus der Strahlungskeule heraus waren, aber nach ein paar Stunden ergab sich bei Kontrolle vor dem Haus wieder der alte Zustand. 

Mein Blutdruck war eine Nacht auch auf Normalwerte zurück gegangen, aber insgesamt bleibt er auf zu hohem Niveau, ich habe ständig leichte Kopfschmerzen, bin sehr blaß und müde. Auch die Apathie, die uns seit dem 24. 10. begleitet hat sich bei mir nicht geändert. 

Im Internet fand ich den Leserbrief einer Frau aus Baden-Württemberg, die Anfang Oktober praktisch das selbe schilderte wie ich in diesem Tagebuch: Nachts muß man weg, tagsüber kann sie es nur kurzfristig im Haus aushalten und sie hat ständig Kopfschmerzen. Auch dort hat jeder, in diesem Fall sogar ein Betreibervertreter, der ins Haus kam, etwas gespürt. Auch ihr wurde nicht geholfen.

Leserzuschrift des Zollern-Alb-Kuriers (ZAK) veröffentlicht am 8. Oktober 2002: 

Flüchtlinge im eigenen Haus

Vor drei Jahren haben wir unser Haus in Bitz gekauft. Ein Haus mit Garten, in dem  unsere Kinder spielen und zelten können - unser Traum. 

Der Umbau wäre nun fast  abgeschlossen. Trotzdem schlafe ich mit meinen drei Kindern seit dem Sommerurlaub  in unserem Wohnwagen im Garten von Freunden. Das bedeutet, die Kinder morgens ins  kalte Auto zu setzen, um sie in unserem Haus für die Schule zu richten. 

Aber der  Winter kommt, es wird kälter und meine Kinder wollen nicht mehr. Sie wollen  wieder in ihr eigenes Bett in ihrem Zimmer. 

Aber das Leben in unserem Haus ist  nicht mehr lebenswert. Warum? Die Firma E-Plus errichtete in der Urlaubszeit  einen Sendemast auf dem Gebäude der Firma bitex. 

Zuerst meinten die meisten aus den Ferien zurückgekehrten Anwohner, ihr Kopfweh sei auf die Klimaumstellung zurückzuführen. Niemand wusste in der ersten Zeit, was auf dem Kamin der Firma installiert wurde. Eine Unterrichtung der Anwohner fand nicht statt. 

Seither kann  ich mich nur für eine kurze Zeit in unserem Haus aufhalten, weil sich in meinem  Kopf ein hoher Frequenzton (ähnlich metallischen Geräuschen) breit macht und mein Herz rast. Hinzu kommt ein unerträglicher Kopfdruck. 

Schlafen geht nicht mehr, denn wenn alles ruhig ist, werden die Symptome nur noch schlimmer. Morgens schlafe ich aus Erschöpfung ein, um eine Stunde später wieder mit Kopfdruck aufzuwachen. Ich muss dann mein Haus verlassen. 

Nach zirka 200 Metern von Haus und E-Plus-Mast geht es mir wieder besser. Die Firma E-Plus zeigte sich großzügig  und schickte eine "sehr" kompetente Person mit einem nicht funktionsfähigen Akku, der zur Messung erst für drei Minuten aufgeladen werden musste. 

Sowohl der anwesende Bürgermeister wie auch die Vertreterin von E-Plus spürten nach ihrer eigenen Aussage während der Messung Unwohlsein und Kopfdruck. Dennoch behaupten  manche Anwesenden, dass die Pumpe des Aquariums, das mein Sohn seit drei Jahren besitzt, der Übeltäter für die Beschwerden sei. 

Diejenigen sollten vor solchen  Äußerungen zuerst den Schmerz in meinem Kopf fühlen, der mich seit Errichtung des  Masten Tag für Tag zermürbt. Bei uns soll es das Aquarium sein - und was ist es  bei den anderen 25 Betroffenen, die im Umkreis von zirka 200 Metern des Senders wohnen und über die selben Beschwerden klagen? 

Wie soll ich das meinen Kindern  erklären, denen jetzt schon Heim und Bett weggenommen wurde?

Darf man uns alles zerstören, was wir uns aufgebaut haben? 

Wir sind verzweifelt  und wissen nicht mehr weiter.

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Liebe Frau Dr. Eder-Stein, . . .

Wenn ich Ihre News lese komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass uns keine gut Zeit bevorsteht solange wie nicht irgendein hoher Richter massiv mit gepulster HF zu tun bekommt und endlich erkennt, dass unsere Grenzwerte es erlauben den Mobilfunk als Waffe zu gebrauchen. Und das wird hoffentlich nicht mehr allzu lange dauern.

Am Silvesterabend sind wir wieder in der Nähe von F. eingeladen und mir graust schon vor der Autobahnfahrt. Ob ich mit der Kupferfolie Auto fahren kann ?? Müßte ich mal ausprobieren.


Nach Weihnachten traf ich eine Nachbarin dünn angezogen auf der Straße, aber mit dickem Kopftuch um die Ohren. Auf die Frage was sie denn hätte: Ohrendruck seit Weihnachten!! 

Da habe ich gesagt: Wir haben das auch. Ob das jemals wieder besser wird ist zu bezweifeln, habe ich ihr gesagt. Sie war auch sehr interessiert an unserem Rundbrief, den ich (bis auf wenige neu Zugezogene) rundum verteilt habe. 

Die o. g. Nachbarin erzählte mir eine seltsame Geschichte aus W.: Dort habe vor kurzem ein Kleinkind starke Kopfschmerzen bekommen und sei in wenigen Tagen verstorben. Eine Ursache für die Kopfschmerzen und den Tod wurden im Krankenhaus nicht gefunden. . . .

Ich habe unseren Brief mit Faltblättern auch gleich an die Tochter unserer Nachbarin nach W. weitergegeben. Ich meine diese Form der Infizierung mit Informationen von Haus zu Haus ist der einzige Weg, der etwas bringt.

Wie geht`s auf der Karthause ? 


30. 12. 2002

Aus einer Mail: 

Hatte vergessen zu erzählen, dass mein Mann in der vergangenen Nacht den Versuch gemacht hat wieder in unserem Schlafzimmer zu schlafen mit keinem guten Ergebnis. Ich erzähle dies damit Sie einen Vergleich haben was der Kühkopf auch noch bei uns bewirkt. 

Er hatte erhebliche Ein- und Durchschlafstörungen und Kopfdruck und es muss dazu gesagt werden, dass er im Vergleich zu mir mit Kopfschmerzen normalerweise nichts zu tun hat . . . . . .

Mit dem Baubiologen telefoniert. Er war gerade bei der Bearbeitung seines Gutachtens und war immer noch außerordentlich angetan von der erzielten Abschirmwirkung. Daß das alles subjektiv nicht ausreicht war ihm dabei auch bewusst. 

Daß unsere Abschirmung Vorbildcharakter hat und Referenzobjekt für alle beteiligten Firmen und Handwerker sein kann, ist klar. Dank Wolfgangs insistierendem Nachfragen und Recherchieren und meiner hochgradigen Sensibilität haben wir Fehler mit Langzeitfolgen offenbar vermeiden können. 

Aber, wie schon früher bei solchen hervorragenden Lösungen für Normalmenschen, reicht das alles für die MCS-Fälle nicht aus. Insbesondere für mich, die ich das Haus wegen der Strahlungsbelastung außerhalb kaum mehr verlassen kann, erscheint der gegenwärtige Zustand nur als Umwandlung einer akuten Lebensbedrohung in eine chronische Agonie.


31. 12. 2002 

Zum Jahreswechsel will ich nochmals etwas schreiben. 

Akute Probleme haben wir derzeit nicht, aber ein chronisches Dauerproblem: Im Haus sind wir alle müde und apathisch, können nicht gut konzentriert arbeiten oder lernen, beim Verlassen des Hauses oder Öffnen eines Fensters oder gar nur Rolladens trifft uns die Keule massiv und schmerzhaft. 

Von jedem solchen Kontakt muß ich mich mindestens 2 Stunden erholen, bevor ich im Rahmen der chronischen Dauerbelastung wieder halbwegs funktioniere. Diese Situation ist dauerhaft untragbar. Die einzige Hoffnung ist also nur mehr die auf einen juristischen Sieg. Ich bin derzeit innerlich viel zu müde, um noch daran zu glauben.

Aus einer Mail: . . . . 

Und da fällt mir wieder nicht ein was ich Ihnen allen fürs neue Jahr wünschen soll, denn der große Knall mit dem alle Handys auf den Mond gezaubert werden, der wird in unserer realen Welt ausbleiben. 

Aber was würde passieren, wenn dieser Knall tatsächlich käme ?? Ich glaube nichts Schlimmes sondern nur Gutes: Es gäbe ein friedlicheres neues Jahr !!! 

So wünsche ich denn trotzdem ein Wunder, vielleicht bestehend aus vielen kleinen Wundern, das Sie von allen derzeitigen Übeln befreit. Manchmal kommt die Lösung auf leisen unauffälligen Sohlen daher, aus einer Ecke, aus der wir es nicht vermutet haben. 

In Chile wird in solchen Fällen gesagt: Es gibt nichts Böses das nicht auch etwas Gutes bringt. . . . .

Ganz liebe Grüße von uns allen von Haus zu Haus 

P. S. Die letzte Regennacht war einfach schlimm und hat meinen Mann sehr genervt. Er zieht also schon wieder mit seinem Schlafplatz um. . .


1. 1. 2003 Neujahr 

Aus verschiedenen Mails: 

Auch Ihnen und Ihrer Familie wünschen wir ein kleines Neujahrswunder. 

An so etwas Drastisches wie eine Mondreise für alle Handys hatte ich gar nicht gedacht, es könnten doch ein paar Computer bei den Betreiberfirmen eine Art verspäteten Milleniumsbug bekommen. Oder aber, als kleine Lösung, der Kühkopf hält statisch die vielen neuen Antennen nicht mehr aus und sackt in sich zusammen wie es ein berühmtes anderes Gebäude getan hat.

Jedenfalls wünschen wir sehr herzlich allen Menschen guten Willens friedvolle Nächte und ruhigen Schlaf im Neuen Jahr und dauerhaft.


Mein Mann (Opfer eines verrenkten Beckens wohl wegen zu starker körperlicher Belastung im Zusammenhang mit den Bauarbeiten) war heute besser dran, nachdem er sich gestern abend zusätzlich zu Schmerzmitteln und homöopathischer Hochpotenz eine Flasche Rotwein verordnet hatte. 

Heute morgen hatte er angeblich keine Schmerzen mehr und fing daher - bevor ich aufwachte - an, unsere Garage leerzuräumen von den Resten der Baumaterialien, um unser Auto wieder hinein fahren zu können und vor den bösen Buben mit Silvesterknallern zu schützen. 

Als ich aufstand, war sein Bewegungsdrang schon deutlich gemindert und die Rotweinmedikamentation mußte vor einigen Stunden wiederholt werden gegen die Schmerzen. 

Der Kommentar meiner Tochter "Männer!" ist sicher nicht ganz falsch bei so einer Form von Unvernunft. 

Ich hoffe, Sie haben einen netten Abend in F. und eine ertragbare Fahrt dahin. Und natürlich eine erholsame Nachtruhe außer Haus.

Herzliche Grüße

PS: Unser Baubiologe ist immer noch ganz hingerissen von den durch die Abschirmung erzielten Werten in unserem Haus, bei den extremen Ausgangswerten. Für ihn und das von ihm vertriebene Material ist das wirklich eine hervorragende Referenz. 

Er empfahl allerdings den Rest der Belastung mit Hilfe eines Beistandes aus der psychologisch/psychiatrischen Ecke zu bearbeiten, speziell was Martins Selbstmorddrohungen betraf. 

Aber auch meinem Mann und mir müsse doch Gelegenheit gegeben werden, die Last der letzten Monate durch eine Therapie zu bearbeiten. Ich sagte ihm, ich brauche eine technische Lösung für die Mobilfunkrestbelastung und die würde ich mit Hilfe eines Juristen, Politikers oder ähnlichem Fachpersonal suchen und nicht seinem - sicher lieb gemeinten, aber völlig verfehlten - Vorschlag folgen.

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Liebe Steins, 

auch wir hatten an Silvester reichlich alkoholische Getränke u. a. einen Rotwein aus dem Jahre 1970 und überhaupt ein sehr stilvolles Abendmahl bei geringer Funkbelastung, was dann auch die Neujahrsanrufe über Handy erschwerte.

Natürlich konnte ich den Rotwein nur probieren aber nicht ausgiebig genießen und ich beneide alle die trotz Mobilfunkbelastung roten Wein in größeren Mengen verkraften und dabei auch noch etwas für die Gesundheit tun.

Wir haben Hin- und Rückfahrt über die A 61 gut hinbekommen aber der Kopf dröhnt auch auf dieser Strecke. Auf der Rückfahrt mußte in der Studentenbude von unserem jüngeren Sohn etwas abgeladen werden. 

Am liebsten hätte ich auf dem recht ausladenden Bett von Hans Martin geschlafen, aber das wollte wieder der Ehegemahl nicht und so landeten wir um halb vier in B. , von oben kommend, und da zogen meine beiden Ohren schlagartig bei der Vorbeifahrt an einem Hof in Dorfmitte. Es hat nicht nur in meinen Ohren geklingelt sondern auch in meinem Kopf: Gibt es bereits eine Antenne in einem Nutzgebäude in B.

?? Mit dem orten bin ich nicht gut. Und jetzt die Frage an Sie: Waren Sie zwischen den Jahren bei uns ? Tatsächlich ist unser Sofa besonders unangenehm ! Bekommen wir da etwas aus dem Dorf dazu ?

Wir hatten am 22. 12. 02 an die Stadtverwaltung geschrieben mit der Bitte um Antennenangaben und ich werde einen Nachtrag an ihn abschicken, und ihm mitteilen, dass sich die Situation vom 23. auf den 24. verschlimmert hat. Ich glaube so etwas muss einfach schriftlich gemacht werden und man darf nicht aufhören zu nerven.

Herr Lohner (Baubiologe) macht am 18. Jan. in Mainz eine Fortbildung, an der ich wahrscheinlich teilnehmen werden. Mein Mann hat auch schon Interesse gezeigt. Lohnt sich sicher solange der Alzheimer nicht fortgeschritten ist . . .

Herzliche Neujahrsgrüße von Haus zu Haus

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Liebe Frau G. ,

nach den Rotweinexzessen sind wir mit Mineralwasser, allerdings in Sektgläsern, ins Neue Jahr gestartet nach dem Motto: Es kann ja nur mehr besser werden. 

Jedenfalls habe ich 2002 in meiner persönlichen Hitliste als zweitschlimmstes Jahr meines Lebens abgehakt. Das allerschlimmste war 1987, als meine Krankheit ausbrach und es zunächst so aussah, als ob ich die nächsten Jahre nicht mehr überleben würde - und das mit einem knapp einjährigen Baby.

Und heute war er auf dem Dach - mit Tochter. Es rappelte auch wieder furchtbar, aber es war zum Glück nur die Werkzeugkiste, die praktische Übungen zur Schwerkraft durchführte. Zum Glück hört das jetzt auf, wenn das Gerüst abgebaut ist. Mein Schreck war jedenfalls heftig. 

Anscheinend hat der Rotwein ja als Anästhesie gut gewirkt. Ich hätte gestern noch nicht geglaubt, daß mein Mann morgen wieder arbeiten gehen kann, aber jetzt denke ich es schon, so wie er als junges Reh durchs Haus hüpft.

Seit unserem letzten Besuch bei Ihnen waren wir nicht mehr in B. gewesen. Wir haben aber für Sie bzw. Ihren Mann ein Buch und für Sie die Kopie des Gutachtens, so daß wir ja einmal vorbei kommen können. Wo ist das schlimme Haus genau? Wir können ja zusammen hingehen, wenn Sie wollen.

Hier scheint mir die Belastung nach dem Höhepunkt um Weihnachten derzeit deutlich besser, verschiedene Familienmitglieder meinen sogar, der Mast sei gelegentlich gar nicht spürbar oder aber weggedreht und nur bei uns nicht mehr so stark spürbar. 

Ich kann mir das rein vom Technischen her (wer sollte das getan haben?) nicht vorstellen, aber mein Blutdruck bestätigt die Beobachtungen durch ein Auf und Ab, was wohl mit Außenbelastungen korreliert. Ob es sich um ein Weihnachtswunder, veranlaßt durch einen Engel bei der Gewerbeaufsicht, handelt? Kaum zu glauben. Vielleicht hat Vodafone ja auch nur erfahren, daß die Gewerbeaufsicht messen will. . . .

Ich weiß, daß die A 61 wie alle Autobahnen stark belastet ist, aber die A 3 ist im Vergleich dazu wie der Unterschied in unserem Haus zwischen der früheren Mobilfunkbelastung auf der Karthause und dem Anschalten des Vodafonemastes, also der Unterschied zwischen unangenehmer und gesundheitsschädlicher Belästigung und einem Mordanschlag. Es freut mich jedenfalls, daß Sie einen netten Abend verbracht haben.

Haben Sie das deprimierende Urteil gelesen, das ich Ihnen geschickt habe? Die Leute scheinen mir in einer sehr ähnlichen Lage wie wir zu sein sowohl im Hinblick auf den Betreiber als auch die Ignoranz der Nachbarn.

Ihnen allen ein Gutes und ein besseres Neues Jahr


2. 1. 2003

Aus einer Mail: 

Liebe Frau Dr. Eder-Stein, 

ich vergaß immer wieder zu erzählen, dass ich mit der Cu-Folie eine interessante Entdeckung gemacht habe. Seitdem ich sie am PC verwende, werde ich fast doppelt so schnell mit meiner Arbeit fertig. 

Zuerst dachte ich es wäre ein Versehen, ich hätte nicht genau auf die Uhr geschaut. Aber tatsächlich: Ich schreibe die Gutachten in fast der Hälfte der Zeit seitdem ich die Folie um den Kopf habe. 

Die Schreibgeschwindigkeit hat sich nicht geändert. Es liegt einfach daran, dass ich nicht mehr so viele Verdreher mache, mich nicht mehr so oft vertippe und folglich nicht so oft korrigieren muss. Das ist doch sehr auffallend!!

Andererseits fällt mir auf, dass wir alle uns immer häufiger versprechen.

Ich sage Worte, die ich gar nicht sagen will. Mein Mann sagt Georg und ich frage: Von welchem Georg redest Du denn? Und er antwortet: Georg habe ich gar nicht gesagt sondern Walter. So geht das am laufenden Band. 

Herr G. berichtete auch so etwas. Eine Bekannte ließ ein Sprichwort fallen, ein ganz bekanntes, aber dabei setzte sie ein völlig falsches Wort ein. Müssen wir uns nun alle eine Cu-Folie um den Kopf hängen, wenn wir noch einigermaßen fließen miteinander sprechen wollen ???

Ich sitze jetzt sehr gespannt vor dem Fernseher und warte, dass solche Fehler auch bei den Nachrichtensprechern oder bei den Prominenten häufiger passieren. Achten Sie doch bitte mit darauf. 

Es ist ein ganz neues Phänomen. Das sind ja keine Versprecher bisher bekannter Art, z. B. Freudsche Versprecher oder leicht veränderte Worte: Laus statt raus. Nein, es werden völlig andere Worte an eine Stelle gesetzt, an der sie überhaupt nicht hingehören! So als würde das Gehirn Benzin statt Salz in die Suppe streuen. 

Da habe ich neulich mal Kartoffelsalat machen wollen und hole Kartoffeln und im Kopf überlege ich, was ich alles in den Kartoffelsalat hinein tun will, Möhren, u.s.w. und sie glauben nicht was dabei heraus gekommen ist, na, was denn: Kartoffelbrei. 

Ich konnte kaum glauben was mir da passiert war ! Und meine Tante hat nur den Kopf geschüttelt, denn sie hatte sich auf Kartoffelsalat mit Würstchen eingestellt! 

So, Schluss mit diesem Kram. . . Ich hoffe es gibt eine gute Nacht. . . . 

tschüs



3. 1. 2003

Aus einer Mail morgens:

Liebe Frau G., 

daß wir vorher deutlich schneller waren und das Gedächtnis besser beisammen hatten, ist uns allen hier aufgefallen. 

Diese Art von Versprechern kenne ich von meinem Mann gelegentlich im Vorfeld seiner Migräneattacken (er hat eine ganz schwere 'migraine accompagnée' von seiner Mutter geerbt, geht besser in den letzten Jahren), aber nur von daher. 

