| home > Presse > Januar 2002 | |
| Presseberichte Januar 2002 | |
| Aus Zeitungen und Zeitschriften | |
|
|
|
| Übersicht | |
|
|
| > | Petition gegen Mobilfunkanlage gewürdigt |
|
Presse, Rundfunk, Fernsehen P R E S S E M I T T E I L U N G Überraschende Entscheidung im Umweltausschuss München/Haibach (25.01.02). Monate hat es gedauert, bis die Petition der Familie Bücher aus dem unterfränkischen Haibach im Ausschuss für Landesentwicklung und Umweltfragen des Bayerischen Landtages aufgerufen wurde. Seit Donnerstag der Woche kann sie sich über einen ersten Erfolg freuen. Auf Vorschlag der beiden Berichterstatter Helmut Guckert (CSU) und Heidi Lück (SPD) soll dem Anliegen der Petenten Rechnung getragen werden. Diese hatten gefordert, auf eine Verringerung ihrer Strahlenbelastung durch den Mobilfunk hinzuwirken. Das Schreiben wird nun der Bayerischen Staatsregierung mit der Aufforderung „Würdigung“ zugeleitet. Dem parteilosen Abgeordneten Volker Hartenstein war das jedoch noch nicht genug. Auf seinen Antrag hin wurde insbesondere mit der Unterstützung der stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Ruth Paulig (Grüne) ergänzend folgender Beschluss gefasst: Die Staatsregierung wird beauftragt, unverzüglich in Verhandlungen mit den Netzbetreibern mit dem Ziel einzutreten, die Sendeanlagen bis zur völligen Klärung eines möglichen Zusammenhangs zwischen den Gesundheitsproblemen der Familie Bücher und der Mobilfunkstrahlung gänzlich abzuschalten. Volker Hartenstein: „Die aktuellen Beschlüsse des Ausschusses machen deutlich, dass die Sensibilität einiger Politiker für die Probleme der unter den Hochfrequenzfeldern leidenden Bürgerinnen und Bürgern in den letzten Monaten zugenommen hat. Der Grund dafür dürfte die drastisch angestiegene Zahl an Klagen über massive Gesundheitsstörungen im Umfeld von Basisstationen mit Antennenanlagen sein.“ Bei Familie Bücher beginnen die Probleme im Sommer 1999. Bei Sohn Tobias treten „enorme Seh-, Lese-, Konzentrationsstörungen auf, die zu einem drastischen Leistungsabfall in der Schule führten. Außerdem klagte er über häufige Kopfschmerzen, ständige Müdigkeit, weiße Blitze in den Augen, Ohrgeräusche, Schwindel und depressive Verstimmung.“ Mehrere Ärzte werden in dieser Zeit konsultiert. Trotz einsetzender Behandlung stellen sich dennoch weitere Beschwerden ein. Auf der Suche nach möglichen Ursachen stoßen die Büchers im Dezember 1999 schließlich auf eine von T-Mobil (Telekom) in etwa 60 m Entfernung errichtete Mobilfunksendeanlage. Eine probeweise durchgeführte nächtliche Ausquartierung des Sohnes von einer Woche, führt sofort zu einer Verbesserung des Allgemeinzustandes. Nach Rückkehr in das eigene Haus tritt jedoch erneut eine Verschlechterung ein. Bei Frau Bücher und dem zweiten Sohn David hatten sich zwischenzeitlich gleichartige Symptome eingestellt. Ein zweiter Versuch mit auswärtiger Übernachtung über mehrere Wochen kombiniert mit ersten einfachen Abschirmmaßnahmen für den Aufenthalt im eigenen Heim tagsüber führt bei allen Dreien bald zu einer deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes. Familie Bücher entscheidet sich nun - da auch ein Hilfeersuchen an das Bundesumweltministerium ohne die erhoffte Resonanz bleibt - zu umfassenden Abschirmmaßnahmen. Insgesamt 60.000.- DM werden in zwei Stufen investiert. Eine von Dipl.-Ing Norbert Honisch (St. Johann) vorgenommene Nachmessung der Expositionswerte bestätigt darauf hin eine Reduzierung der Strahlenbelastung im Haus um 98 bis 99% an. Seit dieser Zeit geht es Familie Bücher deutlich besser. Die Nutzung des Gartens und der Terrasse jedoch sind nach wie vor nicht möglich. Der Vorsitzende des Umweltausschusses, Henning Kaul, hob in der Beratung hervor, dass die Gesundheitsstörungen des am stärksten betroffenen Tobias durch ein medizinisches Gutachten gut dokumentiert seien. Der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin - Homöopathie stellt darin unmissverständlich fest: „Eine schädigende Wirkung der gepulsten Hochfrequenzstrahlung auf meinen Patienten ist, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, anzunehmen.“ Für den Mobilfunkkritiker Volker Hartenstein bedeutet das: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Der Landtagsabgeordnete weist darauf hin, dass die Grenzwerte im Haus der Familie Bücher immer eingehalten worden sind. Und dennoch ist es zu den Gesundheitsstörungen gekommen. In einem ersten Schritt müsse die Bundesregierung nun eine drastische Absenkung der viel zu hoch angesiedelten Grenzwerte vornehmen. gez.
