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 Presseberichte Februar 2002
 Aus Zeitungen und Zeitschriften 
 

 

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  • Professor Dr. Buchner: Mobilfunk besitzt großes Gefahrenpotential
  • Wissenschaftler warnen vor UMTS-Handy-Technik

 

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 Wissenschaftler warnen vor UMTS-Handy-Technik 

Professor Mäntele: "40 Millionen Versuchskaninchen"

Von Martin Müller-Bialon

Die warnenden Stimmen von Wissenschaftlern vor der neuen UMTS-Technik für Mobiltelefone mehren sich. So fordert der Frankfurter Biophysiker Professor Werner Mäntele sogar den Verzicht auf die neue Handy-Generation, bis die Wirkung der elektromagnetischen Strahlung auf den menschlichen Organismus erforscht ist.

"Derzeit haben wir 40 Millionen Versuchskaninchen in Deutschland", sagte Professor Mäntele im Gespräch mit der FR. "Die Quittung werden wir vielleicht in ein paar Jahren haben." Den Menschen seien "Handys in die Hand gedrückt worden", obwohl noch keine genauen Erkenntnisse über die medizinischen Folgen bekannt seien.

Mäntele nimmt mit zwei Kollegen seines Instituts an einem EU-Forschungsprojekt teil. Insgesamt 30 Wissenschaftler aus fünf EU-Ländern sowie Israel untersuchen die Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung auf biologische Systeme.

Dabei geht es auch um die übernächste Generation der Datenübertragung, das so genannte Iridium-System, bei dem Wort und Bild von Satelliten gesendet werden. Am Wochenende traf sich die Forschergruppe zu einer Fachtagung in Frankfurt. Der Politik wirft Biophysiker Mäntele Verantwortungslosigkeit vor. "Die Gier war größer als die Vorsicht", sagte er mit Blick auf die Milliarden-Einnahmen bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen.

Den momentan gültigen Grenzwerten für die elektromagnetische Strahlung von Mobilfunk-Sendeanlagen räumt Mäntele keine große Aussagekraft ein. Grund: Die Grenzwerte seien "extrapoliert", das heißt: von anderen Sendeanlagen auf die Mobilfunk-Technik übertragen. "Das ist so, als wenn man einen Ochsenkarren mit einem Auto vergleicht."

Ob und wie gefährlich die UMTS-Technik für den Menschen sei, lasse sich ein Jahr nach dem Start des EU-Projekts noch nicht sagen, so Mäntele. Es gebe gleichwohl "Verdachtsmomente, dass gewisse Frequenzen in Zellen Resonanzen erzeugen".  Bevor diese Frage geklärt sei, sollte nach Meinung des Professors die UMTS-Technik nicht auf den Markt gebracht werden.

Handy-Benutzern rät Strahlungs-Experte Mäntele, die Geräte so wenig wie möglich einzuschalten. "Das ist der beste Schutz. Besonders Kindern sollte man kein Handy ans Ohr halten."

 

Quelle:  Frankfurter Rundschau vom 20.02.2002
   Professor Dr. Buchner: Mobilfunk besitzt großes Gefahrenpotential

Ist nun Mobilfunk-Strahlung gefährlich oder nicht? Am Freitag hatte der ÖDP-Kreisverband zu diesem Thema den Münchner Professor Dr. Klaus Buchner zu Gast.

Coburg. Der Atomphysiker und Elektrotechniker Buchner ist Inhaber einer Professur an der TU München, zugleich aber auch stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei. Doch dem Vorwurf, deshalb nicht objektiv zu sein und einseitig Parteiargumente zu vertreten, setzt er sich an diesem Abend nicht aus: Buchner zitiert keine Studie ohne einen ausdrücklichen Hinweis auf die Autoren und Aussagekräftigkeit der Erhebung und trennt sorgfältig empirisch belegte Ergebnisse von Spekulationen.

Das kommt seiner Glaubwürdigkeit ebenso zugute wie die Tatsache, daß er Forschungslücken offen anspricht. Noch lange sei in diesem Bereich noch nicht alles erforscht, so der TU-Professor. Doch das, was man weiß, reicht längst aus, um zu belegen, daß die Mobilfunk-Strahlung ein großes Gefahrenpotenzial für die Bevölkerung darstellt - selbst, wenn sie deutlich unter den von der Bundesregierung festgelegten Grenzwerten liegt. Buchner: "Ein Zehntausendstel dieser Grenzwerte reicht bereits aus, um wissenschaftlich überprüfbare Wirkung zu hinterlassen."

Von der öffentlichen Hand vorgelegte Studien sagen das Gegenteil aus. Doch ihnen fehlt genau das, was Buchner mit seinem abwägenden Vortrag erreichen will: Wissenschaftlichkeit und Objektivität.

Eine Studie der bayerischen Regierung wurde zur Hälfte von Mobilfunkbetreibern finanziert - das Ergebnis stand schließlich im deutlichen Gegensatz zum Forschungsstand, der an Universitäten weltweit erarbeitet wurde.

Forschung: Schäden am Erbgut sind belegt

Und nach dem aktuellen Forschungsstand sind Auswirkungen wie Unfruchtbarkeit, Gedächtnisstörungen, erhöhte Krebsraten, Störungen des Immunsystems und sogar Schäden am Erbgut belegt. Eine schwedische Untersuchung notierte kürzlich Hirnschäden bei Mäusen, die der Mobilfunkstrahlung ausgesetzt waren.

Die große Gefahr sieht Buchner darin, daß die Mobilfunk-Übertragung auf Frequenzen erfolgt, die "biologisch aktiv" sind. Sie arbeiten mit ähnlichen Frequenzen wie die Kommunikation der Nervenzellen im Gehirn - so erklärt sich Buchner auch die Hirnschäden. Dabei wäre es in seinen Augen durchaus möglich, die Handy-Übertragung biologisch verträglicher zu gestalten.

Als Beispiel bietet sich ihm Salzburg an: "Salzburg liegt mit seinen Grenzwerten bei etwa 0,0002 Prozent der deutschen Grenzwerte und die Handys funktionieren trotzdem noch." Technisch kein Problem, so Buchner - doch die etablierten Parteien - nicht selten selbst mit den Mobilfunk-Betreibern verfilzt, wollten diesen anscheinend die Umrüstungskosten ersparen. Buchner: "So viel sollte uns die Gesundheit der Bürger allerdings wert sein."

Um die Gefährdung durch Mobilfunk-Antennen in den Griff zu bekommen, sind politische Entscheidungen nötig. Das eigene Handy als Strahlenquelle kann jeder ausschalten, wenn er will. Besonders gefährlich sind nach den von Buchner präsentierten Ergebnissen Telefonate in abgeschlossenen Räumen, vor allem im Auto oder der Bahn. Er warnt: "Während des Telefonierens hole ich mir die Strahlung direkt ans Gehirn."

Eine zweite, oft unterschätzte Strahlenquelle mit dem gleichen Effekt sind schnurlose Heimtelefone. Digitale Heimtelefone (DECT-Standard) funken ständig die Basisstation an, selbst wenn sie aufgelegt sind. Buchner rät stattdessen zu analogen tragbaren Telefonen nach dem CT1+- oder CT2-Standard.

 

Quelle:  Neue Presse Coburg vom 19.02.2002

 

 

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