Jetzt behaupten meine Angehörigen aber mir gegenüber gelegentlich, ich hätte so ein völlig abwegiges Wort/Name usw. gesagt. Ich kann das dann auch immer nicht nachvollziehen, ich „weiß“, daß ich ein anderes Wort gesagt habe. So geht es uns allen hier, auch noch nach Abschirmung.

Kartoffelbrei habe ich noch nicht versehentlich zubereitet, aber mir geht es bei Routinearbeiten häufig so, daß ich etwas anfange, irgendwie davon abkomme, und erst Stunden später feststelle, daß z. B. die Wäsche halb aufgehängt herumsteht oder ähnliches.

Ich habe das dem Baubiologen erzählt, der deswegen zu einer Therapie rät, weil das für ihn ein Zeichen für eine depressive Verstimmung ist. Kommentar überflüssig . . . .


Aus einer Mail mittags:

Liebe Frau G., 

Frau L. war eben da. Sie hat die feste Absicht, sich mit Ihnen in Verbindung zu setzen, hat aber seit dem Wochenende vor Weihnachten Besuch und wartet daher, bis der am Wochenende wieder abgereist ist, derzeit hat sie zu viel Trouble.

Sie hat mir folgendes berichtet: 

Alle drei Enkelkinder, zwischen 7 und 3 Jahren alt, haben sehr schlecht geschlafen, sie saßen nachts halbwach im Bett und haben auch stark geschwitzt. Bis auf das Schwitzen kennt sie das nicht bei den Kindern, die sonst immer wie die Engelchen schlafen würden. 

Das Ganze begann in der 3. Nacht, die erste war völlig unauffällig, in der 2. fing es ein bißchen an. Die Mutter der Kinder, ca. 30 Jahre alt und gesund, soweit ich weiß, hat heftige Bauchschmerzen, besonders im Magen, der beigezogene Arzt tippte auf akutes Magengeschwür. 

Sie ist apathisch, fühlt sich „wie auf Wolken schwebend“, ihr Kreislauf sackt ab, sie fühlt sich völlig kraftlos. Der Ehemann kann auch nicht schlafen und hat sich nachts einen Schlafsack geholt und irgendwo anders in der Wohnung hingelegt. 

Frau L. selber hat Kopfweh, hört sehr schlecht, fühlt sich heute sehr elend. Besonders beunruhigt hat sie, daß sie plötzlich Bilder gesehen hat (kleine Schlangen), etwa eine Minute lang. Das hat sie sehr erschreckt und sie verunsichert, ob sie vielleicht durchdreht. Ebenso fing sie mehrfach ohne Anlaß an zu weinen, ich sagte ihr, mir sei das um die Weihnachtstage herum auch so gegangen.

Sie meinte, auf der Kirche sei nichts (wie Sie es mir ja auch schon gesagt haben). Als ich von einem landwirtschaftlichen Gebäude in Kirchennähe sprach, wußte sie Bescheid. Mit den Leuten könne sie sicher erfolgversprechend reden. Der Mann habe Unterleibskrebs (ist wohl in den 30gern) und die Frau fühle sich auch krank und schlapp. Ich habe ihr geraten sich vorher mit Ihnen in Verbindung zu setzen, was sie tun will.

Ich hoffe, die BIler kommen damit ein Stück weiter. Und vielleicht ist das ja dann auch der 2. oder 3. Fall (mit Ihrem), den man der Presse und dem SWR andienen kann.

Herzliche Grüße 

Irmtraut Eder-Stein



Erwähnenswert ist noch, daß ich den ganzen Tag zunehmend eine Bluthochdruckkrise hatte. Auffallenderweise litten weitere Personen an diesem Tag darunter. 

Thekla, die normalerweise Werte von ca. 90/70 hat, maß 135/80, ihr war ebenfalls schwindlig, auch Frau L. wurde es bei uns schwindlig, offenbar auch blutdruckbedingt. Sonst war außer Wolfgang , der über schlechten Schlaf klagte, niemand im Haus gewesen. 

Wenn es nicht am Wetter gelegen hat, muß es an einem Auslöser in unserem Haus gelegen haben (bzw. direkt neben unserem Haus).


4. 1. 2003

Gegen Mittag in B. die Mastensituation geprüft. Es stimmt, daß das Haus der Familie G. jetzt auch von der Straßenseite her belastet ist, sogar stärker als an der Gartenfront vom Kühkopf her. 

Ich fand allerdings keinen Mast im Ortsteil selber, sondern bin sicher, daß der Auslöser der Mast auf dem Burgberg in Güls ist. Das ist der Mast, der auch Zoes Bank und die Schlafwohnung unwirtlich gemacht hat. 

Familie G. hat eine sehr starke Fluchttendenz, will nichts in Abschirmung investieren. Aber wo sollen Elektrosensible hin? Martin bekam Zusage von 'Youth for Understanding' für USA. 

Thekla fuhr nach F. zurück, nachmittags kam Tilmann aus Italien zurück, abends Martin aus Paris. Er will USA-Platz annehmen.


5. 1. 2003

Aus einer Mail: 

Liebe Frau Sch., 

darf ich Sie nochmals mit einer Frage an Sie wenden?

Vielleicht ist Ihnen zu Ohren gekommen, daß wir seit Ende Oktober in der direkten Strahlungskeule eines Vodafone-Mastes liegen. Wir haben nach baubiologischen Messungen) ganz extreme Werte im Haus (20000 Mikrowatt pro qm), was nach seinen Angaben in weniger als 2% der deutschen Wohnungen der Fall ist. 

Und das ausgerechnet bei einer MCS-Familie. 

Allerdings sind nicht nur mein Sohn und ich, die derzeit noch hier wohnenden MCS-Fälle der Familie, innerhalb weniger Tage krank geworden, sondern auch mein gänzlich unbelasteter Mann, der innerhalb einer Woche ein akutes Magengeschwür entwickelte ohne jede Vorgeschichte dazu. 

Er weiß sehr wohl, daß er von Glück sagen kann, daß seine Sensibelchen ins Hotel flohen und er mitging, dort wurde es nämlich innerhalb von 2 Tagen so viel besser, daß kein Krankenhausaufenthalt mehr notwendig war. 

Meine Katzen wurden auch krank, mit ganz ähnlichen Symptomen wie die Menschen und der gleichen Therapie: Weggehen aus dem Feld, in diesem Fall: Wegtragen täglich mindestens eine Stunde im Katzenkorb.

Womit ich beim Thema wäre: Wegbringen aus dem Feld. Mein seit einigen Tagen 16jähriger Sohn Martin ist eindeutig der Elektrosensible der Familie und sollte, trotz massiver Abschirmungsmaßnahmen, m. E. hier nicht längerfristig wohnen bleiben. 'Youth for Understanding' hat ihn jetzt für das USA-Austauschprogramm akzeptiert.

Die Organisation möchte aber noch ein Gutachten des Hausarztes über seine Gesundheit und die dafür nötigen Schutzmaßnahmen haben (ich habe eine leichte Form von MCS angegeben in der Hoffnung, daß sich dann in den USA schon eine Gastfamilie finden läßt, die derartige Probleme kennt oder gar selber damit lebt).

Ich habe aus Elektrosmogkreisen bzw. Mobilfunkgegnerkreisen die immer wieder unterschwellig mitgeteilte Information, daß es in den USA nur in wenigen Bereichen den gepulsten europäischen Mobilfunkstandard gibt, die meisten Staaten jedoch eine analoge Technik verwenden, die zumindest für meinen Sohn deutlich weniger belastend wäre.

Wissen Sie etwas darüber oder zumindest eine Stelle, die über detaillierte Informationen verfügt? Ich kann der Organisation derzeit nämlich unter Hinweis auf die Gesundheitsprobleme noch konkrete Vorschläge machen, wo man ihn hinschicken sollte und wohin besser nicht.


Das wäre eine große Hilfe für uns. Normalerweise hätte ich das Abenteuer, ein betroffenes Kind für ein Jahr in eine Gastfamilie zu schicken, nie gewagt, aber wir haben jetzt keine Wahl mehr sondern müssen froh sein, wenn wir zumindest den Jungen aus der Situation herausbringen. Es erinnert ein bißchen an die Kinderlandverschickung im Krieg, was die elterlichen Motive angeht. 

Der Junge ist allerdings ganz begeistert und wohl fast bereit, Vodafone zu vergeben, weil sich nur so diese Chance für ihn eröffnet hat. Ich verzeihe Vodafone allerdings nicht und werde mit meinem Mann alles dafür tun, um zumindest den materiellen Schaden (60000 Euro für die Abschirmung, unverkäufliches und unvermietbares Haus, weitere Kosten durch das Schlafen außer Haus, Rechtsanwaltskosten usw. ) von dieser Seite ersetzt zu erhalten. 

Was die eigentlich zahlen sollten wäre allerdings ein sehr hohes Schmerzensgeld, denn das, was uns durch diese Sache angetan wurde, ist eine furchtbare, ununterbrochene Folter. Es traf nicht nur Sensibelchen, sondern ich habe vielmehr eine Liste von 20 Normalmenschen, die ebenfalls in unserem Haus innerhalb von kurzer Zeit (15 Minuten längstens) mit sehr unangenehmen körperlichen Reaktionen reagierten. Wenn Sie das interessiert, kann ich Ihnen gerne einmal mehr darüber berichten.

Längere Zeit im Internet recherchiert wegen der Frage, wie die Mobilfunklage in den USA ist. Dabei stieß ich auf der Website von esmog Augsburg auf eine ganze Latte von Betroffenenfällen, die alle ganz ähnlich, fast stereotyp, die Symptome darlegen, unter denen wir hier auch leiden. 

Wie können dann z. B. die Leute von der Gewerbeaufsicht behaupten, so etwas hätten sie noch nie gehört, das gebe es nicht. Wie können deutsche Gerichte weiterhin in so leichtfertiger Weise über derartige massive Signale hinweggehen, daß Mobilfunk krank macht. Offensichtlich können sie, diese bewährte Technik des Vertuschens ist bei jeder neuen Technik, die zunächst in Einzelfällen zu Gesundheitsbedrohungen führt, immer wieder angewendet worden (Atom, Holzschutzmittel, Asbest usw. usw. ).

Außerdem las ich einen schwedischen Bericht, der hervorhebt, daß es nicht einmal in einem so weiten Land wie Schweden mehr einen nicht lebensgefährlichen Wohnplatz (Zitat!!!) für Elektrosensible gibt, das Recht jedes Bürgers auf mobil telefonieren wo auch immer hat offenbar auch dort Vorrang vor dem Recht auf Leben. 

Hoffen wir, daß Martin wenigstens in den USA eine Alternative für sich entdeckt. Falls nein werde ich wohl Amok laufen.

6. 1. 2003

Heute erhielt ich den angefügten Brief zur Kenntnis.

Absender:

Bendorfer Umweltinitiative e. V. , 
Postfach 1118
56155 Bendorf

                                                  06. 01. 2003

An
Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz
Frau Staatsminsterin 
Margit Conrad
Kaiser-Friedrich-Straße 1 

55116 Mainz


Mobilfunk und Elektrosmog/Ihre Antworten auf oft gestellte Fragen


Sehr geehrte Frau Ministerin,

vom Referat für Presse und Öffentlichkeitsarbeit ihres Umweltministeriums bekamen wir freundlicherweise auf unsere Nachfrage hin drei Exemplare der Broschüre „Mobilfunk und Elektrosmog“ zugeschickt. 

Die Bendorfer Umweltinitiative e. V. ist auf der Suche nach geeigneter Information zu diesem Thema zwecks Weitergabe über den Verteiler von ca. 750 Adressen. 

Nach genauer Durchsicht Ihrer Broschüre mussten wir leider erkennen, dass die Antworten in diesem Heft den mobilfunkbelasteten Mitbürgern keine praktischen Hinweise geben und sich von den Antworten, die wir von der Mobilfunkwirtschaft erhalten, kaum unterscheiden. 

Wir werden deswegen die Broschüren der Verbraucherzentrale vorziehen: „Mobilfunk-(r)eine Vertrauenssache?“ bzw. „Elektrosmog, wo er entsteht, was er bewirkt, wie man sich schützt“. Diese sind zudem mit Adressen versehen, die tatsächlich weiterhelfen.

Wir wollen Ihre „Antworten auf oft gestellte Fragen“ aus Ihrer Broschüre nicht allesamt kommentarlos stehen lassen, zumal wir am eigenen Leibe erfahren müssen, dass diese theoretischen Ausführungen mit den realen Auswirkungen der rasant zunehmenden Mobilfunkbelastung nicht übereinstimmen. 

Seit Mitte Oktober 2002 hat die Mobilfunkbelastung im Neuwieder Becken und in Koblenz deutlich zugenommen, da nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Koblenz vom 08. 10. 02. ( Az. : 1 K1471/02. KO ) viele Sendeantennen in Betrieb genommen wurden und auch bereits neu installiert wurden. 



Nachfolgend gehen wir auf die Antworten aus Ihrer Broschüre ein, die in besonderem Maße von der Realität abweichen:

8 ) „Nach den neuesten Erkenntnissen ist die Strahlenbelastung, die die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte nicht überschreitet, für den Menschen ungefährlich“.

Und dann weiter auf Seite 31 : “. . . bisher ergab sich kein wissenschaftlich begründeter Verdacht auf eine Gesundheitsbeeinträchtigung unterhalb der geltenden Grenzwerte“.

Unsere Erfahrungen und Beobachtungen zeigen uns, dass deutliche und teilweise entsetzliche gesundheitliche Auswirkungen auftreten bei Strahlenbelastungen weit unterhalb der gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte und zwar eindeutig in Zusammenhang mit einem in Betrieb befindlichen Mobilfunksender. 

Betroffene Mitmenschen leiden in der direkten Umgebung von Sendeantennen unter anhaltenden Kopfschmerzen, anhaltenden Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Durchfällen und Gedächtnislücken u. s. w. und oft auch unter einer nicht steuerbaren Aggressivität. 

Die Ärzte stehen diesen Leiden unvorbereitet gegenüber. Medikamente helfen meist nicht. Die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen ist stark beeinträchtigt. Jede Woche kommt z. Z. ein neuer Fall hinzu. 

Alleinstehende fühlen sich besonders ausgeliefert und sind dankbar, wenn sie auf einen weniger belasteten Schlafplatz ausweichen und dann feststellen können, dass die Ursache nicht bei ihnen liegt. 

Wir müssen mit ansehen, wie der Mobilfunk ganze Familien ins Unglück stürzt und auch die Haustiere dauerhaft verstört, ohne dass unsere Gesellschaft Kompetenzen, Zuständigkeiten oder gar Haftbarmachung vorsieht. Sorge bereitet uns der Gedanke, dass eine hohe Dunkelziffer unerkannt bleibt. 

Andauernde Schlafstörungen und Druck auf Kopf, Augen und Ohren sind die am häufigsten genannten Beschwerden in der weiteren Umgebung von Sendeantennen seit dem 23. /24. 12. 2002. Seitdem gibt es praktisch kein „Funkloch“ mehr im Raum zwischen Neuwied und Koblenz. Eine wenigstens zeitweilige Erholung in unbelasteter Umgebung ist dadurch ausgeschlossen. 

Während Medikamente zehn Jahre getestet werden, bevor sie verkauft werden dürfen, wird in diesem Fall eine mobile Kommunikationstechnologie eingeführt, die direkt an uns selber getestet werden darf. 

Unsere Erfahrungen und Beobachtungen zeigen uns eindeutig, dass die 26. BimSchV Grenzwerte festgelegt hat, die uns im realen Leben keine Vorsorge und keinen Schutz für unsere Gesundheit und Arbeitsfähigkeit geben sondern stattdessen der Mobilfunkwirtschaft eine hemmungslose und verantwortungslose Vorgehensweise legal ermöglichen. Mit demokratischen Regeln und dem Allgemeinwohl ist der flächendeckende Ausbau der GSM- und UMTS-Sender nicht vereinbar. 

In der Anlage zwei Abhandlungen, die speziell die neurologischen gesundheitlichen Auswirkungen der Mikrowellen bzw. der gepulsten Hochfrequenz auf Menschen bzw. Tiere darlegen. Wir bitten Sie sich die entsprechende Literatur zu besorgen und diese Studien sehr ernst zu nehmen.




9 ) „ Für den Frequenzbereich des Mobilfunks haben die bisher zu dieser Problematik durchgeführten Studien keine Erkenntnisse über einen Personenkreis erbracht, der als elektrosensibel bezeichnet werden kann“.



Dieser Satz ist besonders hart und bitter für diejenigen Menschen, die hochfrequenzfühlig sind und außerdem noch einer andauernden, also nicht unterbrochenen Mobilfunkbelastung ausgesetzt sind. Zwar erkennen wir, dass mangelnde Information zu diesem Satz in Ihrer Broschüre geführt haben muss, doch den Betroffenen muss das wie Hohn klingen. Auch dies ist Grund für uns, die Broschüre nicht weiter zu empfehlen.


Sehr geehrter Frau Ministerin, wir bitten Sie eindringlich: Machen Sie Hausbesuche in mobilfunkbelasteten Häusern und Wohnungen ! Hören Sie an Ort und Stelle die Leiden der betroffenen Menschen selber an ! 

Machen Sie sich ein eigenes Bild der realen Situation und testen Sie selber, was es heißt, in einem von gepulster Hochfrequenz verseuchten Haus/Wohnung ohne Unterbrechung zu leben und zu schlafen und zwar mit Werten noch weit unterhalb der Grenzwerte der 26. BImSchV. 


18 ) Wer vorsichtig sein möchte, kann in seinem Umfeld die Zahl der elektromagnetischen Felder reduzieren .

An dieser Stelle begrüßen wir Ihre deutlichen Hinweise im Umgang mit Handys, die auch in der Rhein-Zeitung vom 14. /15. 12. 02 unter dem Titel „Elektrosmog eine Gefahr?“ aufgeführt wurden.

Was aber hilft uns der vorsichtige Umgang mit Handys, wenn wir gleichzeitig in ununterbrochener Form den Auswirkungen der gepulsten Hochfrequenz eines Senders im Außenbereich oder eines schnurlosen Heimtelefons nach dem DECT-Standard in direkter Nachbarschaft ausgesetzt sind? 

Was hilft uns große Vorsicht im Umgang mit Handys, die wir benutzen oder ablehnen, an- oder ausschalten dürfen nach Belieben, wenn der Mobilfunkbetreiber uns ohne Unterbrechung Tag und Nacht ganz legal einer Strahlung aussetzen kann, die unsere Gesundheit in der Realität nicht verkraftet?

Nicht zuletzt vermissen wir in Ihrer Broschüre einen Hinweis auf diejenigen Fachleute, die sich als einzige Helfer in der Not erweisen, wenn keine Behörde, kein Gesundheitsamt und kein Minister zuständig ist und kein Arzt helfen kann: Das sind die renommierten Baubiologen und Messtechniker, die niederfrequente und hochfrequente Felder ausfindig machen und sehr hilfreiche Beratung anbieten. Diesen Fachleuten gebührt ein Umweltpreis !

Sehr geehrte Frau Ministerin, wir bitten Sie zu erkennen, was für ein enorme gesundheitliche und gesellschaftliche Problematik mit der gepulsten Hochfrequenztechnologie auf uns zukommt und wir bitten Sie, sich für gesundheitsverträgliche Grenzwerte und eine vernünftige Technologie einzusetzen sowie für eine Regulierung des Senderausbaus, die nicht erkennbar ist. 

Mit freundlichen Grüßen 


Anlagen: - Beeinflussung der Gesundheit durch Mobilfunk/Elektrofühligkeit/Literaturangaben - Responses of neurons to an amplitude modulated microwave stimulus/Beasond,Semm/ Neuroscience Letters/2002


Ich finde den Brief ganz ausgezeichnet. Hoffentlich nutzt er etwas. 

Ich habe heute angefangen, an meinem Auftrag für die Kirche zu arbeiten. Es ging drei Stunden ganz gut, allerdings mit rasant zunehmenden Kopfschmerzen. Irgendwann mußte ich deswegen aufgeben, weil es einfach nicht mehr möglich war, sich zu konzentrieren. 

Das kannte ich bis zum 24. 10. nicht, seitdem war wissenschaftliche Arbeit hier nicht mehr möglich gewesen. Man wird sehen, wie das weitergeht.


7. 1. 2003

Abends lief in Akte in SAT1 ein Bericht über ein Ehepaar, das meinte von Nachbarn mit Mikrowellenstrahlung bestrahlt zu werden, aber de facto ein Mobilfunkopfer ist. 