|
|
|
> |
Panik vor Mobilfunk-Antennen in Spanien |
|
Eladio Trell war ein kräftiger Mann gewesen, der nie krank war. Vor gut einem Jahr bekam der 54-jährige Madrider plötzlich Krebs, wenige Monate später war er tot. Vor ihm waren bereits zwei Nachbarn an Krebs gestorben, zwei weitere plagen sich mit Krebsleiden herum. Die Bewohner des Wohnblocks im Stadtteil Aluche im Süden der spanischen Hauptstadt haben keine Zweifel, was die Krankheit ausgelöst hat: der riesige Mast mit den Mobilfunk-Antennen, der neben ihren Wohnungen emporragt. 'Antennenphobie' Nicht nur in Madrid, sondern in ganz Spanien hat sich Angst vor den Telefon-Antennen ausgebreitet. Auf Gran Canaria musste der Anbieter Telefónica nach Bürgerprotesten einen Sendemast abbauen. Bei Teruel in Ostspanien kappte ein Dorfbürgermeister einer Mobilfunkanlage die Stromzufuhr. Ausgelöst wurde die "Antennenphobie" dadurch, dass kürzlich in Valladolid (Mittelspanien) an einer Schule vier Kinder an Leukämie erkrankten. Auf dem Dach eines Nachbargebäudes befinden sich 36 Antennen. Angriff auf Techniker In einzelnen Orten wurden gar Antennen-Techniker tätlich angegriffen oder mit Steinen beworfen. Die Presse spricht von einer "Massenhysterie". Der Manager eines Mobilfunkanbieters berichtete der Zeitung "El País": "Der Bürgermeister eines Dorfes hat sich bei mir darüber beschwert, dass die Hälfte der Bewohner wegen eines Antennenmastes unter Übelkeit und Kopfschmerzen leide. Dabei waren die Antennen noch gar nicht angeschlossen." Sind die Strahlen wirklich sicher? Die Experten versichern, dass die von den Antennen ausgehenden Strahlen harmlos sind. Allerdings so ganz sicher scheinen sie sich auch nicht zu sein. Der Direktor des Instituts für Bioelektromagnetismus in Alcalà de Henares, José Luis Bardasano, betont: "Die Antennen produzieren nun einmal Strahlen. Niemand kann mit Sicherheit sagen, dass diese Strahlen keine Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Ebenso wenig lässt sich behaupten, dass sie schwere Krankheiten auslösen." Leistungsdrosselungen angeordnet Auf Grund der wachsenden Angst in der Bevölkerung ordnete die spanische Regierung an, dass die Telefon-Antennen in der Nähe von Schulen, Kindergärten oder Krankenhäusern ihre Leistung drosseln müssen. "Dies ist eine reine Vorsichtsmaßnahme", betont Wissenschaftsministerin Anna Birulés. "Man hält auch die Kinder davon ab, zu lange vor dem Fernseher zu sitzen." Unkenntnis schürt Angst Die Betreiber der Mobilfunknetze räumten mittlerweile ein, dass sie die Bevölkerung früher hätten informieren sollen. Der Sozialpsychologe Rafael Gonzàlez bestätigt dies: "Die Angst breitete sich deshalb aus, weil die Leute nur über Gerüchte von möglichen Gefahren erfuhren. Wir benutzen das Mobiltelefon, sind aber nicht damit vertraut. Beim Euro geschah genau das Gegenteil. Die neue Währung kannten wir schon, bevor sie eingeführt wurde. Deshalb wurde sie ein Erfolg." Zu viele Antennen In ganz Spanien gibt es etwa 40.000 Mobilfunk-Antennen. Sie waren in den 90er Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen, als die vier Anbieter in einem Wettrennen darum stritten, wer zuerst das gesamte Territorium abdeckte. "Heute gibt es für jeden Abschnitt vier Antennen. Das ist so, als hätte man zwischen Madrid und Barcelona vier Autobahnen nebeneinander gebaut", meint "El País". Hubert Kahl |
