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 Offener Brief
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 Auswirkungen des Mobilfunks auf Schulkinder  
 

Hans Schmidt,
BI Wolfratshausen,  Stadt gegen Elektrosmog


An: 

Die Vorsitzende des Elternbeirats der Grund- und Hauptschule Wolfratshausen,
 Frau Angelika Weigel, Schießstättstraße 21

Den Rektor der Grund- und Hauptschule Wolfratshausen,
 Herrn Polta

Den Ersten Bürgermeister und Verantwortlichen für das Schulsprengel Wolfratshausen,
Herrn Berchtold,

Den Landrat des Kreises Bad Tölz-Wolfratshausen,
 Herrn Nagler

Die Kultusministerin des Freistaates Bayern,
 Frau Hohlmeier

Den Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern,
 Herrn Dr. Stoiber

cc: lokale Presse
 im Landtag und Bundestag vertretene Parteien
 
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns an Sie, weil Sie Verantwortung tragen für das Wohl und die Zukunft unserer Kinder.

In den letzten Monaten sind Auswirkungen des Mobilfunks und der Handy-Benutzung bekannt geworden, die Sie wissen sollten:

1. Eine spanische Studie über die Wirkung eines nur zwei-minütigen Handygespräches auf das Gehirn eines 11-jährigen Jungen und eines 13-jährigen Mädchens zeigte, dass das EEG noch bis zu einer Stunde nach diesem kurzen Gespräch verändert war. 

Führende medizinische Experten stellten darauf hin den Handygebrauch durch Kinder überhaupt in Frage. Ärzte fürchten, dass gestörte Gehirnaktivität zu psychischen Problemen und Aggressivität oder verminderter Lernfähigkeit führen könnte.
(Quelle: Sunday Mirror 27.12.01)

2. Die Schule im schweizerischen Schwarzenberg hatte infolge starker elektromagnetischer Bestrahlung der Kinder 40 Jahre die schlechteste Übertrittsrate des gesamten Kantons Bern in die Sekundarschule, obwohl modernst ausgestattete helle Schulräume, bestes Unterrichtsmaterial und beste Lehrkräfte zur Verfügung standen. Diese Schule liegt 700 m entfernt von einem inzwischen wegen Anwohnerprotesten stillgelegten starken Kurzwellensender.

3. Eine Studie an der Klinik für Kommunikationsstörungen der Universität Mainz ergab, dass bei mehr als 80 % der Versuchspersonen nach einem längeren Handygespräch eine verringerte Wahrnehmung auftrat.

4. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Prof. König, rät Eltern, ihre Kinder von Handys fern zu halten und hält es für notwendig, Mobilfunk-Standorte zu vermeiden, die bei Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern zu erhöhten Feldern führen.
(Quelle: Berliner Zeitung 31.07.01)

5. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersteht, hat im Juni 2001 elektromagnetische Strahlung in die Liste der Krebs erregenden Faktoren aufgenommen.
(Quelle: TAZ 28.12.01)

6. Im spanischen Valladolid hat ein Richter Mobilfunk-Sendemasten direkt neben einer Grundschule still legen lassen, nachdem drei Schulkinder an Leukämie und eines an Lymphknotenkrebs erkrankte. Die Antennenbetreiber argumentierten mit der viel zu kurzen Zeit zwischen Inbetriebnahme der Anlage im Februar 2000 und den Erkrankungen. Eine interdisziplinäre Kommission an der Hochschule in Valladolid, die seit dem ersten Krebsfall die Schließung der Sender fordert, hält dagegen, dass Studien aus dem japanischen Nagasaki ergaben, dass gerade Leukämie bei Kindern sehr schnell entstehen kann.
(Quelle: TAZ 28.12.01)

7. Das Oberlandesgericht Innsbruck stellte im Januar 2001 fest, dass es einem Mobilfunk-Betreiber nicht gelungen ist, das Gericht von der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Mobilfunkstrahlung zu überzeugen. Ein Gutachter darf weiterhin behaupten, dass Mobilfunkstrahlung ein gesundheitliches Risiko für die anrainende Bevölkerung darstellt, sich negativ auf die Erbinformation auswirkt und zu diversen Gesundheitsschäden wie etwa auch Krebs, Gehirntumor und Missbildungen bei Neugeborenen führt.

Wir sind äußerst besorgt über diese Berichte und sehen eine Gefahr für die schulische Entwicklung und die Gesundheit unserer Kinder. Hier geht es nicht um die Zukunft Einzelner, sondern eine ganze Generation wird rücksichtslos und trotz besseren Wissens verstrahlt und einem unkalkulierbaren Gesundheitsrisiko ausgesetzt.

Die Wolfratshauser Grund- und Hauptschule am Hammerschmiedweg liegt nur wenige hundert Meter entfernt von den beiden Mobilfunksendern auf dem Telekomgebäude am Bahnhof, und wir befürchten, dass unsere Kinder auch betroffen werden!

Bitte informieren Sie sich und helfen Sie mit, unsere Kinder vor dieser Technologie zu bewahren.

Wir erinnern an den Anspruch der bayerischen Verfassung, Kinder als unser höchstes Gut besonders zu schützen.
 

Mit freundlichen Grüssen
 
 

P.S.: Von offizieller Seite wird immer noch abgewiegelt mit dem Argument, dass die Beweislage nicht eindeutig sei. Wir fordern Sie auf, Ihren gesunden Menschenverstand zu gebrauchen und die sich häufenden Warnungen ernst zu nehmen – zum Wohle unserer Kinder.
 

 

  

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