Da dies nur sehr verklausuliert am Ende gesagt wurde, habe ich folgenden Leserbrief geschrieben:

Sehr geehrter Herr Meyer, 

grundsätzlich sind Sie für diesen Beitrag zu loben, aber Sie haben am Ende etwas sehr Wesentliches vergessen, deshalb kann das Lob nicht ganz so stark ausfallen: 

Das gezeigte Ehepaar mag sich in der Quelle der Hochfrequenzstrahlung geirrt haben, aber nicht in der negativen Wirkung auf Körper und Psyche. Die ist vorhanden, auch wenn es nicht der Nachbar war sondern eine Mobilfunkbetreiberfirma ist.

Wir haben, gemessen von dem Büro Maes, also ähnlich renommiert wie Herr Gertenbach, sogar 20 Milliwatt/m2 in unserem Haus gemessen bekommen.

Die Ursache ist ein 70 m entfernter Vodafonemast, in dessen direkter Strahlungskeule wir liegen.

Bei uns reichten nicht mehr abendliche Abschirmmaßnahmen aus, sondern wir flohen mehr als 2 Monate aus unserem Haus, bis Abschirmmaßnahmen für fast 60000 Euro unser Haus wieder soweit bewohnbar machten, daß wir wieder halbwegs hier sein können. Richtig wohl fühlen wir uns aber nicht mehr hier und wenn wir die Möglichkeit hätten, das Haus gegen eine strahlungsfreie Wohnung zu tauschen, würden wir sofort gehen.

Wenn Sie Interesse haben, kann ich Ihnen mein inzwischen auf 50 Seiten angewachsenes "Mobilfunktagebuch" schicken, das einen entsetzlichen Alptraum und eine fortgesetzte Folter schildert. 

Ich habe ca. 20 familienfremde "Normalmenschen" als Zeugen dafür, daß man in unserem Haus nach spätestens 15 Minuten "etwas Alptraumartiges" spürt. Jeder, ohne jede Ausnahme, hat in unserem Haus diese Belastung wahrgenommen.

Die Betreiberfirma hat auf die Bitte, uns aus der Strahlungskeule zu nehmen, höhnisch geantwortet, wir hätten doch nur 1/274. des gesetzlichen Grenzwertes im Haus, also sind alle massiven, ja lebensbedrohlichen Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht von ihnen irgendwie zu verantworten. 

Sie halten in dem Schreiben derartige Belastungen in 70 m zum Mast für normal, also dürfte es noch einer sehr großen Zahl von Menschen in Deutschland genauso schlecht gehen wie uns.

Darüber sollten Sie berichten, egal ob anhand unseres Falles oder eines anderen. Und Sie sollten so oft und so massiv darüber berichten, daß die blinde Technikgläubigkeit der Mobilfunkbenutzer etwas ins Wanken gerät. 

Denn der Baubiologe sagte bei seinem Besuch wörtlich: Politik, Betreiber und 60 Millionen Handybenutzer sind bereit, für die Nutzung dieser Technik Tote in Kauf zu nehmen und Sie werden eben einer der ersten sein.

Mit freundlichen Grüßen

PS: Sie sind uns hier herzlich willkommen, als Probewohner und als Journalist.




Martin schrieb zum gleichen Thema:

Ich wohne neben einer Sendeantenne.

Ich würde gerne wieder einmal schlafen können.

Sie können gerne bei mir Probeschlafen bzw. eben nicht.

Nehmen Sie sich Beruhigungsmittel mit, denn Sie werden aggressiv werden.

Kennen Sie Kopfschmerzen? Wenn nein, kommen Sie zu mir, es wird sich ändern.

Kommen Sie mit dem Menschen, mit dem Sie sich noch nie gestritten haben, Sie werden sich wundern! Warum tragen die Mitarbeiter der Mobilfunkfirmen beim Aufbau der Anlage Strahlenschutzanzüge und 10 m weiter beim Nachbarn ist alles harmlos? 

Ich kann auch nicht mehr richtig denken und lernen. Kann sich die Menschheit leisten, daß die Jugend kein Wissen mehr aufnehmen kann weil sie nicht mehr denken kann und keinen Tiefschlaf mehr hat.

Irgendwann steht man vor der Entscheidung: Selbstmord oder bewaffneter Kampf!!! 


8. 1. 2003

Heute kam das Gutachten des Baubiologen für die Nachmessungen am 7. Dezember 2002. Es bestätigt die schon mündlich und am Telefon getroffene Aussage, daß wir ein ganz hervorragendes Ergebnis bei der Abschirmung erzielt haben. 

Am Ende schreibt er: “Zur Zeit gibt es nur noch ein schwaches Belastungspotential aus dem HF-Bereich im Hausinneren. . .

Das war nur mit einem enormen finanziellen Aufwand erreichbar. Die Abschirmmaßnahmen sind sehr gut durchgeführt worden, die Zusammenarbeit mit dem Elektriker zeigte sich sehr fruchtbar und kooperativ.

Ich wünsche Ihnen, daß Sie die Früchte Ihres Einsatzes ernten mögen. ”


9. 1. 2003

Heute Morgen hatte ich beim Blutdruckmessen erstmals wieder “Normalwerte” für mich, nämlich 135/85. Ich habe allerdings immer noch heftige Kopfschmerzen im Haus.


10. 1. 2003

Heute ging es mir kreislaufmäßig sehr wechselhaft, zwischen ziemlich niedrig für mich und extrem hoch schwankte das den ganzen Tag, dazu Herzrasen und Kopfschmerzen, Lymphstau im ganzen Körper, teilweise dick geschwollene und entzündete Lymphknoten.



11. 1. 2003

Immer noch Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen. Ich stelle durch Spaziergang fest, daß die Kopfschmerzen vom Mobilfunk kommen und nicht von einem Faktor im Haus, denn sie werden besser, wenn wir in die feldärmeren Wegstücke kommen und setzen heftig wieder ein, sobald wir uns Vodafone wieder von der anderen Seite nähern. 

Frau L. vereinbart für Dienstag Prüfungstermin in ihrer Wohnung mit mir, da Hund Robbie immer noch zittert, dauernd neue Schlafstellen sucht und die Stunden bei der Oma sich irgendwo hinhaut und fest schläft. Sie selber kann auch nicht schlafen und fühlt sich immer elender, trotzdem zögert sie trotz guten Zuredens immer noch, probeweise einmal ein paar Tage die Nächte bei ihrer Mutter zu verbringen.


12. 1. 2003

Aus einer Mail: 

Liebe Frau G., 

Frau L. ist mit unserem gemeinsamen Besuch nicht nur einverstanden, sondern freut sich offenbar sogar, daß ihr gleich 2 Leute die Ehre geben.

Sie hat mir erzählt, daß eine Dame aus dem Rauental sie angesprochen habe. Sie ist im Pfarrgemeinderat der Kirche dort. Es liegt eine Anfrage eines Betreibers mit hohem finanziellem Anreiz vor, eine Antenne im Kirchturm zu errichten.

Die Bekannte von Frau L. ist die einzige, die damit nicht sofort einverstanden war. Ihr fehlen allerdings Informationen. Die braucht sie, um Überzeugungsarbeit zu leisten.

Da Sie ja schon so eine Infomappe vorbereitet haben, könnten wir ja evtl. gemeinsam am Dienstag diese Frau auch noch besuchen mit etwas Material oder Sie können es zumindest Frau L. geben zur Weiterleitung.

Das wäre doch ein schöner Multiplikator.

Und weiter zum Thema Abschirmung, wo ich einen sehr interessanten Tipp von einem Elektrosensiblen aus Mecklenburg bekommen habe, der für die G. s, weniger für uns, gut geeignet ist. Für uns weniger, weil das Feld im Haus zu stark ist:

Mein Mann meint, wir könnten uns so eine Induktionsschleife vielleicht ans Gartenende montieren lassen, um den Garten verträglicher zu machen, der Tiefenerder ist ja schon vorhanden. Das kommt auf den Preis an für so ein Ding.

Meine Tochter hat mir gestern Abend auch noch erklärt, was Induktion ist, nämlich die Umwandlung von magnetischen Feldern in Strom (der dann über den Tiefenerder abgeleitet wird). 

Da Herr Lohner ja sagte, wenn einer der Bestandteile der HF-Welle entfällt, Elektrizität oder Magnetismus, ist der andere auch weg, scheint es mir eine sehr clevere Idee zu sein, den Magnetismus zu beseitigen. Mit unserer Abschirmung haben wir ja das Gegenteil gemacht: Die elektrischen Bestandteile werden reflektiert, dann entfällt auch der Magnetismus. 

Also auch trotz der Meinung der Baubiologen finden wir einen Versuch mit diesem System auch bei uns sehr sinnvoll, zumindest in Hausnähe. Vielleicht hilft das gegen Dauerkopfschmerzen. 

Ich bin jetzt sicher, daß die vom Mobilfunk kommen. Beim Verlassen des Hauses werden sie besser, sobald wir aus dem Vodafonefeldeinfluß kommen, sie fangen aber wieder an, wenn wir wieder dort hineinkommen auf dem Spazierweg. Da sie also damit unabhängig vom Bleiben in unserem Haus sind, müssen es Strahlungsbestandteile sein, die mich so belasten. 

Mein Mann sagt, ihm fiele auf, daß er jetzt zumindest am Wochenende länger schlafen muß als früher. Auch ich brauche vom Zeitaufwand her einfach mehr Schlaf als früher. Außerdem sinniert er darüber, ob bei ihm der Alzheimer, den es in der Familie ab Mitte 70 verstärkt gibt, nicht schon jetzt anfängt. Derzeit merke ich nichts davon bei ihm, aber man weiß ja selber immer am besten, was man leistungsmäßig drauf hat.


Der letzte Abschnitt ist eine Antwort auf die Mitteilung von Frau G. , daß in der Apotheken-Umschau ein Foto eines Mannes abgebildet ist, der trotz Abschirmung immer noch Kopfschmerzen hat, wie das auch bei mir sich als Dauerbelastung herauskristallisiert.

Auf dem Spaziergang haben wir daher wieder ernsthaft über Wegziehmöglichkeiten und Plätze zum Leben gesprochen unter dem Aspekt, wann Wolfgang frühestens aus dem Dienst scheiden kann. Wenn wir nicht im Lotto gewinnen, dürfte das alles nicht gehen – und wir spielen nie Lotto.


13. 1. 2003

Ich verbrachte eine typische Mobilfunknacht alter Art, d. h. vor Vodafone. Ich wachte ca. 3 Uhr auf und konnte bis 7 Uhr nicht mehr einschlafen. Um 7 Uhr schlief ich ein und wachte sehr unerholt auf, als es gegen 9 Uhr an der Tür läutete. 

Daraus schließe ich, daß der Körper inzwischen die Entlastung durch die Abschirmung gewöhnt ist – für die er sich ja durchaus mehrere Wochen sehr dankbar gezeigt hat – und jetzt einen zarten Hinweis gibt, daß es immer noch zuviel Mobilfunkstrahlung für mich ist. Leider ist es mir nicht möglich, ihm die Weisheit der staatlichen Grenzwertpolitik nahezubringen. 

Auch ein Gesprächsversuch darüber, daß das Grundrecht auf Kommunikation ein höherer Wert als der auf körperliches Wohlbefinden von ein paar genetischen Krüppeln ist, kam nicht recht an. Keine Ahnung, wie es weiter gehen soll.


Aus einer Mail: 

Liebe Frau G., 

als Fazit von unserem heutigen Besuch möchte ich eine deutliche Wesensänderung feststellen, bei Zwei- und Vierbeinern.

Robbie ist ein sehr lebhafter Hund, aber mir war immer aufgefallen, daß er zu Hause ganz anders war und sich sofort hinhaute und schlief. Wenn er bei uns war, war er kaum zu bändigen. 

Heute war er zu Hause so, wie er es ansonsten in unbekannter Umgebung war. Er hat also ständig in Bewegung. Könnte das nicht ein instinktiv richtiges Verhalten gegen Ankoppelung an die HF sein? Ich halte das nicht für sehr weit hergeholt, jedenfalls ist er hyperaktiv gegenüber früher.

Minka und unser Kater sind beides eigentlich Wildkatzen, die sich aus Gründen der Nahrungs- und Schlafbedingungen ein wenig an Menschen angenähert haben, aber ohne allzu große Enge. Beide haben sich jetzt, wie Sie an Minka gesehen haben, in kleine Schmusekätzchen verwandelt. Meiner Tochter war das gleiche bei unserem Kater an Weihnachten ganz stark aufgefallen. Minka hat mich bisher höchstens eines Fauchens gewürdigt, heute konnte sie ja gar nicht mehr aufhören, Nähe zu suchen. 

Ich halte das für eine bedenkliche Entwicklung. Offenbar haben die beiden bisher sehr autonomen Lebewesen das Gefühl, Schutz zu brauchen und in Ermangelung ihrer Katzenmutter suchen sie die Nähe eines menschlichen Mutterersatzes. Das heißt aber, daß sie sich bedroht fühlen, also auch, daß sie körperliches Unbehagen und Angst empfinden müssen.

Ich will Sie nicht mit meinem Katzenhobby langweilen, aber doch darauf hinweisen, daß derart deutliche Verhaltensänderungen innerhalb kurzer Zeit darauf hindeuten, daß die Tiere eine wesentliche und sie beängstigende Veränderung ihrer Umfeldes wahrnehmen. Und da wählen sie den einzigen Weg, den sie sehen können: Anlehnen an die großen Katzen auf zwei Beinen. 

Für mich hat das etwas sehr Trauriges, denn die kätzliche Autonomie macht das wahre Wesen der Katze aus.

Bei Frau L. , die sonst immer sehr viel Ruhe ausstrahlt, Zeit zum Plaudern hat, gerne mal ein Stündchen für ein Schwätzchen übrig hat, ist mir ihre motorische Unruhe aufgefallen. So wie heute war sie in den letzten Wochen vor dem Tod ihres Mannes: ständig auf dem Sprung, völlig unfähig zur inneren Ruhe und auch unfähig zuzuhören. 

Damals habe ich mir das mit akutem Schlafmangel und Überlastung erklärt. Unter den damaligen Umständen war das verständlich und ist für jeden Menschen in so einer Situation normal. Ist es aber normal für eine Frau ohne große Sorgen, die allmählich aus der Trauerphase herauskam und manchmal sogar wieder lachen konnte?

Ich bin, ganz unabhängig von den verheerenden Strahlenbeobachtungen, sehr entsetzt über das Vorgefundene. Familie L. ist ja erst seit ca. 3 Wochen im Feld und schon jetzt zeigen sich derartige Wirkungen!

Es bleibt viel zu tun!



Aus einer anderen Mail:

. . . . habe mir eben noch mal die Situation in Bubenheim durch den Kopf gehen lassen. 

Also der Eingang des Hauses zeigt nach Norden und der Garten nach Süden. Das stark belastete Schlafzimmer war gleich am Eingang li. und ist also in der nordwestlichen Ecke gelegen. Irgendwie ist ja die Situation mit der Ortung des Übeltäters nicht ganz befriedigend gelaufen, aber weitere Rundgänge wären auch nicht mehr zum Aushalten gewesen. 

Ich bin morgen wahrscheinlich noch mal dort, wenn das Wetter es zuläßt und werde auch dort die Situation kurz überprüfen, weil ich eine Freundin sowieso abholen muss. Frau B. habe ich gelobt wegen ihrem mutigen Artikel. 

Sie hat einen Anruf von dem Mann bekommen, der den Sender auf der Schreinerei hat: Es sei unfair von ihr so einen Artikel ins Blatt zu setzen und er würde eine Gegendarstellung bringen und im übrigen sei die Antenne noch gar nicht in Betrieb. . . . . aber welche ist denn dann in Betrieb???? Ich habe Frau B. noch einmal geraten möglichst zu mehreren eine Schnellanalyse erstellen zu lassen.


Aus meiner Antwort: 

Daß die Antenne in Betrieb ist und schon bei meinem ersten Besuch da war, würde ich jederzeit beschwören. Mein Mann und ich sind von allen Seiten und in verschiedenen Entfernungen darum herum gegangen, die Sache war eindeutig. 

Auch heute war der Mast in Betrieb, eindeutig. Gemerkt habe ich das an der Gartenfront von Frau L. und auch vor dem Haus bei den Autos.

Im übrigen hat der Schreiner wahrscheinlich keine Ahnung, die Betreiber belügen ja auch die Vermieter bzw. erzählen ihnen nichts über Inbetriebnahme usw.

Eine Gegendarstellung in einem Gemeindeblättchen ist doch mal echt was Neues! Soll er ruhig, dann suchen die Leute die alte Nummer heraus und lesen den Artikel nochmals gründlich. Getroffene Hunde bellen.

Sicher hätten wir theoretisch den Mast noch suchen können, aber es schien ja wichtiger zu sein, für Frau L. einen Schlafplatz zu finden.

Wenn Sie allein nicht den Standort finden, fragen Sie doch den zuständigen Herrn bei der Stadtverwaltung, der müßte es doch wissen. Oder wir suchen nächste Woche, bei weniger Glatteis, einmal gemeinsam.

Gruß und gute Nacht


14. 1. 2003

Relativ gut geschlafen, aber ganz lethargisch. Ich kann mich zu nichts aufraffen. 

Meine Freundin Beate, eine Heilpraktikerin, bedankt sich bei mir über eine weitergeleitete Email wegen eines elektrischen Trocknungsgerätes für Dachböden (das heftig HF produziert). Sie hatte gerade große Probleme mit einem Patienten und genau das war offensichtlich die Ursache. 

So mehren sich täglich meine guten Werke. Eigentlich würde ich lieber ganz unsozial an meinen Aufträgen arbeiten und Geld verdienen. . . . 

15. 1. 2003

Aus einer Mail: 

Liebe Frau G., 

ein schönes Beispiel für Mobilfunkversprecher: Mein Mann sagte in der heute ausgestrahlten Sendung auf SWR 4 zu Napoleon (gestern aufgezeichnet): Napoleon ist ein Teil der französischen Kultur.

Sagen wollte er aber: Gutenberg ist ein Teil der französischen Kultur.

Die Diskussion ging dann in die Richtung "Napoleon". Er fragte heute Martin und mich ganz erstaunt, er habe doch "Gutenberg" gesagt, selbst nachdem er das Gegenteil gehört hatte!!! Mir war immerhin aufgefallen, daß er wahrscheinlich Gutenberg hatte sagen wollen, Martin (und die anderen Zuhörer) hielten das wohl nicht für einen Versprecher sondern für die beabsichtigte Aussage.


Aus einer Mail an mich: 

Die Wesensänderung von Frau L. und ihren Tieren kann ich natürlich nicht beurteilen, weil ich sie erst jetzt kennen gelernt habe. Sie kam mir sehr fahrig vor, also irgenwie auf der Flucht und schwer zu greifen. 

Aber das kenne ich ja auch von mir, ich bin gerne in Bewegung, weil ich merke, dass es mir dann besser geht. Auch hier überlege ich, ob die Wesensveränderung nicht zusammen mit der wenig steuerbaren Aggressivität in den Brief an Frau Conrad hinein gehört. 

Aber ich werde den Samstag abwarten, weil ich Herrn Lohner noch fragen will in welcher Weise ich unsere Forderungen an die Ministerin präzisieren kann.

Gestern bin ich testweise in Neuwied in ein Haus hinein gegangen. Als ich die Katze lang gestreckt auf der Fensterbank in der Küche liegen sah habe ich auch gedacht: Hier kann es noch nicht so schlimm sein.

Aus einer zweiten Mail:

Liebe Frau Dr. Eder-Stein, 

ich habe im Prinzip nichts dagegen mich als Elektrosensible testen zu lassen, gebe aber zu, dass ich auch etwas Angst davor habe. Es wird ja immer nur schlimmer und wir geben dem jeweilig empfindlichen Organ immer noch eins drauf.

Ganz kurz eine unangenehme Erfahrung gestern Abend in der de Hay`schen Stiftung: Wir hatten mit einer Gruppe von Leuten das AKW besucht. Dort hatte eine Masse Halogenlampen an der Decke des Vortragsraums bei mir bereits Kopfschmerzen verursacht. 

Ich habe mich danach 1/2 Std hingelegt, eine 500er Aspirin eingenommen und bin dann zu einem Treffen unserer TZI_Gruppen auf die Karthause gefahren. Dort angekommen hatte das Aspirin gewirkt. Ich betrat die de Hay`sche Stiftung also kopfschmerzfrei und hatte das dortige Mobilfunkproblem total vergessen.