|
|
Quelle: www.stern.de vom 24. 1. 2002 http://www.stern.de/wirtschaft/news/tagesthema/artikel_44833.html
|
|
|
|
|
|
> |
Protestwelle |
|
Bürger gegen Antennen WIESBADEN. Scharenweise gehen die Bürger in Hessen gegen Mobilfunk-Anlagen auf die Barrikaden. Selbst in sonst eher verschlafenen Dörfern von der Rhön bis in den südlichen Main-Kinzig-Kreis demonstrieren die Bewohner gegen die Sendemasten in ihren Wohngebieten, weil sie Angst um ihre Gesundheit haben. Sie befürchten, die elektromagnetische Strahlung der Anlagen auf Hausdächern und in Kirchtürmen könne Schlafstörungen und Kopfschmerzen und sogar Krebs auslösen. Im Hanauer Stadtteil Mittelbuchen hat der Streit schon den Dorffrieden zerstört. Dort traten Protestanten aus der Kirche aus, weil eine Mobilfunkantenne im Turm des Gotteshauses steht. Die Behörden wie etwa das Bundesamt für Strahlenschutz und die Betreiber berufen sich indes meist nur auf die Einhaltung der gesetzlichen Strahlen-Grenzwerte, die Gesundheitsgefahren ihrer Meinung nach ausschließen. Doch Unternehmen wie T-Mobile und Vodafone spüren beim Ausbau ihres Mobilfunknetzes immer heftigeren Gegenwind, denn landauf, landab haben sich Bürgerinitiativen gegründet. Andererseits, so berichten die Betreiber oft, beschwerten sich viele Menschen, wenn ihr Ort noch immer in einem Funkloch liege. Der hessische Landesverband "Mobilfunksenderfreie Wohngebiete" in Gründau (Main-Kinzig-Kreis) vertritt inzwischen rund 80 einzelne Initiativen. Auch die "Bürgerwelle Rhön", die im Jahr 2000 erste Proteste im Kreis Fulda gestartet hatte, vereint mehr als 30 Gruppen, darunter auch einige aus Thüringen. In der Auseinandersetzung um die Mobilfunkanlagen haben es aber vor allem jene Bürgerinnen und Bürger schwer, die ihr Hausdach für bis zu 10 000 Mark im Jahr an einen Betreiber vermietet haben. Etliche wollen ihre Verträge wieder kündigen, weil sie den Druck in ihrer Gemeinde nicht mehr aushalten können und sogar bedroht worden sind. Aber auch die Kommunalpolitiker bekommen den Ärger der Mobilfunkkritiker zu spüren. Weil das Fuldaer Kreisbauamt trotz Protestes zwei Anlagen in Künzell (Kreis Fulda) genehmigt hatte, wollen Bürger an diesem Samstag demonstrieren und ihrem Unmut gegen den Landrat Luft machen. Johannes Nüdling, Chef der "Bürgerwelle Rhön", betont stets, er sei nicht gegen Handys, aber gegen Sender, die zu nah bei Kindergärten und Schulen stünden. lhe [ document info ]
|
|
|
|
|
|
> |
Neues Bewertungsverfahren für die Qualität von Mobiltelefonen |
|
Nicht nur wie viel Watt ein Handy abstrahlt, sondern auch wie es diese Leistung aussendet, entscheidet über seine Qualität. Eine Studie des schwedischen Strahlenschutzinstituts (Statens Strålskyddsinstitut SSI) hat ein neues Bewertungsverfahren für die Qualität von Mobiltelefonen entwickelt, das die Belastung des Körpers durch die absorbierte Strahlung mit der für die Kommunikation genutzten Sendeleistung verknüpft. Die schwedischen Strahlungsexperten maßen an 21 Mobiltelefonen die spezifische Absorptionsrate (SAR) und die in den Raum abgestrahlte Leistung jeweils bei Volllast und bildeten den Quotienten aus beiden Werten. Für die