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| "Ich fliehe aus der Stadt wegen jenen Masten..." | |
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Ingenieur (42) auf der Flucht
vor elektromagnetischen Feldern
Er wohnt in den Bergen: "In Italien sind eine halbe Million Menschen von der Antennenkrankheit betroffen, aber viele wissen es nicht." (Von unserem Korrespondenten Marco Travaglio) Montesinaro (Biella) . Einige Experten sagen, die "Antennenkrankheit" existiere nicht. Andere versichern, dass sie sich mit tausend verschiedenen, aber alternativen Symptomen manifestieren kann. Erklären Sie das einmal dem Römer Alessandro Fabretti, 42, dem Elektroingenieur, der vor den Antennen flieht. Er hat alle Symptome miteinander. Bis vor einem Jahr arbeitete er in einer grossen Zürcher Bank. Bis eine Riesenantenne vor seinem Haus seine Gesundheit und sein Leben auf den Kopf stellte. Seither flieht er dauernd vor den elektromagnetischen Feldern. Jetzt lebt er als "Flüchtling" in Piedicavallo di Montesinaro, im Valle Cervo, dem letzten piemontesischen Tal vor Gressonay. Hier hat es keine Antennen, und die Handies haben keinen Empfang. Noch nicht, denn der Bürgermeister hat seiner Gemeinde schon eine nagelneue Antenne versprochen. Und Ingenieur Fabbretti hat die Koffer wieder bereit. Staatsanwalt Guariniello, der ihn während acht Stunden angehört hat, wollte ihm nicht glauben. Er hatte noch nie so etwas gehört. Juli 1997. "Ich bin im Bett wegen einem langwierigen Rachenkatarrh. Nach einem Ferienaufenthalt in Umbrien bin ich genesen, aber ich habe einen Rückfall, sobald ich wieder in Zürich bin. Es wird eine Allergie sein, sagt der Arzt, es wird vorüber gehen." September 1998. "Eines Morgens, während ich noch schlafe, geht die Hölle in mir los: Ohrenläuten, Hitze am ganzen Körper, elektrische Schläge an der Hirnhaut, Nasenbluten, Asthma-Anfall, Schwindel, Gleichgewichtsverslust. Blutdruck 200. Der Arzt beruhigt mich: Viele Leute sind krank im Quartier, vielleicht ist es ein Virus. Januar 1999. "Ich spüre die Beine nicht mehr. Pfeifen in den Ohren wie eine Sirene. Gehörprobleme, Hirnkrämpfe, weisse und schwarze Flecken vor den Augen. Ich kann nicht mehr schlafen und arbeiten." März 1999. "Es wird immer schlimmer. Die rechte Wange zittert, der Trigeminusnerv vibriert, ich höre ein Summen im Ohr. An Ostern kehre ich nach Umbrien zurück, aufs Land, und alles verschwindet. Aber in Zürich versinke ich wieder im Dunkel. In der Post finde ich ein Flugblatt: Haben Sie mysteriöse Gesundheitsprobleme? In unserem Quartier hat es eine Antenne, die uns mit elektromagnetischen Wellen bombardiert. Legen wir sie still! Und es folgt die Liste der Symptome der Elektrosmog-Hypersensibilität: eine exakte Beschreibung meiner unerklärlichen Krankheit. Die GSM-Antenne der Swisscom steht seit 1995 dreihundert Meter von meiner Wohnung entfernt, im Zentrum von Zürich. Es fällt mir wie Schuppen von den Augen, und ich fliehe aufs Land zu einem Freund. Dort fühle ich mich besser, oder ich glaube es wenigstens. Es ist aber die unwiderrruflich letzte Ruhe vor dem Sturm." Mai1999. " Ich kann nicht einmal mehr den Rasenmäher benützen: ich bin so hypersensibel, dass ich das elektro-magnetische Feld des Motors spüre, mein ganzes Gesicht zittert. Im Büro habe ich Schmerzen am ganzen Körper, sobald ich mich dem Computer nähere. Als Elektronik-Ingenieur, der die Computer meiden muss, bin ich ein erledigter Mann. Dann macht mich eine Freundin auf einen Epidemiologen aufmerksam, der die Materie studiert hat. Ich lasse mich untersuchen. Am Schluss sagt er, oder vielmehr flüstert er: Sie leiden an der schwersten Form von elektromagnetischer Hypersensibilität. Sie werden nie mehr in der Stadt leben können. Gehen Sie in die Berge, weg von den Antennen, und verlassen Sie Ihre Wohnung für immer. Richten Sie Ihr Büro so ein, dass jede Strahlung vermieden wird und versuchen Sie langsam zur Arbeit zurückzukehren. Sie müssen wissen, dass Sie nicht allein sind: zwei Prozent der Schweizer leiden an diesem Syndrom. September1999. Der Mann, der vor den Antennen auf der Flucht ist, sucht Leidensgenossen. "Ich entdecke, dass es in einem anderen Quartier von Zürich, in Witikon, Leute gibt, die im Keller schlafen. Auch dort steht eine grosse Mobilfunk-Antenne. Viele sind anderswohin gezogen. April 2000: "Ich habe Schlimmes durchgemacht. In der akutesten Phase spürte ich sogar den Radar auf dem Flughafen, die Metalldetektoren stiessen Dolche in mein Herz. Um zu schlafen, schaltete ich den Strom aus. Als ein Lymphknoten anschwoll, bekam ich Angst, ich hätte Krebs. Dann machte ich in der Klinik von Professor Braun von Gladiss, einem richtigen (und seltenen) Experten eine Therapie zur Desensibilisierung. Jetzt geht es ein bisschen besser. Aber von 800 Megahertz an werde ich wie wahnsinnig. Ich muss Antennen, Computer und Handies meiden. Zusammen mit anderen Kranken haben wir beim Bundesgericht eine Klage wegen Verletzung unserer Grundrechte eingereicht. Ich möchte anderen ersparen, was mir aus Mangel an Information widerfahren ist. In der Schweiz sind gemäss Angaben des Gesundheitsamtes 60 000 Menschen von der "Antennenkrankheit" betroffen. Bei uns werden es eine halbe Million sein. Aber viele wissen es nicht. Die Universität Zürich hat entdeckt, dass die Strahlungen der GSM-Antennen sogar die Gehirnströme während des Schlafes verändern. In Italien hingegen gibt es nur wenige, die offen sprechen. Viele blocken ab, die Forschung ist nicht frei: Kein italienischer Arzt würde schwarz auf weiss die Diagnose elektromagnetische Hypersensibilität hinschreiben. Nicht einmal unter Folter. La Repubblica, 16.4.2000 aus dem Italienischen übersetzt von Dr. Ulrich Mauch, Aarau |
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| Quelle: http://www.gigaherz.ch/20/ | |
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63 Fallbeispiele aus dem Buch "Ständig unter
Strom" von Wulf-Dietrich Rose sind auf dieser Seite zu finden:
http://www.elektrosmog.com/krank_durch_strom.htm
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