Schon nach 5 Min. in der Wohnung von Annemarie bekam ich starke Schmerzen der gesamten li. Kopfhälfte und noch viel stärkere Ohrenschmerzen li. Ich habe eisern den Mund gehalten, um die alte Dame nicht in Aufregung zu versetzen und habe die anderen Weiber genau beobachtet. Keine zeigte offensichtliches Unbehagen in dieser stark funkbelasteten Wohnung. Die Gastgeberin war ziemlich still, aber das ist sie eigentlich immer.

Ich konnte kaum zuhören und war ebenso still. Von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr habe ich gelitten, dann wurde es ganz plötzlich besser, vielleicht weil um die Zeit anständigerweise nicht mehr so viel telefoniert wird ???? Ich habe beim Schließen eines Fensters die Gelegenheit wahrgenommen um auf den Balkon zu treten: genau auf dem gegenüberliegendem Gebäude des Seniorenheims steht der Sender in vielleicht 80 m Entfernung . . . . . . .


Und noch ne Mail:

Liebe Frau G., 

gestern Abend war etwas los. Ich habe seit ca. 20,00 Uhr Kreislaufprobleme und zwar abwechselnd sehr niedrigen und sehr hohen Blutdruck, bei rasendem Puls und Herzrasen. Was es war, weiß ich nicht. 

Jedenfalls habe ich mich nur auf der Moselseite der Karthause halbwegs wohl gefühlt, obwohl der Burgberg heftig dort ankommt. Es könnte bei Ihnen das selbe gewesen sein? 

Heute morgen hatte ich eine Art Schwächeanfall und bin zum Arzt gegangen. EKG war okay, aber er hat 5x den Blutdruck gemessen und mitbekommen, wie stark der Blutdruck schwankte (die Praxis war schwer auszuhalten wegen der Beleuchtungskörper, Telefon usw.). 

Festgestellt wurde ein Tietze-Syndrom, das soll eine schmerzhafte Nervenentzündung am Brustbein sein, und kann u. U. die Herzsymptome (oder was ich dafür halte) erklären. Dazu hat er den Rücken gequaddelt, um Störungen vom Rücken her auszuschließen. Es ging mir danach deutlich besser.

Kaum war ich eine halbe Stunde zu Hause, ging das Kreislaufproblem wieder los. Ich gehe jetzt erst einmal wieder aus dem Haus.


Antwort: 

Das erinnert mich irgendwie an unseren Sohn Hans (ja der mit der mentalen Beeinflussungs-Theorie). Er hatte einige Male im Oktober Zustände mit sehr hohem Blutdruck, schnellem Puls, Schweißausbrüchen und Herzrasen und Ohnmachtsgefühl gegenüber diesem Zustand. Engegefühl in der Brust und eine Art Abwesenheit bis hin zu Ohnmacht. 

Er ist 21 Jahre alt. Es wurde CT vom Kopf gemacht: NICHTS. Es wurde auf eine Störung der Hormonproduktion der Nebennierenrinde getippt: NICHTS. Nun gab es keinen solchen Zustand mehr. Wir werden nicht mehr dahinter kommen was es war. 

Am 16. Okt hat er hier endgültig sein Bett abgebrochen, nachdem auch er in den wenigen Nächten, die er noch hier im Hause verbracht hatte, mit Durchschlafstörungen zu tun hatte. Lange vor uns !!!! 

Ich hatte vergessen zu erzählen: Frau H. sagte auf meine Frage hin wo ein Elektrosensibler in Deutschland noch Erholung finden könnte, um von so einem Stress, wie Sie ihn alle in Ihrem Haus durchgemacht habe, Abstand zu bekommen, das wäre nur ein total abgeschirmter Ort. Und damit sind wir wieder bei v. Klitzing. . . . .

Ich bin der sicheren Meinung, dass Sie eine Regenerationsphase benötigen, damit Ihr Körper wieder auftanken kann und dem Pegel in ihrem Haus gewachsen ist, und dass jede Exposition zu Versuchszwecken unterlassen werden muss.


Antwort: 

Das mit Ihrem Hans finde ich außerordentlich interessant. Zwar nicht 2002 aber 2001 hatte ich genau das auch im Oktober. Keine Resultate nach internistischer Durchcheckung (außer daß ich zu hohen Blutdruck habe). Ab Weihnachten wurde es dann besser.

Ich habe mir nachher gedacht, daß es eine allergische Reaktion z. B. auf irgendeinen Herbstschimmel o. ähnl. gewesen sein kann, denn auch 2002 fing es im Oktober an, mir mäßig zu gehen. Dank Vodafone habe ich das aber nicht weiter ausleben können. Und jetzt gehts besser bezüglich Mobilfunk und die Erde taut, also ist vielleicht wieder Moder und Schimmel unterwegs . . .

Bei Hans kann es natürlich auch was anderes gewesen sein, irgendein Technikwunder.


16. 1. 2003

Aus einer Mail vom Folgetag:

Liebe Frau G., 

wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.

Ich z. B. darüber, daß die sog. Ruheabteile offenbar Humbug sind.

Erstens hätte ich das Abteil ohne Platzreservierung gar nicht gefunden.Ich habe es zu meinem persönlichen Pech dank Reservierung gefunden.

Es saßen drei Leute im Abteil, ein Ehepaar mittleren Alters und eine junge Frau.

Ich setzte mich dazu. Und fing an zu husten. Als das eine Viertelstunde lang so ging, verließ ich das Abteil, um die Leute, die schon unwillig schauten, nicht weiter zu stören. Ist ja schließlich ein "Ruheabteil", angezeigt durch nicht etwa ein durchgestrichenes Handy, sondern einen Menschen mit einem "Pscht!"-Finger. Da hustet man nicht so frech!!!! Nach etwa 10 Minuten erholte ich mich vom Hustenanfall.

Ich kehrte ins Abteil zurück. Wir fuhren gerade durch einen Tunnel und die junge Dame, die gerade auf ihrem Handy angerufen wurde, beklagte sich bei den Mitreisenden, daß sie doch tatsächlich wegen des Tunnels keinen Empfang hatte. (Finde ich natürlich auch empörend, wir müssen da drinnen dringend ein paar Masten anbringen lassen, sammeln Sie doch einmal dafür!). Dann, nach dem Tunnel, fing sie an alle Leute anzurufen oder SMS zu schicken, die sie evtl. versucht haben könnten, zu erreichen.

Ich habe nichts gesagt, weil ich mich dem nicht gewachsen fühlte. Ich gehe auch davon aus, solange sie nur SMS schickte, entsprach das der Intention des Ruheabteils, sie hat ja keinen Lärm gemacht im Gegensatz zu mir.

Ich habe aber das Abteil verlassen und den Rest der Zeit stehend im Flur an einer Wagenverbindung verbracht, in der Hoffnung, etwas Luft zu bekommen.

Denn die Ursache des Hustenanfalls war auch klar: Die Dame hatte sich mit Parfüm eingestäubt und ich hatte - wie der Zahnarzt nachher bei Bericht darüber meinte - den Beginn eines Asthmaanfalls. 

Das hatte ich seit den Kamingeschichten mit unserem Nachbarn vor mehr als 10 Jahren nicht mehr, auch nicht bei Parfüm in Bus und Bahn, es ging mir einfach so gut, daß ich da nicht mehr spontan reagierte. Ich glaube, daß beides zusammenkam, die Mobilfunkstrahlung und der Duftstoff, auf den ich allergisch reagierte. 

Also dann bis morgen. Die Rückreise verlief in ziemlich leeren Zügen dann deutlich angenehmer, nur etwa ein Handygespräch pro Viertelstunde, dann wird es morgen auch nicht so schlimm werden. Diese Rheinstrecken-IC sind offenbar sehr leer und werden sicher bald gestrichen.

Übrigens: Meine Freundin und Mitautorin, die ich in Ulm noch traf, sieht keinerlei Grund auf ihr Handy zu verzichten, es sei doch immer ausgeschaltet in ihrer Tasche. Ja, um Himmels willen, warum braucht sie es dann? 

Immerhin ließ sie sich von mir baubiologisch über Abschirmung beraten, sie ist gerade am Bauen. Sie fand auch, für einen Menschen, der so ein Drama hinter sich hat, sähe ich sehr gut aus (stimmt, ich fühlte mich auch nicht schlecht gestern). Und das Mobilfunktagebuch fand sie ein bißchen peinlich, zu persönlich, würde sie dementsprechend redigieren. Ich sagte ihr, genau das Persönliche sei das Authentische und derzeit stünde eine Veröffentlichung nicht an, weil es leider noch nicht fertig geschrieben sei. 

Wir kennen uns seit über 10 Jahren, haben jahrelang gut zusammengearbeitet, ohne jeden Krach (was unsere Ehemänner, die beide schon Bücher mit anderen zusammen geschrieben haben, für fast die bemerkenswerteste Leistung in diesem Zusammenhang hielten) und wir haben uns wechselseitig bis heute regelmäßig in MCS-Fragen weiter geholfen. 

Aber was ich mit den Handys eigentlich habe, warum ich derartig apodiktisch den Totalverzicht verlange, versteht sie nicht. . . .

Dabei ist sie die Elektrosensible, nicht ich (jedenfalls nicht vor Vodafone).

Herzliche Grüße


17. 1. 2003

Nach der auch mobilfunkmäßig anstrengenden Reise gestern bin ich heute unendlich müde. 

Die äußere Belastung ist derzeit aber, wie man bei Spaziergängen merkt, deutlich schwächer als um die Weihnachtszeit herum. Sollten die schönen neuen Handys etwa alle schon kaputt sein oder ist nur die erste Karte abtelefoniert? Auch G. s bestätigen die geringe Strahlungsbelastung in den letzten Tagen.


18. 1. 2003

Keine besonderen Vorkommnisse, immer noch sehr müde, daher nicht nach Mainz gefahren.


19. 1. 2003

Ehepaar G. testet Tilmanns Zimmer, beide, auch er, spüren was, Frau G. findet es - wie ich – da oben ganz unerträglich, im Gegensatz zu Fabian, der dort bestens geschlafen hat drei Nächte lang und auch Martin, der gut schläft, wie er sagt, allerdings mit sehr lebhaften Träumen. 

Wolfgang klagt wieder einmal darüber, daß er längere Schlafphasen braucht und auch über seine Alpträume. Bei mir ging es das ganze Wochenende kreislaufmäßig ständig auf und ab.


20. 1. 2003

Erneut heftigste Kopfschmerzen beim Arbeiten am PC, mußte nach 2 Stunden aufhören, die Kopfschmerzen hörten aber nicht auf. Das war vor Vodafone und der Abschirmung nicht so.


21. 1. 2003

Mit Frau L. telefoniert. Sie philosophierte wieder, wie bei unserem Besuch, über die “Erdstrahlen” in ihrer Wohnung. Solche Gespräche sind absolut sinnlos. 

Frau G. aus M. rief mich an und erkundigte sich nach unserem Befinden nach der Abschirmung. Eigentlich wollte sie mir wohl erzählen, daß sie ihrem Sohn jetzt ein Handy kaufen muß, das arme Kind (11 Jahre alt) fühlt sich doch sozial ausgemustert ohne ein solches Gerät. Was soll man mit Leuten machen, die Bescheid wissen und trotzdem nicht widerstehen? 

Mit Frau F. vor ein paar Tagen hatte ich ein ganz ähnliches Gespräch. Das macht mich nicht böse, wie Frau G. meinte, sondern unendlich müde und geneigt, Martins Selbstmordidee für die einzige Lösung zu halten. Herr G. hatte hier ja den Eindruck von Verständnis erweckt, aber benutzt sein Handy weiter, erklärte auf dem Heimweg alles für Einbildung, die heftige Reaktion seiner Frau mit “Du bist eben empfindlich, so was gibt es nicht!”. 

Seine Frau verteidigte ihn mit den Worten, er sei eben Ingenieur und müsse daher so denken. Wer, wenn nicht Ingenieure, wäre in der Lage den Beweis für die Schädlichkeit anzutreten und fähig, diese Phänomene zu erklären. Er soll auch gesagt haben, er sei keinesfalls bereit, auf diese Technik zu verzichten, nur weil manche Leute darunter zu leiden meinen. 

Ich wünsche Familie G. ein baldiges Wohnen in der genauen Strahlungskeule, vielleicht bringt das die Leute zur Besinnung. Und irgendwie haben solche Leute das ja auch mehr verdient als wir, die wir absolut unschuldig an der Notwendigkeit des Netzausbaus sind. 

Vor ein paar Tagen sagte ich Dr. B. , der fragte, warum ich ihn nicht im Notdienst angerufen habe, ich würde keine Handys anrufen, außer bei akuter Lebensgefahr. Er guckte etwas erstaunt, um nicht zu sagen, bedeppert, will heißen, er verstand nicht, was ich wollte. 


22. 1. 2003

Erhielt abends Anruf von Frau G. : Herr Lohner ist bei den Messungen in der Praxis spontan fündig geworden: Die Sprechstundenhilfe hattte ein DECT-Telefon mit 16000 Mikrowatt. Damit ist ein ganz wesentlicher Belastungsfaktor durch einfaches Ausstöpseln unmittelbar zu beseitigen gewesen. 

Es gibt auch noch eine Menge anderen Elektrossmog, aber man muß schon Neid empfinden, wenn jemand in der Lage ist, seine Situation so schnell und kostengünstig zu bereinigen.

 

23. 1. 2003

Herr D. erledigte die Restarbeiten an Abschirmung und Erdung. Damit sind die Arbeiten definitiv abgeschlossen. Der Dachdecker schickte außerdem seine Rechnung. Wenn die bezahlt ist, sind wir zwar pleite aber immerhin abgeschirmt.

24. 1. 2003

Wolfgang und ich waren in W. bei Dr. G. Er testete mich vier Stunden aus und meinte dann, daß die immer noch vorhandene Schwermetallbelastung ein erheblicher Faktor bei der Elektrofühligkeit sei. 

Er versuchte mit Elektroakupunktur (oder so etwas ähnlichem) eine Löschung, die ganz gut wirkt, zumindest ist der Blutdruck deutlich normalisiert. Keine Ahnung, ob das ein vorübergehender Effekt ist oder eine Dauersache, aber immerhin ein Lichtblick.

Nachdem ich jetzt drei Monate lang täglich geschrieben habe, will ich das Tagebuch vorerst beenden und nur mehr besondere Ereignisse berichten. Fakt bleibt, daß ich für mich und die betroffenen Kinder keine wirkliche Chance mehr für ein längerfristiges Überleben in diesem Land sehe. 

Wir haben eine Notmaßnahme unter in Kaufnahme des finanziellen Ruins relativ erfolgreich durchgezogen, aber wir haben keine Lösung und keinen Platz, wo wir bleiben können. Wenn ich an die Zukunft denke, ist alles dunkel.


24. 2. 2003 

Früher als erwartet muß ich das Tagebuch wieder aufnehmen. 

Gestern Abend kam Martin nach Hause und berichtete über ganz erhebliche Mobilfunkbelastung im Umkreis des Blindenaltenheimes (Vodafone). Ich selber stellte bei einem Spaziergang dann auch so eine ganz etxreme Belastung fest, ähnlich wie an Weihnachten, nicht nur von Vodafone sondern offenbar auch von O 2 ausgehend. Nachts schliefen wir alle sehr unruhig, mit Alpträumen. 

Gegen Morgen entwickelten sich dann Verbrennungsgefühle im rechten Auge und in der rechten Stirnhälfte, weshalb ich mir das Metallkopftuch umbinden mußte. Im rechten Arm und im ganzen Körper spürte ich aber weiter Verbrennungsgefühle. 

Vormittags war ich außer Haus. Als ich gegen 13 Uhr nach Hause kam, war Martin schon da. Er ist kalkweiß, hat geschwollene Augen, ist sehr depressiv verstimmt und gleichzeitig aggressiv. Es war so schlimm, daß ich deswegen den Hausarzt anrief. 

Ich selber konnte es im Schlafzimmer gar nicht und im EG nur mit Metallkopftuch aushalten. Ich war sehr müde, schlief auf dem Sofa um 15 Uhr plötzlich ein, was ich von mir überhaupt nicht kenne. Offenbar war die letzte Nacht sehr wenig erholsam und ich leide noch unter den Folgen einer mehrwöchigen Grippe/Bronchitits. Bei einem Spaziergang ergab sich wieder eine starke Belastung, aber ausschließlich von Vodafone. Ich ging dann für zwei Stunden in die Niedertemperatursauna, wo ich es ganz gut aushielt. Außerhalb der Saunakabine konnte ich aber nur mit Kopftuch sein. 

Gegen 21 Uhr kam Frau G. und stellte ebenfalls fest, daß es um das Haus extrem sei. Sie konnte sich nicht erklären, wie es die Bewohner der 7 Häuser in der Dessauer Straße aushalten können, derartig belastet zu sein. In Tilmanns und Martins Zimmer war es für uns beide unerträglich, das Gästezimmer war erträglicher, obwohl ich nicht weiß, wie es in der Nacht bei ruhigem Liegen sein mag. 

Im Schlafzimmer stellte sie ähnlich wie ich die massive Strahlungsbelastung fest und auch in unserem Wohnzimmer spürte sie noch ihre Knochen im Gesicht. 

Wolfgang leidet an “Mobilfunkdurchfall”, obwohl er ja unsere “Gespüre” nicht nachvollziehen kann. Ich rief dann den Baubiologen an, der neben einer Erweiterung des Vodafonemastes, die wir nicht bemerkt haben, vor allem Spherics durch Sonnenaktivität für eine Ursache hielt, verstärkt durch die seit Wochen extrem trockene Luft durch das Hoch “Helga”, das seit 31. 1. das Wetter bestimmt. Wenn das die Ursache ist, müßte sich die Situation bald verbessern. 

Weitere Messungen oder gar neue Abschirmungsmaßnahmen hielt er derzeit für nutzlos. Ich band mir zum Schlafen das Metallkopftuch um.


25. 2. 2003

Wolfgang und Martin haben angeblich ganz gut geschlafen. 

Martin kam kurz nach 8 Uhr aber wieder nach Hause, er war ohne Schulranzen in die Schule gegangen! Das genau sind die Ausfallerscheinungen, die uns allen dreien hier jetzt ständig auffallen, neben einem nachlassenden Gedächtnis, was mich sehr beunruhigt, denn mein gutes Gedächtnis auch für Details ist mir sehr wichtig. 

Ich selber schlief sehr unruhig und hatte Verbrennungsgefühle im ganzen Körper, außer da im Kopf, wo das Metallkopftuch schützte. Tagsüber legte ich den Metallanhänger an, obwohl der jedes Mal zu einem Entgiftungsschub führt, der mich derzeit zusätzlich zu stark belastet.


3. 3. 2003

Nach ca. 4 Tagen mit stetig nachlassender Belastung glaubten wir schon, die Sache sei überstanden. Aber am Sonntag, den 2. 3., einem feuchten regnerischen Tag nach einer extrem langen Trockenperiode, stellte ich gegen 21 Uhr beim Spaziergang eine sehr hohe Belastung von Vodafone her fest, ähnlich stark wie an Weihnachten. Da auch noch andere Stellen des Rundweges stark belastet waren, dachte ich an eine wetterbedingte Sache außerhalb des Hauses, die uns im Haus nicht betreffen würde. Eine Stunde lang spürte ich auch nichts. 

Aber genau um 22 Uhr, während ich im Wohnzimmer Fernsehen schaute, brannte ich plötzlich wieder innerlich. Ich versuchte kurz einen Platzwechsel, was nicht half. In den oberen Etagen, auch in unserem Schlafzimmer, schien ein Aufenthalt unmöglich. Ich setzte das Kopftuch auf und aktivierte alles an Schutzmöglichkeiten der alternativen Art, was wir im Haus haben. 

Weil ich (und der dringend heimgerufene Martin) auch metallischen Geschmack im Mund hatten und ich das für NF-Belastung typische Ziehen in den Fingern, schalteten wir die Hauptsicherung aus. 

Zoe reagierte ebenfalls sehr beunruhigt und spürte offenbar ebenfalls die Belastung sofort und sehr stark, die anderen Katzen wirkten unruhig, wenn auch nicht so extrem und schnell. Es ergab sich nach Stromabschaltung eine gewisse Besserung nach einigen Minuten. 

Wir machten daher zunächst noch einen Spaziergang (nachdem ich barfuß zum Entladen über die Wiese gegangen war). Danach schickten wir die ganze Familie (5 Menschen derzeit) ins Bett, worauf Wolfgang den Hauptstrom abdrehte. Mit Kopftuch usw. konnte ich es daraufhin gerade so im Bett aushalten, allerdings mit Herzrasen und häufigem Harndrang, als Streßsymptome des Körpers. 