Messungen beauftragte das SSI das unabhängige deutsche Institut für Mobilfunk- und Satellitentechnik IMST. Ein gutes Gerät muss auf jeden Fall die Anforderung einer geringen SAR im Kopf erfüllen. Die Festlegung der internationalen Grenzwerte beruht auf diesem Kriterium, das ein Maß für die im Körper absorbierte Energiemenge darstellt. Unter Volllast gemessen, gibt es die maximal mögliche Belastung des Körpers beim Telefonieren an. Das zweite Leitkriterium bei der Studie des SSI ist die in den Raum abgestrahlte Leistung, die tatsächlich für die Kommunikation mit den Basisstationen zur Verfügung steht: Die komplizierten Wechselwirkungen zwischen Kopf, Antenne und Umgebung schlucken einen großen Teil der zur Verfügung stehenden Sendeleistung. Je geringer aber die unter Volllast für die Kommunikation genutzte Leistung ist, desto eher muss das Handy im Normalbetrieb an seine Grenzen gehen, um die Verbindung aufrecht zu halten. Die Nutzleistung gibt also indirekt auch einen Hinweis darauf, wie oft ein Handy die maximale Belastung tatsächlich ausstrahlen wird. Besonders niedrige Quotienten erreicht ein Handy mit einem niedrigen SAR-Wert und einer hohen Nutzleistung. Das beste Ergebnis der Studie liegt bei einem Wert von 0,24, das schlechteste bei 5,4. Insgesamt liegen die Werte für GSM-1800-Handys deutlich über denen für GSM-900-Handys. Bei den Messungen für GSM-900, also unseren D-Netzen, schnitten das Samsung SGH-A100 und das Ericsson A1018s am Besten ab. Schlusslichter bei den Testergebnissen: Sony CMD-Z5 und Panasonic GD92. Eine andere Reihenfolge ergaben die Messungen für GSM-1800, die in unseren E-Netzen im Einsatz sind: Sieger ist das Nokia 3210 gefolgt von Motorolas V3688. Am Ende der Rangliste stehen die beiden Ericsson-Geräte T28s und R520s. Beide Telefone schneiden aber deutlich besser ab, wenn anstatt der Standardantenne eine ausziehbare Antenne genutzt wird. (Stefan Gneiting) / (anm/c't)
|
|
| Quelle: http://www.heise.de/newsticker/data/anm-22.01.02-000/ | |
|
|
|
|
> |
Das
Bundesamt für Strahlenschutz räumt ein: Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass Mobilfunkstrahlung die Hirnströme verandert |
|
aus bild
der wissenschaft, Heft 1/2002
Thema der Diskussion: Machen Handys krank? Dr. Olaf Schulz, BfS: "Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen einer biologischen Reaktion, auf die es im Fall der Hirnströme tatsächlich deutliche Hinweise gibt, und einer erwiesenen gesundheitlichen Beeinträchtigung." Dr. Schulz promovierte 1996 am Institut für Biophysik der Freien Universität Berlin zum Thema „Biologische Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder" und ist damit ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet. Dr. Schulz weiter: "Man kann daher bisher wissenschaftlich fundiert nicht behaupten, dass ein Zusammenhang zwischen dem Mobilfunk und gesundheitlichen Beschwerden besteht." [...] "Dass das BfS die Berichte über Erkrankungen in der Nähe von Basisstationen und daher rührende Sorgen in der Bevölkerung ignoriert, ist falsch. Das BfS nimmt diese Dinge sehr ernst, und sie sind Grund für die Aufforderung, im Umgang mit dem Mobilfunk Vorsorge zu betreiben. Das BfS empfiehlt zum Beispiel, dass Mobilfunkanlagen so errichtet werden, dass die Felder bei den Anwohnern möglichst gering sind. Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime sollten besonders berücksichtigt werden. Was wissenschaftlich nachgewiesen ist, decken wir mit den Grenzwerten ab. Es gibt aber noch eine wissenschaftliche Unsicherheit." Um gesundheitliche Beeinträchtigungen eindeutig nachzuweisen, seien weitere Forschungen notwendig. "Dabei soll der Frage nachgegangen werden: Kann man eine epidemiologische Studie konzipieren, mit der sich ein möglicher Zusammenhang zwischen den Feldern von Basisstationen und Erkrankungen wie Hirntumoren zeigen lässt.", so Dr. Schulz weiter. Prof. Dr. Lebrecht von Klitzing, Mitglied des Internationalen Instituts für Biophysik in Neuss und Medizinphysiker in der Klinisch-Experimentellen Forschungseinrichtung der Universität Lübeck, wies in dem Gespräch auf das besondere gesundheitliche Risiko durch die gepulsten elektromagnetischen Felder und die viel zu hoch angesetzten Grenzwerte hin. "...wir haben sehr früh festgestellt, dass gepulste Felder - wie sie bei den heute genutzten GSM-Mobiltelefonen verwendet werden - in irgendeiner Weise auf das Regulationssystem des Körpers einwirken." [...] "Wir und verschiedene andere Forschergruppen haben zum Beispiel Veränderungen der Hirnströme im EEG bei Feldstärken von einem Zehntausendstel der Grenzwerte gemessen." Prof. Dr. von Klitzing weiter: "Jede gesundheitliche Beeinträchtigung beginnt mit einer biologischen Reaktion. Es kommt immer darauf an, wie der Körper damit umgeht. Die Vorbelastung, etwa durch Chemikalien, ist hierbei entscheidend. Das Hauptproblem ist, dass solche nichtlinearen Effekte nicht ausreichend berücksichtigt werden." Zu den Grenzwerten sagte er: "Die Grenzwerte beruhen im Wesentlichen auf akuten und schnellen Wirkungen. Wir sehen aber, dass sich Gesundheitsschäden oft erst nach langer Zeit manifestieren." "Wir haben Hinweise von vielen Ärzten, dass Beschwerden auftreten, die immer nach dem gleichen Muster ablaufen. Einzelberichte über solche klinischen Erfahrungen gingen an das BfS, das Bundesumwelt- und das Bundesgesundheitsministerium." [...] "Solche Daten werden von politischer Seite weitgehend ignoriert - obwohl der Druck aus der Öffentlichkeit immer stärker wird." "Nicht was ein Sender abstrahlt ist entscheidend, sondern was bei den Menschen ankommt. Für Langzeitexpositionen haben wir als Erfahrungswert gefunden, dass das autonome Nervensystem auf Immissionen bei etwa 10 Mikrowatt pro Quadratmeter reagiert. Das ist ein Wert, der in Wohnungen zwar selten erreicht, aber mitunter auch weit überschritten wird. Besonders in sensiblen Bereichen wie Kindergärten oder Schulen, aber auch in Schlafräumen muss dafür gesorgt werden, dass dieser Wert auf Dauer nicht überschritten wird." "Es geht mir nur um die Personen, die in der Nähe von Basisstationen dauerhaft Feldern ausgesetzt sind. Es gibt bisher keine Langzeituntersuchungen, etwa zu einem möglichen Zusammenhang von Hirntumoren und den Feldern von Basisstationen. Mit Sicherheit wird es eine solche Studie geben, doch dann kann es bereits zu spät sein. Viele Tumoren werden erst nach vielen Jahren erkannt. Dann aber können wir das Rad nicht mehr zurückdrehen. Man sollte die Hinweise heute ernst nehmen." Dr.