Ich schlief allerdings sehr schlecht. Wolfgang wohl ganz gut. Ganz klar spürte ich HF-Belastung im Bett, aber die NF-Aufladung entfiel eben und brachte so eine leichte Entlastung. 

Gegen ½ 8 Uhr schaltetet Wolfgang morgens den Strom wieder ein, worauf sich sofort die NF_Symptome wieder einstellten, nur wenig schwächer als am Abend.



21. 5. 2003 

Die letzten Monate waren stark geprägt von ständigen Schwierigkeiten im Haus und immer neuen Versuchen, damit irgendwie klar zu kommen. Insgesamt waren 5 Baubiologen hier gewesen in dieser Zeit. Teilweise waren sie initiativ geworden, weil sie sich dieses interessante Objekt und die unerklärlichen Phänomene einmal ansehen wollten. 

Offenbar hat die Abschirmung im Haus, das vorher elektromäßig einwandfrei war, Probleme u. a. mit Elektrostatik ausgelöst. Dagegen versuchen wir durch Eliminierung der Quellen derzeit etwas zu tun. Das Dachgeschoß ist weiterhin praktisch unbewohnbar. Die Probleme dort sind nicht mit Elektrostatik zu erklären und auch nicht mit dem meßbaren Mobilfunkrest von ca. 5 Mikrowatt. Außer Haus, besonders in unserem Garten, finde ich es weiterhin sehr schwer auszuhalten, jedenfalls wenn ich nicht in Bewegung bleibe, aber die Vegetation schirmt offenbar doch etwas ab, es ist also besser als im Winter (meistens jedenfalls). 

Wir probieren auch eine Reihe alternativer Produkte aus, wobei ich abgesehen von den enormen Preisen vor allem das Problem habe, daß ich nicht mit einer Dauerentlastung davon rechne. Und so werden die Sachen nach einer Probephase sicher an den Anbieter zurück gehen.

Zum DG: Martin konnte da nicht schlafen und schlief in Theklas Zimmer. Auch da war es nicht wirklich gut für ihn, so daß wir sehr froh sind, daß er seit 2. 5. für drei Monate auf einer Farm in Südafrika echte Mobilfunkerholung finden kann. 

Er hat nach 4 Tagen angerufen und uns vorgeschlagen, die Nachbarfarm seiner Gasteltern zu kaufen, es seien 400 ha und Haus für etwa 100000 Euro zu bekommen und da könnten wir wenigstens ruhig leben. Im Alter ins außereuropäische Ausland auszuwandern ist eine eher alptraumhafte Vorstellung für eine chronisch kranke Frau, aber vielleicht werden wir doch auf diese Alternative zurückkommen müssen. 

Tilmann wollte hier für seine Uniexamen lernen. Er hat nach ein paar Tagen festgestellt, daß er sich nicht konzentrieren konnte und doppelt so lange brauchte wie sonst, um Texte zu lesen. So fuhr er zu seiner Freundin nach Italien, dort ging es besser.

Juristisch hat sich noch nichts Neues ergeben, auch antwortet weder Vodafone noch die Blindenhilfe Rheinland-Pfalz als Vermieter des Mastengebäudes auf unsere Bitte, uns um 30 Grad aus der Strahlungskeule zu nehmen. Dabei könnte die Blindenhilfe das ganz leicht durchsetzen, wenn sie Vodafone mit der rechtlich leicht möglichen Anfechtung des Vertrages als sittenwidrig drohen würde. 

Aber das interessiert die ja nicht, daß Nachbarn hier um das physische Überleben kämpfen und finanziell ruiniert sind. Würden sie sich auf diese Tatsache einlassen, dann müßten sie ja aus moralischen Gründen etwas tun. Und das will man ja nicht. . . .

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin hat mir auch nicht auf mein Tagebuch geantwortet. 

Wir sind alle äußerlich und von eigenen Körpergefühl her im letzten halben Jahr um 10-20 Jahre gealtert. Das sieht man. Wir sind mehrfach von Leuten darauf angesprochen worden, die uns nur selten sehen. Das betrifft Wolfgang und mich, aber auch Martin hat einen rapiden Sprung vom Kind zum jungen Mann gemacht, der in Kneipen für den älteren Bruder von Tilmann gehalten wird, mit 26 Jahren eingeschätzt wird usw. Ich glaube nicht, daß das gesund ist.

Eine Menschenschutzzone haben wir noch nicht entdeckt. . . . . .



28. 5. 2003 

Auszug aus dem Rudolphschen Newsletter vom 28. 5. 03:

Hallo Herr W. ,

ich habe Ihren Bericht über die Lebensumstände Ihrer Familie gelesen. Sie können mir glauben, dass ich genau weiß und nachempfinden kann wie es Ihnen geht. 

Meine Familie macht zur Zeit dieselben Torturen durch, die Sie beschrieben haben. Die Masten, die Personen, die Entwicklung der Schmerzen, die Wohnungsprobleme, alles fast eine Kopie unserer Zustände. Meine Frau und die drei Kinder sind zur Zeit sogar zu den Schwiegereltern nach Schweden geflohen.

WIR WISSEN AUCH NICHT MEHR WEITER !!!

Das schlimme an der Situation ist, dass der große Rest der Bevölkerung trotz Information der Bürgerinitiative überhaupt nicht reagiert.

Viele Grüße aus Bitz (Schwäbische Alb)


Zusatz Eder-Stein: Das ist offenbar die Familie, deren früheren Brief ich seinerzeit abgedruckt habe. Auch die sieht offenbar nur noch eine Lösung im Auswandern. Und das Verhalten der übrigen Nachbarn entspricht ja auch voll dem hiesigen Schema.


29. 5. 2003 

Ein Brief:


Sehr geehrte Frau Conrad,

im Dezember letzten Jahres habe ich Ihnen mein Mobilfunktagebuch geschickt. 

Obwohl ich sehr kurz danach einen Anruf von Herrn D. von der Gewerbeaufsicht bekam, der unsere baubiologischen Messprotokolle noch zusätzlich anforderte, habe ich seitdem nichts mehr von Ihnen gehört.

Es ist mir aber heute ein Bedürfnis, Ihnen für 2 1/2 Tage zu danken, in denen ich mich fast wieder normal fühlte und aktiv und belastbar war, wie vor den Zeiten, seitdem Vodafone uns in die Sendekeule legte.

Diese Tage verdanke ich, wie ich erst nachträglich erfuhr, offenbar der Tatsache, daß Sie hier in der Fachhochschule auf der Karthause eine größere messtechnische Tagung organisiert haben. Konkret ging es mir besser von Dienstag, den 20. 5. im Verlaufe des Nachmittags bis Donnerstag, 22. 5. gegen 17 Uhr. 

Offenbar war die Senderleistung in dieser Zeit so reduziert, daß wir dank unserer extremen Abschirmung in einem erträglich feldarmen Bereich lagen. Schade, daß diese Tagung nur so kurz dauerte!

Allerdings hat sich Vodafone inzwischen dafür schadlos gehalten, gestern z. B. war die Senderbelastung um den Mast auf dem Blindenaltenheim herum so extrem, daß ich es in unserem Haus kaum und draußen überhaupt nicht aushalten konnte. Geistige Arbeit und Konzentration waren nicht möglich. 

Nachdem sich aber nun gezeigt hat, daß es offenbar möglich ist, auf der Karthause Handys zu betreiben, ohne die Gesundheit meiner ganzen Familie zu ruinieren und sogar unser Leben zu gefährden, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie in unserem extremen Einzelfall bei der Firma Vodafone intervenieren würden. 

Wenn Sie nicht einen Abbau der Anlage erreichen können, was natürlich das Beste wäre und mit der Nähe zu Schulen, Kindergärten und reinen Wohngebieten auch zwanglos zu begründen wäre, so sollten Sie doch dort erreichen können, daß Vodafone das für Sie tut, was der Betreiber trotz mehrfacher Bitten unseres Rechtsanwaltes uns rücksichtslos verweigert, nämlich eine im Grunde kleine Korrektur in der Aufstellung der Sendeanlage: 

d i e  D r e h u n g  d e r  S e n d e r  u m  3 0  G r a d  g e g e n  d e n  U h r -  z e i g e r s i n n  u n d  d i e  E r h ö h u n g  d e r  M a s t e n  u m  1 5 - 2 5 m. 

Inzwischen haben fünf Baubiologen, die wir in unserem Haus nach weiteren Möglichkeiten suchen ließen, unsere Lage wieder halbwegs erträglich zu machen, festgestellt, daß wir abschirmungsmäßig alles getan haben, was technisch überhaupt machbar ist, daß es aber von Seiten des Betreibers durch Drehung der uns quälenden Vektorantennen nur um 30 Grad entgegen dem Uhrzeigersinn möglich wäre, uns aus der Strahlungskeule heraus zu nehmen, ohne daß andere Häuser so massiv hinein gerieten. 

Noch besser wäre aus der Sicht der Experten zusätzlich eine Erhöhung der Masten um 15-25 m, dann sei überhaupt nirgends eine derartig intensive Strahlungsbelastung zu erwarten, weil die Keule erst dann die Wohnbebauung träfe, wenn sie in ihrer Intensität schon nachgelassen hätte.

Würden Sie das wohl für uns tun? Wir sehen ansonsten keinerlei Überlebenschance mehr für unsere Familie hier.

Um Sie kurz über die weitere Entwicklung zu informieren, möchte ich Ihnen nur sagen, daß ich meinen 16jährigen Sohn, der besonders unter der Strahlung leidet, (wegen persönlicher Disposition und weil sein Zimmer besonders exponiert liegt) derzeit für mehrere Monate auf eine Farm nach Südafrika auf Schüleraustausch geschickt habe. 

Schon nach knapp einer Woche rief er an und meinte, wir sollten unbedingt dort eine Farm kaufen und nach Südafrika umsiedeln. Da, wo er ist, sei es absolut mobilfunkfrei, er könne endlich wieder kopfschmerzfrei leben! Er selber plant eindeutig jetzt schon sein Leben außerhalb Deutschlands, ja sogar Europas. Das ist natürlich schön, daß es eine solche individuelle Möglichkeit für ihn noch gibt.

Aber ist es nicht traurig, daß junge Leute in dieser Form aus dem Land getrieben werden?

Mein ältester Sohn, der normalerweise nicht mehr bei uns wohnt, kam für einige Wochen hierher, um für seine Uniabschlußexamen zu lernen. Nach gut einer Woche erklärte er, er könne sich in unserem Haus nicht konzentrieren, er könne sich nichts richtig merken und brauche doppelt so lange, um Texte zu verstehen, wie anderswo. 

Zum Glück hatte er eine Alternative: bei den Eltern seiner Freundin in Italien. So übernahm netterweise eine Italienerin als Ersatzmama die Betreuung dieses Examenskandidaten, die eigentlich meine Sache gewesen wäre.

Finden Sie diese individuelle Lösung zumutbar?

Mein Mann und ich sind im letzten halben Jahr sehr stark gealtert, wie uns immer wieder gezeigt wird. Flüchtige Bekannte erkennen uns nicht mehr wieder, näherstehende Personen erkundigen sich, was mit uns los sei und ganz nahestehende sagen uns das ganz offen. 

Es kann keine andere Ursache geben als die Strahlungskeule von Vodafone, wenn uns das zeitgleich passiert.

Ich bitte Sie dringend: Helfen Sie uns!

Mit freundlichen Grüßen

 

30. 5. 2003 

Hurra, Mobilfunk ist unschädlich und ich bin geheilt! Das Finanzamt hat beim Gesundheitsamt nachgefragt und ein Dr. X. hat festgestellt, daß die Messmethoden der Baubiologen sehr umstritten seien, daß die geltenden Grenzwerte eingehalten seien und eine Bescheinigung der Regulierungsbehörde für den Mast vorliegt.

Er schloß daraus, daß meine „Befindlichkeitsstörungen“  MCS-bedingt seien, aber nichts mit dem Vodafonemast zu tun hätten, der ist absolut unschädlich wegen der angeführten Tatsachen! Deshalb wird das Finanzamt die gesamten Abschirmmaßnahmen auch nicht als außergewöhnliche Belastung anerkennen. 

Für MCS-bedingte Umbaumaßnahmen hat es das zwar in früheren Jahren schon getan, aber mit Mobilfunkabschirmungen hat es nichts am Hut. Dr. X. und den zuständigen Bearbeitern im Finanzamt wünsche ich ja aus deren Sicht sicher überhaupt nichts Böses, wenn ich ihnen die selbe Strahlungskeule in ihrem Haus wünsche, wie wir sie haben. 

Es ist aber ein Wunsch von ganzem Herzen, auch im Interesse der 20% der Bevölkerung (Zahl von Dr. Oberfeld, Salzburg), die in den nächsten Jahren aufgrund ihrer zunehmenden HF-Exposition merken werden, was Elektrosensibilität im Zeitalter des Massenmobilfunks ist: eine qualvolle, mörderische Dauerfolter mit tödlichem Ausgang.


25. 6. 2003

An diesem Tag ließ das Umweltministerium Rheinland-Pfalz hier im Haus Messungen durchführen. Wir hoffen, daß der sympathische Meßingenieur verstanden hat, daß uns wirklich nur eine Drehung des Mastes helfen kann und daß er das entsprechend im MUF vorträgt. 

Gleichzeitig drehte Frau Klein vom SWR hier fast den ganzen Tag. Abends waren wir zu Tode erschöpft und hatten kaum noch die Kraft unsere Englandkoffer zu packen. 

Meine Hausärztin wurde auch interviewt und sagte, daß sie nach dem Anschalten des Vodafonemastes gefürchtet habe, ich würde ihr unter den Händen wegsterben, seit der Abschirmung sei es besser geworden, aber noch keineswegs gut, nicht mehr so wie vorher.


8. 7. 2003 

Vom 26. 6. bis 6. 7. waren wir auf einer Expedition im Mutterland von Vodafone. Auf unserer Reise haben wir auch die Mobilfunkverhältnisse in drei anderen EU-Staaten ansatzweise prüfen können.

Fazit: Es ist überall besser als in Deutschland.

Die luxemburgischen und belgischen Straßen und Autobahnen sind deutlich weniger belastet als bei uns. Auf dem Rückweg empfand ich sie als übel belastet, aber das war nach gut einer Woche in kaum belastetem Gebiet. Auf der Hinfahrt lebte ich da schon auf. 

Die Fähre nach Dover war schlimm, da ich Radar ja spüren kann, aber das hatte ich erwartet. Danach erlebte ich himmlische, mobilfunkfreie Tage und Nächte. Mein Blutdruck, wie immer morgens regelmäßig gemessen, war 140/80, mein Hautekzem hörte nach 2 Tagen auf zu jucken, ich vergaß es ganz, bis zur Rückkehr nach Koblenz, dann ging es nach einigen Stunden wieder los. 

Ich war nicht gereizt, leistungsfähig, die Beschwerden im rechten Bein und im Rücken waren fast weg, ich hatte keine Kopfschmerzen und vertrug die Gasthausnahrung ohne Zwischenfälle. 

Es gab zwei Zwischenfälle in dieser Zeit: 

Stonehenge ist in unerträglicher Weise belastet, warum konnten wir nicht klären. Jedenfalls fühlte ich mich dort so, wie ich mich nach dem Anschalten von Vodafone vor der Abschirmung hier fühlte und ergriff schleunigst die Flucht. Auf dem Parkplatz war es schon wieder gut, weshalb ich eher an etwas wie WLAN als an eine Strahlungskeule eines Mastes denke, wir konnten auch keinen entdecken.

In Tilmanns Universität Reading, wo er uns auf dem Campus in einem Gästehaus untergebracht hatte, war es auch sehr übel, so schlimm, daß wir unseren Aufenthalt verkürzten. Es war „normalschlimm“ für deutsche Verhältnisse, also so, wie in unserem Haus vor Vodafone, für England aber ganz ungewöhnlich. 

Die Rückfahrt, diesmal über die Autobahn London-Dover zeigte, daß diese Autobahnstrecke etwa so belastet ist wie deutsche Autobahnen der mittleren Kategorie, also weniger als die A3 neben der Eisenbahnneubaustrecke, aber unangenehm.

In Calais, wo wir wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit ein Hotel suchen mußten, war es ebenfalls nicht ganz gut, aber auch dort war die Belastung mehr lästig als qualvoll. 

Auf der Rückfahrt unterbrachen wir spontan für eine Nacht in Brügge, wo wir ein Hotel fanden, wo man absolute Ruhe im Kopf hatte. Wenn es nicht 120 Euro pro Nacht kosten würde, wäre ich dort für immer geblieben! Die ganze Stadt, jedenfalls der historische Stadtkern, war ein Paradies für Elektrosensible, weil offenbar nirgends Masten aufgestellt werden konnten.

Bei der Rückkehr nach Koblenz maß ich abends den Blutdruck, weil mein Herz plötzlich anfing zu rasen, sobald ich mich hingelegt hatte. Der Blutdruck war 170/110. Dabei blieb es seitdem. Das Ekzem fing wieder an zu jucken, ich habe seit kurz nach der Heimkehr Druckkopfschmerz, dauerhaft und ständig, meine Augen brennen und die Stimmung auch anderer Familienmitglieder geht in Richtung „depressiv“. 

Frau Umweltministerin Conrad hat mir geschrieben. Sie will nichts machen, durch die Beilagen unterstellt sie mir eine psychische Störung und empfiehlt Teilnahme an einem interdisziplinären Programm zur Klärung der Frage der Elektrosensibilität. Sie legte einen Artikel von Prof. Eikmann zur Widerlegung des Freiburger Appells bei, den man nur so interpretieren kann. Immerhin kann ich meiner Antwort ja die Antwort von Warnke auf Eikmann beifügen.

Meine Hoffnungslosigkeit hat ein Ausmaß erreicht, wo ich nur mehr weitermache, um Martin irgendwie aus dieser Situation heraus zu helfen.

Es kam noch zu einem unangenehmen Telefongespräch mit dem Vorgesetzten von Herrn D., der mich rüde anmachte, weil das Fernsehen (von ihm als „Presse“ bezeichnet) am Meßtag anwesend war. Dann hätte er seine Leute nicht messen lassen. 

Ich erklärte, daß Landesamt und SWR kurz hintereinander angerufen bzw. gemailt hatten, wir ab 26. 6. weg waren und so gar kein anderer Termin möglich war. Auch hatte Herr D. keine Telefonnummer hinterlassen. 

Er meinte, ich hätte in der Zentrale seiner Dienststelle anrufen sollen, die Nummer ließe sich erfahren. Ich erwiderte, das sei nicht meine Aufgabe gewesen, im übrigen hätte ich Herrn D. ja schon am Telefon gesagt, daß ich eine Messung für sinnlos hielte, weil wir ohnehin wüßten, welche Werte dabei heraus kämen, es wäre mir also egal gewesen, ob er messen würde oder nicht. 

Im Gespräch kam heraus, daß das Finanzamt den Auftrag zur Messung erteilt hatte und das MUF sich dabei nur eingeschaltet hatte. Wenn ich das gewußt hätte, wäre der Meßtrupp ohnehin nicht ins Haus gekommen. Offen bleibt, was das Finanzamt jetzt tun wird. 

Die Meßergebnisse der Baubiologen sind plausibel, sagt der Meßingenieur, aber MUF meint (Mitteilung des SWR), die Schweizer Grenzwerte seien unterschritten und alles sei in Ordnung. 

Jetzt ist die Frage, ob das Finanzamt es wagt, einer anerkannten MCS-Betroffenen mitzuteilen, daß sie nicht hätte abschirmen müssen, weil die deutschen Grenzwerte nicht erreicht wurden. Ich täte das an deren Stelle nicht, wegen des zu erwartenden großen Ärgers, aber Wolfgang und Bekannte sehen das anders.

Ein Brief, wider besseres Wissen und alle Hoffnung doch nochmals geschrieben:

Frau
Staatsministerin M. Conrad
Ministerium für Umwelt und Forsten 
Kaiser-Friedrich-Straße 1


55116 Mainz


Betreff: Mobilfunkbelastung meines Hauses
Bezug: Ihr Schreiben vom 26. 6. 2003 Az. 1062-83

Sehr geehrte Frau Conrad,

wozu der ganze Aufwand mit den Messungen?

Ich habe nie behauptet, dass die deutschen oder auch Schweizer Grenzwerte in unserem Haus nicht eingehalten werden. Ich habe Ihnen nur geschildert, dass die Mobilfunkstrahlung im Rahmen der geltenden Vorschriften unsere Familie gesundheitlich ruiniert hat, mich in akute Lebensgefahr gebracht hat (ärztliches Attest kann vorgelegt werden), unsere Haustiere und alle Besucher, Normalmenschen zwischen 14 und 80 Jahren, ebenfalls körperlich massiv negativ beeinflußt hat, und dass wir uns auch nach erfolgter Abschirmung (die nebenbei bemerkt unseren finanziellen Ruin bedeutet) im Haus nicht wohl fühlen können.

 Ich habe Ihnen geschildert, was mein 16jähriger Sohn ertragen muss, den wir nur durch einen längeren Aufenthalt auf einer Farm in Südafrika von dem Gedanken abbringen konnten, dass er keine Überlebenschance mehr in einer Welt der Mobilfunkmasten überall hat und für ihn nur mehr ein Selbstmord als Lösungsmöglichkeit übrig bliebe. Er kommt Ende Juli zurück und dann fängt das Ganze wieder von vorne an. 

Deshalb hatte ich Sie erneut um Hilfe gebeten. Ich glaube nicht, dass ich diese Belastungssituation noch lange überlebe, aber ich möchte wenigstens mein Kind retten!!!!

Ich hatte sehr gehofft, dass Sie uns zumindest bei der einzigen geringen Chance, unsere Situation zu verbessern, helfen würden, nämlich der Drehung des Mastes um 30 Grad. Ich weiß genug über die Verwaltung und die Wirtschaft um zu wissen, dass Sie oder ein hochrangiges Mitglied Ihres Hauses durch einen Anruf bei Vodafone diese Maßnahme sicher erreichen könnten. 

Vodafone hat es gegenüber unserem Anwalt abgelehnt das zu tun, rechtliche Möglichkeiten haben wir nicht (wir konnten noch nicht einmal unsere Beiladung zu den laufenden Verfahren erreichen), die Blindenhilfe Rheinland-Pfalz, die den Vertrag kündigen könnte, weil er sicher sittenwidrig ist, lehnt dies auch ab. 

Eine wirksame politische Intervention zugunsten von Menschen, die in akuter Lebensgefahr sind, wäre also der letzte verbliebene Ausweg. Dass das mit hohem technischen Aufwand verbunden ist, bestreite ich gar nicht, aber es geht hier um Menschenleben!

Dass diese Mastendrehung uns helfen würde, hat auch Herr D. (Landesamt für Umwelt und Gewerbeaufsicht) hier bei seinen Messungen meinem Mann gegenüber bestätigt, zuvor hatten es uns zwei Baubiologen als den einzigen möglichen Ausweg aus unserer Situation genannt, nachdem wir die technischen Abschirmungsmöglichkeiten ausgeschöpft haben.

Ich appelliere daher erneut und dringend an Sie, helfen Sie uns!

Ihre Vorschläge wegen Untersuchung meiner Elektrosensibilität würde ich in Anbetracht der Tatsache, dass mein Arzt mir dringend davon abgeraten hat, mich weiteren Belastungen auszusetzen, nur aufgreifen, wenn dies irgendeinen Sinn für uns machen würde, d. h. uns in unserer Lage konkret helfen. 

Wenn also unsere Wohnsituation und damit mein Gesundheitszustand sich verbessert haben, stehe ich zur Verfügung, obwohl ich mich damit u. U. in Lebensgefahr bringe nach ärztlicher Meinung (extreme Blutdruckentgleisungen und Herzrhythmusstörungen bei Exposition). Das Tagebuch können Sie den genannten Einrichtungen überlassen, ich bin auch bereit, Rückfragen zu beantworten.

Offenbar geht es in Ihrem Schreiben leider hauptsächlich um den Beweis, dass alles in bester Ordnung ist, was einfach nicht zutrifft. Ich greife nur einige Punkte in Ihrem Schreiben auf:

Nicht nur ich, auch weitere Personen haben während der messtechnischen Tagung auf der Karthause eine deutlich geringere Mobilfunkbelastung wahrgenommen. Die Tatsache, dass das mehreren Personen aufgefallen war, hat uns ja erst veranlaßt, auf Ursachensuche zu gehen. 

Im übrigen haben ebenfalls mehrere Personen in diesen Tagen über schlechten Handyempfang geklagt. Offenbar haben die Betreiber Sie also nicht über ihre technischen Maßnahmen in diesem Zusammenhang informiert.

Wenn Prof. Eikmann die Quintessenz des Freiburger Appells auf „Ängste der Bevölkerung“ reduziert, erlaube ich mir den Hinweis, dass die Vodafonemasten in unserer Nachbarschaft im Frühjahr 2001 errichtet worden waren. Es ist also sehr erstaunlich, dass sich am 24. Oktober 2002 die „Ängste“ unserer Familie abends plötzlich so konkretisiert haben, dass Mensch und Tier plötzlich und ohne Vorwarnung aufs Schwerste litten und krank wurden. 

Warum an diesem Tag und nicht in den anderthalb Jahren zuvor, in denen wir die Masten doch auch ständig vor Augen hatten? Im übrigen sind die Aussagen von Prof. Eikmann inzwischen auch widerlegt und relativiert (vgl. Anlage: Entgegnung von Ulrich Warnke).

Es ist weiter einfach nicht richtig, dass Behörden abwarten müssen, bis sich Experten einig sind. Dann wäre z. B. Asbest erst in diesen Tagen verboten worden und nicht vor mehreren Jahrzehnten. Damals reichte dafür ein dringender Verdacht aus und so wird es ja auch in aller Regel sonst gehandhabt, wenn sich deutliche Hinweise ergeben, dass irgend etwas negative gesundheitliche Auswirkungen hat. Das ist das, was ich von der Politik einfordere und speziell von Ihnen als SPD-Umweltministerin. 

Sie müssen im Interesse von 5-20% der Bevölkerung, die nach Expertenmeinung potentiell elektrosensibel sind, also von 4 bis 16 Millionen Menschen allein in Deutschland, die gesetzlichen Vorgaben so ändern, dass keine gesundheitliche Gefährdung mehr droht (nebenbei bemerkt: Die Schweizer Vorsorgewerte sind nicht vorbildlich, sondern eine Mogelpackung, informieren Sie sich darüber bei Dr. Oberdorf aus Salzburg, der das im April in Mainz bei der BUND-Tagung sehr gut dargelegt hat). 

Wenn die gesetzlichen Vorgaben so geändert sind, zeigt die allgemeine Erfahrung, dass nach heftigem Aufheulen der Wirtschaft diese sehr schnell technische Lösungen findet, die die gemachten Vorgaben erfüllen und in aller Regel dabei noch wirtschaftlich günstiger sind. So würde das auch beim Mobilfunk laufen, wenn sich die Politik endlich einmal trauen würde, gemäß dem Amtseid zu handeln.

Abschließend nochmals die Bitte: Helfen Sie uns auf dem kleinen Dienstweg in unserem persönlichen Fall, es stehen hier ganz akut Menschenleben auf dem Spiel. Und nehmen Sie diese Erfahrungen einer entsetzlichen Dauerfolter zum Anlaß, all Ihren Einfluß geltend zu machen, um auch beim Mobilfunk das Vorsorgeprinzip einzuführen, d. h. die Grenzwerte so weit abzusenken, wie es die Baubiologen fordern, Wohngebiete mastenfrei zu machen und schließlich für besonders empfindliche Menschen irgendwelche Schutzzonen zu schaffen.

Ich fordere hier nichts anderes ein als das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit!

Mit freundlichen Grüßen



Und noch ein sinnloser Brief, der trotzdem geschrieben werden mußte:

Mein Sohn schrieb:

Betr. : Mobilfunksendeanlage auf der Kirche

Sehr geehrte Frau R. ,

wie Ihnen bekannt ist, hat in Ihrem Auftrag Herr X. am 12. 12. 2001 meinem Vater einen Brief geschrieben, der für meine Familie so zynisch und unchristlich war, dass daraufhin alle in Koblenz anwesenden evangelischen Familienmitglieder umgehend aus der Kirche ausgetreten sind. 

Da Herr X. ein hochrangiger Verwaltungsjurist war, sind wir sicher, daß er nicht aus Ungeschicklichkeit, sondern mit voller Absicht handelte, wenn er meinem Vater ansann, gegenüber T-Mobile nach dem Standart medizinischer Kausalität zu beweisen, daß mein Bruder davon krank wird. Herrn X. wird bekannt gewesen sein, daß weltweit seit langem vergeblich versucht wird, einen derartigen Beweis zu führen. 

Eigentlich müßten allerdings nicht ihre Opfer die Schädlichkeit der Mobilfunkstrahlen nachweisen, sondern vielmehr die Betreiber die Unschädlichkeit der von ihnen verursachten hochfrequenten Strahlungen. Das können sie natürlich auch nicht, versuchen es ja auch gar nicht, sondern wiederholen nur gebetsmühlenartig immer wieder, die Grenzwerte seien unterschritten. . 

Doch darauf kommt es in diesem Fall gar nicht an, denn ich argumentiere nicht rechtlich. Vielmehr geht es darum, ob eine Institution von einem so hohen moralischen Anspruch wie eine christliche Kirche es sich wirklich leisten kann, sich mit der rechtlich korrekten Einhaltung der Grenzwerte zu begnügen und Vorsorgegesichtspunkte – auch gegenüber den eigenen Mitgliedern und deren Kindern – völlig außer acht zu lassen. 

Es wäre deshalb zu erwarten gewesen, dass nach Kenntnis der Forschungslage, wie sie der rheinischen Kirche inzwischen voll zur Verfügung steht und auch in Koblenz vorgetragen worden ist, die Kirchengemeinde den Vertrag mit dem Betreiber gekündigt hätte, wenn ihr glaubhaft gemacht wird, dass Menschen darunter leiden. Und daß mein kleiner Bruder seit Sommer 2000 (Umzug nach Koblenz) massiv unter Ihrem Kirchenmast gelitten hat und immer noch leidet ist Ihnen bekannt. 

Daß weiter meine Mutter wegen extremer Blutdruckentgleisungen und Herzrhythmusstörungen in akute Lebensgefahr gerät, wenn sie Mobilfunkstrahlung ausgesetzt wird, kann mit ärztlichen Attesten belegt werden. Es ist auch kein Einzelfall, wie Ihnen ebenfalls bekannt sein dürfte.

Ich war bei Eingang von Herrn X Schreiben im Ausland, bin nun aber wieder zurück und beabsichtige daher dem Schritt meiner Angehörigen zu folgen. Da ich eigentlich nicht den Wunsch habe, die Kirche zu verlassen und z. B. von meinem Onkel, einem Pfarrer der rheinischen Kirche, außerordentlich viel halte, möchte ich Ihnen vor der Durchführung des Kirchenaustritts die Chance geben, Ihre Entscheidung nochmals zu überdenken.

Ich bitte Sie deshalb darum, bis zum 15. 10. 2003 durch Ihr Presbyterium beschließen zu lassen, dass der Vertrag mit T-Mobile umgehend gekündigt wird. Wie Ihnen mein Vater bereits seinerzeit mitgeteilt hat, ist der Vertrag wegen der unterschiedlichen Bindungszeiten für Mieter und Vermieter nach gesicherter Rechtsprechung sittenwidrig. Sie können also, wenn Sie es wollen, umgehend den Mieter auf dem Dach loswerden.

Ich hoffe sehr, daß Sie und Ihre Gremien in der Zwischenzeit hinzu gelernt haben und daher auf den Judaslohn der T-Mobile-Miete verzichten. Sicherlich ist Ihnen auch bekannt, dass neben anderen Kirchen inzwischen auch das Bistum Trier seinen Gemeinden verboten hat, Mobilfunksendeanlagen auf kirchlichen Gebäuden zuzulassen, um potentielle Gesundheitsgefahren für die umwohnende Bevölkerung auszuschließen. 

Ich hoffe sehr auf eine Änderung Ihrer Haltung in dieser Angelegenheit, was es mir ermöglichen würde, Mitglied der evangelischen Kirche zu bleiben, und erwarte Ihre Antwort bis spätestens zu dem oben genannten Termin. 

Mit freundlichen Grüßen



9. 7. 2003

Abends beim Insbettgehen am 8. 7. begann schwere Blutdruckkrise mit Herzrasen. Im Liegen gab es Werte von 210 zu 120 bei Puls 100. Ich hatte das Gefühl, einen Infarkt zu erleiden. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. 

In der Arztpraxis morgens war der Blutdruck auch noch so dramatisch hoch, das EKG ergab aber keine Infarktanzeichen. Ich konnte nur noch heulen, weil ich mich so furchtbar elend fühle, so wie beim Einschalten der Masten vor der Abschirmung. 

Auch Wolfgang hat seine Mobilfunk-Magenprobleme plötzlich wieder bekommen, es scheint also objektiv die Belastung während unseres Urlaubs schlimmer geworden zu sein. Die Ärztin war ratlos und gab mir schließlich Ignatia wegen der akuten depressiven Verstimmung, eine wirkliche Hilfe weiß sie nicht, weil ja eine Blutdrucksenkung zwingend notwendig wäre, die einzig wirksame Maßnahme aber nur durch Vodafone erfolgen könnte. 

Die Englandreise hat ja gezeigt, daß Feldfreiheit meinen Blutdruck innerhalb von ca. 2 Tagen in den Normalbereich bringt. Aber wo in erreichbarer Nähe zu Wolfgangs Arbeitsplatz kann man so etwas finden und weiter, wie sollen wir es bezahlen. Wir haben nach der Abschirmung nur noch Schulden und keinerlei Möglichkeiten mehr, irgendetwas Neues zu kaufen oder auch nur zu mieten.

Letztlich war es wohl die kaltschnäuzig-ignorante Antwort des MUF, die mich seelisch so fertig gemacht hat, zuzüglich zu der Bemerkung des Nachbarn G. , dem ich klagte, daß wir Martin in Afrika lassen müssen, wenn Vodafone nicht abgeschaltet wird, das sei ja vielleicht ganz gut so, sein Sohn habe auch in dem Alter von zu Hause weg gewollt. 

Martin will aber nicht von zu Hause weg, sondern von der strahlenbelasteten Umgebung, das ist ja wohl nicht vergleichbar. Und MUF hält den technischen Aufwand für eine einfache Mastendrehung für zu hoch, von unseren weitaus und unvergleichlich höheren Aufwendungen kein Wort! Und man empfiehlt mir Teilnahme an dem „interdisziplinären Elektrosensiblen-Programm der Uni Mainz“, wo ich vielleicht Besserung meines Zustandes erlangen könnte. Da MUF ja weiß, daß eine echte Elektroallergie nicht therapierbar ist, muß ich daraus entnehmen, daß man mir wohl Psychopharmaka oder auch eine Therapie als Heilungsmöglichkeit andienen will. 

Meine Ärztin hat mir die Teilnahme allerdings verboten, ich würde mich durch solche Tests in Lebensgefahr bringen. Aber vielleicht will man durch solche Briefe ja auch verzweifelte Menschen in den Selbstmord treiben, dann ist man das Problem los. Viel äußeren Druck brauche ich nicht mehr, um zusammenzubrechen.

Abends telefonierten wir noch ausgiebig mit dem Baubiologen Lohner. Er kennt solche krisenhaften Zuspitzungen bei seiner Kundschaft nach Herausgehen aus der Belastung bei Neubelastung. Nach einem krisenhaften Höhepunkt ließen die Beschwerden dann wieder nach und gingen auf Normalmaß zurück. Daß meine Symptome lebensbedrohlich waren, sei allerdings schon ein besonderer Fall. 

Wolfgangs waren nicht lebensbedrohlich aber Weinkrämpfe bei einem disziplinierten, starken Mann sind sicher auch nicht gerade das Übliche. Und starke Schmerzen im Bauch, Magen und Kopf hat er auch. 

Frau G. kam vorbei, um zu testen. Sie meint, die Belastung im und ums Haus sei deutlich stärker als am Meßtag 25. 6. , also genau das, was ich auch empfunden habe. Honny soit qui mal y pense. Aber eine so extreme Verschlechterung, daß sie unsere krisenhafte Situation erklären könnte, hat sie nicht empfunden. Das spricht ja auch für die Lohnersche These vom allergischen Schock. 

Sie meint auch, daß ihre Erfahrungen in den Tagen mit gesenkten Belastung während der Meßtagung in Koblenz sehr ähnlich waren: einige Tage Besserung mußte sie mit ganz furchtbaren Zuständen in den Tagen nach Ende der Tagung bezahlen. Bei mir war es nicht ganz so dramatisch, aber ich weiß, daß ich mich an diesem Wochenende auch sehr, sehr elend fühlte.


10. 7. 2003

Heute soll also der große Tag mit der Fernsehsendung sein. Ich habe recht gut geschlafen, war natürlich aber nach den letzten Nächten und Tagen auch völlig erschöpft. Wolfgang mußte mindestens 5x aufstehen, hat ansonsten aber „Mäßig gut“ geschlafen, eine deutliche Besserung also.

Wir sprechen darüber, wie es Martin wohl bei seiner Rückkehr gehen wird, wenn er nach 3 Monaten wieder ins deutsche und speziell ins häusliche Feld zurückkommt. Nach unseren eigenen Erfahrungen, als wir in den letzten Tagen psychisch und physisch so zusammenbrachen, daß die Situation uns an den Rand des Selbstmordes getrieben hat (oder auch des Normaltodes in der Strahlungskeule), befürchten wir das Allerschlimmste. 

Martin reagiert ohnehin besonders stark psychisch auf die Strahlungsbelastung, also mit extremen Depressionen und Aggressivität. Mögen uns das OVG oder das MUF bis dahin geholfen haben!

Die Fernsehsendung war gut, hoffen wir, daß sie als Ersatz für die vom OVG versagte Beiladung von uns im Gerichtsverfahren wirkt. Die Ästhetik der Mobilfunkmasten speziell auf dem Blindenaltenheim wurde wirksam präsentiert. 

Und unsere absolute Verzweiflung und Ratlosigkeit auch . . .


11. 7. 2003

Wir haben ein Ferienhaus angesehen, das evtl. als Ersatzwohnung in Frage hätte kommen können, es ging Wolfgang und mir darin aber nicht gut, wahrscheinlich Holzschutzmittel drin. Also auch diese Chance dahin.

Wolfgang berichtete, daß er seit gestern wieder dauerhafte Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich hat, die er längere Zeit hatte und auf das Lesen im Bett abends schob. In England haben wir in den Hotelbetten wesentlich mehr gelesen, trotzdem waren die Schmerzen weg. Jetzt sind sie wieder da, ohne daß wir bisher im Bett gelesen hätten. 

Meine Schulter-Arm-Schmerzen, die ein Arzt als Trigeminus-Neuralgie bezeichnet hat, sind auch wieder ganz akut da, in England hatte ich die auch fast vergessen, außer bei besonders belastenden Bewegungen, hier ist das ein Dauerschmerz wie Zahnweh. 

Wir trafen meinen Bruder H. mit Familie. Er ist seit mehr als einem halben Jahr krank geschrieben wegen Bandscheibengeschichten, die Situation wird allmählich kritisch. Ich wies ihn darauf hin, daß er bei mehreren Masten im Abstand von ca. 100-200 m um sein Haus durchaus einmal prüfen sollte, ob nicht Feldfreiheit Besserung bringen könnte und empfahl ihm die Klinik in Gelchsheim. Ich hoffe, seine Verzweiflung reicht schon aus, um sich diesen Weg zu überlegen. 

Bei mir öffnen sich überall am Körper, besonders in der rechten Körperhälfte plötzlich dick geschwollene Lymphknoten und suppen stundenlang vor sich hin. Auch das hatte ich ganz am Anfang beim Einschalten von Vodafone, es zeigt, wie heftig der Körper sich wehrt. Und der Blutdruck ist, wenn er gut ist, morgens im Liegen 160/100, also genau 20 Punkte mehr als in Feldfreiheit in englischen Hotels und B&Bs. Und tagsüber steigt er nochmals rapide an, jede Bewegung endet mit Schwindelgefühl wegen zu hohen Blutdrucks. Meine Ärztin weiß keinen Rat.


13. 7. 2003

Der gestrige Tag war unangenehm. Wir haben bis fast 11 Uhr fest geschlafen, weil wir uns im Schlaf einfach nicht richtig erholen. 

Außer Haus, d. h. außerhalb der Felder, ging es mir besser, zurück im Haus wehrte sich der Körper wieder massiv mit Durchfall, Verbrennungsgefühlen besonders in der rechten Körperhälfte und den Augen, schweren Gelenkschmerzen in der rechten Schulter, ebenfalls mit Verbrennungsgefühlen einhergehend, aufplatzenden Lymphknoten und natürlich entgleistem Blutdruck. 