Schulz vom Bundesamt für Strahlenschutz soll abschliessend zu Wort
kommen: "Wenn es ein Risiko unterhalb der Grenzwerte geben sollte,
wird es zwar wahrscheinlich gering sein. Doch es träfe Millionen von
Menschen." |
|
|
Quelle:
nach bild der wissenschaft, Heft 1/2002 (www.wissenschaft.de)
|
|
|
> |
Elektrosmog kann das Risiko für Frühgeburten erhöhen |
|
Oakland - Durchschnittlich mehr als 50 elektrische Geräte stehen in jedem bundesdeutschen Haushalt. Ob und inwieweit ihre elektromagnetischen Felder zu Gesundheitsschäden führen, ist noch nicht hinreichend erforscht. Eine Reihe von Studien deuten aber darauf hin, dass durch den so genannten Elektrosmog das Risiko, an der Alzheimer-Krankheit, an Morbus Parkinson, Gehirntumoren, Herzinfarkt, Migräne und Schlaganfall zu erkranken, erhöht wird. Nun haben amerikanische Mediziner herausgefunden, dass die unsichtbaren Strahlen auch in der Schwangerschaft gefährlich werden können: Das Risiko einer Fehlgeburt wird dadurch deutlich erhöht. Der Reproduktionsmediziner Dr. De-Kun Li vom Kaiser Foundation Research Institute im kalifornischen Oakland hatte 1063 Frauen - sie waren alle in der zehnten Woche schwanger - mit einem Spezialgerät zur Messung elektromagnetischer Felder ausgestattet. Dieses Gerät sollten sie einen Tag lang mit sich führen. Im Abstand von jeweils zehn Sekunden wurden die elektromagnetischen Wellen gemessen, registriert und gespeichert. Bilanz des Experiments: Bei jenen Frauen, die starken elektromagnetischen Wellen ausgesetzt waren, war die Rate der Fehlgeburten um mehr als 50 Prozent höher als bei den anderen. Die Messungen von Dr. Li ergaben, dass die Strahlenexposition von Staubsaugern, Haartrocknern und Rasierapparaten besonders groß ist (Quelle: "New Scientist"). Sie liegen bei 1,4 Mikrotesla. Zum Vergleich: Schon 0,1 Mikroteslar können den Zellstoffwechsel des Körpers beeinflussen. Aus früheren Studien geht hervor, dass auch das Mobiltelefon in großem Umfang Elektrosmog verursacht. Mehr als 40 Millionen Deutsche benutzen dieses Gerät im Durchschnitt drei Stunden pro Monat. Fest steht, dass diese Apparate zur Erhitzung am und im Kopf führen. Bisher ist jedoch nicht genau bekannt, inwieweit sich dies auf die Funktion der Zellen auswirkt. Die Experten gehen aber davon aus, dass die elektromagnetischen Felder den Zellstoffwechsel und die für biologische Abläufe wichtigen Enzyme beeinflussen, möglicherweise jedoch auch die Erbsubstanz schädigen. Offensichtlich reagiert aber nicht jeder Mensch in gleichem Maße empfindlich auf elektromagnetische Felder. Es gibt Hinweise dafür, dass Elektrosensibilität besonders bei Personen auftritt, die an Allergien leiden oder auf Schwermetalle wie Amalgam oder andere chemische Substanzen empfindlich reagieren. Schwangere Frauen, so die Warnung des amerikanischen Experten Dr. Li, sollten vor allem massive Strahlenbelastung, wie sie in der Nähe von Rundfunksendemasten, Mikrowellen und Sendeanlagen auftreten, meiden. Der deutsche Strahlenforscher
Professor Richard Wagner von der Universität Osnabrück rät, nur
moderne Handys zu benutzen. Sie besitzen Antennen, die nicht in Richtung
Kopf abstrahlen. Für ältere Geräte gibt es Schutzhüllen. |
|
| Quelle: Welt am Sonntag, 20. 01. 2002 | |
|