Ich habe, seit wir aus England zurück sind, kein Buch gelesen, weil ich einfach nicht die Konzentration dafür aufbringen kann, in England habe ich in den knapp 10 Tagen drei dicke Bücher abends im Bett ausgelesen, so wie das früher auch hier war.

Heute morgen ging Wolfgang zwar laufen und meint auch, seine Abwehrreaktionen seien weitgehend abgeklungen, aber mir geht es nach wie vor schlecht. Er bot mir an, einen Ausflug zu machen, aber ich habe Angst, daß es mir bei der Rückkehr wiederum besonders schlecht geht. 

Ich kann nur noch auf die geringe Chance beim OVG hoffen, wenn das schief geht, werde ich das wohl nicht mehr lange überleben.


18. 7. 2003

Eine Mailwechsel, ein Beispiel für viele ähnliche in den letzten Monaten: 

 

Liebe H., 

Wolfgang hat einen Mitarbeiter, vorher gesundes Mannsbild von Mitte 40, der seit der Rückkehr von einem Türkeiurlaub kränkelt, alle Unikliniken im Umkreis aufgesucht hat, ohne handfesten Befund.

Jetzt ist er mit der Ambulanz aus dem Dienst abgeholt worden und auf die Intensivstation gebracht wegen Herzrhythmus- störungen.

Heute hat er erzählt, man habe eine "kleine" Herzmuskel- entzündung diagnostiziert, was immer das heißen mag.

Mein Wolfgang fragt sich jetzt, ob der Gute vielleicht zu Hause Mobilfunk (Oberwerth) oder DECT hat.

Er will ihn aber nur darauf ansprechen, wenn diese Krankheit bekannt ist als HF-Folge. Kannst du was dazu sagen (nur wenn es nicht zu viel Mühe macht, wenn der Mann schon 2 Jahre an der Sache rumlaboriert hat es auch noch 2-3 Wochen Zeit).

Heute waren 4 Leserbriefe in der Zeitung, nur einen davon kannte ich vorher. Die Betreibersprecher haben offenbar jedem Schreiber eine Steilvorlage zu Besinnungsaufsätzen zu verschiedenen Themen in diesem Zusammenhang geliefert. 

Ich glaube nicht, daß die nach diesem Fehlversuch sich nochmals zu Wort melden, sie werden wohl wieder in ihr übliches Schweigen und Sich-Nicht-Stellen zurückfallen und ihre Mordanschläge auf die Anlieger fortsetzen "wie es das Gesetz befahl".

Herzliche Grüße 

Irmtraut

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Liebe Irmtraut,  

ich komme gerade aus Bendorf zurück, wir hatten Jahreshaupt- versammlung von unserem Verein. Wir treffen uns im AWO-Altenheim.  

Ich war überhaupt nicht gut drauf, weil dort die Funkbelastung heute einfach unerträglich war. Ich konnte mich nicht konzentrieren, die Zähne haben gezogen, die Zunge hat gebrannt und ich hatte Mühe zu sprechen. Ich kam mir vor wie besoffen. 

Auf der Heimfahrt hatte ich Schwierigkeiten, bin aber trotzdem nach Weitersburg hoch gefahren, um den Masten näher zu betrachten. Dann habe ich mich bei Interform verfahren und habe in dem Wirrwarr dort eine kleine Geisterfahrt gemacht. Es war wie in einem Labyrinth.

Das mit den Herzproblemen von dem Kollegen Deines Mannes ist schwierig.

Eines ist aber sicher: Unabhängig von der Ursache seiner Herzprobleme ist ihm von einem DECT-Telefon dringend abzuraten, weil die gepulste HF das Herz nicht zur Ruhe kommen läßt, ebenso von einem Handy in der Brusttasche.

Um also heraus zu bekommen, welchen Anteil die gepulste HF an seinen Herzproblemen hat, muss er die gepulste HF mindestens ein halbes Jahr strikt meiden. Aber nimmt er einen solchen Ratschlag an ?? vor allem dann wenn die behandelnden Ärzte nicht informiert sind?! 

Wahrscheinlich müßte Dein Mann sich die Zeit nehmen und mit der Mobilfunkfibel vom Lohner ( z. B. S. 19 und 22 ) in der Hand ein Gespräch führen.

Wenn der Kollege echt besorgt ist um seine Gesundheit, wird er nach jedem Strohhalm greifen und ist dann möglicherweise gewillt eine Probe für ein halbes Jahr zu machen. 

Wir haben gerade so einen Fall in der Familie. Mein Vetter, Tierarzt in der Nähe von Straubing, hat ernste Probleme mit seinem Herzen. Angeblich eine Autoimmunerkrankung, eine Abwehrreaktion gegen das eigene Herz. Wir haben noch keine Unterlagen. Aber eine Herzbeutelentzündung war im Spiel und natürlich hat er Arrhythmien.  

Ich habe ihm gesagt, er müsse sein Schnurlostelefon abschaffen. Er hat gar nicht reagiert und hat das Telefongespräch ganz schnell beendet. Er hat heute Geburtstag, 45. Ich habe ihm geschrieben und ihm als Geburtstagsgeschenk eine neue Telefonanlage mit Anrufbeantworter und mehreren Schnurtelefonen angeboten. Bin gespannt wie das weiter geht.  

Die Chance gesund zu werden wird eben mit einem DECT-Telefon inclusive Handy unendlich erschwert wenn nicht gar unmöglich gemacht. Aber wenn die meisten Ärzte das nicht begreifen, wie sollen es dann die Patienten verstehen ?! 

Die heutigen Leserbriefe wurden mir zugefaxt. Ich kannte ja auch schon einen!  

Muss jetzt ins Bett. Ab Morgen haben wir netten aber anstrengenden Besuch !

Tschüs

-----------

Liebe H., 

danke für die Antwort. Ich werde mit Wolfgang darüber nachdenken, ob er sich da einmischt. Vielleicht reicht ja auch schon das Überreichen der Mobilfunkfibel mit Hinweis auf entsprechende Textpassagen.

Fangen wir an, Gespenster zu sehen? Dein Vetter und mein Bruder, 42 Jahre, beide am Rande der Berufsunfähigkeit aus vorheriger voller Gesundheit, plötzlich nicht therapierbar erkrankt? 

Ich würde gerne glauben, daß das alles nur Zufall ist. Aber mit Faust muß ich sagen "Allein mir fehlt der Glaube!" (hatte eben einen Freudschen Vertipper, statt " habe ich immer wieder die §§§-Tase gedrückt, wohl weil mir in dem Bereich auch der Glaube fehlt.

Die Belastung gestern fand ich auch unerträglich, obwohl das Wetter an sich ja deutlich besser war. Ich fühlte mich völlig apathisch. 

Wir haben eine Landeswohnung besichtigt in der Südlichen Vorstadt. Die selber geht nicht, aber wegen der schrecklichen Renovierung, die Martin und mich umhauen würde, eine unrenovierte Wohnung im EG wäre sicher eine mögliche Schlafalternative. 

Dann waren wir noch essen, um noch einige Zeit aus dem Haus wegzubleiben. Am Riesenfürstenhof und um die Kastorkirche rum erholte ich mich deutlich. Wir haben einige Zeit in der Kirche gesessen und ich fühlte mich im feldfreien Himmel. Leider werden dort keine Schlafplätze darin vermietet.

Zurück zu Hause mußte ich bezahlen für die guten 2 1/2 Stunden, und das ziemlich heftig (Verbrennungsgefühle im Kopf, Blutdruckkrise, Herzrasen). 

Heute morgen hatte ich beim Aufwachen, im Liegen vor dem Aufstehen gemessen einen Blutdruck von 180/105, das ist nicht mehr lustig. 

Am Dienstag habe ich einen Termin bei Dr. Germann in Worms. Meine Hausärztin hat mit ihm telefoniert wegen Therapie- möglichkeiten und das, was sie daraus machen wollte, erschien mir ungeeignet zu sein. Daher gehe ich zu ihm und schildere ihm meine Grundproblematik. Er hat ihr aber auch gesagt, wir müßten weg und das ganz schnell. Ich sei in Lebensgefahr.

Heute am Nachmittag besichtigen wir zwei Häuser in Holzappel und Weinähr. Mein Mann will aber nicht täglich so weit fahren, was ich gut verstehen kann. Und ich mag eigentlich ohnehin nicht auf dem Land leben, ich bin eine Städterin.

Das Gefühl "wie besoffen" kenne ich auch gut. Vodafone und Co. verschenken Rauschzustände ohne etwas dafür zu verlangen. Aber es sind durchweg ganz schlechte Trips.

Heute hat die Zeitung keine Leserbriefe gebracht. Ich hoffe, das bedeutet nicht, daß sie sich Betreiberdruck gebeugt haben, sondern daß sie nächste Woche nachlegen wollen. Trotzdem schade, es wäre gut, wenn die Richter merken würden, daß das Problem nicht bei der Zitierung der 26. BImSch endet.

Viel Spaß mit dem Besuch. Ich bekomme auch welchen, Tochter T. macht eine Woche Zwischenstopp hier, bevor ihre Examen anfangen. Hoffentlich fühlt sie sich hier halbwegs lernfähig. 

Und Dienstag in einer Woche kommt der eine Weltreisende aus Afrika zurück. Und eine Woche später der andere aus Asien. Es ist schon schlimm, daß ich mich nicht einfach auf eine Zeit mit den Kindern freuen kann, sondern ständig Angst habe, daß es ihnen hier schlecht geht und innerlich ständig plane, wie ich sie hier wieder raus schaffe.

Herzliche Grüße 

Irmtraut


20. 7. 2003 

Aus einer Mail:

Liebe Irmtraut,

die Sache mit der Angst hat mich auch schon bei dem Treffen in Mainz sehr gestört. Es steht eben nicht die Angst im Vordergrund sondern die schlechte Erfahrung, die Menschen mit dem Mobilfunk ganz konkret machen. 

Es sind ja diese Erfahrungen, die nicht ernst genommen werden ! Es heißt zwar: Wir müssen die Ängste der Menschen ernst nehmen ! Aber es wird nicht gesagt: Wir müssen die Erfahrungen, die Menschen mit dem Mobilfunk machen, ernst nehmen.

Heute Nachmittag eine recht lange Sendung im Deutschlandfunk. Zitiert wurden hauptsächlich Silny & Co. Gut an der Sendung waren immer wieder eingeschaltete Handy-Gespräche: 

. . . ja, ich wollte nur sagen, ich komme in 10 min. an, eh. . . , ich kann Dich nur schlecht verstehen, ich bin gerade in einem Tunnel. . . . also ich bin dann pünkltlich am Bahnhof . . . u.s.w.

Das hat so richtig deutlich gemacht, was für ein Quatsch oft geredet wird. 

Fazit dieser Sendung: 

Niemand weiß, was für Gesundheitsschäden der Mobilfunk uns bringen wird. . . . . dem gegenüber steht der unzumutbare Quatsch, der per Handy geredet wird.

Der liebe Besuch ist abgereist, wir haben aber schon wieder neuen Besuch und ich muss schauen ob ich noch etwas Eßbares auftreiben kann. . . .

GRUSS



27. 9. 2003 

Ich habe lange nicht geschrieben, weil viel passiert ist. 

Die dramatischen Schilderungen der Wochen nach der Rückkehr aus England sprechen ja für sich und wir wollten erreichen, daß Martin in Deutschland zumindest noch sein Abitur machen kann. 

Wir fanden ein Apartment in der südlichen Vorstadt, das ich als sehr wenig strahlungsbelastet empfand. Wir mieteten es an dem Tag, an dem Martin aus Afrika zurück kam und ebenfalls es für angenehm erklärte. Er wollte gar nicht mehr auf die Karthause, nicht einmal zum Essen. 

Er war dann nach einer Woche wieder weg auf Sportferienreise in Frankreich und ich schlief in seinem Zimmer. Ich hielt mich dort immer ca. 12-14 Stunden auf und ähnlich wie Martin ging ich abends möglichst früh weg und es fiel mir von Tag zu Tag schwerer, morgens auf die Karthause zurückzukehren. Der Gedanke, nach seiner Heimkehr wieder auf der Karthause schlafen zu müssen, versetzte mich in Panik. 

Wir benutzten daher die einmalige Chance, die gerade durch einen Todesfall freigewordene EG-Wohnung in diesem Haus zu mieten. Da der Vermieter ein Katzenfreund ist, war diese Entscheidung zumindest für mich nicht schwer, für Wolfgang schon, der die Sache auch unter einem finanziellen Aspekt sieht und auch unserem schönen, bequemen, großzügig dimensionierten Haus nachtrauert. 

Ich tat das nicht, weil es in den letzten 10 Monaten für mich nur mehr eine Folterkammer war.

Dank unserer Kinder und deren Freunde gelang es innerhalb einer Woche umzuziehen. Montags haben wir gemietet, samstags zogen wir um, mit meinem Mann, der gerade drei Tage nach einer Bruchoperation aus dem Krankenhaus entlassen war als Fahrer eines Kleintransporters, Tochter T. und mir als Teamchefinnen auf der Karthause bzw. im neuen Haus und zwei Männertrupps und einer Damentruppe für Renovierungen, Räumung der alten und der neuen Wohnung, Reinigungsarbeiten und dem eigentlichen Umzug. 

Trotz der vielen Hilfe war es eine außerordentlich anstrengende Sache, die auch jetzt noch nicht restlos abgeschlossen ist. Die körperliche Anstrengung war so groß, daß z. B. T. und ich nächtliche Wadenkrämpfe bekamen, kein Mineralstoffmangel sondern Zeichen einer absoluten körperlichen Überanstrengung. 

In der Nacht zum 31. 8. schlief ich erstmals im neuen Haus, am 2. 9. berichtete ich meiner Hausärztin über eine stabile Blutdrucknormalisierung auf 140/80. Dabei ist es geblieben, mit Ausnahme der Tage, an denen ich noch auf der Karthause arbeitete, um das Haus vermietungsfähig an Studenten zu machen. 

Nachdem ich dreimal abends furchtbare Blutdruckkrisen nach solchen Arbeitseinsätzen bekommen hatte, erteilte mir meine Familie dort „Hausverbot“. Seitdem kam es nur mehr zu Krisen, wenn ich tagsüber einem DECT-Telefon ausgesetzt war (z. B. in der Arztpraxis und auch bei einer Testung in Gelchsheim bei Dr. von Klitzing). 

In der neuen Wohnung stellte ich aber mir bisher nicht bekannte Reaktionen auf PC, Fernseher, Spülmaschine und Waschmaschine fest, was ich durch weitestgehende Karenz hoffe bald in den Griff zu bekommen. Das ist sicher eine Nachwirkung von Vodafone, denn vor Vodafone habe ich kaum auf NF-Belastungen reagiert, jedenfalls weit weniger als die meisten MCS-Fälle meiner Bekannntschaft. 

Ich kann nur hoffen, daß es sich bald bessert, denn es ist sehr unangenehm. Aber alles ist besser als das Leben auf der Karthause unter dem Mast von Vodafone.

Thekla und Tilmann, die eigentlich auf der Karthause ihre Zimmer behalten sollten, haben am Tag des eigentlichen Umzuges aus purer Erschöpfung unter primitiven Verhältnissen in unserem Wohnzimmer geschlafen. 

Dabei blieb es, sie weigerten sich nach dieser Nacht traumhaften Schlafes in absoluter Kopfruhe nochmals auf die Karthause zu gehen. So richteten wir beiden in der viel zu kleinen Wohnung einen festen Schlafplatz für Besuche ein, was ihnen lieber war, als schöne Zimmer im alten Haus zu haben. Das spricht für sich.

Die Katzen holten wir am 31. 8. erst einmal für ein paar Stunden in die neue Wohnung zum Eingewöhnen. Eigentlich wollten wir sie dann für Zwecke nächtlicher Ausgänge nochmals nach oben bringen. Zoe entwich aber nach 2 Stunden und markierte dann den Garten, worauf auch Kollegin Rübi in den Garten ging. Beide Damen blieben also da und der Kater wurde von einem Nachräumkommando auf der Karthause am nächsten Tag auch eingefangen und umgesiedelt. 

Allen drei gefällt es richtig gut, sie leben auf. Bei Zoe wußte ich ja, daß sie elektrosensibel ist, aber erstaunt war ich über Rübi. Die alte Schlafmütze wachte auf, spielt wie ein junges Kätzchen, fängt täglich 2 Mäuse und ist plötzlich fast so schlau und aktiv wie Freundin Zoe. Und es gibt plötzlich keinen Streit mehr in der Katzenheit, alle haben sich wieder lieb, ganz anders als in den letzten Monaten. . . . 

Bei den Menschen ist es so ähnlich, obwohl wir den Streß nur nachts durch besseres Schlafen ausgleichen können und nicht den ganzen Tag entspannt zuschauen können, wie die Zweibeiner arbeiten. 

Die Entscheidung umzuziehen war also richtig und nach dem Urteil des OVG vom 7. 8. , worin die städtischen Bemühungen um Schutz reiner Wohngebiete brutal abgewatscht wurden, unvermeidbar, da ich den Wunsch hatte, noch einige Zeit zu leben. 

Wir können nur hoffen, daß uns unser kleines Funkloch (je 2 Häuser weiter in allen Richtungen könnte ich nicht leben, wir haben zahlreiche Wohnungen im Umfeld angesehen und alle waren belastet) erhalten bleibt und wir uns hier behelfen können bis zu dem Tag, an dem wir Europa verlassen können und dann sicher auch werden. 

Unsere Besucher, auch solche, die über Nacht bleiben, sind recht zahlreich. . . . . Offenbar fühlt man sich in diesem Haus wohl. Möge es so bleiben.



28. 9. 2003 

Heute fand Wolfgang im Briefkasten auf der Karthause folgendes Antwortschreiben der ev. Kirche auf Tilmanns Brief vom Juli. 

Ich versage mir jeden Kommentar außer dem, daß dies ein Dokument ist, wert in den Quellenanhang einer künftigen historisch-soziologischen Untersuchung aufgenommen zu werden über die Ursachen des Zusammenbruchs der ev. Kirche als Volkskirche um die Jahrtausendwende. 

Gebe Gott, daß in 50 Jahren noch jemand in der Lage ist, solche Untersuchungen durchzuführen!!!

Sehr geehrter Herr Stein,

mit Empörung hat das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Karthause Ihren anmaßenden Brief vom 8. 7. 2003 zur Kenntnis genommen.

Wenn Sie meinen, Sie können Ihre Zugehörigkeit zur Evangelischen Kirche als Tauschobjekt gegen die bedingungslose Erfüllung Ihrer Forderungen einsetzen, so zeigt dieses, dass Sie mit Ihrem Herzen sowieso nicht mehr der Kirche angehören. 

Die Evangelische Kirche im Rheinland und auch das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Karthause sind nicht erpressbar.

Zur Sachlage selbst verweisen wir auf die jüngsten Veröffentlichungen in der Tagespresse und unseren Brief vom 12. 12. 2001 an Ihren Vater.

Mit freundlichem Gruß

Y. . , 
Kirchmeister nach KO

Email: info@kirche-koblenz.de


13. 10. 2003 

Ein Mailwechsel:

Liebe Frau D. , 

ich kann beide Fragen beantworten: ja, es geht uns besser nein, die Situation hat sich in unserem Haus durch schlimme Gerichtsurteile weiter verschärft.

Ergebnis: Wir sind Nach diesem Urteil innerhalb knapp einer Woche in ein winzigkleines Funkloch umgezogen.

Daß wir das gefunden haben, grenzt an ein Wunder. Wir haben für meinen 16jährigen Sohn ein Apartment gesucht, weil der es einfach nicht mehr in unserem Haus aushielt. Deswegen hatten wir ihn ab Mai für drei Monate auf eine Farm in Südafrika geschickt, wo er wieder Lebensmut faßte und uns mitteilte, er wolle da bis zum Schulabschluß bleiben. 

Bevor wir unser Netzhäkchen so weit weg unterbringen mußten, wollten wir es daher erst einmal mit einem Zimmer in Koblenz versuchen. Dieses Apartment stand in der Zeitung und wir nahmen es nach Besichtigung sofort, weil es "kopfruhig" für mich war. Ich schlief gelegentlich, d. h. wann immer mein Sohn nicht da war, selber da und hätte das am liebsten immer getan.

Dann entschied das Oberverwaltungsgericht in einem parallelen Fall, daß die Nachbarn durch Mobilfunkmasten in der Nachbarschaft in keiner Weise belästigt werden. . . 

Damit war das Haus für uns nicht mehr zu halten, laut mehreren Ärzten befand ich mich wegen meiner Herzrhythmusstörungen und Blutdruckentgleisungen in akuter Lebensgefahr.

Genau zu diesem Zeitpunkt starb der alte Herr, der uns das Apartment vermietet hatte. Wir wandten uns an den Erben und mieteten Hals über Kopf die Hauptwohnung im Erdgeschoß. 

Und was das Beste ist: Der Erbe ist ein Katzenfan und hat uns erlaubt, alle meine 3 Lieblinge mitzubringen, wir durften eine Katzenklappe einbauen und er kam uns auch sonst in jeder Hinsicht entgegen. D. h. ich durfte meine Granderwasseranlagen in die Hauptwasserleitung einbauen, er baute den Elektrokasten um, so daß wir Netzfreischalter bekommen konnten usw.

Mein Blutdruck war nach drei Tagen wieder im Normalbereich. Es gab noch einige Krisen, vor allem, wenn ich in unserem Haus nochmals etwas erledigt hatte oder irgendwo DECT-Telefonen ausgesetzt war. 

Anfangs hatte ich auch noch neue NF-Symptome, die vor dem Mobilfunk bei mir nicht waren. Dr. Germann meinte, ich sei sozusagen auf Entzug und müsse meinem Körper beibringen, daß diese Alarmreaktionen jetzt keine wirkliche Ursache mehr hätten, ich sei nicht mehr in Lebensgefahr. Das versuche ich z. Z. mit zunehmend besserem Erfolg.

Drücken Sie uns bitte die Daumen, daß mein kleines Funkloch (wo jetzt auch ein ganz lieber, fleißiger, liebenswerter Junge wohnt) uns erhalten bleibt. Wir verdanken es dem metallenen Parkhochhaus eines benachbarten Krankenhauses, das uns ganz genau abschirmt gegen die Masten in 300 m Entfernung. 

Es ist nur unser Haus und die ganz unmittelbare Nachbarschaft, schon 2 Häuser weiter könnte ich nicht leben. Hier kann mein Mann noch nicht einmal Radio hören. Und er ist froh darüber im Hinblick auf seine Familie. . . .

Und unsere Katzen sind richtiggehend aufgelebt, sofort. Von der einen wußte ich, daß sie elektrosensibel ist, weil sie offenbar starke Kopfschmerzen und Bauchschmerzen vor der Abschirmung hatte. Daß die sich hier sofort wohler fühlte, hatte ich gehofft und erwartet. 

Aber auch die Kollegin, die das nicht so zeigte, aber meist in der Ecke lag und schlief und immer dicker wurde, benimmt sich hier wie ein junges Kätzchen, fängt täglich 2 Mäuse und spielt mit den Kollegen und wird allmählich eine normalgewichtige Katzenpersönlichkeit. 

Das beweist ja wohl, daß wir eindeutig spinnen und unsere Katzen auch dazu gebracht haben. . . .

Herzlichen Dank, daß Sie an uns gedacht haben.

Wie geht es Ihnen? 

Liebe Grüße aus dem Funkloch


Dies war die Antwort auf: 

Liebe Frau Eder-Stein,

ich denke zwischendurch immer wieder an Sie. 

Wie geht es Ihnen inzwischen? Hat sich die Situation etwas entspannt und geht es Ihnen und Ihrer Familie gesundheitlich wieder besser? 

Liebe Grüsse aus der Schweiz 

S.

Ohne Antwort blieb mein Schreiben vom 29. 9. an Vodafone:

Sehr geehrter Herr Helldobler,

ich nehme bezug auf Ihren Artikel in der Rhein-Zeitung im Juli 2003. Sie äußerten darin, daß Sie mit Ihrer Familie jederzeit in ein Haus in der Nähe eines Mobilfunkmastes ziehen würden.

Daher möchte ich Ihnen oder einem sonstigen Angehörigen Ihrer Firma anbieten, unser Haus zu mieten oder auch zu kaufen, das wir wegen des Vodafonemastes in unmittelbarer Nähe leider verlassen mußten.

Es handelt sich um ein Reiheneckhaus mit ausgebautem Dachgeschoß in ruhiger, bevorzugter Koblenzer Wohnlage mit Nähe zu allen Schularten und Kindergärten. Das Haus ist baubiologisch als Schonraum für drei MCS-Betroffene ausgebaut, also für Allergiker bestens geeignet. 

Das Haus hat 8 Zimmer, 2 Bäder, ein Gäste-WC und großzugige Kellerräume sowie eine Garage und einen abgeschlossenen pflegeleichten Garten. 

Wir haben nach dem Anschalten Ihres Mastes vergeblich versucht, das Haus soweit abzuschirmen, daß es auch für MCS-Betroffene bewohnbar ist. Laut mehreren Messungen sind im Haus jetzt jedoch so niedrige HF-Werte zu finden, daß "Normalmenschen" da leben können müßten. 

Da ich jedoch mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen auf gepulste HF reagiere, nutzen mir die Meßergebnisse nichts, weil ich mich in Lebensgefahr befinde, solange und so oft ich mich im Haus und seiner Umgebung aufhalte. Mein Sohn reagiert ähnlich gravierend auf die Mobilfunkstrahlung. 

Ihre Firma ist verschiedentlich dringend gebeten worden, uns aus der direkten Strahlung der Vektorantenne zu nehmen, was mit einer Drehung um 30 Grad möglich gewesen wären. Die Reaktionen Ihrer Firma waren rüde ablehnend, man bestreitet einfach, daß Sie eine schwer kranke Frau irgendwie mit Ihrer Sendeleistung beeinträchtigen.

Da ich in der letzten Zeit wöchentlich mindestens einmal und oft häufiger lebensbedrohliche Herz-Kreislaufkrisen erlitt, blieb uns nur die Flucht aus dem Haus. 

Es steht also jetzt leer und es wäre ja sicher ein guter Gedanke, daß Sie oder sonst jemand von Vodafone als Verantwortlicher für dieses Desaster es als Mieter übernehmen würde. 

Vor Anschaltung des Mastes war das Haus auf etwa 250000 Euro Wert geschätzt, die Abschirmungsmaßnahmen haben weitere 50000 Euro gekostet. Für 300000 Euro würden wir also auch verkaufen, weil wir vor Ablauf Ihres Vertrages mit dem Altenheim kaum eine Chance sehen, nochmals in diesem Haus leben zu können. 

Falls Sie sich für die Details meines fast einjährigen Martyriums in Ihrer Strahlungskeule interessieren, kann ich Ihnen sehr gerne mein fast 70seitiges detailliertes Tagebuch zukommen lassen. Aber das verringert ja den an sich hohen Wohnwert für Sie oder einen Kollegen nicht.

In der Hoffnung auf eine baldige positive Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüßen


(Ergänzung 16. 11. ) Natürlich bekam ich nie eine Antwort darauf. Herr Helldobler, das Angebot steht noch!!!! Zeigen Sie, daß das Haus voll in Ordnung ist!!!


21. 10. 2003

Der Friseur stellte beim Haareschneiden (zuletzt war ich in der Woche vor dem Umzug da gewesen) fest, daß ich am Hinterkopf etwa doppelt so viel Haar habe wie früher. Sie seien dicker geworden und zahlreicher. Auch am Vorderkopf zeigen sich schon leichte Verbesserungen. Das ist doch ein schöner Beweis, daß der Umzug tatsächlich etwas gebracht hat. 

Schön wäre es, wenn auch das Finanzamt endlich einsehen würde, daß die Abschirmung unbedingt notwendig war. Aber die wollen einfach nicht. . . 

So sind wir finanziell wirklich in einer bedenklichen Schieflage, wodurch sich der Zwang zu drastischen Einsparungen in Dingen des täglichen Bedarfs ergibt. Bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage (Weihnachtsgeld!, keine Aufträge mehr für mich) gibt es keine Hoffnung, da je wieder heraus zu kommen, wenn die sich nicht noch eines Besseren belehren lassen.


24. 10. 2003

Heute ist der Vodafone-Gedenktag. Ich war heute zu sehr beschäftigt, um mich tagsüber damit gedanklich zu befassen. Ich bin heute abend einfach zu müde, um noch irgendwelche Gefühle gegenüber Vodafone und allen Helfershelfern aufzubringen. 

Wir konnten uns mit knapper Not gerade noch physisch vorerst retten, wenn wir auch materiell ruiniert sind. Wollen wir hoffen, daß wir langfristig sicher sind an diesem Rückzugsplatz und uns derartig Schreckliches nicht nochmals passiert. 

Es ist gut, daß man nicht in die Zukunft sehen kann, denn hätte ich dieses Horrorjahr vorausgesehen, hätte ich mich irgendwann vorher umgebracht. 

So werde ich das wohl Vodafone und der Staatsgewalt überlassen, die ja nicht müde werden, genetische Krüppel wie mich mit rechtsstaatlichen Mitteln zu entsorgen.



9. 11. 2003

Ein Austausch von Emails – es geht immer so weiter:

Hallo, 

Herr X. rief mich heute an, offizieller Grund war, sich für den EMF-Fragebogen zu bedanken, den er aber sich schon selber aus dem Internet gefischt hatte.

Wirklicher Grund seines Anrufs war aber, daß er völlig verzweifelt wegen seiner beruflichen Lage ist. Er hat am alten Arbeitsplatz die Firma gewechselt, hat zwar ein Jahr Bestandsschutz für seine Arbeit und das Gehalt, aber wurde gezwungen ein "Diensthandy" ständig bei sich zu tragen, auch am Feierabend. Er sei kurz vor dem Zusammenbruch. 

Er war schon bei Dr. Y. , der ihn anhörte und dann sagte, teilweise könne er ihm helfen, er würde sich wieder bei ihm melden. Das ist jetzt aber schon einige Tage her.

Ich riet ihm, die technischen Möglichkeiten einer Rufweiterleitung vom Handy zum Festnetzanschluß zu prüfen, um wenigstens zu Hause Ruhe zu haben. 

Das Aufladen in der Wohnung über Nacht schlug ich ihm vor in den Keller zu verlegen, wo er eine Steckdose hat. 

Grundsätzlich will er die Wohnung nächstes Jahr wieder aufgeben, es geht ihm zwar besser als in der alten Wohnung, aber er merkt eben, daß er z. B. bei seinen Eltern besser schläft.

Er erzählte mir dabei, was ich noch nicht wußte, daß er an sich Großhandelskaufmann ist und den Hausmeisterjob vor einigen Jahren angetreten hat, um dem Büroelektrosmog zu entgehen. Und jetzt würde man ihm diesen Beruf auch noch unmöglich machen. 

Er tat mir sehr leid. Aber mehr als ganz kleine Tipps und menschliches Mitgefühl konnte ich nicht geben. Aber das half ihm schon ein bißchen weiter, meinte er nach dem Gespräch, er glaubt nach solchen Gesprächen wenigstens wieder, daß nicht er die Knalltüte ist sondern das System.

Wenn ich so etwas höre denke ich, daß es wirklich nicht ausreicht, sich selber zu retten, wie wir es getan haben, sondern daß man wirklich politisch gegen diesen ungeheuren, zum Himmel schreienden Skandal vorgehen muß.

Aber wie? 

Gruß Irmtraut


Hallihallo,

also, wenn Herr X. einen Vertrag in der Tasche hat, dann könnte er doch den Versuch unternehmen mit seinem Arbeitgeber zu sprechen und das Problem, das er mit dem Handy hat, zu erklären. Wenn die sein Problem nicht kennen, können sie auch nicht darauf eingehen. 

Vielleicht läßt sich ein Kompromiss aushandeln in Bezug auf feste Zeiten. Erreichbarkeit z. B. immer zur vollen Stunde und dazwischen eben SMS. Ein Hausmeister ist schießlich kein Notarzt. Die Umleitung von Festtelefon auf Handy und umgekehrt ist schon mal eine gute Idee.

Er muss die Meinung seines Arztes beim Arbeitgeber sofort anbringen, dass er also auf Raten des Arztes ein Handy nur bedingt benutzen sollte.

Herr X. muss erkennen, dass es weder ihm noch anderen hilft, wenn er seine Situation verheimlicht. Und die Angst deswegen seinen Job zu verlieren ist meiner Ansicht nach nicht sehr begründet. 

An diesem Punkt erscheint mir Herr X. nicht sehr mutig und wenig selbstbewußt. Wenn er gute Arbeit leistet kann er auch entsprechend auftreten. Den Mut haben diese Probleme anzusprechen ist auch Politik !

Und noch etwas muss er bedenken: Wenn er nicht mit allen Mitteln um seine Gesundheit kämpft und er wird krank, dann ist er erst recht seinen Job los !!! 

Ich treffe immer wieder Leute, die Euch im 3. Programm gesehen haben. Die Sendung hat eine Menge bewirkt. Das war gute Politik ! Ich sage aber nicht, dass ich Euch kenne. Ich sage nur: Ich kenne auch Leute die betroffen sind. So mache ich aus 5 Leuten 10 Betroffene in einem Gespräch. 

Habe auf einer Baumesse eine Baubiologin kennen gelernt, die elektrosensibel ist aufgrund der uralten Elektroinstallation ihres Hauses. Der Mann ist Frührentner da holzschutzmittelgeschädigt. Sie will auf den Fragebogen aufmerksam machen, ist aber in der Öffentlichkeit leider allzu vorsichtig, weil sie ihren Job ( Beamtin ! ) nicht verlieren will. 

So gehen wir alle stumm zugrunde . . . . .

Tschüüüs  i c h 

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Hallo,

Herr X. hat einen Vertrag, der nächstes Jahr im September ausläuft, dann steht die Entscheidung an, ob man ihn behält oder eher nicht, eigentlich wollte man ihn gar nicht übernehmen, weil er zu viel Geld bekommt.

Er hat mit seinem Chef gesprochen. Ergebnis: Das gibt's nicht und im Zweifelsfall bestehen wir auf dem Handy. Daraufhin ging er zum Umweltmediziner.

Den Gedanken mit der SMS finde ich gut, darauf war ich natürlich nicht gekommen, weil ich noch nie im Leben eine SMS verschickt habe. Das werde ich ihm aber noch vorschlagen.

Ich glaube nicht, daß er feige ist. Es ist einfach so, daß er wegen der Strahlungsexposition und deren Folgen (Schlafmangel u. Co. ) einfach viel zu fertig ist, um noch zu kämpfen oder auch nur Lösungsmöglichkeiten zu ersinnen. 

Das kenne ich nur zu gut!!!!! Ein Hausmeister ist schießlich kein Notarzt. Das sieht sein Chef offenbar anders, leider. . . .

Ich bin nicht stumm zu Grunde gegangen, das nimmt man mir ja auch allgemein sehr übel. Schon beim MCS-Ausbruch im Neubau meiner Dienststelle habe ich mich sozial nicht adäquat verhalten, obwohl man mir damals sicher einen schönen Kranz und vielleicht gar ein paar echte Tränen gegönnt hätte. Das war einfach undankbar gegen meine Vorgesetzten! 

Fazit: Ich rufe Herrn X. in den nächsten Tagen an und mache ihm einige deiner praktischen Vorschläge, aber ich werde ihm nicht sagen, daß er feige ist, wenn er sich vor Outing fürchtet - nicht zuletzt auch, weil ich das nicht glaube.

Hatten wir dieses Gespräch nicht schon mal, als du ihn seinerzeit bei uns kennen gelernt hast? Ich hatte gerade ein deja vu Erlebnis.

Gruß Irmtraut

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Hallihallo, 

mit Herrn X. hatte ich schon einmal ein Telefongespräch, bei dem er mir erzählte, er habe Angst den Job zu verlieren und könnte sich deswegen keine Aktivitäten erlauben. 

Dafür habe ich Verständnis und ich finde ihn deswegen nicht feige. Allerdings schätze ich ihn als sehr sensibel ein.

Trotzdem stelle ich eben fest, dass die Summe der einzelnen Menschen, die aus Angst den Job zu verlieren verstummen, eine recht ansehnliche Gruppe darstellen, die durchaus einen gewichtigen Protest zustande bringen könnte. 

An diesem Punkt ist eben Vernetzung wichtig, und da wiederum ist Internet eine wichtige Plattform. Schließlich leben wir immer noch in einer Demokratie, in der wir durchaus Möglichkeiten haben uns zu wehren. Sogar mehr als beispielsweise in Frankreich.

Wenn wir warten, dass wir alle am Boden zerstört sind, unfähig uns zu wehren, dann werden spätere Generationen fragen, warum wir uns nicht rechtzeitig gewehrt haben. 

- Du mußt doch einsehen, dass Du Dich wehren mußt, wenn Du nicht untergehen willst - hat Bert Brecht gesagt. Das muss ich mir erst einmal selber sagen. Aber ganz schnell muss aus dem Singular ein Plural werden.

Die Idee Dein Tagebuch ins Internet zu stellen finde ich sehr gut. Das Tagebuch müßte auch an die WHO geschickt werden, an den Herrn Dr. Goldstein.

Bei Karlsruhe sind jetzt Hausdurchsuchungen gemacht worden bei Atomkraftgegnern. Das sind Drohgebärden und Kriminalisierung zwecks Abschreckung. Die haben sich aber nicht abschrecken lassen. 

Letztlich muss jeder selber entscheiden wie weit er sich exponieren will. Da darf natürlich kein Druck ausgeübt werden oder gar das Etikett -Feigling- verpasst werden.

Es tut mir leid, wenn Herr X in seiner neuen Wohnung offenbar auch nicht klar kommt. Aber der Versuch war sicherlich wertvoll. Immerhin hat er die Möglichkeit ein verhältnismäßig unbelastetes Kopfkissen bei den Eltern zu nutzen.


GRUSS 

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Hallo, 

Du hast natürlich sehr recht! Ich finde das auch schlimm, wie viel Angst die Leute in unserem Land haben, sich wegen solcher Dinge zu outen. 

Ich habe allerdings am eigenen Leibe erlebt, was passiert, wenn man das trotzdem tut - und das durchaus schon vor dem Mobilfunk.

Herr X. ist aus deiner Sicht sehr sensibel.

Das ist er sicher, aber er ist so nicht vor 8-10 Jahren gewesen, als ich ihn kennengelernt habe. Das sind schon Auswirkungen seiner Elektrosensibilität, glaube ich.

Man weiß während des Kampfes nicht, ob man sich durchsetzen wird und wird zwischenzeitlich demontiert und kriminalisiert und psychiatrisiert und sozial ausgegrenzt und und und . . . . . 

Ich bin sicher wesentlich stärker als der Durchschnittsmensch und verstehe seine Haltung trotzdem sehr gut. Und ich würde mich dem heute nicht mehr gewachsen fühlen, was ich 1987 noch versucht habe.

Herr X. hat das Problem mit dem Handy. Das hat er jetzt seit 1. 10. und fühlt sich jetzt schon restlos am Ende seiner Kraft. Das gelegentliche Schlafen bei seinen Eltern hilft da auch nichts mehr. 

Heute habe ich ihm die Anschaffung einer Handyschutztasche empfohlen. Ich habe zwar schon mal mit einem MCS-Anbieter wegen dieses Angebotes geschimpft, weil man Handys vermeiden soll, aber Herr X. zeigt, daß es auch Opfer unter den Benutzern gibt, nicht nur unter den Anliegern von Masten.

Gruß Irmtraut


16. 11. 2003 

Nachdem mehrere Leser mich dazu aufgefordert haben, habe ich mich entschlossen das Tagebuch auf der Homepage von Reinhard Rückemann ins Internet zu stellen. 

Ich hoffe, das erspart einigen anderen Menschen ähnlich traumatische Erfahrungen. 

Kontakt

Wenn jemand Kontakt mit mir aufnehmen möchte, kann er das über ederstein@web.de gerne tun. 

Soweit ich kann, werde ich gerne versuchen zu beraten oder gar zu helfen. 

Viel tun kann man allerdings nicht, wie das Tagebuch zeigt . . . .



Literatur

Dr. Irmtraut Eder-Stein ist Mitautorin des Buchs 'Leben mit MCS'.


Reaktionen

Die Autorin erreichen viele Reaktionen auf Ihr Tagebuch, von denen einige wiedergegeben werden sollen. Lesen Sie die Briefe von Menschen, denen es ähnlich ergeht.

                                                           Hier finden Sie die Briefe  >>>


Copyright

(c)  Dr. Irmtraut Eder-Stein, Koblenz
      ederstein@web.de

Danksagung

Ich danke Frau Dr. Irmtraut Eder-Stein, dass Sie mir ihr Tagebuch zur Veröffentlichung auf meiner Website überlassen hat.

Reinhard Rückemann
www.risiko-elektrosmog.de

 

 

 

Lesen Sie hier weitere Beispiele von betroffenen Menschen  >>> 
 

 

 

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