|
|
|
> |
Den Sendesignalen mit dem Handy auf der Spur |
|
Aus der Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 16. 1. 2002, Lokalteil Kaarst: --------------------------------------------------------------------- Es gibt Menschen, die Eulen sammeln, Medaillen oder Pokale, die wohl bekannteste Sammelleidenschaft konzentriert sich auf Briefmarken. Wolfgang Duven aus Kaarst sammelt Mobilfunk-Standorte. Insgesamt über 1.500 Sendemasten hat er in seiner Datenbank - nachzulesen im Internet unter www.duven.de. Dort finden Interessierte laut Duven sämtliche Sendeanlagen, die vom Kaarster Stadtgebiet aus zu empfangen sind. "Ich bin ein Technologie-Freak", begründet der 51-Jährige seinen Ehrgeiz, möglichst alle Mobilfunk-Standorte der Umgebung auszukundschaften. Die Suche begann, als Wolfgang Duven ein Handy erwarb: "Ich wollte wissen, wo die Mobilfunkmaste meines Betreibers stehen." Von den Anbietern selbst erfahre man jedoch nichts: "Die behaupten, sie könnten schon wegen der Konkurrenz keine Angaben dazu machen", so Duven. Sonst würden die Mitbewerber sich sofort um eine eigene Antenne an den genannten Stellen bemühen. "Angesichts dessen, dass alle paar Meter heute ein Mast aufgestellt ist, erscheint das aber wenig glaubwürdig", findet Duven. "Es wäre besser, wenn offen mit dem Thema umgegangen würde", glaubt er. Besonders Kirchen scheuten sich oft, öffentlich zu machen, wenn sie ihren Kirchturm an einen Mobilfunk-Betreiber verpachteten. Anders die Pfarrgemeinde Sieben Schmerzen Mariens in Holzbüttgen, in deren Turm Duven erst kürzlich eine Antenne ausmachte. Pastor Josef Brans redet ohne Umschweife darüber: "Das ist ja auch nichts Schlimmes. Wir wollen schließlich alle mobil telefonieren." Vor einem Jahr habe der Kirchenvorstand sich für eine Sendeanlage entschieden, einen Aushang zur Information der Gemeindemitglieder habe es aber nicht gegeben: "Dazu bestand auch keine Veranlassung." Laut Duven versuchen viele Kirchen, die Existenz von Mobilfunkmasten zu vertuschen: "Da sieht man zum Beispiel Regenrinnen, die nicht in das Regenrohr führen, sondern zurück ins Gebäude", lächelt Duven. In Wirklichkeit sei das der Versuch, die außen sichtbaren Teile der unter dem Dach verborgenen Antenne zu tarnen. Auch ein Aushang, der von plötzlich bereitgestellten Mitteln für eine neue Orgel berichtet, könnte ein Hinweis auf einen Pachtvertrag mit einem Mobilfunk-Betreiber sein. Wolfgang Duven hat mittlerweile einen detektivischen Ehrgeiz entwickelt, vor allem versteckte Antennen zu finden. Bei seiner Suche nach neuen oder unbekannten Sendeanlagen kommt dem Systemanalytiker Duven die Freude an technischen Tüfteleien entgegen: In vielen Handys könne man durch eine entsprechende Software den so genannten Monitormodus frei schalten. Dieser erlaubt den Zugriff auf die technischen Daten des Geräts aber auch des verfügbaren Netzes. "Das sind zunächst nur Zahlenkolonnen", sagt Duven. Es gebe aber spezielle Internetseiten, auf denen erklärt werde, wie diese Zahlen zu entziffern seien. Da das Handy für die Datenübertragung stets die Entfernung zum Sendemast errechnet, kann Duven auch von außen unauffällige Standorte mithilfe des Handys ermitteln. "Das funktioniert nach dem gleichen Muster wie der Service mancher Handy-Anbieter, bei einer Autofahrt die jeweils nächste Tankstelle zu nennen." Duvens Interesse an der Dichte des Mobilfunknetzes ist in erster Linie technischer Natur. Die Meinungen vieler Mobilfunk-Gegner hält er für übertrieben: "Alles Neue wird anfangs meist verteufelt." Dass seine im Internet zur Verfügung gestellten Informationen auch den Gegnern der Technik entgegenkämen, sei für ihn jedoch kein Problem: "Ich habe mich überhaupt nicht geärgert, dass Kritiker meine Seite nutzen." Er leugnet auch keinesfalls die Gefahren des Mobilfunks. "Ich halte nur vieles andere für wesentlich gefährlicher - zum Beispiel Autofahren." Im Streit mit den Kritikern liege er aber nicht - immerhin liefere ihm der ein oder andere auch nützliche Informationen für seine Website. Den geborenen Düsseldorfer, der seit 1973 in Kaarst lebt, haben neue Technologien von jeher interessiert: "Ich war auch einer der ersten, der ein BTX-Gerät zuhause hatte." Neben seinem Handy hat Duven auch ein GPS-Gerät bei sich - ein Navigationssystem im Taschen-Format: Das kann er zuhause an den Computer anschließen und nachvollziehen, wo er den Tag über gewesen ist. Klar, dass auch seine Kinder ein Handy haben: "Für uns ist wichtig, dass wir einen Notfall-Kontakt zu den Kindern haben." Vanessa Donner
|
|
| Quelle: http://www.ngz-online.de/ngz/news/kaarst/2002-0116/duven.html | |
|
> |
Neue Initiative gegen Elektrosmog |
|
Der Bund Naturschutz e.V. (BN) erhofft sich durch eine juristische Offensive auf Landesebene mehr Erfolg bei ihrer Anti-Elektrosmog-Kampagne. Bundesweit ist der BN damit "bisher abgeblitzt", hieß es bei einer Pressekonferenz. Die Umweltschützer wollen jetzt mit einer Unterschriftenkampagne und einer Petition an den Bayerischen Landtag für einen eigenen Gesetzentwurf werben, in dem sie die Wiedereinführung der Anfang der 90er Jahre abgeschafften Genehmigungspflicht für Mobilfunkantennen fordern. Begründung: "Mobilfunkantennen verstoßen gegen Europarecht", genauer: gegen das vom Europäischen Parlament am 2. Februar 2000 beschlossene "Vorsorgeprinzip". Gemeint sei damit, so der BN, dass bei den offiziellen
Zulassungsverfahren für Technologien mit "nicht abschließend
erforschten Risiken" die Beweislast für die Ungefährlichkeit beim
Unternehmer liege. Dieses Vorsorgeprinzip müsse auch nach geltendem
bayerischem Recht angewendet werden, das von den Behörden ausdrücklich
die "Abwehr von Gefahren" verlangt. Claus Steingruber vom BN-Arbeitskreis Elektrobiologie (von Beruf Zahnarzt) betonte: "Wir sind nicht grundsätzlich gegen Mobilfunk wie einzelne andere Verbände, aber wir fordern für die 12 000 in Bayern neu geplanten Sendemasten eine verträgliche Technik". Der Gesetzgeber müsse die "Reduktion der Feldstärken", also der Strahlungsintensität, und die drastische Senkung der Grenzwerte vorschreiben. Der Diplomkaufmann Bernd Steier von der BI "Schutz
vor Elektrosmog" warnte jedoch auch vor niedrigeren
Strahlungswerten. Er plant nun eine Liste der bisherigen Aktionen aller
Initiativen. Sie solle eine "Dokumentation des Widerstandes"
werden. |
|
| Quelle: Süddeutsche Zeitung, Ressort München, vom 14.01.2002 | |
|
|
|
|
[ home ] [ Fenster verkleinern ] [ Diese Seite drucken ] [ Fenster schliessen ] |
|